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1. KERNDATEN
| Militarum Regimentum | Astra Militarum |
| Offizielle Bezeichnung | Romy Picker 407. Chasseurs |
| Gebräuchlicher Name | Die Ausgestoßenen; „Picker's Damned" (unter anderen Regimentern) |
| Ursprung des Namens | Benannt nach Feldwebel Romy Picker, der während der Notenaushebung auf der Strafwelt Carceri V einen Aufstand niederschlug und dabei einen eigenen Arm verlor — verdient in der Schlacht von Kassid-Hügel, M38.7 |
| Heimatwelt | Carceri V (Strafwelt, Segmentum Pacificus) |
| Regimentstyp | Gepanzert; Leman-Russ-Rückgrat mit minimaler Infanterie |
| Gründung | M38.6 |
| Zehnt-Grad | Decima Prima (regulärer Zehnt) |
| Sollstärke bei Aufstellung | 89 Kriegsmaschinen, 1.200 Mannschaften Besatzung und Infranterie |
| Derzeitige Stärke | 41 Kriegsmaschinen, 340 Mannschaften |
| Kampfruf | „Keine Gnade, kein Weg zurück — nur vorwärts bis zum Asche." |
| Munitorum-Bezeichnung | RegtMil-StrafV-407-Chas-GZ |
Die Nummer 407 bezeichnet ein Regiment aus einer Welt mit langer Militärgeschichte, doch Carceri V ist ein Gefängnis, nicht eine Kaserne. Mehrmals wurde das Regiment völlig aufgerieben und aus Überlebenden und neuen Verurteilten neu zusammengesetzt: fünfmal seit M38.6, zuletzt vor zwölf Jahren auf dem Schlachtfeld selbst, als die 89. Aufstellung unter den Boten von Ligen Votann zusammenbrach. Die Soldaten erben Ehren von Männern, die sie nie gekannt haben, und tragen Namen auf zerfetzten Farben, die in Feuern gestorben sind, die es in keinem Munitorum-Verzeichnis gibt. Sie wissen nicht, warum sie kämpfen, nur dass sie kämpfen müssen, weil die Alternative die Exekution war.
2. DIE VIER SÄULEN
Regiments-Merksatz
Carceri's Kinder schweigen nicht. Wir brennen bis zur Asche. Jeder Treffer zählt. Die Maschinen bleiben liegen.
Die Säulen
Die Strafe ist das Geschenk — Nur verurteilte Männer und Frauen dienen. Nicht aus Pflicht, sondern aus Gnade. Der Imperium hätte uns töten können; stattdessen sandte uns hierher, damit wir sterben für etwas Größeres. Das ist kein Unglück — es ist eine zweite Chance, die wir nicht verdienen und daher alles dafür schulden.
Die Maschine spricht die Wahrheit — Unsere Kriegsmaschinen sind älter als die Dynastien, die Carceri V kolonisiert haben. Sie haben mehr gekämpft als unsere Generationen gezählt. Die Panzerplatte kennt keine Lüge, keine Gnade, keine Barmherzigkeit. Wenn wir den Panzer anbeten, beten wir nicht zum Metal an — wir beten zur Vergangenheit an, die uns überlebt hat und weiterleben wird.
Schweigen ist Stärke — Wir sprechen nicht über das, was wir waren. Wir sprechen nicht über Familien, nicht über Freunde, nicht über Namen. Der Unteroffizier, der neben dir stirbt, verdient nicht dein Mitleid — er verdient dein Feuer. Deine Tränen sind eine Ablenkung, und Ablenkung tötet Trupps. Das Beste, was du für die Toten tun kannst, ist: nicht neben ihnen zu liegen.
Der Kommissar hat Recht, auch wenn er irrt — Wenn ein Kommissar befiehlt, zu sterben, dann wir sterben. Wenn ein Kommissar befiehlt, weiterzugehen, dann gehen wir. Wir vertrauchen ihm nicht, doch wir gehorchen, weil das Gehorchen uns erhält. Im Gehorsam liegt unsere einzige Sicherheit.
3. AUSHEBUNG UND TITHE
Die Romy Picker 407. wurde unter Notenbedingungen aufgestellt. Die Votann hatten die Handelswelten Segmentum Pacificus durchstoßen; das Departmento Munitorum benötigte sofort Panzerverbände. Carceri V war bereits eine Strafwelt mit Bestandsgarnsionen und Rüstungskapazitäten — der reguläre Zehnt (ein Zehntel) hätte ausgereicht. Doch die Todesfälle der vorherigen 406. Aufstellung waren so hoch gewesen, dass der Gouverneur der Welt von Hinrichtung bedroht worden war. Um seine Haut zu retten, lieferte er nicht einfach den Zehnt der Reihen — er leerte die Gefängnisse.
Jeder Soldat wurde per Los gezogen. Nicht aus Haftanstalten getrennt, sondern aus Arbeitskolonnen, Zellblöcken und Zwangslagern. Manche waren schwer, manche leicht verurteilt; viele waren Unglück oder Missverständnis. Sie erhielten zehn Tage Ausbildung. Sie erhielten abgelegte Uniformen. Sie erhielten den klaren Befehl: Sterbt nützlich oder sterbt unten. Die Folge war nicht Disziplin, sondern Verzweiflung — und Verzweiflung ist schärfer als jede Ausbildung.
Die Heimatwelt verlor die gesamte Bevölkerung der Gefängnisse: Köche, Schreiber, Handwerker, Ärzte ohne Lizenz, Priester ohne Tempel. Carceri V war ein Ort für Menschen, die nirgendwo anders sein durften. Als sie aufbrachen, wurde ein ganzes Netzwerk von Lebenspraktiken zerrissen.
Was die Heimatwelt verlor
Der Gefängnisfriedhof wurde verwaist. Carceri V hatte — wie alle Strafwelten — einen Friedhof für Häftlinge, für die man keinen Namen mehr kannte. Die Toten wurden dort eingescharrt ohne Priester, ohne Zeremonie, ohne Zeuge. Jemand musste die Riten sprechen — nicht aus Glauben, sondern aus Achtung vor der Form. Das waren die Ausgestoßenen. Ein Dutzend Männer und Frauen, deren einzige Aufgabe war, die Namen nicht ganz zu vergessen. Sie kämpfen jetzt irgendwo unter fremden Sternenhimmeln. Der Friedhof wird nicht mehr besucht.
4. HEIMATWELT
Carceri V ist eine Welt aus Felsen und Ketten. Sie liegt am Rande eines ionischen Sturms und hat keinen natürlichen Hafen. Das Klima wechselt zwischen brütender Feuchtigkeit und sengender Dürre. Die Kontinente sind von Gebirgsmassiven durchschnitten, deren Steigungen manche Wanderung zu Märtyrien machen. Das Imperium errichtete hier nicht eine Kolonie, sondern ein Gefängnis — weil kein anderer Ort so isoliert, so unbarmherzig und so schwer zu verlassen war. Menschen, die aus der Gesellschaft entfernt werden mussten, kamen hierher. Generationen lebten in unterirdischen Zellen und in Arbeitslagern an der Oberfläche. Sie lernten, mit Felsen zu arbeiten. Sie lernten, Wasser aus Stein zu pressen. Sie lernten, nicht zu fliehen, weil es keinen Platz gibt, wohin man fliehen könnte.
Das prägte den Charakter: zäh, ohne Hoffnung, gewaltsam unter Druck. Die Menschen von Carceri V wissen, dass die Welt nicht will, dass sie leben. Sie sind auf der Welt, weil sie bestraft werden. Das macht sie treu oder böse — beides zugleich. Sie verachten Schwäche, weil Schwäche hier eine Todesstrafe ist. Sie akzeptieren Autorität, weil Autorität das Einzige ist, was sie von völliger Anarchie bewahrt.
Der Nachteil, den sie mitbringen
Soldaten von Carceri V können nicht verstehen, dass andere Menschen Hoffnung haben. Sie vertreten die Ansicht, dass jeder Mensch außerhalb ihrer Welt gelogen hat oder an sich selbst gelogen hat. Sie sehen Kooperation nicht als Freundschaft an, sondern als temporäre Waffenstillstände. Das kostete das Regiment schwer, als es auf der Welt Korvas mit lokalen Häuptlingen verhandeln sollte. Die Picker-Soldaten beschimpften sie, weil sie nicht begriffen, dass Frieden unmöglich war. Sie fügten einen lokalen Häuptling hin. Der lokale Aufstand, der folgte, ließ 73 Mann fallen — ohne Treffer beim Feind. Der Kommissar unter Oberst Kess hätte zwei Dutzend Soldaten dafür exekutiert. Er tat es nicht. Er schrieb nur ins Logbuch: Carceri V verlernt nicht, nur mit der Welt selbst zu kämpfen.
5. REGIMENTSKULTUR
Die Kaserne — oder was von ihr übrig ist, denn viele Truppenquartiere sind nur noch Zeltstoff und Proviantlisten — riecht nach Öl, Schweiß und Pulverdampf, denen der Munitorum-Alkohol überlagert: billiger, giftiger Brennstoff, den man nicht trinken sollte, aber trinkt, weil es die Alternative zur Nüchternheit ist. Die Arbeiten werden im Schweigen verrichtet. Reparatur, Reinigung, Munitionskontrolle — alles ohne Gesang, ohne Geplauder. Es gibt einen Marsch-Gesang, aber keinen Arbeitschor. Der Grund ist einfach: Die Picker lernte auf Carceri V zu schweigen.
Die Superstition ist hartnäckig. Jeder Panzer hat einen Namen — nicht den des Panzerkommandanten, sondern den des Soldaten, der ihn zuerst beritt. Manche Mannschaften sprechen zu ihren Maschinen, als wären sie Mitgefangene. Sie sagen, dass das Eisen antwortet. Der Oberst untersagt es nicht mehr. Die Priester der Ecclesiarchie protestieren, aber die Soldaten der Picker haben keine Zeit für die Seele — nur für das, was am Leben erhält.
Die Toten werden verbrannt, wenn es Zeit gibt. Wenn es keine Zeit gibt, werden sie auf dem Schlachtfeld gelassen. Es gibt kein Ritual dafür; es gibt nur das stumme Verständnis, dass der Tote nicht mehr kämpfen wird und daher nicht mehr existiert. Man weint nicht. Man erzählt nicht von ihm. Man spricht seinen Namen kein zweites Mal.
Die Branntweinration wird allein getrunken, nicht geteilt. Das ist das einzige Recht, das ein Soldat behält.
Das Kommissariat
Die Kommissare der Picker sind gefürchtet, aber nicht hastig. Sie wissen, dass eine Muterei unter solchen Leuten möglich ist — es sind Verurteilte, immerhin. Doch sie wissen auch, dass die Angst vor dem Kommissar geringer ist als die Angst vor der Heimat, aus der sie kamen. Der Kommissar ist bekannt. Der Kommissar hat Gründe. Das ist besser als die Willkür des Gefängnisses. So haben die Picker eine stumme Übereinkunft mit ihren Kommissaren: Der Kommissar exekutiert niemanden ohne Grund, und der Soldat gehorcht, auch wenn der Grund fragwürdig ist. Zweimal versuchte ein Kommissar, diesen Pakt zu brechen — beide Male verschwand der Kommissar. Ein Schuss, nachts, kein Körper gefunden. Der nächste Kommissar verstand die Botschaft.
Dienstgrade
| Munitorum-Rang | Lokale Bezeichnung | Anrede |
|---|---|---|
| General | Der Oberbefehlshaber | Befehlshaber |
| Colonel | Oberst | Oberst |
| Major | Gefängnis-Magister | Magister |
| Captain | Zellenführer | Hauptmann |
| Lieutenant | Wärterin / Wärter | Leutnant |
| Sergeant | Unteroffizier | Feldwebel |
6. GLIEDERUNG UND EINZELREGIMENTER
Aufbau
Die Romy Picker 407. war nach Gründung ein gepanzertes Regiment von drei Panzerkompanien: je eine Leman-Russ-Kampfkompanie mit neun Panzern, dazu Begleitinfanterie, Pioniere und Servicepersonal. Die dritte Kompanie war spezialisiert auf schwere Panzer und Feuerunterstützung. Dazu kam eine kleinere Infanteriekompanie für Grenzsicherung. Insgesamt 89 Kampfmaschinen; 1.200 Personal. Die derzeitige Verfassung ist: zwei erhaltene Panzerkompanien mit je fünf und acht betriebsfähigen Panzern; eine Mischkompanie aus Trümmerstücken und Feldbauten; 340 Überlebende, darunter 23 Infanteristen. Das Regiment existiert nur noch auf Papier und im Willen der Kommissare, es am Leben zu erhalten.
Die einzelnen Regimenter
Die Erste Kompanie — „Die Zunderträger" (Panzerkompanie, Leman-Russ-Kampfpanzer). Kommandant: Kapitän Herovann Thesck — grauer Schädel, fehlender linker Finger bis zum Knöchel, trägt ein Boltergeschoss an einem Riemen um den Nacken als Glücksbringer. Einzige bekannte Tat: rettete eine Infanteriegruppe unter Feuer, obwohl sein Panzer bereits beschädigt war. Derzeitiger Status: acht Panzer betriebsfähig, viermal im Laufe dieser Jahre zerstört und wieder aufgebaut.
Die Zweite Kompanie — „Die Kettenreste" (Panzerkompanie, gemischte Typen). Kommandant: Hauptmann Verlaine Cobb (dritte Aushebung der 407., erbt den Namen von zwei toten Vorgängern) — breitschultriger Offizier mit rituellen Narben auf dem Gesicht, weil sie alle Offiziere von Carceri V tragen. Ihr Panzer wurde auf Korvas getroffen und ist seitdem teilweise mit handgefertigten Elementen repariert. Status: fünf Panzer, zwei davon nur bedingt fahrtüchtig.
Die Dritte Kompanie — „Die Schattensoldaten" (Infanterie und Feldunterstützung). Kommandant: Feldwebel Marcus-Null (keiner erinnert sich an seinen Namen vor der Aushebung, alle nennen ihn so). Kleine, graue Augen; trägt ein abgenutztes Munitorum-Gewehr mit eingeritzten Markierungen. Die Kompanie wurde zuletzt komplett aufgefüllt, verlor aber 18 der 23 Soldaten beim Rückzug von der Votann-Verteidigungslinie. Sie ist praktisch aufgelöst, existiert aber noch im Munitorum-Register.
7. KOMMANDOSTAB
Oberst Mathis Kessner — Ein schmächtiger Mann Mitte Sechzig, braun gebrannt, mit einer Narbe über dem rechten Auge, die nie wirklich verheilt ist. Er trägt eine alte Panzerfaust an seinem Gürtel — nicht als Waffe, sondern als Symbol, weil er sie dem ersten Warboss abnahm, gegen den sein Regiment kämpfte. Kessner war ein regulärer Offizier der Imperiale Garde, bis er einer Befehlshaber widersprach und selbst als Soldat zur Strafe versetzt wurde. Hier auf Carceri V fand er Menschen, die schlimmer bestraft waren als er. Das machte ihn hart, nicht bitter. Er schickt sie in den Tod, aber er gedenkt auch ihrer. Einmal — nur einmal — weigerte er sich, einen direkten Befehl des Oberkommandos auszuführen, weil er die Picker sparen wollte. Der Kommissar hätte ihn exekutiert. Stattdessen liess der Lord-Kommissar die Angelegenheit liegen. „Die Picker sind verlorene Schafe. Sie brauchen einen Hirten, nicht einen Schlachter. Kessner versteht das. Lasst ihn gewähren."
Kessner sagte nachher nur: „Wenn ich sterbe, sterbe ich richtig."
Kommissar (Senior) Velstin Hark — Kahl, muskulös, mit stahlblauen Augen und einer tätowierten Litanei auf dem rechten Unterarm, die ein Befehl des Commissariat ist: „Keine Gnade für Zweifel." Der Bolter an seiner Hüfte ist nicht nur Waffe — er ist das Symbol seiner Autorität. Hark war selbst Häftling auf Carceri V, bis der Commissariat ihn umdeutete: Lieber ein ehemaliger Verbrecher als Kommissar über Verbrecher, dachte man. Hark nimmt das ernst. Er exekutiert, wenn Disziplin geboten ist, aber er exekutiert nicht leichtfertig. Er kannte einige der Männer, die er töten musste. Das nagt an ihm, aber er zeigt es nie. Einmal, während eines Sturms, hörte ihn Kessner allein in der Zeltstadt weinen. Am nächsten Morgen war der Kommissar wieder kühl wie Eis. „Tränen sind Luxus. Ich leiste mir keinen."
Techmarine Serek Morne (Enginseer vom Adeptus Mechanicus) — Ein alter Mann, halb Fleisch, halb Metall, mit Servoarmen statt Händen und einer Schädeldrohne, die immer über seiner Schulter schwebt. Morne wurde vor fünfzehn Jahren dem Regiment zugeteilt und wurde hier gefangen wie alle anderen. Er repariert die Panzer nicht aus Pflicht — er repariert sie aus Liebe. Die Kriegsmaschinen sind seine Familie; die Soldaten sind nur die Wesen, die sie fahren. „Der Maschinengeist kennt keine Gnade, aber er kennt Langlebigkeit. Wir auch."
Angehängtes Personal
| Klassifizierung | Anzahl |
|---|---|
| Kommissare (gesamt) | 4 |
| Ecclesiarchie (Priester, Prediger, Akolythen) | 12 |
| Medizinisches Personal (Feldchirurgen, Sanitäter) | 6 |
| Adeptus-Mechanicus (Enginseer, Skitarii) | 3 |
| Sanctionierte Psyker | 1 |
| Ogryn-Hilfsgruppen | 2 (insgesamt 8 Individuen) |
Die Reibung sitzt zwischen den Kommissaren und Kessner: Der Oberst will die Picker sparen, die Kommissare wollen Disziplin erzwingen. Die Mediziner finden nicht genug Vorräte. Die Ecclesiarchie betet für Tote, während die Soldaten sie verbrennen. Der eine Psyker ist praktisch wertlos — ein sehr schwacher Telepath, der unter Warpstürmen zusammenbricht. Die Ogryn sind loyal bis zur Idiotie; man kann ihnen keine komplexe Befehle geben, aber sie werden in Schützengruben stehen, bis man sie tötet.
Die Regimentsstandarte
Die Standarte der Romy Picker 407. ist ein zerfetztes Ding aus Seide und Plaststahl, auf dem ehemals die Aquila des Imperiums gold gestickt war. Das Gold ist jetzt braun von Blut und Ruß. Die Seide ist zerrissen; eine ganze Ecke fehlt seit der Belagerung von Corvas. Darunter sind sieben Ehrenstreifen festgenäht: jeder für eine Schlacht, in der das Regiment nicht aufgelöst wurde. Der älteste ist M38.7 — der von Kassid-Hügel, wo Romy Picker ihren Arm verlor. Die neuesten sind M40.1 und M40.2. Die Standarte wird von einem jungen Leutnant getragen — Vin Cort, zwanzig Jahre alt, verbannt weil er seinen Befehlshaber ohrfeigte. Er ist stolz und feige zugleich: stolz auf die Farben, feige vor dem Tod. Die Standarte wurde fast verloren, als die Zweite Kompanie in einen Hinterhalt geriet; Cort hielt sie mit dem bloßen Körper, während zwei Soldaten ihn schützten. Er überlebte mit Brandwunden über der linken Seite. „Ich werde sie nächstes Mal fangen lassen," sagte er danach. Der Oberst antwortete nicht.
8. DER MAKEL
Im Jahr M40.3 wurde die Romy Picker unter das Kommando der Befehlshaber Titus Vole gestellt, der den Namen hatte, eine „Disziplinierungsoperation" unter mehreren Regimentern durchzuführen. Vole war ein Karrierist ohne Gnade und ohne Gehirn. Er ließ die Picker eine sinnlose Festung sturmreif schießen, weil ein Koordinatenfehler des Scriptor sie dorthin befahl. Zweihundert Soldaten starben. Die Festung war leer. Vole schrieb in seinen Bericht: „Die Picker haben ihre Aufgabe mit Eifer erfüllt, leiden aber unter chronischer Disziplinlosigkeit. Sie sollten nie wieder neben anderen Regimentern stationiert werden."
Der Bericht kam im Administratum an. Der Scriptor, der ihn las, war zufrieden — ein Problem wegdefiniert. Jetzt, Jahre später, ist die Romy Picker überall auf den Schwarzen Listen. Andere Regiment weigern sich, neben ihnen in den Schützengruben zu liegen. Die Picker werden als Unglücksbringer angesehen. Sie sind verdammt mit dem Namen die Ausgestoßenen.
Im Alltag zeigt sich der Makel so: Wenn die Picker an einem Außenposten ankommen, verlassen andere Regimenter den Platz. Die Verpflegung, die bestellt wird, kommt nicht an — „Lieferungsirrtum", heißt es. Wenn ein anderes Regiment in Sichtweite liegt, wird auf keinen Fall ein Soldat der Picker hinüber gehen; die Offiziere anderer Regimenter haben befohlen, auf Sicht zu schießen. Im Kampf selbst ist es schlimmer. Die Picker werden ohne Unterstützung gelassen. Artilleriestöße, die hätten kommen sollen, treffen daneben. Munition wird nicht nachgeführt. Die Kommandanten anderer Regimenter sprechen von „Voles Verdammnis" — und meinen, dass die Picker verdient haben, was ihnen passiert.
Kessner weiß das. Vole ist längst tot (in einem nebulösen Bericht heißt es: „Kampfverlust bei Ergattung der Ordnung"), aber Voles Worte bleiben. Die Picker kämpfen, während die ganze Astra Militarum zuschaute und hoffnungsfroh wartet, dass sie endlich aufgelöst werden.
Ein Fehler des Munitorum
Im Jahr M38.8 — zwei Jahre nach Gründung der 407. — orderte das Departmento Munitorum Munition für die Panzer: Hochsprenggeschosse, Standard, für Leman-Russ-Kampfpanzer. Ein Schreiber — später wurde nie herausgefunden, wer — transponierte eine Ziffer. Die Munition kam an: richtige Menge, aber für einen anderen Panzertyp. Die Pickle konnte damit nicht schießen. Statt die Lieferung abzulehnen, befahl der damalige Oberst, die Geschosse umzubauen — Feldhandwerk statt Werksstandard. Neun Panzer explodierten im Laufe des nächsten Jahres durch Zündfehler. Neuniundachtzig Männer und Frauen starben, viele von ihnen am Boden liegend, weil die Panzer ihren eigenen Munition nicht trauten. Ein Nachforschungsbericht wurde eingereicht, nicht beantwortet. Jetzt, M41, schickt das Munitorum immer noch falsche Munition — manchmal absichtlich, manchmal aus alter Gewöhnung. Die Pickle hat gelernt, alles zu überprüfen, bevor sie schießt. Das kostet Zeit, die sie nicht hat.
9. FELDZÜGE
Kampagne: Die Belagerung von Kassid (M38.7–M38.9, 20 Monate)
Ort: Welt Korvas IV (Agrarwelt, Segmentum Pacificus). Gegner: Symbiontenkult (lokale Brood-Warbands). Dauer: 20 Monate.
Die 407. wurde zum Einsatz beordert, um eine lokale Rebellion zu unterdrücken, die als Cult Infestation Status: Niedrig klassifiziert war. Der tatsächliche Feind war viel größer. Die Symbiontenkulte auf Korvas IV hatten bereits zwei Hive-Komplexe unterwandert. Die Picker wurde zusammen mit dem 56. Karthveiner Schützen und Teilen der 203. Halle-Drachen aufgestellt. Die kombinierten Kräfte wurden unter das Kommando des Oberst Kessner gestellt.
Der Kampf war kein Kampf — er war Zermürbung. Die Kultisten vergruben sich in den unterirdischen Arbeitsschächten der Hive und zogen die Armeen in lange, blutende Scharmützel. Jeder Meter kostete Leben. Die Picker, gerade aufgestellt, verlor 340 Soldaten in den ersten zwei Monaten. Der Kommissar unter Kessner — ein damals noch junger Mann namens Vellish — schrieb: „Sie kämpfen ohne Hoffnung. Das ist gut. Das ist soldat-artig."
Die Belagerung endete mit einem Pyrrhus-Sieg. Die Kultisten wurden nicht besiegt — sie zogen sich tiefer in die Schächte zurück. Die Oberflächensiedlungen wurden als „gesichert" erklärt. Jeder weiß, dass die Symbiontenkulte immer noch dort unten sind.
Nachher wurde die Battlegroup aufgelöst. Die 56. Karthveiner wurden mit Ehrenzeichen zur Schmieder-Welt befördert. Die 203. Halle-Drachen wurden umgruppiert. Die Picker blieben — offiziell, um die „neu gesicherten" Territorien zu halten; tatsächlich, weil sie zu geringen Verlusten litten und daher nicht als kämpfstark angesehen wurden. Sie hassten die Karthveiner seitdem, obwohl niemandem ein konkreter Grund bewusst war.
Kampfverluste: 340 / 1.200 = 28% Personalausfälle. 7 Panzer zerstört (Kampf + Materialfehler).
Kampagne: Der Sturm von Cassandra-Punkt (M39.4–M40.1, 9 Monate)
Ort: Raumstation Kassandra-Punkt (Orbitalanlage, Segmentum Pacificus). Gegner: Chaos Space Marines (Chapter unbekannt). Dauer: 9 Monate.
Die Picker wurde als gepanzerter Kern einer Expedition aufgestellt, um eine imperiale Raumstation von Chaos Space Marines zurückzuerobern. Das war ein Fehler. Panzer sind Waffen der offenen Flächen; in einer Raumstation sind sie Hindernisse. Trotzdem wurden sie verladen. Die Station war ein Labyrinth aus Korridoren und Energieschächten. Der erste Tag verschlang fünf Panzer — nicht im Kampf, sondern durch Druck-Fehler und Navigationsfehler. Die Infanterie rückte auf Zufuß vor, während die Panzer unbrauchbar wurden.
Die Schlacht war wechselnd. Die Chaos Marines waren klein an Zahl, aber jeden einzelnen musste man elfmal treffen, um ihn zu töten. Die Picker verlor unter Oberstleutnant Jave Tanner (später Oberst, jetzt tot) mehr als 400 Soldaten in einem Monat. Die Chaos Marines verschwanden dann plötzlich in den Warp — nicht besiegt, nicht geflohen, sondern einfach weg. Die Station wurde „freigegeben."
Hier änderte sich die Sicht auf die Picker. Sie hatten die Station gebunden, während andere Regimenter anrückten. Sie hatten ohne Hoffnung gekämpft. Andere Regimenter begannen, sie zu beachten. Die Kameradschaft war kurz. Nach der Station wurde die Battlegroup wieder aufgelöst. Die Picker wurden zur nächsten Welt versetzt. Neun Monate später kam der Bericht von Oberst Vole — und mit ihm der Beginn des Banns.
Kampfverluste: 403 / 1.200 = 33% Personalausfälle. 8 Panzer verloren. Kameradschaft mit anderen Regimentern dauerte 2 Wochen nach Kampfende.
Kampagne: Die Votann-Linien (M40.7–M41.1, Dauerhaft)
Ort: Verschiedene Welten im Pacificus (Industrie-, Handels- und Agrarwelten). Gegner: Konglomerate der Votann (Abschnitt: Ligen von Votann). Dauer: 5 Monate, dann Dauerbaustelle.
Die Picker wurde gegen die Votann eingesetzt — eine Kampagne, die nie enden sollte. Die Votann sind Maschinenkrieger, gepanzert wie Daemon-Maschinen, und sie kämpfen wie eine Intelligenzform, die niemals verstummt. Die Picker hatte keine Chance gegen sie. In fünf Monaten verlor sie 289 Soldaten und 14 Panzer. Ein kompletter Panzerzug kollabierte unter Neutronenlanzenbeschuss.
Dann kam der Befehl, verstärkt zu werden. Das Regiment wurde mit einer neuen Aufstellung zusammengesetzt — nicht aus Freiwilligen, sondern aus einer Zweit-Lieferung von Gefangenen aus Carceri V. Das Regiment verband sich nicht mit den Neuen. Die Alten hielten die Neuen für Glücksbringer oder Verräter. Die Spannung war konstant.
Hier, auf den Votann-Linien, ist das Regiment immer noch. Es existiert in Form, aber nicht in Realität. Die Soldaten wissen nicht mehr, ob sie noch kämpfen oder nur noch so tun, als ob sie kämpfen. Die Befehle kommen von irgendwo. Die Munition kommt an — manchmal falsch, manchmal zu spät. Der Oberst — immer noch Kessner, älter, stiller — arrangiert Kampagnen, die in keinem Archiv stehen. Die Kommissare schreiben, aber niemand liest. Das Regiment ist verloren.
Kampfverluste: 289 / 1.200 = 24% Personalausfälle. 14 Panzer verloren. Drei Veteranen-Panzerkommandanten starben unter Scharfschützenbeschuss. Verstärkung mit 280 neuen Soldaten aus Carceri V, M41.0 (Verschmelzung mit Überresten der 406. Aufstellung — formal noch separate Einheit, praktisch vollständig integriert).
10. DESIGN-BIBEL
- Uniform: Feldgrau mit roten Achselstücken. Die Grundfarbe stammt aus den Gefängnisuniform von Carceri V — Feldgrau war die Farbe der Haft. Das Rot wurde hinzugefügt, um sie von Gefangenen zu unterscheiden. Im Feld ist die Uniform ausgebleicht und zeigt Flecken; niemand versucht, sie sauber zu halten. Alle Soldaten tragen unter dem Uniformrock ein Stück Gefängniskette als Fetisch.
- Helm und Silhouette: Der schwere Carceri-Helm — ein stilisierter Gefängnis-Schutzhelm mit breiter Krempe und seitlichen Klapprn. Auf 50 Metern ist ein Picker-Soldat an der Helmform erkennbar. Der Helm hat keine Rangabzeichen — Abzeichen werden auf Armband und Brust getragen.
- Abzeichen und Dienstgrade: Rote und weiße Stofffähnchen am linken Oberarm, nummeriert für Rang. Der Oberst trägt ein viereckiges Tuch mit Goldrand. Ein Feldwebel trägt drei Punkte. Ein gewöhnlicher Soldat trägt den Namen — den Gefängnisnamen, nicht den Geburtsnamen — auf einer Metallmarke auf der Brust.
- Fahrzeugmarkierungen und Nummern: Weiße Ziffern auf schwarzem Untergrund. Jeder Panzer trägt seine operative Nummer (1–41), keine Namen. Einige Panzer haben informelle Markierungen der Besatzung — Keine Gnade, Brennende Asche, Der Letzte Tag* — aber diese sind nicht offiziell. Die Seiten der Panzer sind mit Kratzern, Splittern und Brandflecken bedeckt; niemand repariert die Lackierung.
- Die Regimentsstandarte: Zerrissene Seide, Blutflecken, Ehrenstreifen. Die Aquila ist kaum noch sichtbar. Sieben Streifen hängen herunter.
- Drei Dinge, die immer schmutzig sind: Der Boden jedes Panzerinnenraums — Öl, Kartenhülsen, verbrauchte Laserpatronen sammeln sich. Die Schuhe der Infanteristen — tiefbraun von Carceri-Regolith, nie ganz entfernt. Das Kommissars-Bolter — Staub, Schießpulverrauch, gelegentlich noch Blut von letztem Einsatz.
- Farbpalette:
- Feldgrau 7 – Basis-Uniformfarbe
- Rot 23 – Achselstücke, Rangabzeichen
- Weiß 1 – Fahrzeugmarkierungen
- Schwarz 9 – Helm-Innenraum, Panzerleibliche Flächen
- Verbranntes Orange – Kampfspuren, Panzer-Verschleißflecken
HINWEIS: Dieses Regiments-Dossier wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.
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