
Kaethar 447. Jäger-Regiment
„Der Dschungel schiebt, die Maschinen fressen, die Priester schweigen, und wir — wir marschieren nicht mehr nach Terra.“
Kerndaten
| Regimentstyp | Sprungtruppen – Grav-Chutes, Absetzung aus der Valkyrie, operiert hinter den Linien |
|---|---|
| Munitorum-Kennung | KAE-447-DROP-RENEGADE / [gelöst M42 004] |
| Heimatwelt | Kaethar Prime (Dschungelwelt — jetzt zerstört) |
| Tithe-Stufe | Exactis Extremis – die forderndste Tithe-Stufe überhaupt |
| Sollstärke | 4.840 Soldaten über vier Kompanien, vollständig ausgerüstet |
| Ist-Stärke | 1.247 Soldaten; Rest ist tot, gefangen oder desertiert |
| Loyalitätsstatus | Abtrünnig |
| Herkunft | Eigene Erfindung |
Die Säulen
Titel Die Dschungelwahrheit
Text
Der Dschungel von Kaethar Prime war Lehrmeister und Feind zugleich. Jede Mission fand in Hitze und Nässe statt, wo Funk streikt, Kompass lügt und Schießpulver fault. Diese Soldaten bewegten sich wie Wasser durch Bäume, weil sie dort geboren wurden und dort die erste Lektion lernten: die Maschinen aus dem All sind langsamer als das Blatt. Sie fangen keine Fallschirmjäger in der Luft ein, die wissen, wie man sich fallen läßt und in Wurzeln landet. Sie kennen nur Bombardement, und dann ist es zu spät. Das Regiment ist zähe, aber es ist auch ungeduldig — es hasst Linienformation, es hasst Echtgruppen-Parade, es hasst jeden Drill, der nicht unmittelbar Überlebenschanzen mehrt.
Titel Die mechanische Ausbeutung
Text
Der Adeptus Mechanicus hatte Kaethar Prime im Jahr 771.M41 beansprucht. Sie kamen nicht als Befreier — sie kamen als Eigentümer. Unter dem Roten Priester-Synod wurden Titanformen über die Dschungel gehängt. Die Waldschaften wurden für Mineralien gerodet. Die Arbeiter wurden von Skitarii-Trupps überwacht. Das Regiment sollte die Waldmenschen einfangen, die sich dem Tithe widersetzten, und sie vor die Konvertierungskammern treiben. Die Soldaten taten es. Dann — im Jahr 837.M41 — ordnete Magos Dominus Khett'vor die Vollständige Mechanisierung der Geburtsschichten an. Die „niederen Unterkasten der genetischen Verschwendung", wie er sie nannte, sollten Servitoren werden. Vierzigtausend Menschen. Das Regiment war dabei. Das Regiment zog sich um Mitternacht zurück.
Titel Das Schweigen der Priester
Text
Die Ecclesiarchie hatte eine Gemeinde auf Kaethar Prime. Sie beteten, sie hielten Prozessionen ab, und sie schwiegen, als die Rotpriester anfingen zu nehmen. Sie schwiegen, als Kinder weggebracht wurden. Sie schwiegen, als die Prozessionen aufhörten, weil es nichts mehr zu begreifen gab. Das Regiment hat den Ecclesiarchen drei Schreiben geschickt. Alle drei blieben unbeantwortet. Der Regiment verdammt nicht den Glauben — es verdammt das Schweigen. Ein Gott, der schweigt, wenn seine Priester wegsehen, ist kein Gott; er ist eine Statue. Das Regiment hat die Statue fallen sehen.
Titel Die Unmöglichkeit der Treue
Text
Ein Fallschirm-Regiment trägt keine schwere Artillerie. Es trägt keine Panzer. Es trägt Lasergewehre und Flammenwerfer und Mut, der zu schnell aufgebraucht ist. Es ist gemacht, um auf dem Rücken eines Kriegsschiffes zu reiten und hinter feindliche Linien zu fallen. Es ist nicht gemacht, um gegen ein Imperium zu kämpfen, das Flotten besitzt. Das Regiment weiß das. Es kämpft trotzdem — nicht aus Hoffnung auf Sieg, sondern aus Hoffnung auf Bleibung. Es ist die Hoffnung von Menschen, die wissen, daß sie verlieren, und deshalb kämpfen, um sicherzustellen, daß sie wenigstens längst genug verlieren, daß das Rot-Priester-Synod den Krieg nicht mehr gewinnen kann. Ein Regiment, das für Stasis kämpft, ist ein Regiment, das unsterblich ist.
Aushebung, Heimatwelt & Kultur
Aushebung und Tithe
Der Planet Kaethar Prime war eine Dschungelwelt der obersten Klasse — dicht bewaldet, mineralreich, menschlich bewohnt in Waldstädten der Pfahlbau-Bauweise und einer großen Schwarmstadt namens Hive Drennhold im Zentralland. Das Planetengouvernement unter dem Haus Vethain war alt, schwach und zunehmend in Schulden beim Administratum gebunden.
Im Jahr 814.M41 ordnete Terra eine Tithe-Anhebung an. Der Blutungszehnt — eine Notfall-Erhebung in Kriegsgebieten — senkte sich auf Kaethar. Das bedeutete nicht ein Zehntel der Kampftruppen, sondern ein Zehntel aller Männer im waffenfähigen Alter. Der Gouverneur Vethain verfiel in Lähmung. Die lokale Schola Progenium produzierte Drill-Feldwebel, aber keine Unteroffiziere schnell genug. Die Aushebung wurde per Los durchgeführt — ein Herrscher-Dekret, das jeder Wald-Siedlung befahl, Söhne zu benennen, Väter zu benennen, Brüder zu benennen, und sie ins Tithe-Lager zu bringen.
Das Regiment wurde nicht aus Freiwilligen aufgebaut. Es wurde aus Gefangenen aufgebaut — Arbeiter aus Dschungel-Einrichtungen, Handwerker aus den Pfahlbau-Städten, und Priester-Anstaltsinsassen, die in der Hive schuldig befunden worden waren, für „Geistwort" und „unerlaubte Versammlung". Viele konnten nicht schießen. Einige konnten nicht lesen. Der Ausbildungs-Oberst, ein alter Cadianist namens Kael Sormin, hätte Monate Drill gebraucht, um aus ihnen Soldaten zu machen. Terra gab ihm neun Wochen.
In dieser Zeit verlor er fünfzehn Prozent an Dehydrierung, Stoffwechselkollaps und zwei an Meuterei-Hinrichtung. Die Überlebenden — 4.840 Soldaten — wurden in vier Kompanien organisiert und auf die Schlacht von Kasthul geschickt, einen Krieg, bei dem ein Ork-Horde gegen die Adepta Sororitas einer benachbarten Welt kämpfte. Sie waren vier Wochen im Feld. Sie verloren 2.100 Soldaten. Sie kamen nach Hause. Sie sahen nicht nach Hause aus — es gab kein Hause mehr.
Der Adeptus Mechanicus hatte in ihrer Abwesenheit landend gemacht.
Was die Heimatwelt verlor
Die Holzträger-Zunft von Kaethar hatte in fünftausend Jahren ein Handwerk perfektioniert, das nur in tropischen Dschungeln funktioniert. Sie wußten, wie man lebende Bäume biegt, statt sie zu fällen — wie man Knoten setzt, die nach hundert Jahren Halt haben, wie man die Wurzeln liest wie Briefe von der Erde. Sie unterrichteten Kinder mit dreißig Jahren Geduld. Eine Zunft brauchte mindestens sechzig Meister um eine Stadt zu bauen. Das Tithe holte vierzig Junge ab. Als das Regiment zurückkam, fanden sie drei Meister übrig — einer blind, einer gelähmt, einer zu alt, um zu arbeiten. Die Waldbäume hielten. Aber die neuen Gebäude, die gebaut werden mußten, waren gebaut von Anfängern. Das Handwerk war nicht gestorben — es war anhalten geblieben.
Die Heimatwelt
Kaethar Prime war eine hochfeuchte Äquatorial-Dschungelwelt, dichter Regenwald von Pol zu Pol. Die Bäume wuchsen hundert Meter hoch, ihre Kronen bildeten ein geschlossenes Dach, durch das kaum Licht fiel. Der Boden war Faulschlamm, ständig naß, bedeckt mit Farn und Pilz und leuchtenden Dingen, deren Namen die Menschen nicht kannten. Das Volk lebte in Waldstädten — Bauten aus gebogenem Holz und Wurzel-Flechtwerk, die auf Pfahlen zehn oder zwanzig Meter über dem Boden schwebten. Jede Stadt war an die nächste durch Hängebrücken aus getrockneten Lianen gebunden.
Das Wasser war überall. Es regnete jeden Tag. Es floß aus Spalten in der Erde. Es sammelte sich in Becken und wurde zu Moos. Menschen lernten, trocken zu bleiben, indem sie sich naß machten und schnell trockneten — die Feuchtigkeit war konstant, also lernte man, nicht gegen sie zu kämpfen, sondern mit ihr zu leben wie mit einem Tier, das man füttern muß. Der Leib wurde Sache — eine Hülle, die man nutzte und an deren Beschädigungen man nicht dachte.
Die Gesellschaft war Handwerk-basiert. Es gab Holzträger, Flechter, Jäger, Heiler-Priester, die Pflanzen kochten. Es gab keine Ritter. Es gab einen schwachen Gouverneur in der fernen Hive Drennhold, der dachte, daß er Land besaß, aber die Waldbewohner wußten, daß das Land ihn besaß. Sie zahlten Steuern wie man Tribut an einen Sturm zahlt — nicht aus Loyalität, sondern aus Verständnis, daß der Sturm kommt, ob du bezahlst oder nicht.
Dies machte sie zu ausgezeichneten Fallschirmjäger-Soldaten. Sie waren es gewohnt, Höhe zu nutzen. Sie bewegten sich schweigend durch dichtes Gelände. Sie hatten keine Angst vor Nässe und Kälte, weil sie in beiden lebten. Sie akzeptierten Mangel — eine geringe Ration, ein zerrissenes Uniform, eine Waffe, die Rost trug — als normale Bedingung. Sie arbeiteten wie eine Waldstadt funktioniert: Jeder Teil tut seinen Teil, oder der ganze Organismus stirbt. Sie waren Familie in Trupps. Sie waren ungeheuer effizient hinter feindlichen Linien.
Der Nachteil, den sie mitbringen
Die Waldmenschen von Kaethar hatten ihre ganze Kultur auf Vertrauen in lokale Hierarchie aufgebaut. Ein Meister der Holzträger-Zunft war unfehlbar in seinem Fach. Ein Heiler-Priester wußte, welche Pflanze heilte und welche tötete. Ein Ältester wußte, wann man handeln und wann man warten mußte. Das Imperium zerstörte diese Ordnung sofort. Der Regiment-Oberst Sormin war ein Fremder aus Cadia. Die Feldwebel waren aus dem Administratum, nicht aus der Waldbevölkerung. Die Befehle kamen von oben, nicht von dem, der das Gelände kannte.
Dies führte zu Meuterei — nicht offen, sondern in Form von stillschweigendem Ungehorsam. Ein Fallschirmjäger-Zug, der Befehle erhielt, eine Kaserne zu räumen, würde statt dessen den langsameren, sichereren Weg nehmen und dann berichten, daß es der einzig mögliche Weg war. Ein Unteroffizier würde seinen Obersten nicht widersprechen — er würde statt dessen so lange Informationen geben, daß der Oberst eine andere Entscheidung treffen würde. Das Regiment verlor seine erste Schlacht bei Kasthul nicht, weil es nicht kämpfen konnte, sondern weil drei Feldwebel — alle Waldmenschen — nicht glaubten, daß die Befehle des Kampfgruppen-Kommandeurs sinnvoll waren, und ihn nicht warnte, daß die Orks einen anderen Weg nahmen.
Die Orks überfielen die Flugbasis von hinten. Dreihundert Soldaten starben in einer Stunde.
Später, im Jahr 838.M41, als das Kaethar 447. sich gegen Terra erhob, zeigte sich dieselbe Kluft. Die Feldwebel wollten verteidigen — nicht angreifen. Die Unteroffiziere wollten Waldschlachten schlagen — nicht offene Schlachten. Der Oberst — nun Oberst Vethain selbst, Gouverneur-Sohn und Kommandeur — mußte befehlen wie ein Waldältester, nicht wie ein imperiales Offizier. Dieses Regiment kann seinen Obersten nicht folgen, wenn er nicht seiner Erde würdig ist. Es wird ihn nicht offen verraten. Es wird ihn still ersetzen.
Regimentskultur
Die Kaserne des Kaethar 447. wurde, wo es möglich war, in Waldnähe errichtet — nicht aus militärischen Gründen, sondern weil das Regiment nicht konnte, ohne Bäume zu sehen. Die Soldaten hielten Rituale, die von keinem Offizier geduldet wurden, aber auch nicht verboten waren, weil sie kein Volk anzogen. Jeder Soldat wickelte eine Liane — einen lebenden Zweig, nicht ein getrocknetes Seil — um sein Gewehr, wenn er es zum ersten Mal trug. Das war kein Schmuck. Das war ein Vertrag mit dem Land.
Das Marsch-Lied war nicht das Imperium-Lied. Es war älter:
„Laß den Regen fallen, der Boden erhebt sich / Laß die Lasten sinken, die Wurzeln greifen / Kein Baum stirbt stehend, jeder Wald wird groß."
Es handelte von Widerstand, aber nicht vom Kampf — von der Ausdauer des Holzes gegen Wasser und Licht, das ruhig Stein in Erde verwandelt.
Die Superstition, welche die Offiziere geduldet hatten, war die Praxis des „Toten-Namens". Wenn ein Soldat sein Lager aufbrach zum ersten Mal nach dem Tod eines Kameraden, sprach er den Namen des Toten, während er seinen Fuß auf die Erde setzte. Das war nicht Nekromantie oder Ketzerei im imperialen Sinne — es war Zeugnis. Der Tote war Teil des Landes jetzt, und der Lebende trat auf ihn, ohne das zu vergessen. Das Regiment verlor 3.593 Soldaten zwischen Gründung und Rebellion. Die Überlebenden lernten, viele Namen zu sprechen.
Der Geschmack des Liquor-Rationaliums war wie Säure. Die Waldmenschen mischten es mit Wasser aus den Becken und Blättern aus Lianen, und es wurde zu etwas, das süßer schmeckte. In den Warteschlangen vor den Rationierungsposten bekommst du kleine Flaschen, gefüllt mit diesem Zeug. Das Regiment trank. Es trank nicht laut. Es trank still, sitzend, denkend.
Wenn Zeit war, um die Toten zu begraben, gruben Soldaten ein Loch und legten den Körper hinein. Sie sprachen keinen Priester-Segen. Sie sprachen den Namen des Toten. Sie deckten ihn mit Erde und Blättern ab. Wenn keine Zeit war — wenn die Schlacht noch andauerte oder der Transport keine Verzögerung zuließ — warfen sie den Leichnam in das erste verfügbare Wasser. Das Wasser wurde zu Wald. Der Waldpriester würde tragen, was übrig war.
Das Kommissariat
Das Regiment hatte einen Kommissar: Kommissar Telos Wrentz, aus der Schule des Tithe selber. Er war jung — neunundzwanzig Jahre alt — und er glaubte an die Unfehlbarkeit des Imperators so tief, daß er nicht bemerkt hatte, daß das Imperium fehlbar war. Er sah die erste Meuterei nicht. Er sah die zweite nicht. Er sah sie zum dritten Mal, als bereits dreißig Prozent des Regiments in verstecktem Befehl gegen Terra operierte.
Der Kommissar hätte hingerichtet werden sollen. Das war die Vorschrift. Aber das Regiment wußte, daß sein Gewehr keine Munition hatte, bevor er es zog. Der Feldwebel Torahn, der Holzträger-Meister aus der Zentralstadt, verständigte sich mit dem Kommissar, ohne Worte, daß sein Gewehr jemanden treffen würde — nämlich Wrentz selbst — wenn er versuchte, mehr als eine Person zu erschießen. Der Kommissar verstand. Er schloß sich der Rebellion an, nicht aus Überzeugung, sondern aus Pragmatismus. Ein toter Kommissar nützt niemandem. Ein Kommissar, der sich nicht traute zu schießen, weil er wußte, daß sein Gewehr sein eigenes war — der war nützlich.
Das Regiment hat keine Angst vor seinen Kommissaren, weil es sie hat.
Dienstgrade & Gliederung
Dienstgrade
Dienstgrad Waldältester
Beschreibung
Munitorum-Rang: Oberst · Anrede: Der Älteste / Der Waldälteste
Dienstgrad Waldherr
Beschreibung
Munitorum-Rang: Major · Anrede: Herr / Waldherr
Dienstgrad Unterältester
Beschreibung
Munitorum-Rang: Hauptmann · Anrede: Der Unterälteste
Dienstgrad Waldführer
Beschreibung
Munitorum-Rang: Leutnant · Anrede: Der Führende / Waldführer
Dienstgrad Meister
Beschreibung
Munitorum-Rang: Unteroffizier / Feldwebel · Anrede: Meister
Dienstgrad Hilfmeister
Beschreibung
Munitorum-Rang: Gefreiter · Anrede: Hilfmeister
Aufbau
Das Kaethar 447. war bei seiner Aufstellung in vier Fallschirmjäger-Kompanien organisiert, jede mit einer Stärke von etwa 1.100 Soldaten — ungefähr die Doppelte Norm für ein Infanterie-Regiment, weil die Munitorum verstanden hatte, daß Fallschirmjäger schneller starben als andere. Jede Kompanie hatte einen Hauptmann und einen Adjutant-Leutnant, dazu fünf Züge.
Ein Zug hatte einen Leutnant und zwei Feldwebel, dazu vier Truppgruppen — keine kanonische Größe für ein Fallschirm-Regiment, sondern eine Waldanpassung. Eine Waldgruppe bestach aus neun bis elf Soldaten statt zehn, weil ungeraden Nummern leichter waren, durch Waldland zu bewegen, und durch Sprünge zu langsamer zu starten. Der Fallschirm-Zug hatte keine schweren Waffen-Truppen direkt unterstellt — diese waren in Reserve-Positionen drei bis vier Kilometer hinter den Einsatz-Linien positioniert.
Heute, nach zwei Jahren Guerilla-Krieg und Flucht, sind diese Nummern nicht mehr aktuell. Die erste Kompanie, unter Hauptmann Sorval, hat etwa 320 Soldaten über drei Züge. Die zweite Kompanie, unter Hauptmann Dethis, hat etwa 290 über drei Züge. Die dritte und vierte Kompanie wurden zusammengeworfen — 370 Soldaten über vier Züge, unter Hauptmann Rek'then, einem neuen Befehlshaber, der selbst während der Waldkämpfe zum Rang aufstieg. Die Feldwebel sind die Rückgrat geworden. In neun von zehn Einsätzen gibt ein Feldwebel die Befehle, nicht ein Offizier. Die Offiziere sind für die großen Pläne da; die Feldwebel sind für die Erde, auf der man steht.
Teilregimenter
Name Das Kaethar-Originalregiment (447. Jäger-Regiment)
Rolle / Anmerkungen
Fallschirmjäger. Kommandeur: Oberst Vethain Markar, Gouverneur-Sohn aus Hive Drennhold, neunundvierzig Jahre alt, mit einer Narbe durchs rechte Auge von einer Säbel-Verletzung in einer privaten Fehde, bevor er zum Offizier ernannt wurde. Er hielt an seinem Plan fest, lange nachdem er nicht mehr funktionierte — den Plan, einen Befreiungskrieg innerhalb von zwölf Monaten zu gewinnen. Jetzt, im Jahr 840.M41, sieht er, daß der Plan seit zwei Jahren fehlgeschlagen ist. Er ändert ihn nicht. Das ist sein Fehler und die Quelle seiner Autorität zugleich. Soldaten vertrauen einem Obersten, der hartnäckig ist, nicht einem, der ständig ändert. Die 447. lebt immer noch, weil Vethain an den Kampf glaubt, auch wenn er längst weiß, daß er den Krieg nicht gewinnen kann.
Name Das Kaethar 219. (Überlebende — nun eine Zug-Stärke)
Rolle / Anmerkungen
Das Original-219. Regiment wurde im Sektor Kallixis aufgelöst. Sechzig Überlebende kamen nach Kaethar zurück. Sie wurden mit dem 447. zusammengeführt. Kommandeur: Feldwebel-Älteste Korsk, ein schwerer, grauer Mann von einundfünfzig Jahren, mit zwei fehlenden Fingern an der Schießhand und einer Stimme, die klingt wie Stein, der sich an Stein reibt. Die 219.-Überlebenden waren alte Soldaten, nicht Waldmenschen. Sie glaubten dem 447., weil sie müde waren, zu glauben. Die 219. ist die harte Truppe geworden — die Einheit, die bleibt, wenn die 447. hoffnungslos wird. Siebzig Soldaten.
Name Die Kaethar-Ecclesiarchie-Zelle (jetzt ein Verbindungs-Trupp)
Rolle / Anmerkungen
Dies war nie ein Militär-Regiment. Es war eine Prozession von zwölf Priestern und einer Kappellan-Schwester namens Merin Callys, die sich dem 447. anschlossen, nachdem die Ecclesiarchie das Land verrieten hatte. Callys ist neunzehn Jahre alt, und sie trug einen Gewehr, bevor sie je ein Priestertum vollzog. Sie predigt nicht mehr. Sie schießt. Sie führt einen Überlebenden-Trupp von fünf anderen Kappellanen und vier bewaffneten Laien-Priestern. Ihre Worte, wenn sie spricht, sind nicht Predigten. Sie sind Befehle.
Kommandostab
Kommandostab
Name Oberst Vethain Markar
Beschreibung
Oberst Vethain Markar war nicht in der Schola Progenium aufgewachsen — er war der Sohn eines Gouverneurs, und der Gouverneur-Sohn erhielt Militär-Unterricht durch Privatoffiziere, die ihm beibrachten, daß das Kommando niemals zweifelt. Vethain war vierundvierzig Jahre alt, als das Kaethar 447. gegründet wurde, und bereits durch eine gescheiterte Feldzug-Liason zum Sektor Kallixis genarbt. Seine rechte Seite war durch Laserfeuer entstellt, und als er zum Obersten des neuen Regiments ernannt wurde, nahm er keine Rückwärts-Chance. Er würde die Waldmenschen lehren, wie imperiale Soldaten kämpften. Er würde das Regiment in den Sieg führen. Das war sein Plan: ein Jahr Kampf, dann Rückzug nach Hive Drennhold mit einem sieggekrönten Regiment und einer Beförderung zum Lord-General.
Der Plan hielt bis zum dritten Monat. Im vierten Monat — nach dem Massaker bei Kasthul — hätte Vethain den Plan ändern sollen. Das tat er nicht. Er befahl weiteren Angriff auf die Ork-Positionen, wissend, daß drei Viertel des Regiments nicht gefolgt hätten. Die Waldmenschen folgten trotzdem, weil ihr Waldältester befohlen hatte. Sie starben. Vethain ließ sie sterben. Ein normaler Oberst hätte sein Schwert gezogen und sich selbst auf die Positionen gestürzt, um die Schuld zu teilen. Vethain blieb in der Kommandantur und gab weitere Befehle.
Das war der Moment, in dem das Regiment verstand, daß die Waldmenschen den Obersten nicht verändern würden — aber sie könnten den Obersten verwenden. Sie würden keinen Befehl geben, der gegen sein Vertrauen ging. Statt dessen würden sie Informationen nicht geben, bis Vethain der einzig möglichen Entscheidung gegenüber stand. Als die Mechanicus-Priester kamen — im Jahr 837.M41 — gab Vethain nie einen Befehl zur Rebellion. Das Regiment gab ihm die Informationen, daß Rebellion die einzige Option war. Er akzeptierte das. Jetzt halten sich Vethain und seine Feldwebel in Waldhöhlen auf und kämpfen einen Krieg, den er nicht gewinnen kann, für einen Grund, den er nicht versteht. Das macht ihn einen idealen Befehlshaber für ein Regiment ohne Hoffnung.
Zitat
„Ich halte die Linie, weil die Linie hält mich."
Name Kommissar Telos Wrentz
Beschreibung
Kommissar Telos Wrentz war neunundzwanzig Jahre alt und fanatisch. Er war in der Tithe-Schule aufgewachsen — nicht der vornehmen Schola Progenium, sondern einer Masse-Ausbildungs-Anstalt, wo halbwaisen Schüler lernten, denen der Staat gehörte. Wrentz hatte schnell gelernt, daß Härte und Gehorsam Aufstieg garantierten. Er wurde Kommissar mit einem Bolt-Pistol und einem Taucher-Überzug, der zuletzt einem toten Kommissar gehört hatte. Er erschoß zwei Meuterer in den ersten zwei Monaten. Die dritte Meuterei — die große — sah er nicht. Ein Feldwebel namens Torahn sagte zu ihm: „Dein Gewehr wird nicht mehr schießen, Kommissar, nachdem das erste Mal. Es wird schießen — nur nicht mehr als einmal."
Wrentz verstand die Drohung nicht sofort. Dann verstand er sie. Er trat Feldwebel Torahns Zug bei, und niemand schrieb es in einen offiziellen Bericht. Jetzt arbeitet Wrentz als Feldwebel unter falschem Namen — Telos Rena — in der Dritten Kompanie. Er schießt noch, aber nur auf Feinde, nicht auf Rebellen. Ein Kommissar, der sich selbst hat töten lassen statt zu agieren, ist merkwürdig wertvoll.
Zitat
„Das Imperium hat mich aufgebaut aus Teilen, die nicht zu mir gehören. Jetzt gehört ein Teil von mir zu etwas anderem, und ich... bin nicht zerbrochen."
Name Feldwebel-Älteste Korsk
Beschreibung
Feldwebel-Älteste Korsk (Zweite Kommandeur, ursprünglich vom Kaethar 219., jetzt Stellvertreter des Obersten) war sechsundfünfzig Jahre alt und hatte in achtunddreißig Jahren niemals einen Befehl befragt, der nicht sinnlos war. Er kam vom Ackerbau-Planeten Tesh im Sektor Kallixis, einem Welt ohne Helden und ohne Geschichte. Er hatte Wahlen verloren, Armeen verloren, Brüder verloren, und was blieb war Wille. Sein rechte Hand war eine Prothese aus Metall — nicht schön, sondern eine Arbeiters-Hand, grob gefügt von einem Feldchirurgen nach einer Explosion, die sein Regiment getötet hatte. Er lernte, mit zwei Tasten zu schießen statt fünf Fingern. Die Waldmenschen hörten auf Korsk, weil er alt war und der Alte nicht liebte — er verdruß. Ein Feldwebel, der nicht bedingungslos gehorcht, aber auch nicht zweifelt, ist für ein Regiment ohne Hoffnung unersetzlich.
Zitat
„Hoffnung ist für die Jungen. Ich brauche nur noch eine Woche."
Angehängtes Personal
| Kategorie | Anzahl | Anmerkung |
|---|---|---|
| Kommissare | 1 (+ 1 verdeckt) | Nur Kommissar Wrentz; Feldwebel Rena ist nicht katalogisiert |
| Kappellane | 7 | Ursprünglich 12, fünf in Kampf gefallen oder desertiert |
| Ecclesiarchie-Priester | 2 | Merin Callys und ein Hilfs-Priester |
| Feldchirurgen | 3 | Alle drei kämpfen aktiv statt Triage durchzuführen |
| Preachers of the Obsidian Word (lokal rekrutiert) | 14 | Keine offizielle Anerkennung durch Administratum |
| Allgemeine zivile Pfleger | 23 | Überlebende aus den Wald-Siedlungen |
Die Reibung liegt offen: Diese Zahlen sind nicht katalogisiert. Der Administratum kennt nicht einmal, daß die Feldchirurgen kämpfen. Die Preachers sind nicht-offizielle Priester, die das Regiment von lokalen Waldmenschen rekrutiert hat — die Ecclesiarchie würde sie als Ketzer hinrichten. Das macht sie für das Regiment unersetzlich.
Die Regimentsstandarte
Die Standarte ist kein Banner im imperalen Sinne. Sie ist ein Holzstab, sechs Meter lang, geschnitzt aus einem Baum, der bei der Gründung des 447. still lebte — gebogen nicht gebrochen, wie es die Holzträger-Zunft lehrte. An dem Stab sind genäht: die Farben der Kaethar — Waldgrün, Baumrinde-Braun, Feuchtigkeit-Grau. Darunter ist ein Tuch mit allen Bataillons-Ehren eingewebt — nicht in Gold, sondern in Lianen-Fasern, gefärbt in Pflanzensäften. Es ist not vergoldet. Es ist vergangen.
Der wichtigste Teil ist nicht das Banner selbst — es ist die Basis. Dort sind seintausend Namen geschnitzt, alle in Waldschrift, alle Soldaten, die seit Gründung gefallen sind. Der Holzstab wird mit Wachs eingerieben, um ihn zu schützen, aber die Namen werden nicht geschützt — sie bleiben roh. Mit jeder Schlacht wird eine neue Rille in den Stab gehauen, nicht als Sieg, sondern als Verlust.
Die Standarte wurde einmal von einem Rückkehr-Angriff der Rot-Priester ergriffen — ein Titan-Faust hatte sie erreicht. Der Feldwebel Korsk sprang nicht von seiner Position — statt dessen ordnete er einen Sprung aller Truppen unter dem Titan-Fuß an. Achtzig Soldaten sprangen. Der Titan versuchte, auf den Sprung-Punkt zu treten. Statt dessen trat er auf achtzig Körper, nicht auf die Standarte. Die Standarte wurde später geborgen. Korsk wurde nicht geborgen — er war nur Blut in der Erde. Aber die Standarte war sauber.
Der Makel
Der Makel
Im Jahr 824.M41 — vierzehn Jahre vor der Rebellion — dezte der Prälat Vos Karethian für die Ecclesiarchie ein Dokument auf, das alle Waldmenschen-Glaubenstraditionen als "Naturalismus ohne Gnade" brandmarkte. Das war der Auftakt zur Kirchlichen Unterdrückung. Die Waldmenschen beteten nicht wie Terra-Menschen. Sie beteten zu Wald, zu Regen, zu dem Land, das sie trug. Die Ecclesiarchie erachtete dies als Ketzerei — nicht Falschglaube, sondern Abwesenheit von Glaube.
Der Gouverneur unter Druck von Terra ordnete die Umwandlung an. Waldpriester wurden vor Gericht gestellt. Prozessionen wurden verboten. Das Regiment — noch nicht gegründet — wurde in Form von Tithe-Soldaten verwendet, um Waldtempel zu zerstören.
Dann kam der Adeptus Mechanicus. Im Jahr 771.M41 schickte Mars einen Magos mit einer Expedition. Sie kamen nicht mit Kirche-Worten. Sie kamen mit Fakten: Der Planet war mineralreich. Der Planet brauchte effiziente Ernte. Effiziente Ernte erforderte Sklavenarbeit. Die Waldmenschen widersetzen sich. Die Waldmenschen wurden als Untermenschen eingestuft.
Das Regiment — gegründet 838.M41 — war bereits Teil der Maschinerie. Oberst Sormin befahl dem Regiment, Waldmenschen zu fesseln. Das Regiment gehorchte. Sormin befahl, die Gefesselten zu den Konvertierungs-Kammern zu marschieren. Das Regiment gehorchte. Sormin befahl nicht, sie zu erschießen — aber der nächste Befehl würde das sein.
An diesem Punkt — in einer Nacht ohne Mond, ohne Befehl — verließ das Regiment die Kaserne.
Die Feldwebel — alle Waldmenschen — sprachen untereinander. Sie sprachen nicht mit Sormin. Sie sprachen untereinander, und am Morgen war das Regiment weg.
Heute, zwei Jahre später, ist das Regiment nicht nur desertiert. Es ist verflucht als "Ketzer-Verschwörer" von der Ecclesiarchie und als "Verräter des Tithe" vom Administratum. Jeder Planet, auf dem das Regiment landet, wird aufgefordert, es auszuliefern. Die Flotten werden aufgefordert, es zu jagen. Das Imperium hat 40.000 Punkte auf seinen Kopf ausgesetzt — eine Summe, die mehr kostet als eine kleine Stadt.
Ein Fehler des Munitorum
Im Jahr 826.M41 ordnete die Abteilung des Munitorum für den Segmentum Obscurus an, daß "alle Waldplaneten-Regimenter schwere Artillerie erhalten würden". Dies war eine schriftliche Direktive, unterzeichnet vom Lord-Administratus selbst. Sie wurde an neunzehn Welten geschickt. Sie kam nicht zu Kaethar Prime an — weil die Munitorum-Schreiber einen Tipp-Fehler gemacht hatten. Die Direktive sollte zu "Kaethar" gehen. Statt dessen ging sie zu "Kaether", eine andere Welt, sechsunddreißig Parsec entfernt. Die richtige Direktive für Kaethar — die "minimale Unterstützungs"-Direktive — kam an. Sie ordnete an, daß das Kaethar 447. keine Artillerie erhalten würde, "weil Waldgeländen Artillerie-Nutzung ausschließt".
Das Kaethar 447. ist eine Fallschirmjäger-Einheit ohne Fallschirmjäger-Flugzeuge, ohne Artillerie-Unterstützung, ohne Panzer, ohne schwere Waffen, die nicht Flammenwerfer oder Hand-Granaten sind. Das Kaethar 447. kämpft ohne die halbe seiner vorangenommenen Ausrüstung, weil der Tipp-Fehler in 826.M41 die Directivas an die falsche Welt schickte.
Vierhundertachtzehn Soldaten sind gestorben, weil das Munitorum einen Namen falsch schrieb.
Bekannte Feldzüge
Feldzüge
Name Die Schlacht von Kasthul (834.M41 — 835.M41, 14 Monate)
Erzählung
Der Ork-Herr Zagdakka hatte eine Waaagh aufgebaut und drang in die Grenze-Welten des Segmentum Obscurus ein. Der Sektor Kaethar war direkt im Weg. Das Kaethar 447. — damals noch unter Oberst Sormin — wurde zusammen mit einem Sororitas-Kampftrupp unter Schwester Prioris Melvard und dem Kaethar 219. Fallschirm-Regiment (ein stabiles, älteres Regiment mit 2.100 Soldaten) zur Kampfgruppe Kasthul zusammengeführt.
Die Strategie war Standard-Fallschirm-Doktrin: Die 447. würde von Osten springen, die 219. würde von Norden springen, die Sororitas würden den Frontal-Angriff erledigen. Der Ork-Lager würde eingekesselt. Oberst Sormin akzeptierte diese Strategie nicht — er wollte direkt angreifen, was seiner imperalen Ausbildung entsprach. Die Waldmenschen des 447. — alle sehr jung, alle unerfahren — machten nicht transparent, daß sie einen anderen Weg gehen würden. Sie gingen den langsameren Weg statt des schnelleren, weil der Waldälteste-Stellvertreter (nicht offiziell Feldwebel, aber de facto leitend) sagte, dies sei der sicherere Weg. Der Angriff begann eine Stunde später als geplant.
Die Orks hatten ihre Position in dieser Stunde gewechselt. Ein Späher-Trupp, von den Sororitas beobachtet, hatte die Flanken-Bewegung der 219. erkannt und Zagdakka gewarnt. Der Ork-Herr zog sich zum Rückfluss-Wald zurück und stellte eine Gegenoffensive auf. Die 219. wurde von drei Seiten angegriffen. Sie erbitterte sich, aber ihre schwere Ausrüstung war nicht für Waldland optimiert. Sie verloren achtzig Prozent ihrer Kraft.
Das Kaethar 447. erreichte die Ork-Position rechtzeitig, um die 219.-Überlebenden heraus zu holen. Sie verloren zwei Drittel ihrer eigenen Kraft dabei — sechszehnhundert Mann. Aber sie retteten dreihundert vom 219.. Die Sororitas unter Schwester Prioris Melvard vollzogen dann den Frontal-Angriff aus. Sie zerfledderten die Ork-Position. Zagdakka floh mit einem kleineren Trupp. Technisch war das ein Sieg. Tatsächlich war es ein Desaster. Die Kampfgruppe verlor zweitausendfünfhundert Soldaten. Nur die Sororitas zogen sich ungekratzt zurück.
Nach der Schlacht war das Kaethar 447. eine Leiche mit Puls — es hatte mehr Verluste als es Überlebende hatte. Seine Struktur kollabierte. Die 219. Überlebende (dreihundert Mann) wurde in das 447. absorbiert, nicht als Fusion, sondern als "Reserven-Verstärkung". Die Waldmenschen des 447. behandelten sie mit Vorsicht — der 219. waren nicht Waldmenschen, sie waren Veteranen vom Acker-Sektor. Die beiden Regimenter hassten sich nie offen. Sie arbeitet nebeneinander wie zwei Arten, die den gleichen Wald teilen — tödlich für den anderen, wenn sich die Chance ergibt.
Die Sororitas-Kampfgruppe zog sich ab und kämpfte anderswo.
Name Die Verdammnis von Hive Drennhold (836.M41 — 837.M41, 13 Monate)
Erzählung
Nachdem Zagdakkas Waaagh zerstreut wurde, kehrte das Kaethar 447. nach Kaethar Prime zurück — erwartet, bejubelt, verabscheut für ihre Verluste. Der Sektor-Gouverneur Vethain ernannte seinen Sohn zum neuen Obersten des Regiments: Markar Vethain, bisher ein Stabsoffizier ohne Kampferfahrung. Das Regiment war nicht erfreut, aber es war auch nicht unzufrieden — sein alter Oberst Sormin war nicht kalt nach Cadia zur Neuaufteilung geschickt worden.
Die Ecclesiarchie unter Prälat Karethian benutzte diese Zeit, um die Waldmeister zu verhaften. Die Holzträger-Zunft wurde "verdächtigt der häretischen Naturalpraktiken". Die Waldpriester wurden festgenommen. Die Waldtempel wurden zerstört — nicht durch das Regiment, sondern durch Ecclesiarchie-Zeloten, mit Waldmenschen-Dolmetschern als Anführer.
Dann kam der Befehl, das 447. zu nutzen, um Waldflüchtlinge zu erfassen und in die Konvertierungs-Kammern zu bringen. Das Regiment folgte. Es folgte für drei Monate. Dann, im Jahr 837.M41, im Monat neun, ordnete Magos Dominus Khett'vor an, daß "alle Waldschichten-Unterschichten — genetischer Abfall, Kraft-Lückenausfueller — zur sofortigen Konvertierung zu verarbeitet werden". Das bedeutete viertausendzehntausend Menschen. Das bedeutete, daß die Regimenter-Eltern, die Regimenter-Kinder, die Regimenter-Brüder in die Kammern gingen würden.
Der Feldwebel Torahn (Waldmenschen, Meister der Holzträger, Cousin des neuen Obersten Vethain) kam zu Oberst Vethain in der Nacht und sagte: "Der Waldälteste kann nicht befehlen, gegen sein Land zu kämpfen. Aber die Waldältesten-Untergebenen werden es tun, ohne daß der Waldälteste es sieht."
Oberst Vethain verstand nicht. Feldwebel Torahn wartete. Am Morgen verschwand das Regiment.
Kampfgruppe Kasthul / Kaethar 219.-Überlebende / Sororitas-Schwester Prioris Melvard wurden nicht wiedersehen — die Sororitas zogen anderswo an, und ihr Bericht zur Schlacht von Kasthul war bereits geschrieben.
Name Der Waldbrand (837.M41 — 840.M41, 30 Monate, andauernde Guerilla)
Erzählung
Das Regiment wurde in die Wälder getrieben. Der Adeptus Mechanicus schickte Skitarii, Roboter, und später einen kleine Titan-Formation, um das Regiment zu jagen. Die Waldmenschen des 447. — nun Guerilla-Kämpfer, nicht Fallschirmjäger — führten einen Krieg, den sie gewinnen konnten. Sie hatten keinen Befehl zur Guerilla. Oberst Vethain gab Befehle zur klassischen Defensif-Formation, die in Waldland sinnlos war. Die Waldmenschen führten diese Befehle nicht aus — sie führten statt dessen den Krieg, den sie wußten, wie man kämpfte.
Nach zwei Jahren haben die Überlebenden Kaethar 447. (neunhundertzwanzig Soldaten), die Kaethar 219.-Reste (siebzig Soldaten), und eine Ecclesiarchie-Zelle (neunzehn Kämpfer) ein lokales Netzwerk aufgebaut: Waldstädte, die sich versteckt haben, Schächte in der Erde, kleine Waffen-Werkstätten, gestohlen Munition, Drücke-Granaten aus den Überresten von Truppenstadtteilen. Sie haben keinen Gewinn erzielt. Sie haben sich am Leben erhalten.
Die Rot-Priester haben das Waldland bombardiert. Sie haben drei Waldstädte getötet. Sie haben die Hive Drennhold-Zentralen in Titanische Festungen umgewandelt. Sie haben drei vorangenommene Regimenter geschickt, um das 447. zu jagen. Das 447. ist immer noch am Leben.
Das Regiment wird die Rot-Priester nicht besiegen. Das Regiment wird die Rebellionen nicht gewinnen. Das Regiment — in etwa zwei Jahren, wenn es keine neue Verstärkung gibt — wird eine Leiche sein, die noch atmet. Das ist sein Sieg. Das Imperium kann diesen Planeten nicht halten, solange das Regiment atmet. Das ist genug.
Design-Bibel
Farbidentität
Die Grundfarbe ist Waldgrün — ein natürlicher Farbstoff aus den Blättern der Dschungel-Vegetation Kaethars. Das ist keine Munitorum-Ausgabe, sondern lokale Färbung. Die Standard-Flakrüstung wurde im Feld mit getrockneten Lianen umwickelt — nicht zur Tarnung, sondern für Griffigkeit im feuchten Gelände, damit die Rüstung beim Klettern nicht verrutscht. Alle Farben verblassen: Nach einer Regenzeit wird Grün zu Graugrün und Braun zu fahlem Braun. Das ist kein Fehler — das ist Absicht. Der charakteristische Helm mit breiter Krempe ist auf den ersten Blick erkennbar: Jeder imperiale Offizier sieht ihn und weiß, dass das ein Waldsoldat ist.
Farbrezept – Uniform
| Citadel-Farbe | Schritt-Art | Zweck |
|---|---|---|
| Castellan Green | Base | Grund-Uniformtuch |
| Nuln Oil | Shade | Schattierung in Falten und Nähten |
| Elysian Green | Layer | Hochlicht auf Schultern und Oberarmen |
| Administratum Grey | Edge | Verblasste Kanten nach Feldverschleiß |
Farbrezept – Akzent
| Citadel-Farbe | Schritt-Art | Zweck |
|---|---|---|
| Mournfang Brown | Base | Lianen-Wicklung, Lederwerk, Riemen |
| Agrax Earthshade | Shade | Tiefe in Wicklungen und Bündelfalten |
| Skrag Brown | Layer | Gebrauchte Lianen-Oberfläche |
| Tallarn Sand | Edge | Getrocknete Lianen-Kanten |
Farbrezept – Metall
| Citadel-Farbe | Schritt-Art | Zweck |
|---|---|---|
| Leadbelcher | Base | Lasergewehr-Rahmen, Waffen-Hardware |
| Nuln Oil | Shade | Rost und Schmutz in Rillen |
| Ironbreaker | Layer | Abgegriffenes, gealtertes Metall |
| Stormhost Silver | Edge | Beschädigte Flächen, Aufschlagstellen |
Heraldik & Abzeichen
Regimentsfarben
| Element | Hex-Code | Nächstliegende Citadel-Farbe |
|---|---|---|
| Uniform-Grundton | #264715 | Castellan Green |
| Lianen-Wicklung | #490F06 | Mournfang Brown |
| Rang-Knoten (Feldwebel) | #960C09 | Mephiston Red |
| Feldwebel-Weiß | #FFFFFF | White Scar |
| Verblasstes Feldgrau | #989C94 | Administratum Grey |
Abzeichen
Rangmarkierungen werden nicht mit Faden angenäht, sondern mit Lianen-Knoten befestigt — eine Waldmeister-Technik aus der Holzträger-Zunft. Ein Feldwebel trägt zwei Knoten am Schulterstück, ein Unteroffizier einen Knoten, ein Gefreiter einen halben Knoten. Die Knoten entsprechen nicht dem imperialen Standard, und jede Inspektion meldet das Regiment als „fehlerhaft gekleidet“. Das Regimentsabzeichen — eine stilisierte Waldbaum-Silhouette — wird auf der linken Brusttasche getragen. Fahrzeugmarkierungen sind keine Munitorum-Nummern, sondern Waldbaum-Symbole in schwarzer Farbe, unterschiedlich für jede operative Einheit.
Waffen und Ausrüstung
Der Fallschirmjäger trägt ein Lasergewehr mit improvisierten Energiemodulen, die mit Lianen zusammengebunden sind — die Zellen sind überlastet und erreichen nie die volle Ladung. Die Spezialwaffen sind Flammenwerfer für den Nahkampf im Dschungel, dazu Handgranaten aus den Beständen des Waldsektors. Drei Dinge sind immer dreckig, kaputt oder improvisiert: Das Schuhwerk — Waldleder und Fasern um die Füße statt echter Stiefel; die Sanitäter-Ausrüstung — Waldkräuter in Behältern aus Tierblasen statt echter Sanitätspakete; und die Lasergewehre selbst — mit verdrahteten Energiemodulen, die ständig Hitzeprobleme verursachen.
Weitere Ansichten
Ein Soldat von hinten zeigt die breite Krempe des Helms, die Lianen-Wicklung an Schultern und Armen und den Rucksack aus Waldleder. Eine Detail-Nahaufnahme würde die Lianen-Knoten an den Rangabzeichen und die geschnitzte Waldbaum-Silhouette des Regimentsabzeichens zeigen — beide nicht glatt gearbeitet, sondern roh und vom Feldgebrauch abgerieben. Die Regimentsstandarte — ein Stab aus einem Baum, sechs Meter lang, am Fuß die Namen der Gefallenen in Waldschrift ins Holz geschnitzt, nicht gedruckt — trägt kein Gold, nur verblasste Lianenfasern, gefärbt mit Pflanzensäften.
Bildprompts
Bildprompts (englisch)
Titel Ein einzelner Fallschirmjäger
Prompt-Text
A Kaethar jungle trooper in faded green-grey fatigues, standing waist-deep in murky water beneath a canopy so dense sunlight barely penetrates. His flak armour is wrapped with dried vine and leaf-litter for grip. A vine-wrapped rank knot marks him as a sergeant. His lasgun is jury-rigged with mismatched power modules lashed together. Face weathered, missing one front tooth, eyes that don't blink at the sound of distant gunfire. Behind him, the outline of a massive tree trunk. The water reflects nothing — it is too thick, too full of rot.
Titel Ein Zug im Einsatz
Prompt-Text
Five soldiers moving in staggered formation through flooded trench-level water between towering tree roots the size of bunkers. They move silently, weapons lowered, moving down into water rather than above it — a taught discipline. Uniform is so faded the green is nearly grey-brown. One carries a flame-unit, its nozzle wrapped in cloth to keep it dry. The foreground trooper turns his head slightly — listening, not looking. A vast shadow of a tree canopy above fills half the sky.
Titel Das Regiment im Marsch
Prompt-Text
A column of perhaps two hundred soldiers moving through a forest clearing, each carrying minimal pack, many limping. No formation — they move as water finds its way, spacing irregular but deliberate. Equipment is visibly patched and worn. In the center, a tall wooden pole with fabric and carved names (the regimental standard) is borne by four soldiers, taking turns. The march is silent. The sky above is hidden by canopy. They are not retreating — they are not advancing. They are continuing.