Die Asche der Vergessenen

Eine Geschichte der Feuerhüter von Nocturne und der Eisenadern

Die Feuerhüter von Nocturne · Die Eisenadern

36 Min. Lesezeit

„„Ein Feuer, das alles verbrennt, was es berührt, ist kein Feuer mehr. Es ist Verwüstung. Sie sind nicht dasselbe."“

Vulkan, Primarch der XVIII. Legion

I. Was zurückblieb

Der Schleudersitz hatte ihn nicht getötet.

Apothecarius Dra'kaan wusste das, weil er noch Schmerzen fühlte — das präzise, nagende Brennen gebrochener Rippen gegen zerrissenes Fleisch, ein Schmerz, den sechzig Jahre im Dienst der Feuerhüter von Nocturne ihn gelehrt hatten von jenem stumpfen, gleichgültigen Druck zu unterscheiden, der kam, wenn der Körper bereits aufgegeben hatte. Er lebte. Für den Moment war das genug.

Er lag in einer Mulde aus verglastem Gestein, zwanzig Meter unter dem Einschlagspunkt seines Evakuierungspods. Die Verzögerungsgitter hatten gehalten. Meist. Er richtete sich auf, prüfte das eingedellte linke Pauldron (reparierbar) und dann das Narthecium. Orange blinkte es ihn an. Drei von acht Funktionen ausgefallen, die Gensaat-Entnahmeklinge verbogen. Er würde mit den verbleibenden fünf leben müssen.

Die Welt um ihn war grau.

Nicht die lebendige Grauheit vor einem Sturm. Das staubige, gleichgültige Grau eines Planeten, der vergessen hatte, was Farbe war. Er kannte diese Art von Grau. Er hatte in den Archiven der Schmelzkathedrale die Berichte darüber gelesen, was Isolation mit einer Welt anstellte — nicht dramatisch, nicht mit einem einzigen Schlag, sondern langsam, Jahr um Jahr, bis die Farbe aus den Fahnen wich und aus den Gesichtern und schließlich aus der Sprache selbst, in der man noch beschreiben konnte, was verloren gegangen war.

Morthis IV war neun Jahre zuvor aus den imperialen Registern gefallen. Nicht aus Verrat. Aus derselben bürokratischen Gleichgültigkeit, mit der halb Nihilus aus den Registern gefallen war, als der Große Riss den Himmel aufriss und das Licht des Astronomican in ganzen Sektoren zu einem Gerücht wurde. Neun Jahre Stille. Dann, vor drei Wochen, ein Notsignal, aufgefangen von einem Passierschiff, das seinen eigenen Kurs kaum noch hielt: ein Planet im Bürgerkrieg, dreihunderttausend Zivilisten zwischen zwei Fraktionen, die sich gegenseitig die Kehle durchschnitten, während der Himmel über ihnen schwieg.

Dra'kaan fand Norden durch die Neigung des Geländes und die Richtung, in der der Wind den Staub trieb. Auf Nocturne hatte man ihn gelehrt, sich in einer Welt zu orientieren, die einem feindlich gegenüberstand. Dieses Wissen hatte keinen Ablauf.

Etwas an diesem Ort kam ihm falsch vertraut vor, lange bevor er wusste, warum.

Er fand es dreißig Minuten später, am Rand einer eingestürzten Talsenke: einen Steinhaufen, offensichtlich von Menschenhand errichtet, uralt, von Wind und Zeit geglättet, in dessen Zentrum ein Fragment eingelassen war, das keine Erde dieses Planeten hervorgebracht hatte. Ein Splitter aus grünem Ceramit, nicht größer als eine Handfläche, poliert wie eine Reliquie von zehntausend berührenden Fingern.

Er kniete sich hin und sah genauer hin.

Es gab keine Inschrift. Es gab keinen Grund für einen Astartes, hier innezuhalten, außer dem, was jeder Sohn Vulkans in seinen Knochen trug: die Erkennung des eigenen Materials, selbst nach einer Zeit, die er nicht schätzen konnte. Zehn Jahrhunderte. Fünfzig. Länger.

„Ein Splitter von uns", sagte er später, als er seinen Trupp erreichte. „Sehr alt."

Bruder Kaal'ith, der über die Trümmer des Tals blickte, drehte sich nicht um. „Wie alt?"

„Älter, als ich schätzen kann." Dra'kaan steckte das Fragment in ein Probenfach seines Gürtels, mit derselben Sorgfalt, mit der er Gensaat aufbewahrte. „Wir waren schon einmal hier."

Es war Ordenspriester Vel'Schwur, der die Bedeutung dessen zuerst aussprach, drei Stunden später, als der Trupp die Ruinen eines alten Wachturms erreichte und dort, in verwittertem Stein, das erste vollständige Symbol fand: eine geritzte Drachenform, primitiv, von Menschenhand kopiert nach einem Vorbild, das der Kopierende selbst nie ganz verstanden hatte.

„Eine Legende", sagte Vel'Schwur. Seine Stimme trug das Gewicht des Ordenspriesters — nicht laut, aber so, dass sie jeden Winkel des Turms zu füllen schien. „Diese Menschen tragen die Erinnerung an uns weiter, ohne zu wissen, was sie erinnern."

„Wie eine Kirche ohne Priester", sagte Dra'kaan.

„Schlimmer." Vel'Schwur fuhr mit dem Handschuh über den Stein. „Eine Kirche mit einem Priester, der die Schrift verloren hat und nur noch die Form der Gebete kennt." Er sah auf. Der Chaplain-Helm war jetzt abgesetzt, sein Gesicht bloßgelegt, narbig und ruhig, und in seinen Augen lag etwas, das Dra'kaan nicht oft dort sah. „Wir haben diese Welt einmal verlassen. Und sie hat uns nicht vergessen. Das Imperium hat sie vergessen. Das ist ein Unterschied, den wir uns merken sollten."

Hauptmann Bre'kar erreichte sie eine Stunde später, mit dem Rest der Kompanie im Schlepptau, und hörte sich den Bericht in seiner gewohnten Stille an — jener Stille, die keine Passivität war, sondern die konzentrierte Ruhe eines Mannes, der jedes Wort erst zu Ende dachte, bevor er es aussprach.

„Zehntausend Jahre, vielleicht mehr", sagte er schließlich, als er das Fragment in der Hand hielt. „Und dieselbe Welt ruft wieder nach uns."

„Nicht wieder", korrigierte Vel'Schwur sanft. „Immer noch. Sie hat nie aufgehört zu rufen. Wir haben nur nicht immer gehört."

Bre'kar sagte nichts darauf. Er gab das Fragment zurück an Dra'kaan und wandte sich zur Talsenke, wo in der Ferne, kaum sichtbar durch den Staub, die ersten Rauchsäulen einer Stadt im Krieg aufstiegen.

„Dann hören wir jetzt", sagte er.

II. Zwei Orden, ein Ziel

Drei Tage früher. Orbit über Morthis IV.

Der Konferenzraum auf der Ewiger Amboss war ein Raum, der seinen Zweck ankündigte. Vier Wände aus Plaststahl, ein Tisch aus Plaststahl, Beleuchtung, die keine Schatten zuließ. Keine Ornamente. Die Eisenadern lebten, wie sie kämpften: ohne Spielraum für das Unnötige.

Dra'kaan empfand es wie eine Werkstatt. Kein Ort für Gefühle, nur für Arbeit. Das war ehrlicher als ein Verhörraum, dachte er, und vielleicht war das die freundlichste Beschreibung, die man den Eisenadern schuldete.

Um den Tisch saßen sechs Astartes. Drei in dem gedeckten Eisengrau der Eisenadern, mit bronzenen Randstreifen, die im harten Licht wie erkaltete Schmelze glänzten. Drei im dunklen Grün der Feuerhüter, mit dem alten bronzenen Drachenrelief auf der Brust, das jeder Sohn Vulkans trug, unabhängig davon, unter welchem Ordensbanner er diente. Zwischen ihnen die hololithische Projektion der Hemisphäre Morthis IV: Geländekonturen in blauem Licht, Siedlungscluster in Orange, feindliche Positionen als rotes Netz, das sich von der Vor'kal-Halbinsel nach innen ins Herz der Stadt fraß.

„Das Ziel ist eindeutig." Hauptmann Voss Ilarion sprach ohne Einleitung, wie alle Eisenadern sprachen — als koste jedes Wort Brennstoff. Sein linker Arm war Mechanicus-Werk bis zur Schulter, poliertes Gunmetal unter feinen Kel-Vantor-Gravuren, und die rechte Gesichtshälfte trug eine dünne Plaststahlschiene, das Ergebnis einer Wunde, die er nie erklärte. „Die Rebellenfraktion kontrolliert die industriellen Produktionsanlagen der Vor'kal-Halbinsel. Wir brauchen diese Anlagen intakt für die Versorgung der Nihilus-Relieflinie. Schnelle Eliminierung der feindlichen Kräfte, minimale Strukturschäden."

„Und die Zivilbevölkerung?" Dra'kaan sagte es, bevor er es vollständig durchdacht hatte. Alte Gewohnheit. Auf Nocturne fragte man nach den Menschen, bevor man nach den Mauern fragte.

Ilarion sah ihn an. Nicht verächtlich. Bewertend. „Dreihunderttausend Seelen, in der Stadt konzentriert. Nicht in unserem primären Operationsgebiet."

„Wenn die Artillerie in der Stadt versteckt ist?"

„Dann liegt die Verantwortung für zivile Verluste bei den Rebellen, die Artillerie in bewohnten Gebieten einsetzen." Eine Pause. „Standardprotokoll, Apothecarius."

Dra'kaan sagte nichts weiter. Es gab nichts zu sagen, das nicht eskaliert hätte, und er war kein Hauptmann.

Der Hauptmann war es, der sprach.

Bre'kar stand an der Schmalseite des Tisches und betrachtete die Karte wie ein Schmied, der ein fehlerhaftes Metallstück begutachtet. Narben zeichneten seinen Kiefer, die leicht asymmetrische Wölbung des rechten Schläfenknochens sprach von Kämpfen, die keiner am Tisch bezeugt hatte. Er trug keine Auszeichnungen außer dem bronzenen Drachen auf der rechten Schulter. Nur das Tier und seine Farbe.

„Ich stimme der Lageanalyse zu", sagte Bre'kar. „Rebellen, keine organisierte Kreuzzugsopposition. Standard-Befriedungsoperation, theoretisch." Er betonte das letzte Wort. „Aber die Halbinsel ist über drei Hauptkorridore mit der Stadt verbunden. Wenn wir die Rebellen von dort hineindrücken, drängen wir sie in ziviles Gebiet."

„Dann drängen wir sie nicht hinein", sagte Sergeant Doran Vek. Dra'kaan kannte den Namen aus den Vigil-Archiven der Eisenadern — ein Sergeant, der vor Jahren im Sechsten Schacht von Kel-Vantor gestanden hatte, als der Ehrwürdige Sorvain die Vernichtung der eigenen Vereinnahmung vorzog. Man sah es an der Art, wie Vek sprach: mit der Präzision eines Mannes, der einmal gesehen hatte, was Korruption aus Loyalität macht, und beschlossen hatte, nie wieder einer Grauzone Raum zu geben. „Wir umfassen den Küstenstreifen, isolieren die Halbinsel vollständig, lassen keinen Feind entkommen."

„Keine Überlebenssicherung?"

„Warum?" Vek sprach das Wort ohne Intonation. Nicht grausam. Präzise. „Die Rebellion ist das Problem. Die vollständige Eliminierung der Rebellion ist die Lösung. Effizienz."

„Effizienz", sagte Bre'kar ruhig, „ist ein Werkzeug. Kein Ziel. Das Ziel ist die Reintegration dieses Planeten. Ein Planet, auf dem die Hälfte der kampffähigen Männer tot ist und die andere Hälfte Angst vor der Armee hat, die sie befreit hat, dient dem Imperium schlechter als einer, auf dem man einen fairen Sieg errungen hat." Er sah Vek an. „Ich sage das nicht aus Sentimentalität. Ich sage es aus Kalkulation."

Ein langes Schweigen, in dem das Summen der Hololithtanks das lauteste Geräusch im Raum war.

„Interessante Kalkulation", sagte Ilarion schließlich, im Ton eines Mannes, der eine theoretische Fehlerrechnung aus Höflichkeit durchgehen lässt. „Aber Sie werden feststellen, Hauptmann, dass unsere Zeitvorgaben —"

„— uns drei Tage geben." Bre'kar unterbrach ihn nicht unhöflich. Er vollendete den Satz nur mit anderen Worten. „Das ist genug, wenn wir das Terrain nutzen. Ich habe drei mögliche Pläne."

Er präsentierte sie. Ilarion hörte zu. Die Eisenadern berieten kurz und leise in ihrem eigenen technisch geprägten Kel-Vantor-Kant, einer Sprache, die für nocturnesische Ohren wie Metall klang, das gegen Metall rieb. Dann nickte Ilarion, und der Angriff wurde geplant.

Vel'Schwur fand Dra'kaan spät in dieser Nacht, allein im Kapellenabteil des Truppentransporters, wo eine kleine Nachbildung der Vulkanflamme in einer Schale aus poliertem Erz brannte.

„Du denkst an die Zahl", sagte der Chaplain. Es war keine Frage.

„Dreihunderttausend."

„Ich weiß." Vel'Schwur setzte sich, die Bewegung eines Mannes, dessen Rüstung ihm nach Jahrzehnten wie eine zweite Haut saß. „Ich denke auch an sie. Aber ich denke an etwas anderes zusätzlich: an das Fragment, das du heute gefunden hast." Er sah Dra'kaan an. „Wir sind hier gewesen. Vor Jahrtausenden. Jemand ist geblieben — nicht körperlich, aber in dem, was diese Welt sich merkt. Wenn wir diesmal gehen und nichts hinterlassen als eine weitere Enttäuschung, löschen wir aus, was der letzte Besuch aufgebaut hat."

„Das ist eine große Bürde für einen Splitter Ceramit."

„Alles Erbe beginnt als Splitter." Vel'Schwur stand wieder auf. „Schlaf, wenn du kannst, Bruder. Morgen brennt es."

III. Der Raumkampf

Der erste Tag war der Raumkampf.

Dra'kaan stand auf der Kommandobrücke der Aschenwacht. Sein Platz war eigentlich am Boden, aber Bre'kar hatte ihn gebeten, und Bre'kar bat selten. Er sah zu, wie die hololithischen Tanks drei rote Formen aus dem Asteroidengürtel hinter Morthis IV hervorbrachten.

Die Rebellen hatten Schiffe. Keine Schlachtschiffe — zwei umgebaute Fregatten aus einer Ära, die niemand mehr genau datieren konnte, und einen Frachter, der als mobiles Waffenarsenal diente. Zusammen nicht stark genug für die imperiale Flotte. Stark genug, um die Landungsoperation zu komplizieren. Komplizieren bedeutete: Zivilisten sterben lassen, während ein Fenster für Artillerietransporte in die Stadt entstand.

„Vorhersehbar", sagte Ilarion neben ihm. Nicht abfällig. Konstatierend.

Bre'kar schwieg einen Herzschlag. Dann: „Ja. Deshalb müssen wir schnell sein."

Was folgte, war in seiner Effizienz brutal und in seiner Brutalität effizient. Die imperiale Flotte teilte sich nicht auf. Bre'kar schob die beiden Kreuzer direkt auf die feindlichen Schiffe zu, dicht genug, dass Ausweichen das Risiko gegenseitigen Beschusses erhöhte. Gleichzeitig starteten die Sturmtransporter: dreizehn Boote in gestaffelten Wellen, die ersten als Ablenkung, die nächsten als Träger der Landungswelle.

Der erste Transporter wurde abgeschossen.

Dra'kaan sah es auf dem Hololithtank — ein Lichtfleck, der aufflammte und verschwand, zwanzig Kilometer über der Oberfläche. Neun Astartes. Er kannte drei davon beim Namen. Bruder Servan, dessen Hände so schwielig waren vom Schmiedehandwerk, dass er den Bolter anders hielt als andere. Bruder Rho'kaan, der schlecht schlief und dafür gut betete. Bruder Dun'var, der ihn bei ihrer ersten Begegnung angelacht hatte, weil sie im selben Jahr eingekleidet worden waren.

Er sagte nichts. Die Hololithik zeigte weiter.

Das Gefecht dauerte dreizehn Minuten. Die erste Rebellenfregatte verlor ihre Hauptantriebe nach dem dritten Lanzentreffer und begann langsam aus der Kampfformation zu driften, ein sterbender Wal im Vakuum. Die zweite kämpfte weiter, mit einer Entschlossenheit, die man ihnen lassen musste, bis eine Breitseite der Ewiger Amboss ihr vorderes Deck aufriss. Der Arsenal-Frachter versuchte zu entkommen, schaffte sechs Minuten Sprungvorbereitung, bevor die Torpedos der Aschenwacht ihn einholten.

Keine Überlebenden. Keine Gefangenen.

Dra'kaan notierte es und dachte an die Besatzungen, die diese Schiffe einst geflogen hatten, vor neun Jahren noch mit imperialen Kennungen, bevor der Riss ihre Welt aus jeder Karte gerissen hatte. Sie hatten nicht nach einer Rebellion gesucht. Sie hatten nach einem Weg gesucht, in einem System zu überleben, das man vergessen hatte. Dass dieser Weg sie hierher geführt hatte, war eine Konsequenz, keine Wahl.

Das war kein Gedanke, den er laut auf einer imperialen Kommandobrücke sagen würde.

Aber er dachte ihn.

Bre'kar sah die Projektion an. „Verluste?"

„Neun Astartes auf dem Transporter. Vier Schiffsbesatzungsmitglieder durch Trümmereinschlag. Und zweiunddreißig Bodentruppen der Imperialen Armee auf Landezone Drei — die zweite Fregatte hat sie beschossen, bevor unsere Torpedos sie abfingen."

Bre'kar nickte einmal. Es war kein Nicken der Akzeptanz — es war das Nicken eines Mannes, der die Rechnung gesehen und bezahlt hat und weiß, dass sie gezahlt werden musste, und trotzdem wünscht, es wäre anders. Dra'kaan kannte diesen Ausdruck. Vulkan hatte ihn, sagten die alten Bilder. Die Eisenadern hatten ihn nicht — oder, wenn sie ihn hatten, war er zu tief unter Metall begraben, um sichtbar zu sein. Was dasselbe war und nicht dasselbe war, gleichzeitig.

„Landezonen zwei bis sieben sind sicher. Erste Welle ist unten."

„Dann gehen wir."

Dra'kaan folgte ihm zur Transporterbucht und grub neun Namen in sein Gedächtnis wie Buchstaben in Metall.

IV. Boden

Morthis IV roch nach verbranntem Sulphur und nassen Steinen und dem metallischen, leicht süßlichen Geruch alten Blutes, der in die Straßen einer Welt einzieht, die seit Generationen im Bürgerkrieg lebt.

Dra'kaan roch das durch seinen Helmfilter und fand es vertraut. Nocturne roch ähnlich — weniger Blut, mehr Schwefel, aber die Botschaft war dieselbe: Diese Welt will dich nicht hier. Sie hatte länger hier existiert, als er denken konnte, und sie würde länger hier sein, als er existieren würde.

Die Vor'kal-Halbinsel: dreißig Kilometer, abgeschnitten durch eine trockene Schlucht mit drei Brücken als einzigen Bodenzugängen. Bre'kar wollte alle drei gleichzeitig.

Die Eisenadern hielten die Nordbrücke — Ilarions Forderung. Die Feuerhüter hielten Süd- und Mittelbrücke, weil der Plan darin bestand, die Rebellen von Süden nach Norden zu drängen — in die Eisenadern hinein.

Dra'kaan war an der Südbrücke, und von einer erhöhten Position aus konnte er manchmal die Nordbrücke sehen. Er beobachtete die Eisenadern nicht aus Misstrauen, sondern weil ein Apothecarius Situationen beobachtete, aus demselben Grund, aus dem Schmiede das Metall beobachteten, das sie härteten.

Die Eisenadern kämpften wie eine Maschine. Das war keine Beleidigung. Sie arbeiteten in Formationen, die mehr an Stahlkeile erinnerten als an menschliche Kampfgruppen. Kompromisslos voran, Verluste einkalkuliert. Effizienz über Eleganz. Vek bewegte seinen Trupp wie ein Mann, der Figuren auf einem Schachbrett kennt: präzise, korrekt, ohne Zuneigung.

Dra'kaan sah einen Eisenadern-Bruder stürzen — ein direkter Treffer, die Rüstung hielt, aber der Marine lag am Boden. Vek sah es. Für einen Herzschlag beobachtete er es. Dann: zwei Handbefehle, die Flanke schob vor, und der gestürzte Marine wurde durch Taktik gerettet, nicht durch Rückgreifen. Das war nicht Kälte. Das war eine andere Art von Fürsorge: nicht der Arm, den man einem Gefallenen reichte, sondern die Taktik, die ihn aus der Feuerlinie rückte, bevor er ganz fiel. Vorsorge statt Reaktion.

Vielleicht war das nicht schlechter. Nur anders.

Dann: der Vox.

„Apothecarius." Bre'kars Stimme, ruhig wie immer. „Beobachtungsposten drei meldet Bewegung in der Stadt. Schwere Artillerie, in Richtung der Ost-Distrikte."

Dra'kaan überlegte. Ost-Distrikte: dicht bewohnt, siebengeschossige Bauten aus schlechtem Beton. Wenn die Artillerie dort stand, standen dahinter Menschen.

„Die Mittelbrücke ist gesichert", sagte Bre'kar. „Wir schieben in zwanzig Minuten vor. Aber ich brauche sicheres Geleit — die Artillerieposition muss still sein, bevor wir durch die Hauptkorridore rücken."

„Ich gehe", sagte Dra'kaan.

„Ich weiß." Pause. „Pass auf dich auf."

Das war das Maximum an persönlichem Ausdruck, das Bre'kar sich erlaubte. Dra'kaan schätzte es dafür.

Er rief seinen Trupp zusammen: dreißig Sekunden, Kurzlage. Bruder Kaal'ith blieb an der Brücke. Die übrigen fünf kamen mit — darunter Ordenspriester Vel'Schwur, der sein Krosius griff, ohne zu fragen, ob er willkommen war.

„Ein Ordenspriester bei einer Artillerie-Neutralisierung?", fragte Dra'kaan, während sie sich in Bewegung setzten.

„Ein Ordenspriester bei jedem Ort, an dem eine Entscheidung getroffen wird, die den Namen unseres Ordens trägt." Vel'Schwur klang nicht besonders feierlich dabei. „Außerdem seid ihr zu wenige. Zählt mich als sechsten Bolter, wenn es dir hilft, es zu rechtfertigen."

Sie gingen in die Stadt.

V. Die Stadt

Die Straßen des Ost-Distrikts waren leer.

Das war das erste schlechte Zeichen. Selbst in aktiven Kampfzonen gab es immer Menschen — neugierige, leichtsinnige, zu langsame Menschen. Leere Straßen bedeuteten entweder eine sehr gut organisierte Evakuierung oder etwas Schlimmeres.

Dra'kaan entschied sich für das Schlimmere. Er hatte recht.

Die Rebellen hatten die Bevölkerung als Schutzschild positioniert. Nicht offen, nicht mit gehaltenen Waffen — mit der subtileren Gewalt des „Ihr bleibt in euren Häusern, oder wir können nicht garantieren, was passiert". Dreihundert Familien saßen in ihren Wohnungen und warteten auf ein Ende, welches auch immer.

Die Artillerie stand auf dem Platz vor dem alten Verwaltungsgebäude. Vier Geschütze, großkalibrig, auf improvisierten Fahrgestellen, zusammengestückelt aus Jahrhunderten verschiedener Quellen — manche Teile, bemerkte Dra'kaan mit stillem Unbehagen, trugen noch die verwitterten Kennungen des alten Astra Militarum. Waffen, die einst dem Imperium gehört hatten, jetzt umgebaut, um gegen das Imperium zu wenden, das sie zurückgelassen hatte.

Achtzig Meter entfernt. Zu weit für einen sicheren Anlauf, zu nah für einen Raketenwerfer ohne massive Kollateralwirkung. Und in den Gebäuden dahinter: Menschen. Vorhänge, die sich nicht bewegten. Erzwungene Stille.

Dra'kaan dachte an die Familien hinter den Fenstern. An die neun Astartes auf dem Transporter. An Bre'kar, der in zwanzig Minuten durch einen freien Korridor rücken musste oder gar nicht. Und er dachte an das Wort, das Vulkan geschrieben hatte, das jeder Novize der Feuerhüter auswendig lernte, bevor er seinen ersten Bolter trug: Ein Feuer, das alles verbrennt, was es berührt, ist kein Feuer mehr. Es ist Verwüstung.

Er gab Anweisungen.

Was folgte, war langsamer als eine direkte Aktion und gefährlicher. Er und Bruder Kaas'im schlichen sich von Westen an, durch Seitengassen so eng, dass die Ceramit-Schulterstücke an den Wänden schabten. Bruder Ashur und Vantor übernahmen eine erhöhte Position auf einem Dach östlich. Die beiden Schwerwaffenträger blieben auf dem Hauptzugang: sichtbar genug, um Aufmerksamkeit zu binden, geschützt genug, um dabei nicht zu sterben.

Vel'Schwur blieb bei den beiden Schwerwaffenträgern, sein Krosius in beiden Händen, und sprach in leiser, gleichmäßiger Stimme eine Litanei, deren Worte Dra'kaan nicht verstand und nicht verstehen musste, um ihre Wirkung zu spüren: Die beiden Brüder standen ruhiger, seit er neben ihnen kniete.

Es war keine elegante Operation. Es war handwerklich. Das war genug.

Dra'kaan und Kaas'im kamen hinter die Artillerie. Sieben Rebellen — fünf als Crew, zwei als Wache, beide nach Norden blickend, weil der Angriff aus Norden kommen würde. Dra'kaan sah Richtung Rebellen und sah keine Kinder, keine Alten, niemanden, der nicht hier sein wollte. Das half. Nicht viel, aber etwas.

Es dauerte vierzig Sekunden.

Was ihn danach beschäftigte, war das Gebäude hinter dem Platz: Fenster im zweiten Stock, drei Kinder zwischen fünf und zehn Jahren, Augen, die zu groß für ihre Gesichter waren. Ein Mädchen, das älteste, mit einem Ausdruck, der weder Angst noch Erleichterung war, sondern das Gesicht eines Kindes, das zu viel gesehen und gelernt hatte, es zu sortieren.

Er blieb kurz stehen.

Das war der Moment, den er später immer erinnern würde. Nicht den Kampf, nicht die Taktik. Diesen Moment, in dem drei Kinder einen schwarzhäutigen, rotäugigen Giganten in grünem Ceramit anstarrten und er keine Möglichkeit hatte zu erklären, wer er war oder was er tat oder warum, und er deshalb nur nickte — einmal, kurz.

Das Mädchen winkte zurück.

„Artillerie eliminiert. Korridor ist frei."

Bre'kar: „Gut. Wir rücken vor."

VI. Das Treffen im Feuer

Die nächsten zwei Stunden waren der Sturm.

Was nicht der Plan war: Ein Rebellenkommandeur, auf abgefangenen Funkmeldungen als Kar Dravin geführt, hatte eine alternative Route gewählt. Keine der drei Brücken. Industrieflöße, zusammengebunden, unter dem Radar der Aufklärung geblieben, weil die Aufklärung nach militärischen Strukturen gesucht hatte, nicht nach ziviler Improvisation.

Kar Dravin und dreihundert Kämpfer kamen durch die Stadt. Durch denselben Ost-Distrikt.

Dra'kaan hörte sie, bevor er sie sah. Er warf seinem Trupp drei kurze Handbefehle zu, und sie verschwanden in den Seitengassen.

Dreihundert Rebellen. Sechs Astartes.

Die Berechnung war klar und hatte keine guten Ergebnisse. Er könnte Bre'kar rufen — aber Bre'kar war im Vorstoß, und eine Umleitung kostete Zeit, und Zeitverlust kostete Positionen auf der Halbinsel. Er könnte sie passieren lassen — aber dreihundert bewaffnete Männer in zivilem Gebiet schrieben ihr eigenes Ergebnis. Er könnte angreifen.

„Deine Entscheidung, Apothecarius", sagte Vel'Schwur leise neben ihm. „Aber ich habe eine Meinung, falls du sie hören willst."

„Sag sie."

„Wir sind hier, weil diese Welt einmal auf uns gewartet hat, ohne zu wissen, wie man wartet. Sie kann nicht noch einmal warten."

Dra'kaan gab den Angriff.

Was folgte, war keine Heldengeschichte. Laut, eng, gefährlich, verwirrend. Das Einzige, was zu ihren Gunsten sprach: Sechs Astartes in einer Stadtgasse hatten einen Vorteil, den Zahlen nicht aufwogen. Sie konnten Schaden nehmen, den normale Menschen nicht überlebten. Ihre Bolter machten in dieser Enge mehr als zehn Lasergewehre.

Bruder Torvin fiel als Erster — ein Raketenwerfer aus dem dritten Stock, direkter Einschlag an der linken Seite. Die Rüstung nahm den Großteil ab, aber das Hüftgelenk kollabierte. Dra'kaan zog ihn hinter eine Mauer, gab ihm den Bolter. „Vom Boden kannst du auch schießen." Torvin nickte und schoss.

Kaas'im verlor zwei Finger. Er wechselte das Kettenschwert in die linke Hand.

Dra'kaan bekam einen Laserstrahl durch das geschwächte Pauldron. Es brannte wie Nocturnes Lava. Er ignorierte es, weil Schmerz Information war und die Information bereits registriert war.

Vel'Schwur kämpfte anders als die Kampfbrüder — nicht mit der reinen Effizienz eines Astartes im Vollgefecht, sondern mit der Präzision eines Mannes, der jeden Schlag mit einem Wort begleitete, das für ihn selbst mehr Bedeutung hatte als für den Feind, den er niederstreckte. Dra'kaan verstand die Worte nicht alle. Er verstand, dass sie halfen.

Die dreihundert wurden zu zweihundert, dann zu hundert, dann warf der Rest die Waffen hin. Auch verzweifelte, entschlossene Menschen wollten überleben, wenn man ihnen die Option ließ.

Dra'kaan ließ sie.

Kar Dravin versuchte zu entkommen. Fast durch.

Fast.

Dra'kaan fing die Gestalt an der Ostausfahrt ab. Kar Dravin: eine Frau, knapp zwei Meter, das Gesicht von einer alten Brandnarbe gezeichnet, Augen, die noch kämpften. Sie hob die Plasmapistole.

„Leg sie hin", sagte Dra'kaan.

„Wer seid ihr?"

„Wir sind das Imperium der Menschheit."

„Lüge." Aber die Pistole sank. „Das Imperium ist seit neun Jahren nicht hier gewesen."

„Das Imperium kommt immer", sagte Dra'kaan, und er wusste, dass es wie eine leere Phrase klang. „Manchmal zu spät. Das ist unser Fehler, nicht eurer."

Kar Dravin ließ die Pistole fallen. „Ich will nicht sterben für etwas, das schon verloren ist."

„Du musst nicht."

Dra'kaan fesselte sie, und während er es tat, sah er auf ihrem linken Unterarm eine tätowierte Zahl. Eine lange Zahl, in einer Schreibweise, die er nicht sofort deuten konnte, bis Vel'Schwur, der neben ihn trat, leise sagte: „Eine Generationszählung."

„Was?"

„Kar Dravin ist kein Name", sagte Vel'Schwur. „Es ist ein Titel. Sie trägt die Zahl der Trägerin vor ihr auf dem Arm, wie es vor ihr eine andere getan hat, und vor jener wieder eine andere. Dieser Krieg ist nicht dreißig Jahre alt, Bruder. Er ist so alt wie die Erinnerung dieser Welt an das Wort Krieg."

Kar Dravin, die Trägerin der Zahl, welche Zahl es auch war, sah beide an, und zum ersten Mal war in ihrem Gesicht etwas, das keine Entschlossenheit war.

„Ihr wisst davon", sagte sie leise. „Niemand weiß davon. Nicht einmal die eigenen Leute mehr."

„Wir haben eine lange Erinnerung", sagte Vel'Schwur. „Länger als deine, fürchte ich. Und noch immer nicht lang genug, um zu wissen, wie man diesen Krieg endgültig beendet."

Dra'kaan rief die Position auf dem Vox. Dann kehrte er zu seinen Brüdern zurück.

VII. Nach der Nordbrücke

Sie fanden Bre'kar vier Stunden später an den Industrieanlagen.

Die Halbinsel war gesichert. Gesichert — das richtige Wort, nicht gewonnen, nicht befreit. Die Anlagen standen, was den Plan erfüllte. Die Rebellen, der größere Teil, hatten sich ergeben, als Bre'kar ihnen eine Möglichkeit gegeben hatte.

Dra'kaan fand den Hauptmann sitzend auf dem Kotflügel eines erbeuteten Fahrzeugs, eine Karte auf dem Knie. Bre'kar sah auf, sah Dra'kaans Rüstung: verbogenes Pauldron, Laserbrand, Blut, eigenes und fremdes. Er schwieg. Manchmal war Stille die ehrlichste Sprache.

„Verluste: Sieben gefallen. Dreizehn verwundet, sechs schwer. Torvin verliert das Bein, wahrscheinlich. Keine zivilen Verluste in meinem Bereich."

Bre'kar schloss die Augen. Kurz, kaum sichtbar.

„Die Eisenadern?"

Dra'kaan zögerte. „Zwei Verluste. Und vier zivile Todesopfer an der Nordbrücke."

Pause.

„Erkläre."

„Die Rebellen haben Zivilisten als Deckung genutzt, als sie durch die Nordbrücke zu entkommen versuchten. Sergeant Vek hat entschieden, dass die taktische Priorität keinen zögerlichen Ansatz erlaubt." Dra'kaan suchte nach Worten, die wahr waren, ohne anklagend zu sein. „Er hat nach seiner Logik gehandelt. Diese Logik hat vier Tote erzeugt."

„Vier Zivilisten."

„Ja."

Bre'kar faltete die Karte. „Ich rede mit Ilarion."

„Das wäre gut."

„Du weißt, was er sagen wird."

„Ich weiß, was er sagen wird." Dra'kaan sah auf die Banner des Imperiums über den Toren, frisch und sauber in einer Umgebung, die nichts Sauberes mehr hatte. „Das ändert nichts daran, dass du mit ihm sprechen musst. Nicht um ihn zu ändern. Um es gesagt zu haben."

Bre'kar sah ihn kurz an. „Nein. Es ändert nichts." Er stand auf. „Aber einige Dinge müssen gesagt werden, auch wenn sie nichts ändern."

Er ließ die Karte fallen und ging.

Dra'kaan hob sie auf, sah darauf, ohne es wirklich zu tun. Auf dem Ort, wo die Nordbrücke eingezeichnet war, waren keine Punkte. Karten zeichneten keine Toten ein. Trotzdem sah er sie.

VIII. Das Lager

In den zwei Stunden, bevor er die Kinder fand, behandelte er andere.

Der improvisierte Sanitätsbereich des Aufnahmelagers war ein Fabrikbereich mit umgeworfenen Kisten als Trennwänden und Felddecken als Böden. Dra'kaan war der einzige Apothecarius, der dort auftauchte. Die anderen Feuerhüter waren mit ihren eigenen Verletzten beschäftigt. Und er war, wie er war: zu groß für den Raum, zu laut für seine eigene Stille, zu fremd für den Ort.

Die Menschen sahen ihn mit Augen, die noch nicht entschieden hatten, wie sie ihn klassifizieren sollten. Befreier war ein Wort, das Abstand brauchte, um wahr zu werden. Im Moment war er nur: groß, grün, mit Blut auf den Schultern, von dem ein Kind nicht wissen konnte, ob es das Blut von Feinden war oder von ihm selbst.

Eine alte Frau mit verbundenem Arm rief ihn zu sich. Sie kannte keine Angst mehr — oder hatte sie irgendwo in den Jahren des Krieges hinter sich gelassen.

„Du." Im lokalen Dialekt, den das Universale Gotisch kaum noch erkannte. „Du warst auf dem Platz."

„Ja."

„Mein Enkel hat es gesehen." Eine Pause. „Er schläft jetzt. Das erste Mal seit einer Woche."

Dra'kaan wusste nicht, was er darauf sagen sollte. Er entschied sich für nichts und behandelte stattdessen ihren Arm. Verbrennungen, schlecht versorgt. Das konnte er besser machen.

Er arbeitete. Die Frau neben ihr, Schnittwunde mit Infektion. Ein Mann mit gebrochenem Knöchel, der so tat, als sei nichts. Zwei Kinder mit leichten Laserbrennflecken an den Armen. Keine davon eine ernsthafte Verletzung. Keine davon war sein Auftrag.

Aber er hatte Hände und er hatte Mittel, und sie hatten beides nicht.

Er arbeitete schweigend und systematisch, und irgendwann hörte er hinter sich ein Geräusch. Applaus. Keine laute Ovation. Nur einige Hände, die aneinanderschlugen, still und fast verlegen, von Menschen, die das nicht gewöhnt waren und die trotzdem das Bedürfnis hatten, etwas zu sagen, ohne Worte finden zu müssen.

Er sagte nichts. Er arbeitete weiter. Er merkte es sich.

Dann fand er die Kinder.

Das Mädchen stand auf, als er kam. Die Selbstverständlichkeit eines Kindes, das nicht mehr überrascht wird.

„Du warst das", sagte sie.

„Ich war das."

„Du hättest die Artillerie von weiter weg beschießen können."

„Ich hätte den Platz beschießen können."

„Und uns."

„Und euch. Wahrscheinlich."

Das Mädchen nickte, als hätte er eine Rechnung bestätigt. „Warum nicht?"

„Weil das Ziel hier nicht die Artillerie war", sagte er schließlich. „Das Ziel war diese Welt. Und diese Welt seid ihr."

Das Mädchen sah ihn noch einen Moment an. Dann setzte sie sich wieder, und ihre Großmutter, die Dra'kaan erst jetzt bemerkte, sah ihn mit einem Ausdruck an, der schwerer wog als jedes Wort.

„Sie kennt die Geschichte", sagte die Großmutter. „Vom grünen Riesen, der einmal weinte, weil er zu spät kam. Meine Großmutter hat sie mir erzählt, ihre Großmutter ihr. Wir dachten, es sei nur eine Geschichte, die man Kindern erzählt, damit sie nicht aufgeben." Sie sah zu dem Mädchen, dann wieder zu Dra'kaan. „Ich glaube, es war keine Geschichte."

Dra'kaan sagte lange nichts.

„Ich kenne diese Geschichte nicht", sagte er schließlich, wahrheitsgemäß. „Aber ich glaube Ihnen, dass sie wahr ist."

Er blieb, bis die Kinder schliefen. Irgendwo spielte jemand auf einem handgemachten Instrument eine Melodie, die er nicht kannte. Sie klang nach etwas Altem — aus einer Zeit, bevor der jüngste Krieg begonnen hatte, vielleicht aus einer Zeit, bevor irgendein Krieg auf dieser Welt begonnen hatte, das er zählen konnte. Er ließ es klingen.

IX. Vek und Ilarion

Er fand Vek am nächsten Morgen vor der Kommandozentrale.

„Apothecarius."

„Sergeant."

Beide sahen auf die Fabrik. „Ich habe von eurer Aktion im Ost-Distrikt gehört. Riskant. Ihr wart zu wenige für das Ziel."

„Ja. Aber wir haben es trotzdem getan."

„Torheit, die sich bewährt hat, ist immer noch Torheit." Etwas in seinem Ton klang weniger überzeugt als die Worte. Als hätte er diesen Satz oft gesagt und Zweifel an ihm angesammelt.

„Oder es war die einzige Methode, die mit allen Zielen des Einsatzes kompatibel war. Ziele, die wir nicht in der Einsatzbesprechung diskutiert haben."

Vek sah ihn länger an als vorher. In den augmentierten Augen arbeitete etwas. Nicht Feindseligkeit, nicht Zustimmung.

„Ihr Feuerhüter optimiert für andere Parameter als wir."

„Vielleicht. Und vielleicht ist das gut. Zwei Orden mit denselben Parametern wären redundant."

„Unterschiedliche Parameter erzeugen Konflikte."

„Unterschiedliche Parameter erzeugen auch vollständigere Lösungen." Dra'kaan sah ihn direkt an. „Vier Tote an der Nordbrücke. Der Zeitplan war realisierbar ohne diese vier Toten. Ich sage das nicht als Vorwurf. Ich sage es als Aussage. Wenn wir das nächste Mal nebeneinander operieren, möchte ich wissen, ob ihr das wissen wollt."

Veks Kiefer bewegte sich leicht.

„Ich werde es mir überlegen."

Keine Zusage. Keine Ablehnung. Für einen Eisenadern-Sergeanten vermutlich das Maximum.

„Darf ich fragen", sagte Dra'kaan, „was auf Kel-Vantor geschah? Im Sechsten Schacht?"

Etwas hinter Veks Augen wurde für einen Moment sehr still. „Woher kennst du diesen Namen?"

„Unsere Archive überschneiden sich mehr, als beide Orden zugeben. Ich weiß nur, dass ein Ehrwürdiger sich selbst zerstörte, bevor eine alte Maschinenintelligenz ihn vereinnahmen konnte."

„Sorvain." Vek sprach den Namen wie eine Litanei, die er zu oft wiederholt hatte, um noch von ihr berührt zu werden — oder zu sehr, um es zu zeigen. „Er wählte die Vernichtung gegenüber der Korruption. In der letzten Sekunde, in der er noch wählen konnte." Eine Pause. „Seitdem messe ich jede Entscheidung an einer Frage: Ist dies die letzte Sekunde, in der ich noch wählen kann? Wenn ja, wähle ich hart, sofort, ohne Zögern. Zögern hat Sorvain nicht gerettet. Es hätte ihn nur langsamer korrumpiert."

„Und an der Nordbrücke?"

„War es nicht die letzte Sekunde." Vek sagte es leise, fast zu sich selbst. „Ich habe die Frage falsch angewandt. Das ist mir seit gestern klar." Er sah Dra'kaan an, und zum ersten Mal war in seinem Gesicht etwas, das keine Berechnung war. „Ich sage das nicht oft."

„Ich weiß."

„Dann ist es genug", sagte Vek. Er nickte einmal, kurz, und wandte sich ab.

Dra'kaan nickte. „Das ist genug." Er drehte sich um, ging. Nach drei Schritten hörte er hinter sich ein kurzes Ausatmen, das nach Nachdenklichkeit klang. Er drehte sich nicht um.

Ilarion kam am Abend.

Er trat in den Fabrikraum, wo Dra'kaan Torvins Bein stabilisierte, sah kurz auf den verletzten Marine, dann auf Dra'kaan.

„Wo ist Bre'kar?"

„Verhörzimmer." Dra'kaan deutete auf eine Tür. Ilarion bewegte sich dorthin. Blieb stehen. Drehte sich um.

„Ihr habt gute Arbeit geleistet, Apothecarius."

Dra'kaan sah auf. Ilarion machte keine Aussagen ohne Kalkulation. „Wir haben das Ziel erreicht."

„Ihr habt mehr als das Ziel erreicht. Die zivile Verlustrate bei eurer Kompanie war null. Das wird den Wiederaufbau vereinfachen." Pause. „Ich habe es berechnet."

Der Eisenadern-Hauptmann rechnete immer. Was sich verändert hatte, war, was er in die Rechnung einbezog.

„Die vier an der Nordbrücke", sagte Dra'kaan.

Eine sehr lange Pause. „Das war suboptimal", sagte Ilarion schließlich. Die Worte kamen langsam. „Ich habe Veks Fall überprüft. Die Entscheidung war logisch unter den gegebenen Parametern. Die Parameter waren zu eng gesetzt."

Das war, von einem Hauptmann der Eisenadern, eine bemerkenswerte Aussage.

„Ja", sagte Dra'kaan. „Das waren sie."

Ilarion nickte. Er drehte sich wieder zur Tür. Blieb noch einmal stehen, ohne sich umzudrehen. „Euer Primarch gilt als sentimental. Unter anderen Legionsnachfahren."

„Vulkan ist bekannt für seine Wärme."

„Ja." Pause. „Unser Ordensmeister Vel'Ossa sagt, Wärme und Schwäche seien für die meisten Ohren dasselbe Wort, und beide Urteile seien zu einfach." Er sah kurz zurück. „Ich beginne, ihm zuzustimmen. Das hat mich neun Jahre gekostet, seit wir das letzte Mal gemeinsam mit einem Orden Vulkans operiert haben."

Er öffnete die Tür und trat ein.

Torvin sah ihm nach. „Hat er gerade einen Fehler zugegeben?"

„Er hat gesagt, die Parameter waren suboptimal."

„Das ist dasselbe."

„Für einen Eisenadern ist das etwas anderes als dasselbe. Es ist der erste Schritt." Dra'kaan begann, seine Ausrüstung zu reinigen. „Nocturne hat mich gelehrt, mit Vulkanen zu arbeiten. Vulkane sind auch unbefriedigend."

X. Das Gewicht

Der Feldzug auf Morthis IV dauerte noch vier weitere Tage.

Weitere Gefechte — kleinere, unordentlichere, das unvermeidliche Aufräumen einer Rebellion, die aufgehört hatte zu existieren, aber noch nicht aufgehört hatte zu kämpfen. Dra'kaan war in den meisten davon. Es gab immer Verletzte. Es gab immer Entscheidungen über Munition und Prioritäten, getroffen nicht in Besprechungsräumen, sondern in Straßen, in Sekunden, unter Beschuss.

Er verlor noch zwei Brüder. Ein Hinterhalt am dritten Tag, eine Lasergeschützstellung, die er zu spät ortete. Er trug ihre Gensaat in seinem reparierten Narthecium und sprach ihre Namen laut, einmal, bevor er weiterging. Kurz, absolut, unverhandelbar.

Am fünften Tag war Morthis IV formal unter imperiale Kontrolle gebracht. Es würde Jahrzehnte dauern, bis der Wiederaufbau so weit war, dass der Planet sich selbst ernähren konnte — neue Administratum-Beamte, neue Handelsrouten, neue Versprechen aus einem fernen Terra, dessen Licht seit dem Riss selbst nur noch ein Versprechen war.

In der letzten Nacht saß Dra'kaan draußen, ohne Helm. Der Himmel noch grau, aber irgendwo hinter den Wolken eine Sonne — er sah die Aufhellung nach Westen.

Bruder Kaas'im setzte sich neben ihn. Zwei Finger weniger, und er würde in zwanzig Jahren immer noch erzählen, wie er mit vier Fingern besser schoss als mit fünf.

„Denkst du an sie?"

Dra'kaan wusste, wen er meinte. „Immer. Das ist der Preis."

„Welcher Preis?"

„Dafür, dass wir die sind, die wir sind. Dafür, dass wir Dinge tun, die wir tun. Die Eisenadern tragen die Namen auf Metall, in Kel-Vantors Schmelzen eingraviert für alle Zeit. Das ist auch richtig. Aber Metall kann eingeschmolzen werden. Die Erinnerung kann nicht."

„Die vier Zivilisten an der Nordbrücke?"

Dra'kaan dachte nach. „Ihre Namen werde ich nie kennen. Das ist meine Strafe. Nicht ihre Schuld, nicht Veks Schuld — er hat nach seiner Logik gehandelt, und er ist jetzt dabei, diese Logik zu überdenken, und das ist mehr, als ich von vielen anderen erwarten würde. Aber meine Strafe ist, dass ich ihre Namen nicht kenne und sie trotzdem trage."

„Das ist eine seltsame Theologie."

„Nocturne ist eine seltsame Welt." Dra'kaan sah auf sein repariertes Narthecium. „Wir kämpfen für den Imperator. Aber der Imperator ist keine Abstraktion. Er ist jedes einzelne Gesicht. Diese dreihunderttausend. Wenn wir sie vergessen, um die großen Zahlen besser zu machen —"

Er ließ den Satz unfertig.

Kaas'im wartete.

„— dann haben wir nicht für die Menschheit gekämpft. Dann haben wir für eine Idee gekämpft. Und Ideen brauchen keine rettenden Schwerter. Menschen schon."

Sie saßen noch eine Stunde, ohne viel zu sagen, und hörten auf den Wind und auf die Soldaten der Imperialen Armee, die Karten spielten und Witze machten, wie Soldaten das überall taten, nach jedem Kampf.

XI. Epilog: Die Legende

Was auf Morthis IV geblieben ist: die dreihunderttausend. Und, zum zweiten Mal in der Geschichte dieser Welt, ein Versprechen, das diesmal nicht sofort wieder verstummen sollte.

Was Dra'kaan mitgenommen hat: die Gensaat seiner Gefallenen, in kleinen Phiolen, bewahrt mit derselben Sorgfalt, mit der die Schmiede von Nocturne ihre besten Werkzeuge einlagerten. Elf Namen. Neun vom Transporter. Zwei vom Hinterhalt am dritten Tag. In dem Archiv seiner Erinnerung, das keiner außer ihm lesen konnte und das er deshalb doppelt sorgfältig führte.

Es war Vel'Schwur, der ihn am Abend vor dem Abflug in die Kapelle des Truppentransporters rief.

„Ich habe etwas gefunden", sagte der Ordenspriester, „das du sehen solltest, bevor wir diese Welt verlassen."

Er hielt ein Datenfragment in der Hand — nicht aus den Archiven von Morthis IV, sondern aus dem eigenen Reliquiarium der Feuerhüter, jenem Teil ihrer Bibliothek, den kein Adeptus Terra jemals katalogisiert hatte, weil er nicht für das Imperium geführt wurde, sondern für den Orden selbst. Jeder Ordenspriester trug bei seiner Erhebung Zugang zu diesem Archiv, und jeder Ordenspriester fügte ihm etwas hinzu, bevor er starb.

„Es gibt eine Martyrologie", sagte Vel'Schwur, „die bis in die Zeit der Legionen zurückreicht. Nicht vollständig — die Jahrtausende zwischen dem Großen Kreuzzug und heute haben mehr verschluckt, als sie bewahrt haben. Aber Fragmente überleben, weitergetragen von Ordenspriester zu Ordenspriester, weil wir glauben, dass auch das Ungehörte gehört werden sollte, irgendwann, von irgendwem." Er reichte Dra'kaan das Fragment. „Feldzug 47. Ein Apothecarius namens Vel'shar. Sektor Mordacus — die alte Schreibweise, vor der Grenzreform. Derselbe Planet."

Dra'kaan las.

Es war kein vollständiger Bericht. Es war ein Bruchstück eines Briefs, ohne Adressaten, ohne Empfänger, gefunden in den privaten Akten eines Apothecarius, der lange vor der Niederschrift der Notiz gestorben war. Eine Randnotiz eines unbekannten Archivars datierte den Fund Jahrhunderte später. Vier Zeilen, für vier Menschen, deren Namen niemand mehr kannte.

Wir haben nicht rechtzeitig an euch gedacht. Das ist unser Versagen, nicht eures. Ihr habt überlebt, was ihr nicht überlebt habt, und das Imperium hat euch nicht geschützt, weil es anderswo beschäftigt war. Die Wahrheit ist das Mindeste, was man euch schuldet.

Dra'kaan saß lange still.

„Der grüne Riese, der weinte, weil er zu spät kam", sagte er schließlich. „Die Großmutter im Lager hat mir diese Geschichte erzählt. Sie dachte, es sei nur eine Geschichte für Kinder."

„Es war nie nur eine Geschichte." Vel'Schwur setzte sich neben ihn. „Ein Mann schrieb vier Zeilen für vier Namenlose, ohne zu wissen, dass sie ihn zehntausend Jahre überleben würden — nicht als Schrift, die irgendjemand las, sondern als etwas, das eine ganze Welt sich weitererzählte, in einer Sprache, die sich änderte, unter einem Himmel, der sich verdunkelte, durch Kriege, die kamen und gingen und wiederkamen. Er dachte, niemand würde es je finden. Er hatte unrecht. Es fand nur einen anderen Weg."

„Und jetzt?"

„Jetzt schreibst du deine eigenen vier Zeilen. Für die Nordbrücke." Vel'Schwur stand auf. „Nicht, weil sie gelesen werden. Sondern weil das Schreiben selbst das Versprechen ist. Manchmal dauert es zehntausend Jahre, bis ein Versprechen gehört wird. Das macht es nicht weniger wert, gegeben zu werden."

Dra'kaan schrieb in dieser Nacht. Für Bruder Servan, Bruder Rho'kaan, Bruder Dun'var, die auf dem Transporter gestorben waren: kurze, direkte Zeilen, wie es Brauch war — Er hat am Ende seines Bolters nicht gezittert. Er ist ruhig gestorben. Er hat seinen Namen gut getragen. Für die zwei vom Hinterhalt: dasselbe, mit anderen Namen. Und dann, ohne Adressaten, ohne Empfänger, vier Zeilen für vier Menschen an einer Brücke, deren Namen er niemals kennen würde:

Wir kamen diesmal nicht zu spät. Aber wir kamen nicht früh genug für euch. Das ist unser Versagen, nicht eures. Die Wahrheit ist das Mindeste, was man euch schuldet — und die Wahrheit ist: wir werden euch nicht vergessen, auch wenn wir eure Gesichter nie kannten.

Er faltete das Blatt und legte es in das Reliquiarium, neben dem Bruchstück, das zehntausend Jahre gebraucht hatte, um von ihm gelesen zu werden.

Kein Archiv des Imperiums würde es finden. Kein Historiker würde es lesen.

Aber irgendwo, glaubte er jetzt, würde es einen anderen Weg finden. Es hatte einmal schon einen gefunden.

Was Ilarion getan hat: Er hat Vek in einem privaten Gespräch auf die Nordbrücke angesprochen. Was dort gesagt wurde, weiß Dra'kaan nicht. Aber er weiß, dass Vek in der Abschlussbesprechung eine Frage gestellt hat, die er in der ersten Besprechung nicht gestellt hatte: „Gibt es eine Evakuierungsroute für die Zivilbevölkerung?"

Das ist nichts.

Das ist auch alles.

Das war das Gewicht des Feuers, das ein Sohn Vulkans trug: nicht die Waffe, nicht die Flamme, die vernichtete oder reinigte, sondern das, was danach blieb. Die Asche, die man einsammelte, und die Entscheidung, was man mit ihr anstellte.

Am Morgen, bevor die Aschenwacht in den Warp tauchte, ging Dra'kaan noch einmal zu dem alten Steinhaufen am Rand der Talsenke, wo er das erste Ceramit-Fragment gefunden hatte. Er setzte den Splitter, den er drei Wochen lang bei sich getragen hatte, zurück an seinen Platz im Stein.

Dann legte er ein zweites Fragment daneben: einen kleinen, absichtlich beschädigten Splitter seines eigenen Pauldrons, poliert, bevor er ihn niederlegte.

Für den, der als Nächstes kommt, dachte er. In hundert Jahren. In tausend. Wann immer diese Welt wieder vergessen wird und wieder gefunden. Damit er weiß: Wir waren zweimal hier. Und wir werden wiederkommen, ein drittes Mal, ein viertes, so oft es nötig ist, auch wenn keiner von uns, der heute lebt, dann noch da sein wird, es zu bezeugen.

Nocturne war von Feuer geformt worden, wie seine Söhne.

Die Aschenwacht tauchte in den Warp, und Morthis IV wurde kleiner, und die Sterne waren alt und kalt und gleichgültig, und irgendwo in dem Dunkel zwischen den Welten waren dreihunderttausend Menschen am Leben, und eine Welt trug jetzt zwei Splitter Ceramit in ihrem Herzen statt einem, und eine Geschichte, die eine Großmutter ihrem Enkelkind weitererzählen würde, auch wenn sie nur die Hälfte davon je gekannt hatte.

Dra'kaan schloss die Augen.

Es reichte.

— ENDE —

Für den Imperator. Für Nocturne. Für die dreihunderttausend — und für die vier, deren Namen wir nie kennen werden.

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