
31. Veldrack
„Wir stehen in Reihe. Wir zählen die Unseren. Wir halten Abstand. Wir schießen, wenn befohlen.“
Geschichte: Wo nichts antwortet
Kerndaten
| Regimentstyp | Linieninfanterie – Lasergewehr, vier Ladepacks, Flakrüstung; das Rückgrat |
|---|---|
| Munitorum-Kennung | MUN-VLD/LI-031/961-K |
| Heimatwelt | Veldrack |
| Tithe-Stufe | Solutio Tertius |
| Sollstärke | 6.000 |
| Ist-Stärke | 2.315 |
| Loyalitätsstatus | Loyal |
| Herkunft | Eigene Erfindung |
Die Säulen
Die Reihe
Ein Veldracker ist nie allein, er ist eine Stelle in einer Linie. Wer fällt, hinterlässt eine Lücke, und die Lücke wird geschlossen, bevor man trauert. Das Regiment glaubt, dass Ordnung schützt: Eine gerade Linie kann weinen und trotzdem halten. Am Münsterplatz von Ostrein schoss ein Gardist und weinte dabei, und keiner seiner Nebenleute hielt das für Schwäche. Es war genau das, was die Reihe von ihm verlangt: dass er seinen Platz behält, solange der Befehl gilt, und dass er mit dem, was er dabei fühlt, später allein fertig wird.
Die Zählung
Auf Veldrack wird alles verbucht, und das Regiment hat diese Gewohnheit mitgenommen. Jeder Feldwebel führt eine Liste, jeder Tote bekommt einen Posten. Die Graumäntel glauben, dass ein gezählter Toter nicht verloren ist. Das tröstet sie mehr, als es sollte. Nach Ostrein las Schreiber Loos die Summe der Selbsttötungen vor und brach mitten im Satz ab. Seitdem misstrauen manche der Zählung, aber niemand hat aufgehört, Listen zu führen. Ohne Zahl wüssten sie nicht, was sie verloren haben.
Der Abstand
Das Regiment hält Abstand: zu Offizieren, zu Fremden, zu allem, was es nicht versteht. Fünf Schritt sind die Veldracker Höflichkeit. Seit Ostrein bedeutet die Zahl mehr. Im Regiment saßen die Männer nachts in fünf Schritt Abstand um das Feuer einer Frau, die sie ruhig machte, und sie wichen zurück, wenn sie aufstand. Das ist die unbequeme Säule: Die Graumäntel glauben, dass man das, was einen heilt, auf Distanz halten muss, und dass es recht ist, einen Menschen zu brauchen, den man verabscheut.
Der Befehl
Ein Veldracker gehorcht, und er gehorcht auch dann, wenn er weiß, dass der Befehl falsch ist. Das Regiment nennt es Treue. Es hat am Münsterplatz nach dreimaliger Warnung 4.000 Unbewaffnete erschossen und am siebten Morgen nach dem Verstummen die Säuberung im Münsterviertel ausgeführt. Die Graumäntel sagen, die Schuld liege beim Befehl und nicht bei der Hand. Sie sagen es oft, und sie sagen es leise.
Weitere Kerndaten
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Rufname | die Graumäntel |
| Herkunft des Namens | Der Name ist ererbte Tradition: Die Veldracker Wollgilden färben seit Jahrhunderten nicht, und jedes Regiment der Welt trägt den ungebleichten Mantel. |
| Regimentstyp | Linieninfanterie |
| Gründung | 961.M41 |
| Tithe-Stufe | Solutio Tertius |
| Schlachtruf | „Grau bis zum Thron!“ |
Aushebung, Heimatwelt & Kultur
Aushebung und Tithe
- Veldrack wurde 961.M41 im regulären Zehnt ausgehoben, ohne Notaushebung und ohne Eile. Die Welt gibt ihre Regimenter nach einem Losverfahren ab, das die Verwaltung „die Ziehung“ nennt. Jeder Bezirk meldet seine Wehrfähigen, das Munitorum zieht nach Nummern, und gezogen wird ganzjährig. Das Verfahren gilt als gerecht, und gerade das macht es schwer. Niemand kann einem Schuldigen zürnen, niemand hat sich freigekauft. Wer gezogen wird, erhält einen Bescheid mit seiner Nummer und eine Frist von elf Tagen. Die Gezogenen gehen ordentlich, mit gepackter Kiste. Den Zorn tragen sie nicht nach außen, sie legen ihn ab wie eine Rechnung, die man nicht bezahlen kann.
Der Planetengouverneur von Veldrack haftet persönlich für Vollzähligkeit, Ausbildung und Ausrüstung. Ein Fehlbestand von mehr als drei vom Hundert gilt als Verrat. Deshalb lässt das Gouvernement die besten Bezirke zuerst ziehen. Das geschieht aus Selbsterhaltung, und die Bezirke wissen es.
Was die Heimatwelt verlor
Mit der Ziehung von 961.M41 verlor der Bezirk Harlsgrund fast eine ganze Generation seiner Rechnungsführer. Die Kontore der Wollgilden, die seit drei Jahrhunderten die Ausfuhr verbuchten, arbeiten seither mit Greisen und Lehrlingen, und zwei Gilden haben ihre Bücher dem Gouvernement übergeben müssen, weil niemand sie mehr abschließen konnte. Das Abendgeläut der Bezirksglocken, das zwölf Läuter in fester Folge braucht, wird in Harlsgrund nur noch von fünf gezogen. Die Folge ist verkürzt, und die Alten sagen, der Bezirk wisse seitdem nicht mehr genau, wann der Tag zu Ende ist.
Die Heimatwelt
Veldrack ist eine gemäßigte Zivilwelt mit langen, feuchten Wintern und grauen Hochweiden, auf denen Millionen Schafe stehen. Die Wolle wird ungefärbt verarbeitet, denn Farbstoffe muss man einführen, und Einfuhr gilt als Verschwendung. Die Städte sind flach, aus Bruchstein gebaut und durch Glocken gegliedert: Arbeitsbeginn, Mittag, Schichtwechsel und Nachtruhe werden von Türmen und öffentlichen Vox-Masten geläutet, und das ganze Leben folgt dem Takt der Verwaltung.
Die Gesellschaft ist bürgerlich, fromm und genau. Ein Veldracker lernt mit sechs Jahren Kopfrechnen und Liturgie zugleich und kennt seinen Platz in drei Listen: Bezirk, Gilde, Gemeinde. Verbrechen sind selten, Streit wird beim Amt ausgetragen, Lärm gilt als unanständig.
Als Soldaten sind sie dadurch brauchbar: Sie halten Linien, sie führen Bestände, sie verschwenden keine Ladung. Ein Veldracker Zug zählt nach jedem Gefecht seine Energiezellen, bevor er seine Toten zählt, und er findet beide Zahlen. Disziplin muss man diesen Leuten nicht beibringen. Man muss ihnen beibringen, dass eine Ordnung auch falsch sein kann.
Der Nachteil, den sie mitbringen
Die Veldracker vertrauen dem Geläut. Wer sein Leben lang nach Glocken und Vox-Signalen gearbeitet hat, folgt einem regelmäßigen Ton, bevor er fragt, wer ihn sendet. Dieses Vertrauen hat das Regiment schon Leben gekostet.
Auf Orvenne, 964.M41, sendeten Orks über eine erbeutete Relaisstation ein Zeitsignal im Takt des imperialen Feldgeläuts. Die Zweite und die Vierte Kompanie rückten zur geläuteten Stunde in die vorgesehene Stellung ein, ohne die Bestätigung des Stabes abzuwarten. Sie liefen in eine Senke, die die Orks seit Tagen eingeschossen hatten. 312 Mann fielen in einer Stunde.
In Ostrein summte das Regiment vom Orbit an das Segensgeläut der Ekklesiarchie mit, und Schreiber Loos tat es am lautesten. Was daraus folgte, steht im achten Kapitel.
Regimentskultur
Der Drill ist pedantisch und leise. Befehle werden gesprochen, selten gebrüllt. Die Gleichschrittübung dauert so lange, bis eine Kompanie über Pflaster geht, ohne dass ein einzelner Absatz zu hören ist. Das Marschlied heißt „Die Rolle“. Es zählt Bezirksnamen auf, Strophe für Strophe, und endet jedes Mal mit der Zeile „und keiner fehlt“. Bei Verlusten wird es weitergesungen, aber die Zeile wird ausgelassen.
Der Aberglaube, den die Offiziere nicht mehr bekämpfen, ist die Glockenzählung: Vor einem Angriff zählt jeder Soldat leise bis zwölf, und wer sich verzählt, tauscht seinen Platz in der Reihe. Auf den Transportdecks riecht es nach nasser Wolle, Waffenöl und kaltem Brei. Man hört Gebete, Würfel und das Klicken von Zellen, die durchgezählt werden. Die Schnapsration wird gesammelt und am Ende eines Feldzugs gemeinsam getrunken, auf die Namen der Toten. Bis dahin verkauft sie keiner.
Wenn Zeit ist, begraben die Graumäntel ihre Toten in Reihen, den Mantel als Tuch, das weiße V nach oben. Wenn keine Zeit ist, schneiden sie den Ärmel ab und nehmen nur das V mit. Jeder Feldwebel trägt solche Ärmel in seinem Tornister, bis ein Feldprediger sie segnet.
Das Kommissariat
Das Regiment hat mit seinen Kommissaren Frieden geschlossen, und das Kommissariat nutzt diesen Frieden. Kommissar Ilmar Dettling erschießt selten und erklärt immer. Die Veldracker achten ihn, weil er ihnen ihre Befehle abnimmt: Der Feuerbefehl am Münsterplatz kam von ihm, und alle wissen es. Diese Achtung hat eine kalte Seite. Die Soldaten verlassen sich darauf, dass die Schuld eine Adresse hat. Wer zu Dettling geht, geht zur Beichte bei einem Mann, der nicht freisprechen kann. Seit Ostrein grüßen ihn manche nicht mehr. Keiner widerspricht ihm.
Dienstgrade & Gliederung
Dienstgrade
Dienstgrad Landrat
Beschreibung
Munitorum-Dienstgrad: Oberst · Anrede: Herr Landrat
Dienstgrad Kanzler
Beschreibung
Munitorum-Dienstgrad: Major · Anrede: Herr Kanzler
Dienstgrad Amtmann
Beschreibung
Munitorum-Dienstgrad: Hauptmann · Anrede: Herr Amtmann
Dienstgrad Kontorist
Beschreibung
Munitorum-Dienstgrad: Leutnant · Anrede: Kontorist
Dienstgrad Obmann
Beschreibung
Munitorum-Dienstgrad: Feldwebel · Anrede: Obmann
Dienstgrad Gezogener
Beschreibung
Munitorum-Dienstgrad: Soldat · Anrede: mit Nummer
Aufbau
Bei der Gründung 961.M41 umfasste das Regiment 6.000 Mann in zwölf Infanteriekompanien zu je 450 Mann und einem Stab mit Sanitätszug und Tross von 600 Mann. Eine Kompanie gliederte sich unter einem Hauptmann in fünf Züge, ein Zug unter einem Leutnant in acht Trupps zu zehn Mann, dazu ein Trupp mit Spezialwaffen und ein schwerer Waffentrupp.
Heute führt das Regiment acht Kompanien. Bei der Landung auf Ostrein standen 2.000 Mann in den Kompanien und 400 in Stab, Sanitätszug und Tross. Die Siebte hatte 180 Mann, die Dritte unter Hauptmann Liebherr etwas mehr. Die meisten Züge haben nur noch drei oder vier Trupps, und die schweren Waffentrupps wurden zusammengelegt. Artillerie besitzt das Regiment nicht, Panzer ebenso wenig, und es gab sie nie.
Teilregimenter
Name Veldrack 9. „die Erstgezogenen“
Rolle / Anmerkungen
Linieninfanterie. Oberst Ruprecht Hallweg, kahl, mit einem Glasauge in Grau. Das Regiment wurde 948.M41 vernichtet und 952.M41 neu ausgehoben. Die neue Aushebung erbte mit der Nummer die Schulden ihres Vorgängers beim Munitorum: drei Jahre Abzüge von der Ration für Ausrüstung, die mit dem alten Regiment verloren ging. Es steht als Garnison im Segmentum Obscurus.
Name 31. Veldrack „die Graumäntel“
Rolle / Anmerkungen
Linieninfanterie. Oberst Hanno Merz, stämmig, eine Narbe zieht den linken Mundwinkel hoch. Nach Ostrein lagert das Regiment auf dem Feld Nord und wartet auf seine Einschiffung. Wohin, ist noch nicht verfügt.
Name Veldrack 58. „die Läuter“
Rolle / Anmerkungen
Pionierinfanterie. Oberstin Ilse Karrenbach, linker Arm in Plaststahl ab dem Ellbogen. Das Regiment arbeitet an Befestigungen auf einer Grenzwelt und hat seit sechs Jahren keinen Ersatz erhalten.
Kommandostab
Angehängtes Personal
| Funktion | Zahl | Herkunft |
|---|---|---|
| Kommissare (einschließlich Dettling) | 6 | Commissariat |
| Feldprediger und Prediger | 14 | Ekklesiarchie |
| Diener der Ekklesiarchie | 22 | Ekklesiarchie |
| Schreiber (Vennet Loos) | 1 | Departmento Munitorum |
| Registrierte Blanke | 0 | gestrichen in Ostrein |
Die Reibung zeigt sich an den Feuern. Kommissare und Prediger stehen außerhalb der Befehlskette, und ihre Befehle kommen von dort. Der Sanitätszug unter Orlo Wend verlor seine einzige Blanke, die man brauchte und hasste.
Die Regimentsstandarte
Die Standarte ist ein Tuch aus ungefärbter Veldracker Wolle, zwei Meter breit, mit einem eingewebten weißen V und einer Aquila aus Messing auf dem Querholz. Am unteren Saum sind elf Gefechtsnamen der Vorgänger gestickt, darunter neu „Orvenne“ und „Sennar“. Auf dem Querholz stecken drei Reinheitssiegel. Auf Orvenne wäre sie beinahe verloren gegangen: Als der Standartenträger in der Senke fiel, lag das Tuch drei Stunden unter Beschuss, bis ein Trupp der Vierten es zurückholte. Neun Mann kehrten nicht zurück. Der Saum ist seitdem an einer Ecke versengt, und niemand hat ihn ausgebessert.
Der Makel
Der Makel
Etwas haftet am Regiment, und niemand nennt es beim Namen. Es kam in Ostrein. Seit dem Eintritt ins System hörten die Graumäntel das Segensgeläut auf allen Kanälen, und viele hörten darin mehr als Glocken. Der Feldprediger hörte seine Mutter. Feldwebel Hollin ging nachts ohne Gewehr ins Münster und ließ das Bild ihres Sohnes auf der Pritsche zurück. Die Siebte Kompanie saß eine Stunde lang lächelnd im Feuer der Arbites.
Den Bericht über die Siebte zeichnete Hauptmann Liebherr. Er schrieb, was er gesehen hatte, und keine Erklärung dazu. Bis heute hat keine Stelle eine verlangt.
Im gewöhnlichen Dienst merkt man es an Kleinigkeiten. Männer summen, wenn ein Vox-Kasten läutet, und brechen ab, wenn man sie ansieht. Einige halten bei den Andachten den Kopf schräg wie jemand, der einem Gespräch im Nebenzimmer zuhört. Im Gefecht zögert die Siebte, wenn das Feuer gleichmäßig wird.
Das Regiment sagt sich, es sei nur dreizehn Tage dort gewesen, und dreizehn Tage seien keine vierzig. Andere Regimenter auf dem Feld Nord legen ihre Zelte auf der anderen Seite der Rollbahn an und nennen die Veldracker „die Zuhörer“. Sie fragen, wo deren Blanke geblieben ist, und warum ein Regiment, das nichts gehört haben will, so leise singt.
Ein Fehler des Munitorum
Nach der Verschmelzung von 964.M41 führte das Munitorum die 900 Kessmarer zweimal: einmal unter 31. Veldrack und einmal unter ihrer alten Kennung, die nie gelöscht worden war. Ein Abgleich in der Sektorkanzlei fand 965.M41 die doppelten Namen und strich 600 davon aus der Verpflegungsrolle des Regiments. Die zugehörigen Männer lebten noch. Neun Monate lang erhielt das Regiment Rationen für 3.400 Mann und musste 4.000 versorgen. Im Winterlager auf Orvenne brach die Ruhr aus, und 140 Mann starben an Hunger und Durchfall, bevor ein Kommissar den Fehler in einer Akte fand. Die Korrektur kam mit dem Vermerk: Bilanz in Ordnung.
Bekannte Feldzüge
Feldzüge
Name Orvenne
Epoche 964.M41
Erzählung
964.M41, 14 Monate. Segmentum Obscurus, Grenzwelt Orvenne. Gegner: Orks.
Das Regiment kam mit 6.000 Mann auf eine Agrarwelt, deren Getreideebenen von einem Ork-Stamm überrannt waren. Es kämpfte in der Kampfgruppe Orvenne neben dem 112. Morrhaner Panzerregiment und der 6. Gallheimer Artillerie. Der Veldracker Drill bewährte sich in den Gräben, und er versagte bei dem falschen Zeitsignal, das die Zweite und Vierte Kompanie in eine eingeschossene Senke führte. Die Gallheimer feuerten an diesem Tag einen Sperrriegel, der die Orks lange genug aufhielt, damit die Überlebenden herauskamen. Das Regiment schuldet ihnen diese Stunde und wird sie nie begleichen: Nach dem Feldzug wurde die Kampfgruppe aufgelöst und die Gallheimer in einen anderen Sektor verlegt.
Weil kein Ersatz von Veldrack kam, verfügte das Munitorum am Ende die Verschmelzung mit den 900 Überlebenden des Kessmarer 18. von der Bergbauwelt Kessmar. Die Kessmarer fluchen, trinken ihren Schnaps sofort und halten die Veldracker für Buchhalter. Nach zwanzig Jahren kann man sie nur noch an den Flüchen unterscheiden.
Ausgang: Patt. Die Ebenen blieben umkämpft, bis die Orks weiterzogen.
Verluste: 2.900 von 6.000. Danach 3.100 Veldracker und 900 Kessmarer, zusammen 4.000.
Name Sennar
Epoche 982.M41
Erzählung
982.M41, 22 Monate. Sennar, Industriewelt. Gegner: abtrünnige Planetare Verteidigungsstreitkräfte und Ketzerkulte.
Das Regiment führte zusammen mit den 40. Ardener Schützen einen Häuserkampf durch Fabrikbezirke, die zur Hälfte von Kultisten gehalten wurden. Er dauerte fast zwei Jahre und verlief Block um Block. Die Ardener trugen die Verwundeten des Regiments über eine Brücke zurück, die die Veldracker hatten aufgeben müssen. Daraus wurde eine Freundschaft, die mit der Verfügung der Einschiffung endete. Die Ardener gingen in den Segmentum Tempestus, und das Regiment hat nichts mehr von ihnen gehört.
In einer der letzten Nächte saß Feldwebel Dessa Hollin neben einer Bahre, auf der ein junger Mann ihres Zuges schon nicht mehr schrie. Neben ihr saß die Krankenträgerin, der sie als Einzige im Regiment nahe blieb.
Ausgang: Sieg auf dem Papier. Die Welt fiel mit einer Fabrikleistung von etwa einem Drittel an das Imperium zurück.
Verluste: 1.600 von 4.000.
Name Ostrein
Epoche 987.M41
Erzählung
987.M41, 13 Tage. Sarvanth, Hive Ostrein. Gegner: der Chor der Arbites und das, was hinter dem Zuspruch steht.
Das Regiment landete mit 2.400 Mann auf dem Feld Nord, um in einer Stadt Ordnung wiederherzustellen, die seit fünf Monaten kein Verbrechen mehr kannte. Auf dem Papier gehörte es zur Kampfgruppe Sarvanth, gemeinsam mit dem 17. Halsener Mörserregiment, das im Orbit blieb, weil es kein Ziel bekam. Am zweiten Tag erschoss das Regiment am Münsterplatz 4.000 lächelnde Pilger. Am vierten verlor es in der Gerichtsstraße 84 Mann gegen den Chor der Arbites, während die Siebte Kompanie die Waffen niederlegte und sich setzte. Am sechsten stieg ein Zug unter das Münster, und die Orgel verstummte. In den Tagen danach starben in der Hive über 30.000 Menschen von eigener Hand. Am siebten Morgen nach dem Verstummen begann auf Befehl der Inquisitorin Thessaly die Säuberung der Resonanzträger im Münsterviertel.
Ausgang: Auftrag erfüllt, Stadt still.
Verluste: 85 von 2.400: 84 Gefallene in der Gerichtsstraße und die Krankenträgerin Tamsin Varnholt, als „gefallen in Ostrein“ gestrichen.
Fahrzeuglivree
So fahren die Fahrzeuge des Regiments: Grundton, Tarnung für das Einsatzgebiet, Turmband und Kennung, errechnet aus den Regimentsfarben.
| Einsatzgebiet | Wald und Grünland · Fleckentarnung |
|---|---|
| Grundton | #39484A · Mechanicus Standard Grey (Mantelgrau) |
| Tarnung | #3E5A34 · Castellan Green (Vorbild des Einsatzgebiets)#6B5A3A · Steel Legion Drab (Vorbild des Einsatzgebiets) |
| Turmband | #462F30 · Rhinox Hide (Lederzeug) |
| Kennung | #EDC169 · Retributor Armour (Standartenmessing) |
| Rezept Rumpf | Mechanicus Standard Grey (Grundfarbe) · Nuln Oil (Tusche) · Dawnstone (Schicht) · Slaanesh Grey (Kante) |
Kompaniebänder am Turm
- 1.
- 2.
- 3.
- 4.
- 5.
- 6.
- 7.
- 8.
- 9.
Errechnet aus den Regimentsfarben; die Silhouetten sind eigene Skizzen, kein Nachbau eines Modells von Games Workshop.
Zu den Kerndaten
Die Ordnungszahl 31 ist für eine Welt, die seit Jahrhunderten Regimenter abgibt, niedrig: Sie bezeichnet eine alte Nummer, die erstmals 412.M39 vergeben und seither immer wieder neu ausgehoben wurde, sobald ihr Vorgänger aus den Rollen fiel. Das heutige 31. ist die vierte Aushebung unter dieser Zahl. Die drei Vorgänger wurden vernichtet, das letzte vollständig im Jahr 940.M41. Die Soldaten von 961.M41 erbten mit der Nummer elf Gefechtsnamen auf der Standarte, von denen keiner einen Überlebenden hat. Sie sprechen sie im Appell mit, wie man die Namen auf einem Familiengrab liest: korrekt, ohne zu wissen, wer darunter liegt.
Kommandostab (Fortsetzung)
Oberst Hanno Merz
Stämmig, ruhig, eine Narbe, die ihm den linken Mundwinkel hochzieht, sodass er immer halb zu lächeln scheint. Wenn er nachdenkt, legt er den Daumen auf diese Narbe. Merz wägt alles ab, und er greift spät an. In Ostrein suchte er tagelang die Unordnung, die er beseitigen sollte, und fand keine. Seine teuerste Entscheidung fiel nach der Gerichtsstraße: Er stellte eine Krankenträgerin, die keine Soldatin ist, zehn Schritt hinter die Spitze, weil er neben ihr einen Zug mehr hatte. Er wusste, was er ihr damit antat, und er sagte es ihr. Als Thessaly die Säuberung verlangte, stand er auf, um zu widersprechen, und setzte sich wieder.
Kommissar Ilmar Dettling
Hager, graue Schläfen, eine leise Stimme, die man hört, ohne dass er sie heben muss. Er trägt die Laserpistole des Kommissariats in einem Holster, dessen Leder vom Gebrauch weich ist. Seit zwanzig Jahren hat er keine Entscheidung getroffen, ohne sie zu bereuen, und er hat die Müdigkeit, die dazugehört. Am zweiten Tag rief er am Münsterplatz die Warnung dreimal, erst auf Hochgotisch, dann auf Niedergotisch. Den Feuerbefehl sprach er nicht laut. Am siebten Morgen nach dem Verstummen setzte er die Krankenträgerin fest, die sich der Säuberung verweigerte, und führte die Säuberung aus, ohne Härte und ohne Freude.
„Ich bedaure.“ — Kommissar Ilmar Dettling
Feldprediger Ansgar Pohl
Weich im Gesicht, mit Händen, die immer auf etwas liegen: auf dem Gebetbuch mit dem losen Rücken, auf einer Schulter, auf den eigenen Knien. Pohl ist Feldprediger der Ekklesiarchie und hört sich die Sorgen des Regiments an, von Verstopfung bis Heimweh. Seine Mutter ist seit neunzehn Jahren tot. Im Orbit über Sarvanth hörte er sie im Zuspruch und weinte ohne einen Laut, mit offenem Gesicht. Einem Jungen, der um seine verstorbene Schwester fürchtete, sagte er, sie habe ihm längst vergeben. Nach dem Verstummen saß er auf einer Kiste und erklärte die Selbsttötungen als Trauer.
„Meine Mutter. Sie sagt, ich hätte nichts falsch gemacht.“ — Feldprediger Ansgar Pohl
Eine Szene
Kerrin Abt aus der Fünften saß im Kreis und wusste nicht, wie er dorthin gekommen war.
Er erinnerte sich, dass er mit dem Essgeschirr am Sanitätszelt vorbeigegangen war, weil der kürzere Weg zu den Latrinen dort entlangführte. Dann stand er, und dann saß er. Jetzt hatte er nasses Pflaster unter sich und rechts einen Mann aus der Dritten, dem der halbe Ärmel fehlte und der nach Rauch und Erbrochenem roch. Links saß einer aus der Siebten.
Abt kannte das Gesicht nicht. Er kannte nur die Kompanie, und alle kannten sie seit heute Nachmittag. Hundertachtzig Mann, die im Schneidersitz auf der Gerichtsstraße gesessen hatten, während über ihren Köpfen das Schrot zischte. Danach waren sie aufgestanden und ins Lager gegangen, als wären sie aus dem Gottesdienst gekommen. Niemand hatte sie angesprochen. Jetzt saß einer von ihnen neben Abt, hatte die Hände auf den Knien liegen und weinte.
Zwischen dem Kreis und dem Feuer lag ein Abstand, fünf Schritt vielleicht, und niemand rückte näher. Am Feuer saß die Trägerin.
Abt hatte sie dreimal gesehen, seit sie auf Sarvanth waren, und jedes Mal war ihm übel geworden, eine flache, ziehende Übelkeit wie bei schlechtem Wasser. Er war in seinem ersten Feldzug. In der Grundausbildung hatte man ihm das Wort gesagt, und man hatte ihm gesagt, er solle nicht neben ihr essen.
Jetzt war ihm auch übel. Und doch war es still.
Er hatte es nicht bemerkt, bis es fehlte. Das Läuten war seit dem Orbit da gewesen, immer weich, immer freundlich, und irgendwo darin, seit drei Nächten, die Stimme seines Vaters, der ihm sagte, die Sache mit der Werkstatt sei vergeben. Abt hatte gedacht, das sei sein eigener Kopf. Hier, fünf Schritt vom Feuer, war sein Kopf leer, und in dieser Leere stand die Werkstatt so da, wie sie gewesen war: der Vater hatte nichts vergeben und war gestorben, ohne ein Wort darüber zu sagen.
Abt wurde schlecht davon, und es war das Beste, was er seit der Landung gefühlt hatte.
„Du stinkst nach Stille“, sagte jemand aus dem Dunkel hinter ihm. Er sagte es fast zärtlich.
Die Trägerin stand auf, um Wasser zu holen. Der ganze Kreis wich zurück, Abt mit ihm, ohne dass er es wollte. Es geschah so gleichmäßig, als hätte jemand den Befehl gegeben. Der Mann aus der Siebten zog die Knie an die Brust.
Abt verstand in diesem Augenblick, was er war. Er gehörte zu einer Reihe, die zurückwich, wenn das kam, was sie rettete, und die blieb, weil sie es brauchte. Morgen würde man diese Frau zehn Schritt hinter die Spitze stellen, und sie würden ihr folgen und dabei ihren Abstand halten.
Sie kam mit dem Eimer zurück. Der Kreis war noch da.
Abt zählte leise bis zwölf und verzählte sich nicht.
Aus diesem Regiment
Geschichten 1
Personen 9
- Feldprediger Ansgar Pohl Feldprediger
- Feldwebel Dessa Hollin Feldwebel, Zugführerin in der Dritten Kompanie
- Gardist Gerit Ruven Gardist, trägt die Bahre; führt Hollins Zug im Nachlassstollen
- Gardist Tobler Gardist, Siebte Kompanie
- Hauptmann Liebherr Hauptmann, Führer der Dritten Kompanie
- Kommissar Ilmar Dettling Regimentskommissar
- Oberst Hanno Merz Oberst, Kommandeur des Regiments 31. Veldrack
- Sanitätsoffizier Orlo Wend Sanitätsoffizier
- Tamsin Varnholt Krankenträgerin, Psi-Blanke (Protagonistin)