HINTERGRUND · WELTEN

Kholvarr-Ryzia

Anvil of War

Beschreibung

Kholvarr-Ryzia liegt am Rand eines toten Sternhaufens, dessen ausgebrannte Sonnen als Wegmarken für die Konvois dienen, die von Ryza her über drei Warpsprünge Erzbarken und geweihte Baupläne bringen; die nächste Flottenstation liegt hinter einem Grab aus treibenden Schlackeasteroiden, das jeden unangemeldeten Ankömmling in Stücke reißt, ehe er die Verteidigungsbatterien überhaupt sieht. Die Welt selbst ist ein einziger Kontinent aus erstarrter Lava, überzogen von Manufactorum-Türmen, die tiefer in den Planetenkern reichen als sie über ihn hinausragen. Die Primus-Stufe ist keine Auszeichnung, sondern Schuldschein: Kholvarr-Ryzia liefert jedes Jahrzehnt eine festgelegte Quote vollständiger Titanenchassis an das Mechanicum ab, und bliebe diese Quote zweimal in Folge aus, würde ein Exterminatus-Bereitschaftsdekret des Administratum die Welt zur Neubesiedlung freigeben — ein Schicksal, das drei Fabricatoren vor der jetzigen Herrscherin mit rituellem Selbstmord im Schmelzofen vorwegnahmen, um es nicht mitanzusehen. Was diese Welt und keine andere herstellt, ist der sogenannte Ryzianische Doppelkern, ein Plasmareaktor-Zwilling, dessen zwei Herzen sich gegenseitig stabilisieren, wodurch Titanen von hier auch nach schwerem Rumpfschaden nicht in die Kernschmelze fallen, sondern nur „lahmen“ — ein Detail, das andere Schmiedewelten seit Jahrhunderten zu kopieren versuchen und dabei regelmäßig ganze Gießhallen verlieren. Die Legio Crucius unterhält hier eine ständige Abordnung, ein gepanzertes Quartier tief in der sogenannten Kriegertrift, wo ihre Prinzeps ihre neu geweihten Maschinen einfahren, ehe sie zurück nach Ryza verlegt werden; man erkennt ihre Manipel an den roten Streifen, die sie noch im Rohgussstadium in die Panzerung ätzen lassen. Die Bevölkerung besteht fast ausschließlich aus Rängen, die selbst schon halb Maschine sind; wer als Mensch geboren wurde, verbringt sein erstes Jahrzehnt in den Menial-Kasematten der Erzverhüttung, ehe er entweder zum Tech-Priester erhoben oder als Rohmaterial für die Servitorenlinien registriert wird. Über der Welt hängt ganzjährig ein Schleier aus Verbrennungsgasen, durch den die Sterne nur als rötliche Flecken sichtbar sind — ein Anblick, den kaum jemand hier je bewusst wahrnimmt, weil die Türme keine Fenster haben.