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1. KERNDATEN

OrdensnameDie Ordnung der Glühenden Rosen (The Order of the Ardent Roses)
OrdensrangEiner der sechs Hauptorden
Mutter-Orden oder AbstammungOrden der Lamentationen
KonventPräzinktfeste Eloeth, Welt Kerath Prime, Segmentum Obscurus
PatroninHeilige Anais
GründungM41.247
Canoness SuperiorCanoness Superior Meredith Valk
Sollstärke4.200 Schwestern
Gegenwärtige Stärke2.847 Schwestern
Kriegsruf"Die Asche kennt ihren Namen."
Heilige ReliquiePraesidium Rosarius; Triumph der heiligen Katherine
Ecclesiarchie-BezeichnungOSR-K-Prime-441

Die Ordnung der Glühenden Rosen ist zweimal für zerstört erklärt worden — zunächst nach dem Fall von Meridian III im Jahr 991 des 41. Jahrtausends, dann nach dem Aufstand in den Grünen Ebenen von Kerath Prime im Jahr 156 des 42. Jahrtausends. Beide Male sind Novizenjahrgang aus den Schulen der Schola Progenium eingetroffen, um die Namen toten Schwestern zu erben, obwohl die Administratum keine neuen Rekrutierungen für diese Orden registriert hat. Das Konvent hält die Aufzeichnungen dieser Novizenjahrgang unter Verschluss und antwortet auf Anfragen mit dem Hinweis, daß die Toten keine Namen mehr haben und daher nicht erneuert werden können. Der Widerspruch ist seit fünfzig Jahren ungeklärt.

2. GRÜNDUNG UND HERKUNFT

Die Ordnung der Glühenden Rosen wurde im Jahr 247 des 41. Jahrtausends gegründet, als Kardinal-Erzbischof Thorgrim eine Gesellschaft von dreißig Schwestern der Ordnung der Lamentationen — darunter vier Retentia, deren Sühnewacht noch andauerte — nach Kerath Prime abkommandierte, um einen Ketzerhort auf der Südseite der Grauen Bergkette zu unterdrücken. Die Ketzer betrieben Warpmagie unter dem Deckmantel einer Büßer-Kult-Bewegung, und als die Schwestern eintrafen, war die Verfälschung so tief in der lokalen Bevölkerung eingegraben, daß die Heilige Inquisition der Ansicht war, daß nur eine vollständige Neugründung den Glauben wiederherstellen könne. Canoness Palladia Vos übernahm das Kommando über die neuen Gründer, und unter ihrer Führung entwickelte die Ordnung ein Muster aus Barmherzigkeit und Feuer, das sich von ihrer Mutterordnung unterscheidet. Die Lamentationen sind auf Sühne gebaut — auf der Anerkennung menschlicher Verderbtheit und der Demütigung, die nötig ist, um ihr zu widerstehen. Die Glühenden Rosen lehnen diesen Weg ab.

Was er mitnahm und was er zurückließ

Die Ordnung trug das Lied der Asche mit sich — eine Litanei, die während der pyrotechnischen Wunder gesungen wird, deren Text die Lamentationen seit sechshundert Jahren im Mund führen. Aber Canoness Vos verband jede Strophe mit einer Anleitung zur Barmherzigkeit: Der Feuer-Engel kennt die Buße, aber er kennt auch die Vergebung. Die Mutter-Orden widersetzten sich heftig. Der Dogmata der Lamentationen, der alte Schwester Mirice, erklärte vor dem Senat der Konvente, daß Mitgefühl gegenüber den Verdammten die Flammen schwächen würde. Vos antwortete, daß nur der Imperator schwach werden könne, und daß die Kraft dieser Ordnung in ihrer Treue liegen würde — nicht in ihrem Zorn. Die Lamentationen zogen sich zurück, erkannten die neue Orden aber an. Heute tragen die Glühenden Rosen das Lied, aber ohne den Zusatz der Vergebung. Manche Schwestern flüstern es trotzdem.

3. GLAUBE UND OBSERVANZ

Das Gelübde

Durch das Feuer bewahrt, durch die Gnade erhalten, durch den Imperator erleuchtet — wir brennen und fallen nicht.

Die Observanz

Jede Schwester dieser Ordnung trägt den Ring der Buße — eine Eisenkette mit neun Ringen, einer für jede Sünde, die sie vor ihrem Eintritt in die Novizinnenschaft begangen hat, oder neun, falls sie von Geburt an unschuldig war. Der Ring wird nie abgenommen — nicht einmal zur Reparatur der Rüstung. Statt dessen wird die Rüstung um den Ring herum repariert, und die alten Schriften besagen, daß kein Handwerkerin der Ordnung je einen Ring beschädigt hat, ohne daß ihre Hand von einer Flamme gezeichnet wurde. Die Observanz wird während der Andacht vorgenommen, wenn die neueste Schwester ihre neun Ringe erhält und sie von der Schwester Superior an das Kettenhandgelenk gelegt werden — eine Zeremonie, die drei Tage dauert und bei der die ganze Ordnung singend zusieht. Eine Schwester, die ihren Ring nicht tragen kann — weil er verdorben ist oder sie zu beschämt — ist nicht länger Mitglied des Ordens, und das Konvent wird nicht sagen, wohin sie geht.

Acts of Faith

Die Wunder dieser Ordnung sind von Feuer durchdrungen. Der Bericht über M41.389 beschreibt eine Schlacht bei Meridian III, wo die Schwester Superior der Sechsten Palisade — eine Celestian namens Hortense — in einem pyrotechnischen Wunder stand und die Lava einer aufgerissenen Spalte zurück in die Tiefe drängte, während sechstausend Gläubige in Sicherheit flohen. Sie warf sich danach selbst in die Spalte. Der Bericht sagt, daß kein Körper gefunden wurde, und daß mehrere Schwestern bei der Beisetzung bezeugt haben, daß sie Hortense' Stimme hörten, die das Lied der Asche vom Grund des Spalts sang. Solche Wunder sind für diese Ordnung seltener als für andere — vielleicht einmal in zweihundert Jahren. Der Officium Ecclesiasticum vermerkt sie als echte Akte des Glaubens, nicht als psionische Erscheinungen. Das Konvent von Kerath Prime hält eine Ascheurne mit dem verbrannten Helm der heiligen Hortense.

4. KONVENT UND HEIMAT

Die Präzinktfeste Eloeth sitzt an einer Felsklippe, die über einem Tal von Schwefel und zerkochtem Gestein hängt. Das ist die Südkante der Grauen Bergkette von Kerath Prime — eine Welt, die häufig von Sandstürmen heimgesucht wird und deren Himmel während der Äschenperioden beständig grau ist. Der Konvent ist aus schwarzem Basalt gebaut, mit Türmen, die in die Asche hineinragen, und großen Metallgittern, die die Fenster bedecken und Sparks aus dem Tal ablenken. Im Innern ist Luft immer warm und riecht nach Metall und verbranntem Holz. Ein Besucher, der sich dem Konvent nähert, hört zuerst das Singen — eine Litanei, die von den Mauern widerhallt und nicht endet. Der Klang ist weder schön noch verzweifelt. Er ist schlicht unweigerlich.

Was der Orden bewacht

Das Konvent bewacht einen Gefangenen — oder eher, es bewacht das Fehlen eines Gefangenen. Im tiefsten Gewölbe der Präzinktfeste steht eine Zelle aus Ceramit, die mit Anti-Psionischen Markierungen bedeckt ist, die von der Heiligen Inquisition angebracht wurden. Die Zelle ist seit einhundertsechzig Jahren leer. Der Ordnung wurde befohlen, einen Ketzer zu halten — eine Frau namens Solanis Venn, die durch Kontakt mit dem Warp verseucht worden war. Venn starb unter Folter, und der Inquisitor, der die Befehle gab, verstarb ebenfalls. Das Konvent wurde angewiesen, die Zelle zu benutzen oder das Konvent selbst zu zerstören. Stattdessen bewachen sie die leere Zelle. Drei Inquisitoren haben versucht, sie zu öffnen und ein neues Subjekt zu bringen. Jedes Mal hat die Canoness Superior sich geweigert, und jedes Mal hat die Heilige Inquisition die Anfrage in ihren Akten als "fehlklassifiziert" gekennzeichnet und ist wieder fortgegangen.

5. GLIEDERUNG

Die Ordnung der Glühenden Rosen teilt sich in zwei Präceptorien von etwa 1.400 Schwestern je unter Canoness Preceptor, denen vier Commanderien von je 200 Schwestern je unter Canoness Commander unterstehen. Die Sollstärke betrug 4.200 Schwestern; gegenwärtig sind es 2.847, von denen 312 als vermißt und sechshunderteinundsechzig in den letzten zehn Jahren gefallen verzeichnet sind. Das erste Präceptorium ist unterbesetzt und rekrutiert nicht schnell genug aus den Schola-Jahrgängen. Das zweite Präceptorium, das von Kerath Prime aus operiert, ist nahe vollständig. Die Canoness Superior hat sich geweigert, umzuverteilen, und antwortet auf schriftliche Anfragen der Administratum mit dem Satz: "Die Ordnung kennt ihre Stärke."

Spezialistinnen

RolleAnzahl
Celestian47
Celestian Sacresant8
Seraphim23
Zephyrim0
Dominion34
Retributor41
Repentia19
Novizinnen218
Imagifier2
Dogmata3

Die Ordnung führt keine Zephyrim — die schnellen Flammen sind dem Dogma des Lied der Asche fremd, das besagt, daß der Kampf langsam und unverrückbar sein muß. Stattdessen betont sie Repentia und Retributoren in einem ungewöhnlich hohen Verhältnis. Die Canoness Superior predigt, daß Vergebung durch Feuer kommt und daß eine Schwester, die einmal gefallen ist, nicht wieder fallen kann, wenn sie als Repentia kämpft.

Angehängtes Personal

Das Konvent beherbergt einen Konfessor der Ecclesiarchie — Pater Molochei — sowie einen Inquisitor der Ordo Hereticus, der unter dem Namen "Interrogator Kess" nur ein Zimmer ohne Fenster bewohnt und dessen Befehle bisweilen den Befehlen der Canoness Superior widersprechen. Vier Hospitällerinnen der Orden der Ehre sind ständig anwesend, um die Verwundeten zu versorgen. Keine Arco-Flagellanten oder Assassinen sind dem Konvent angegliedert — die Canoness Superior hat dies explizit abgelehnt, und die Heilige Inquisition hat ihre Ablehnung ohne Kommentar akzeptiert. Der Widerspruch zwischen Interrogator Kess und der Superior zeigt sich am deutlichsten in Fragen des Verdachts: Kess will verdächtige Zivilisten untersuchen; die Ordnung will predigen.

6. KOMMANDO

Canoness Superior Meredith Valk ist eine Frau von sechsundvierzig Jahren, deren Gesicht von einer Brandnarbe von rechter Schläfe bis zum Kieferwinkel bedeckt ist — eine Wunde aus einer Schlacht unter dem Namen "die Grünen Ebenen", in der sie als Schwester Superior eine ganze Companie verlor. Sie trägt auf der rechten Schulter ein Tropfen aus geschmolzenem Gold, das sie an einem feinen Faden trägt — das Metall einer Bolter-Patrone, die ihr während jenes Kampfes durch die Rüstung schlug und sie nicht tötete. In einer Verhandlung mit dem Inquisitor über die leere Zelle vor drei Jahren antwortete Valk mit nur einem Satz: "Die Wahrheit ist, daß ein Käfig für ein Ding gebaut wird, und dieses Ding starb. Sollen wir einen neuen Käfig bauen für etwas, das nicht mehr stirbt?" Sie wurde nicht widersprochen.

Dogmata Schwester Cella ist achtundsechzig Jahre alt und war nie Schwester Superior — sie war immer Dogmata, eine lebende Regel. Sie trägt sechs Purity Seals an ihrer Rüstung, von denen jedes ein Jahr der Buße für eine Häresie markiert, die sie nicht begannen hat, sondern deren Last sie auf sich nahm. Als eine junge Novizin bei der Lagerung von Bolter-Munition einen Brand verursachte und zwei Schwestern starben, erklärte Cella, daß die Novizin ein unverschuldetes Kind sei und daß Cella selbst die Schuld tragen würde. Sie verbrachte ein Jahr in schweigender Andacht und trug seit dieser Zeit das Siegel. Eine neue Canoness fragte sie, warum sie sich für die Fehler anderer bestrafe. Cella antwortete: "Weil der Imperator es nicht muß, und wenn der Imperator es nicht muß, muß es jemand."

Repentia Superior Maris ist zweiunddreißig Jahre alt und wurde vor zehn Jahren wegen Ungehorsam gegenüber einer Schwester Superior zur Repentia degradiert. Sie weigerte sich, eine verdächtige Zivilistin zu verhaften, die sie kannte — die Mutter einer ihrer Novizinnen aus einer früheren Schola. Die Strafe war hart. Aber nach sieben Jahren Buße stellte die Canoness Superior sie als Repentia Superior an und befahl ihr, alle zukünftigen Repentia selbst auszubilden. Sie trägt eine Neural Peitsche an ihrer rechten Hüfte, ungeölt und schwer, und wenn sie eine Repentia schlägt, schlägt sie sich selbst zuerst — eine Geste, die gegen alle Doctrin verstößt. Sie hat gesagt: "Schmerz, der nur von außen kommt, lehrt Stärke. Schmerz, der von innen kommt, lehrt Barmherzigkeit."

Die heilige Standarte

Die Standarte der Ordnung ist ein Banner aus schwarz gewebtem Seide, auf dem ein Adler aus echtem Gold genäht ist — nicht aus Blattgold, sondern aus reinem Gold, das vor zweihundertfünfzig Jahren von einer wohlhabenden Witwe des nahegelegenen Schwarmwelt Kerath Tertius gestiftet wurde, um das Andenken ihres Sohnes zu würdigen. Der Sohn war ein einfacher Soldat, kein Schwester und kein Märtyrer, aber die Witwe schrieb einen Brief an die Canoness Superior: "Mein Sohn war unbedeutend und wird vergessen werden. Lasst diesen Adler sein Name sein." Der Rand des Banners trägt den Namen dieses Sohnes — Calix of Kerath, dreimal in drei Sprachen genäht. Das Banner wurde bei der Schlacht von Meridian III fast verloren, als eine Immolator darüber brannte und die Imagifier, Schwester Theodora, es über ihrer Rüstung bis zu den letzten Kräften trug. Sie wurde geborgen, das Banner war unversehrt, und Theodora kämpft noch immer, obwohl sie kaum noch gehen kann.

7. WAFFEN, RELIQUIEN UND FAHRZEUGE

Die Bolter dieser Ordnung sind in Sützen aus schwarzem Ceramit gefaßt, auf denen das Symbol des Ordens — ein fallender Tropfen Feuer — in Gold geprägt ist. Die Imagifier trägt das Simulacrum Pyrae, ein Reliquiar in Form einer brennenden Hand, die eine unauslöschliche Flamme hält, deren Ursprung selbst dem ältesten Archiv unbekannt ist. Das Praesidium Rosarius — ein weiteres Reliquiar, das wie ein gestyltes Rosenblatt aus altem Silber geformt ist — wird von der Canoness Superior getragen und soll einen Splitter von der Rüstung der heiligen Anais enthalten, obwohl der Ordnung gesagt wurde, daß die heilige Anais niemals eine Schwester der Sororitas war und daher nie eine Rüstung trug. Das Triumph der heiligen Katherine ist ein kurzes Schwert, dessen Klinge aus einem unbekannten Metall gefertigt ist, das weder Bolter noch Flamme anlegen kann. Es wird in der Reliquienkammer aufbewahrt und nicht getragen.

Die Ordnung unterhält sechzehn Rhino, vier Immolator und zwei Incarcerator — die letzteren werden kaum benutzt, da die Ordnung seit vierzig Jahren keine Verdächtigen transportiert hat. Ein dritter Incarcerator wurde bei der Schlacht von den Grünen Ebenen verloren. Die Retributoren betreiben schwere Flammenwerfer, die mit Prometheum aus lokalen Raffinieren gespeist werden. Die Imagifier trägt das Banner und trägt auch einen kurzen Bolter, dessen Lauf mit den Namen aller toten Imagifier dieser Ordnung graviert ist — es gibt fünf Namen.

8. DER MAKEL

Der Fall der Schwester Tassae Venn, Äußere Sektion des Süd-Präceptoriums, M41.389–M41.391

Die Schwester Tassae Venn war eine Celestian Superior mit neunzehn Jahren Dienst und einer Akte ohne Tadel. Sie befand sich bei der Schlacht gegen die Ketzer-Rebellion in Meridian III und war eine der wenigen Überlebenden der Companie von Canoness Superior Valk. Nach der Schlacht entwickelte Tassae eine Angststörung — ob angeboren oder durch den Kontakt mit den Ketzern verursacht, ist unbekannt. Sie begann, den Befehlen der Canoness Superior zu widersprechen, zunächst leise, dann offen. Sie sagte, daß die Flammen nicht rein seien und daß das Feuer selbst von einer Lüge sprach. Sie fragte, ob die Heilige Inquisition wirklich wisse, was unter Meridian III begraben lag, oder ob sie nur bete, daß es begraben bleibe.

Die Canoness Superior befahl ihrer Verhaftung. Tassae floh in die Aschewüste und wurde von einem Patrouillen-Trupp von fünf Schwestern drei Wochen lang gejagt. Sie wurde gefunden, halb verdorrt, sprechend von "dem Ruf unter der Erde". Sie starb während der ärztlichen Untersuchung — ihr Herz hörte einfach auf zu schlagen. Der Bericht sagt, daß kein Zeichen von Vergiftung, Magie oder Verletzung gefunden wurde. Tassae hatte keine Familie und keine Freunde außerhalb des Ordens. Sie wurde in der Asche verbrannt, und ihr Name wurde aus den Ordensrollen gestrichen.

Der offizielle Bericht vermerkt "Tod infolge einer Felderkundung unter Bestrahlungsbedingungen". Die Schwesterinnen des Süd-Präceptoriums kennen eine andere Geschichte — daß Tassae das Feuer wirklich gehört hat und daß es ihr sagte, daß unter Meridian III etwas lag, das nicht tote Ketzer waren.

Das Verfahren

Das Protokoll der Adepta Sororitas für einen Fall wie Tassaes ist bekannt: Die Gefallene wird gejagt, getötet, und ihr Körper wird mit Flamme vernichtet, um sicherzustellen, daß sie nicht wieder auferstehen kann. Der Name wird aus den Rollen gelöscht. Wenn eine reine Schwester existiert, kann sie das Gesicht der Gefallenen tragen, um die Identität zu ersetzen — ein Akt der Gnade, bei dem die reine Schwester den Namen erbt und die Lüge bewahrt.

In diesem Fall folgte die Ordnung dem Protokoll nicht bis zum Ende. Ein Schwester wurde ausgewählt — Schwester Kallista, die Tassae körperlich glich — und ihr wurde befohlen, das Gesicht zu erhalten und den Namen Tassae Venn anzunehmen. Aber das Verfahren wurde unterbrochen, weil Kallista nicht länger als zwei Wochen das Gesicht bewahren konnte: Das Fleisch lehnte die Maske ab. Der Prozess wurde abgebrochen. Kallista trägt jetzt eine Gesichtsmaske aus gegossenem Ceramit unter ihrer Helm, und ihr Name ist noch immer Kallista. Die Ordnung sagt nicht, was mit dem Namen Tassae geschah — die Rollen sind leer an dieser Stelle, und kein neuer Name wurde eingefügt.

9. FELDZÜGE

Feldzug I: Die Reinigung von Meridian III M41.387–M41.391 (vier Jahre), Segmentum Obscurus, gegen Ketzer und psionische Verseuchtheit, vier Jahre

Die Ketzer-Rebellionen von Meridian III begannen als eine lokale Erneuerungsbewegung und entwickelten sich schnell zu einer organisierten Ketzerei mit vermutetem Warp-Kontakt. Die Heilige Inquisition forderte die volle Vernichtung an. Die Ordnung der Glühenden Rosen lieferte zwei Commanderien unter der Leitung von Canoness Superior Valk. Die Kampagne war langsam und grausam — nicht wegen der Härte der Kämpfe, sondern wegen der sozialen Verflechtungen: Der Ketzer-Führer war ein von der Kirche ordinierter Priester, und viele der Gemeinden, die die Rebellion trugen, waren nicht bewusst verdorben, sondern betrogen. Valk befahl, zuerst zu predigen, dann zu kämpfen. Der Inquisitor, der die Kampagne beaufsichtigte, war nicht einverstanden, aber Valk hielt fest. Am Ende wurden dreihundertachtzig Verdächtige gefangen genommen und für eine Relocation-Überprüfung weitergeleitet. Nur neunundsechzig wurden als Ketzer hingerichtet. Die Rebellionen endet nach vier Jahren, nicht durch Vernichtung, sondern durch Überzeugung.

Die Schwester-Todesfälle waren höher als erwartet: Vierhundertundsechzig Schwestern fielen. Von diesen wurden neunundneunzig formell als Märtyrerin anerkannt — die letzte Beziehung wurde von der Canoness Superior selbst entschieden, die sagte, daß eine Schwester, die für die Überzeugung starb und nicht für die Schlacht, den höchsten Preis zahlte. Der Inquisitor war nicht einverstanden und reichte Beschwerde ein. Die Beschwerde wurde "mangels stichfestiger Begründung" abgelehnt.

Feldzug II: Die Grünen Ebenen von Kerath Prime M41.598–M41.601 (drei Jahre), Segmentum Obscurus, gegen Aufständische und vermutete Chaos-Infiltration, drei Jahre

Ein lokaler Gouverneur auf Kerath Prime führte einen Aufstand gegen die Heilige Inquisition, und mehrere Astra-Militarum-Regimenter wurden abgezogen, um ihn zu unterdrücken. Die Grünen Ebenen — ein fruchtbarer Gürtel südlich des Konvents — wurden von aufständischen Milizen besetzt. Die Ordnung der Glühenden Rosen wurde aufgefordert, sie zu verdrängen, zusammen mit einem Detachment der Iron Breakers, einem unkomplizierten Space-Marine-Orden ohne komplexe Tactit. Die Allianz war schwierig — die Iron Breakers sahen schnelle, zerstörerische Kampfweise vor, während die Ordnung methodische Bewegungen bevorzugte. Im dritten Jahr der Kampagne führte ein Iron-Breakers-Hauptmann einen unautorisierten Angriff durch und verlor zwei ganze Squads. Die Ordnung mußte vier Tage lang halten, um seine Überlebenden zu retten. Ein Schwester namens Mabria starb, als sie einen schwer verletzten Marine zu Fuß zurück ins Lager trug — nicht Martyrer, nur erschöpfet.

Die Kampagne endete mit dem Selbstmord des Gouverneurs. Ein Drittel der aufständischen Milizen ergab sich; zwei Drittel zerstreuten sich. Die Ordnung bekam den Vorwurf, nicht schnell genug gesiegt zu haben. Sechshundertundachtzehn Schwestern fielen. Nur einhundertundsechsunddreißig wurden als Märtyrerin anerkannt. Der Unterschied war größer als sonst, und das Konvent äußert bis heute keine Meinung darüber.

Feldzug III: Die Falle von Parith Minor M42.003–M42.005 (zwei Jahre), Segmentum Obscurus, gegen Symbiontenkulte und unerklärte Verluste, zwei Jahre

Ein Schwarmwelt namens Parith Minor meldete psionische Aktivitäten und verdächtige Sterilität unter der neuen Geburtskohort. Die Heilige Inquisition und die Ordnung arbeiteten zusammen, um die Verdächtigen zu isolieren. Die Kultisten waren jedoch zahlreicher und tiefer eingewurzelt als erwartet — nicht eine Symbionten-Infestation, sondern eine Mischung aus psionischem Wahnsinn und militärischer Feindseligkeit. Nach zwei Jahren, in denen die Ordnung ein Gebiet der Größe einer kontinentalen Provinz durchsuchte, zog sie sich zurück. Der Sektor wurde unter Quarantäne gestellt.

Fünfhundertundfünfundfünfzig Schwestern gingen verloren. Von diesen wurden nur zweiundsiebzig als Märtyrerin erkannt. Der Rest wurde unter "Nicht bestätigt" eingegeben und später in die Archiven unter versiegeltem Siegel verlegt. Die Canoness Superior präsentierte einen schriftlichen Bericht, der sagte, daß die Ordnung Ihre Pflicht erfüllt hatte und daß manche Wunden nicht heilen, während sie noch offen sind. Sie forderte nicht, daß die sechshundert Namen erneut überprüft werden. Die Heilige Inquisition hat keine Folgeuntersuchung eingeleitet.

10. DESIGN-BIBEL

  • Rüstung: Grundfarbe ist Schwarz — nicht Anthrazit, sondern echtes Schwarz, das von den lokalen Vulkanwerkstätten des Konvents aus einer Mischung aus Metalloxid und verkohltem Prometheum gefärbt wird. Darüber ein Überwurf aus dicker Seide, bordeauxrot bis fast schwarz, mit einer Borte aus gewebtem Gold an den Kanten. Der Überwurf zerfasert im Lauf und Kampf, aber wird nicht repariert — nur ausgetauscht, wenn die Fasern bis auf den Ceramit gehen.
  • Tabard, Besatz und Zeichen: Der Tabard ist aus der gleichen bordeauxroten Seide wie der Überwurf, und auf der rechten Brust trägt jede Schwester das Zeichen der Ordnung — eine Flamme in Fallrichtung, stilisiert wie ein Tropfen, in hochglänzendem Gold gestickt. Der Besatz um die Schulterstücke ist eine doppelte Litanei: oben in Gold "Die Asche kennt ihren Namen" und unten in Silber "Das Feuer lügt nicht."
  • Helm oder bloßer Kopf: Die Regel verbietet nackte Köpfe. Jede Schwester trägt einen Standard-Sabbat-Helm aus schwarzem Ceramit mit goldenem Wappenschmuck, einer stilisierten Flamme, auf der Stirn. Eine Schwester mit kahlgeschorenem Kopf — eine Strafe für Ungehorsam — trägt den Helm nicht und wird nicht in die Kampflinie geschickt. Dies ist eine Strafe, schlimmer als Waffenentzug.
  • Purity Seals, Pergament, Weihrauch-Behälter, Ikonen: Vier Purity Seals pro Schwester, angebracht an Schultern und Oberschenkeln, mit Gebeten in Hochgothisch in Goldfaden geschrieben. Ein Weihrauch-Behälter hängt an der linken Hüfte — nicht zur Ornament, sondern ständig brennend und duftend. Eine Schwarze Aquila aus Metall an der Kehle, eine Flammen-Ikone auf dem Kollektor eines jeden Bolters.
  • Die heilige Standarte als visuelles Objekt: Schwarze Seide, Hand-Adler aus reinem Gold, Bordüre mit Namen in drei Sprachen, Ränder stark ausgefranst und verfärbt vom Rauch und Blut der letzten Kampagnen. Das Banner steht aufgerichtet gegen Säkularität und Stille — es ist eine Sache der Tat.
  • Drei Dinge, die immer versengt, geflickt oder durchgewetzt sind: Der Helm-Unterrand, immer von Schweißsalz und Asche gerauht; die rechte Schulter und der rechte Unterarm, wo die Flame-Geschutz getragen wird und das Ceramit absplittert; der Tabard-Unterrand, wo Asche und Sand sich sammeln und die Seide abnutzen.
  • Farbpalette: Schwarz (Ceramit-Grundierung), Bordeauxrot (Seide und Überwurf), Gold (Zeichen und Besatz), Weiß (Purity Seals und Binde-Pergament), Dunkelbraun (Asche-Verfärbung auf Feld und Rüstung).

HINWEIS: Dieses Sororitas-Dossier wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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