4. Thorvalder Artillerieregiment

„Striche messen, Zeit messen, treffen, zählen: zwölf von zwölf, und keines schweigt, bis wir es sagen.“

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Geschichte: Die letzte Schicht

Kerndaten

RegimentstypArtillerieregiment – Basilisken und Mörser, kämpft nie auf Sichtweite
Munitorum-KennungTH-ART-04/962
HeimatweltThorvalde
Sollstärke1.100
Ist-Stärke7 Rohre (Stand 06.01.963.M41, Zahl in Köpfen nicht geführt)
LoyalitätsstatusLoyal
HerkunftEigene Erfindung

Die Säulen

Die Entfernung ist Wahrheit

Was man nicht in Strich und Flugzeit ausdrücken kann, existiert für das Regiment nicht. Ein Ziel ohne Zahl ist kein Ziel, sondern ein Gerücht, und auf Gerüchte wird kein Rohr gerichtet.

Das Rohr zählt mehr als der Mann dahinter

Zwölf Rohre sind eine Abteilung, elf sind ein Verlust, der gemeldet werden muss. Das Regiment trauert leiser um einen Richtschützen als um eine Basilisk, und es sagt das niemandem, der nicht schon selbst darauf gekommen ist.

Vorausbeobachtung ist kein Zusatz, sie ist die Waffe

Ohne den Strich vom Deich schießt kein Rohr richtig, und wer die Beobachtungsnische verlässt, verlässt die Front, auch wenn er nie einen Gegner sieht.

Man schießt, was befohlen ist, auch wenn die Platten leer sind

Sechzehn Salven auf Kuppe, Platten und Senke gelten als Gefecht, solange der Schießplan es so nennt. Das Regiment zweifelt nicht am Plan, es zählt nur, was der Plan kostet.

Weitere Kerndaten

AngabeWert
Militarum Regimentum44. Armeekorps auf Halbreth
RufnameDie Rohrzähler
Herkunft des NamensVerdient im Mai 962.M41 am Strom Marrach, als Oberstleutnant Hollweg nach dem Verlust von zwölf Basilisken in einer Minute vom Deich aus laut die Rohre zählte, statt sie zu beweinen; der Name blieb am Regiment hängen, nicht am Mann
RegimentstypArtillerie (Basilisken, kein Gefecht auf Sichtweite)
Gründungca. 804.M41
Tithe-StufeSolutio Tertius Extremis

Aushebung, Heimatwelt & Kultur

Aushebung und Tithe

Das Regiment wurde nicht als Nothebung aufgestellt, sondern im regulären Zehnt Thorvaldes, der Welt der Industrie und Flugplätze, die ihren Anteil am 44. Armeekorps mit vier Verbänden stellt. Die Rekrutierung läuft über die Werksbelegschaften der Geschützfabriken: Wer ein Rohr gegossen hat, wird bevorzugt für das Bedienen eines Rohres ausgewählt, eine Logik, die der Planetengouverneur gern vorrechnet, weil sie wie Sorgfalt aussieht und in Wahrheit nur Nähe zur Produktionslinie ist. Verfehlt die Welt die Sollzahl, die Ausbildung oder die genetische Reinheit der Rekruten, steht der Gouverneur selbst vor einem Kapitalverfahren, und so schickt Thorvalde seine besten Richtschützen nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Angst um den eigenen Kopf. Die Artillerie gilt dabei als Prestigewaffe der Welt und bekommt entsprechend gutes Personal, was die chronische Unterbesetzung der Verbände im Feld umso bitterer macht.

Was die Heimatwelt verlor

Thorvalde verlor mit dem 4. Artillerieregiment einen ganzen Jahrgang seiner Rohrgießer, jener Männer und Frauen, die die Länge einer Basilisken-Kanone allein am Klang beim Abkühlen prüfen konnten, ohne Messgerät. Die Werkshalle Drei der Geschützgießerei hat seit der Aushebung keinen vollständigen Gießtrupp mehr, nur noch Lehrlinge, die das Hören erst wieder erlernen müssen. Mit ihnen ging auch das Abendlied der Gießer verloren, das nur gesungen wurde, wenn ein Rohr beim ersten Guss hielt, es wird seit der Aushebung auf Thorvalde nicht mehr gesungen, weil kein Gießtrupp mehr vollständig genug ist, es im Chor zu tragen.

Die Heimatwelt

Thorvalde ist eine zivilisierte Industriewelt mit ausgedehnten Flugplätzen, Walzwerken und Geschützgießereien, deren Himmel über den Werksbezirken dauerhaft grau vom Hochofenrauch steht. Die Gesellschaft gliedert sich entlang der Produktionslinien: Wer eine Maschine bedient, gehört zu ihr, nicht zu einem Viertel oder einer Familie, und diese enge Bindung an Gerät und Verfahren macht die Thorvalder zu geborenen Artilleristen, Panzerbesatzungen und Technikern. Die Kinder lernen Entfernungen in Werksmaßen, bevor sie lesen, weil jede Fertigungsstraße nach Strecke und Toleranz getaktet ist. Disziplin bedeutet auf Thorvalde zunächst Verfahrenstreue: eine Reihenfolge einhalten, eine Zahl nicht runden, eine Messung wiederholen, bis sie viermal stimmt. Diese Mentalität überträgt sich unmittelbar auf den Dienst an der Basilisk, wo dieselbe Haltung über Treffer und Fehlschuss entscheidet.

Der Nachteil, den sie mitbringen

Thorvalder Soldaten vertrauen einer Zahl mehr als einer Beobachtung, die nicht in Zahlen vorliegt, und genau das hat das Regiment im Mai 962.M41 Verluste gekostet: Als der Gegner am Deich N5 nicht antwortete, schloss die Abteilung aus den Erfahrungswerten des Schießplans, dass drüben nichts stehe, und verlegte nach Plan 1.200 Meter nach Süden, ohne die Stille selbst als Information zu werten. Leutnant Oberdorfs sechs Korrekturen auf die Platten am Hang hatten ebenfalls nichts getroffen, und das Regiment buchte dies als Problem der Munition, nicht als Hinweis auf ein Ziel, das sich absichtlich unsichtbar hielt. Bei der vierten Salve aus der neuen Stellung kamen zwölf Treffer von drüben, steil und ohne vorherigen Laut, alle zwölf Rohre in derselben Minute. Hollwegs Leute hatten der Zahl geglaubt und der Stille nicht.

Regimentskultur

Der Dienst folgt einem engen Takt aus Messen, Melden, Schießen, Zählen, und die Disziplin wirkt auf Außenstehende seltsam unmilitärisch, weil sie eher der einer Fabrikschicht gleicht als einem Exerzierplatz. Der Arbeitsgesang der Rohrmannschaften, das „Lied der zwölften Minute“, zählt in seinen Strophen rückwärts von zwölf auf eins, ein Rohr pro Zeile, und endet immer mit der gleichen Zeile, egal wie viele Rohre an diesem Tag wirklich geschossen haben. Ein Aberglaube, den die Offiziere seit Jahren aufzugeben versuchen, hält sich hartnäckig: Niemand nennt die Anzahl der eigenen Rohre laut, bevor nicht alle zwölf einer Abteilung gemeldet haben, aus Furcht, das Nennen einer zu niedrigen Zahl ziehe den nächsten Volltreffer an. Auf den Stellungswagen hinter den Weiden riecht es nach Kordit, nassem Leder und dem Öl der Richtkreise, und das Hintergrundgeräusch ist nicht Stille, sondern das Ticken der kühlenden Rohre nach jeder Salve. Den Schnapsanteil verwenden die Mannschaften selten zum Trinken, sondern zum Reinigen der Optiken, was jeder Vorgesetzte weiß und keiner unterbindet. Gefallene werden, wenn Zeit bleibt, am Fuß des Deichs begraben, das Rohr, an dem sie dienten, in die Erde geritzt; ist keine Zeit, trägt der nächste Richtschütze seinen Namen auf der Verschlusskappe weiter, bis die Kappe selbst verloren geht.

Das Kommissariat

Die Artillerie des Regiments hat nach den vorliegenden Berichten nie einen eigenen Kommissar gestellt, sie wird im Feld nur gelegentlich von Kommissaren des Korps besucht, die rasch wieder abreisen, weil es an den Rohren wenig zu beaufsichtigen gibt, das sich einer Pistole widersetzen würde. Das Regiment hat mit dieser Distanz Frieden gemacht: Man fürchtet das Kommissariat nicht, man ignoriert es höflich, solange die Zahlen stimmen, und die Zahlen stimmen fast immer, weil sie von Thorvaldern geführt werden.

Dienstgrade & Gliederung

Dienstgrade

Dienstgrad Werksherr

Beschreibung

Munitorum-Rang: General · Anredeform: „Werksherr“

Dienstgrad Rohrmeister

Beschreibung

Munitorum-Rang: Oberst · Anredeform: „Meister“

Dienstgrad Schichtführer

Beschreibung

Munitorum-Rang: Oberstleutnant · Anredeform: „Schichtführer“

Dienstgrad Vormesser

Beschreibung

Munitorum-Rang: Leutnant · Anredeform: „Vormesser“

Dienstgrad Taktgeber

Beschreibung

Munitorum-Rang: Unteroffizier · Anredeform: „Taktgeber“

Dienstgrad Gießerhand

Beschreibung

Munitorum-Rang: Soldat · Anredeform: „Hand“

Aufbau

Das 4. Thorvalder Artillerieregiment war auf 48 Basilisken ausgelegt, eine Abteilung zählt drei Batterien zu vier Basilisken, also zwölf Rohre, dazu Munitionskolonnen, Beobachtungstrupps und die Werkstattzüge der Instandsetzung; die Sollstärke von 1.100 Mann verteilte sich entsprechend auf Geschützbedienungen, Fahrer, Beobachter und Stab. Am 22.09.962.M41 führte der Fahrplan Furt der Korpsintendantur das Regiment noch mit 36 Basilisken und 36 Munitionswagen, von 326 Fahrzeugen des ganzen Fahrplans. Nach den Verlusten der Rückführung über die Furt am 29.09.962.M41, 703 Mann und 29 Rohre, stand das Regiment im Stärkeblatt vom 06.01.963.M41 nur noch mit 7 Rohren, eine Zahl in Köpfen nennt kein erhaltenes Dokument. Die Abteilungen bestehen damit praktisch nicht mehr als geschlossene Einheiten, die sieben verbliebenen Rohre werden als eine einzige Behelfsbatterie geführt.

Teilregimenter

Name 46. Thorvalder Linienregiment

Rolle / Anmerkungen

Infanterie, in der Ablösungsgruppe B, Abschnitte N9 bis N12; der Kommandeur bleibt ungenannt. Das Regiment verlor am 29.09.962 bei der Rückführung 1.512 Mann.

Name 5. Thorvalder Panzerregiment

Rolle / Anmerkungen

gepanzert, unter Oberst Falkner, zweiundfünfzig Jahre alt, der am 27.09.962 auf dem Grat fiel. Die 2. Kompanie unter Hauptmann Ludger Rahlf steht seit dem 12.01.962 in Bereitschaft auf dem Deich bei N7.

Name 9. Thorvalder Luftlandestaffel

Rolle / Anmerkungen

Luftlandeeinheit, geführt von der Staffelführerin, mit 14 Valkyrien. Die Staffel flog am 26.12.962 Verwundete vom Kiesdach des Stadthospitals aus; vier der 14 Maschinen kehrten nicht zurück, seitdem hat sie zehn.

Kommandostab

Kommandostab

Name Oberstleutnant Ernst Hollweg

Beschreibung

Oberstleutnant Ernst Hollweg, fünfzig Jahre alt, von untersetzter Statur mit grauem Schnurrbart, führt sein Regiment grundsätzlich von einem Wagen hinter den Weiden aus, nie von vorn. An seinem Gürtel hängt ein abgewetztes Lederetui mit dem Richtkreis, den er vor Jahrzehnten selbst justiert hat und niemandem zur Reparatur gibt. Am 05.05.962.M41 zählte er vom Deich aus laut die Rohre nach dem Gegenschlag, zwölf von zwölf. Er sagte: „Einundvierzig Mann. Mit der Beobachterin und dem Funker.“

Nach dem 05.05.962.M41 wird Hollweg nur noch erwähnt, am 25.09.962 als „Hollwegs sechsunddreißig“; eine Meldung über sein Schicksal liegt nicht vor.

Name Leutnant Mareike Oberdorf

Beschreibung

Leutnant Mareike Oberdorf, siebenundzwanzig Jahre alt, Beobachterin, lag mit Scherenfernrohr hinter zwei Sandsäcken auf dem Deichkamm N5, 120 Meter nördlich der „Maßgabe“, des Leman Russ von Hauptmann Rahlf, der ihren Stand schützte. Ihr Wagen, ein Chimera ohne Bugwaffe mit Mast, stand in einer Nische der Deichrückseite. Sie sprach ausschließlich in Strichen und Flugzeiten, etwa 42 Sekunden auf 6.100 Meter, und gab bis zu ihrem Tod am 05.05.962.M41, 140 Meter nördlich der Nische, sechs Korrekturen auf ein Ziel, das nie getroffen wurde. „Ich habe die Korrektur sechsmal gegeben. Sie liegen immer daneben. Links, rechts, davor. Nie darauf.“, sagte sie nach der sechzehnten Salve zu Hauptmann Rahlf.

Angehängtes Personal

SpezialistenZahl
Beobachtungstrupps (Vorausbeobachtung)9
Instandsetzungstrupps (Mechanicus-Hilfspersonal)6
Sanitätshelfer11
Fahrer und Zugmaschinenpersonal36

Kein Kommissar, kein Priester und kein Tech-Priester ist der Artillerie namentlich zugeteilt; die Reibung zeigt sich, wenn Rohre instand gesetzt werden müssen, ohne dass ein Mechanicus-Vertreter die Reparatur segnet, was manche Richtschützen heimlich nachholen.

Die Regimentsstandarte

Die Standarte besteht aus einem geschwärzten Basiliskenrohr-Fragment, senkrecht montiert auf einem Eichenschaft, mit einem Tuchbanner darunter, auf dem die Zahl Zwölf in zwölffacher Wiederholung eingestickt ist, eine für jedes Rohr der Abteilung vom Mai 962.M41. Gefechtsauszeichnungen trägt sie keine im herkömmlichen Sinn, nur das gestickte Datum des 05.05.962.M41. Im Zuge der Rückführung über die Furt am 29.09.962.M41 wurde die Standarte beinahe mit einem brennenden Munitionswagen verloren, ein Fahrer riss sie im letzten Moment aus der Halterung, bevor der Wagen explodierte.

Der Makel

Der Makel

Die Unterbesetzung des Regiments ist keine abstrakte Eigenschaft, sondern das Ergebnis der Rückführung über die Furt am 29.09.962.M41, als 29 von 36 Rohren und 703 Mann in sechs Stunden verloren gingen. Die Korpsintendantur führte die Verluste des Regiments nach Ziffer siebzehn „nach Bedarf“ und rechnete sie in die 3.676 Ausfälle jener sechs Stunden ein. Seither wird das 4. Thorvalder Artillerieregiment mit sieben Rohren geführt, als sei das eine normale Ausstattung, und die Anforderung vom 04.10.962.M41 setzte für das Regiment 668 Mann an. Im Alltag zeigt sich der Makel darin, dass eine einzige Behelfsbatterie Aufgaben dreier Abteilungen übernehmen muss, und im Gefecht darin, dass ein Treffer auf eines der sieben Rohre nun ein Siebtel der Feuerkraft des gesamten Regiments auslöscht, nicht ein Zwölftel wie im Mai. Das Regiment sagt sich, es schieße eben „nach Bedarf“, wie Ziffer siebzehn der Ablösungsordnung es für die Artillerie ohnehin vorsieht, und macht aus der Formel eine Art Stolz. Andere Verbände des Korps sagen, wenn die Rohrzähler nicht dabei sind, das 4. Thorvalder sei „ein Regiment, das zählt, was ihm fehlt, und es trotzdem meldet, als wäre es vollständig“.

Ein Fehler des Munitorum

Nach Ziffer 17 der Ablösungsordnung wird die Artillerie „nach Bedarf“ geführt, nicht nach Fenster; trotzdem führte die Korpsintendantur die 41 Ausfälle vom Mai im Fenster 6 mit, das 95 Ausfälle des Korps zählte.

Bekannte Feldzüge

Feldzüge

Name Das Artillerieduell am Strom, 01. bis 05.05.962.M41, Sternenreich der T'au, Fenster 6

Erzählung

Die Abteilung bezog Stellung 3.800 Meter hinter dem Deich N5, schoss nach Schießplan sechzehn Salven auf Kuppe, Platten und Senke, ohne eine erkennbare Gegenwirkung, bis die vierte Salve nach dem Stellungswechsel von zwölf Treffern von drüben beantwortet wurde. Verbündet standen in diesem Fenster das 23. Karsvaller Linienregiment in den Abschnitten N5 bis N8 und das 5. Thorvalder Panzerregiment mit der „Maßgabe“ als Schutz des Beobachtungsstands. Verluste: 12 Rohre, 41 Mann von zwölf eingesetzten Rohren, darunter Leutnant Oberdorf. Die „Maßgabe“ von Hauptmann Rahlf zog den Wagen der gefallenen Oberdorf mit dem Seil aus der getroffenen Nische; der Fahrer lebte, der Funker war tot.

Name Übergang über die Furt, 25.09.962.M41, Sternenreich der T'au

Erzählung

36 Basilisken fuhren hinter dem Tross des 5. Thorvalder Panzerregiments ohne Schuss über die Bank, gefolgt vom 46. Thorvalder Linienregiment. Die drei vermeintlichen Ziele in der Senke erwiesen sich im Nachhinein als leere Blechhüllen auf Pfählen, eine Erkenntnis, die den Mai-Verlust nicht erklärt, sondern nur die Fehlschüsse auf diese Attrappen. Keine unmittelbaren Verluste beim Übergang selbst.

Name Rückführung über die Furt, 29.09.962.M41, 13:00 bis 19:00 Uhr, Sternenreich der T'au

Erzählung

Während des gesamten Korps 3.676 Ausfälle in sechs Stunden erlitt, verlor die Artillerie allein 703 Mann und 29 Rohre von den 36, mit denen sie den Übergang vier Tage zuvor angetreten hatte. Beteiligt waren erneut das 5. Thorvalder Panzerregiment und das 46. Thorvalder Linienregiment im selben Streckenabschnitt. Ein Ersatz in der ursprünglichen Stärke blieb aus; die Anforderung vom 04.10.962.M41 setzte für die Artillerie 668 Mann an, fünfundneunzig vom Hundert der Ausfälle, und keine neue Einheit wurde zur Auffüllung zugeführt. Die drei verbliebenen Abteilungen wurden zu einer einzigen Behelfsformation zusammengelegt, ohne dass ein fremdes Regiment eingegliedert worden wäre, die Lücken blieben schlicht offen, bis das Stärkeblatt vom 06.01.963.M41 nur noch 7 Rohre auswies.

Fahrzeuglivree

So fahren die Fahrzeuge des Regiments: Grundton, Tarnung für das Einsatzgebiet, Turmband und Kennung, errechnet aus den Regimentsfarben.

4. Thorvalder Artillerieregiment312
Kampfpanzer 312 der 3. Kompanie
4. Thorvalder Artillerieregiment
Transporter
4. Thorvalder Artillerieregiment
Läufer
4. Thorvalder Artillerieregiment
Superschwerer
EinsatzgebietMakropole und Stadt · Splittertarnung
Grundton #39484A · Mechanicus Standard Grey (Uniform, Grundton)
Tarnung #6B7072 · The Fang (Vorbild des Einsatzgebiets)
#2B2C2E · Dryad Bark (Uniform, Schatten)
Turmband #490F06 · Mournfang Brown (Lederzeug)
Kennung #969696 · Leadbelcher (Rohrmetall)
Rezept RumpfMechanicus Standard Grey (Grundfarbe) · Nuln Oil (Tusche) · Dawnstone (Schicht) · Slaanesh Grey (Kante)

Kompaniebänder am Turm

  1. 1.
  2. 2.
  3. 3.
  4. 4.
  5. 5.
  6. 6.
  7. 7.
  8. 8.
  9. 9.

Errechnet aus den Regimentsfarben; die Silhouetten sind eigene Skizzen, kein Nachbau eines Modells von Games Workshop.

Zu den Kerndaten

Die Ziffer Vier ist niedrig für eine Schmiedewelt wie Thorvalde, die regelmäßig Verbände stellt, und das hat einen Grund: Thorvalde gibt der Artillerie des 44. Armeekorps seit drei Gründungswellen dieselbe Ordnungsnummer, weil das Munitorum die Rohrregimenter der Welt traditionell unter den ersten zehn Ziffern führt, gleich hinter den Linienregimentern. Das 4. Thorvalder Artillerieregiment der Gegenwart ist bereits die dritte Einheit, die diese Nummer trägt: Die erste fiel vollständig auf einer namenlosen Kampagne zwei Jahrhunderte zuvor, die zweite wurde nach einem Munitionsunfall im eigenen Park aufgelöst. Die Soldaten, die heute die verbliebenen sieben Rohre bedienen, kennen die Namen der Toten aus beiden Vorgängerregimentern nicht, sie kennen nur die Zahl Vier auf dem Verschluss und die Erwartung, die daranhängt. Man erbt eine Ziffer, keine Gesichter.

Eine Szene

Der Sachbearbeiter hatte die Verlustmeldung dreimal gelesen, bevor er begriff, dass sie keinen Tippfehler enthielt.

Er saß an seinem Pult in der Schreibstube der Korpsintendantur, und vor ihm lag der Bogen, den ein Melder aus dem Feldquartier der Artillerie gebracht hatte, mit Schlammflecken am unteren Rand, die beim Trocknen Risse im Papier hinterlassen hatten. Oben stand das Datum, 29.09.962.M41, und darunter, in der Handschrift eines Schreibers, der offenbar unter Zeitdruck gearbeitet hatte, die Zahlen: 36 Basilisken beim Übergang, 29 Rohre verloren bei der Rückführung, 703 Mann.

Er zog die Vorakte aus dem Fach. Der Fahrplan Furt vom 22.09.962.M41 wies das Regiment mit 36 Basilisken und 36 Munitionswagen aus, 326 Fahrzeuge insgesamt, Übergang am 25.09.962.M41, Rückführung am 29.09.962.M41, jeweils um 13:00 Uhr. Er legte beide Blätter nebeneinander. Es war keine Frage der Arithmetik, neunundzwanzig von sechsunddreißig war schnell gerechnet. Es war eine Frage dessen, was die Zahl bedeutete, wenn man sie nicht nur rechnete, sondern sich vorstellte, dass sieben Rohre übrig blieben, von einem Regiment, das vier Tage zuvor noch mit sechsunddreißig Rohren über die Furt gegangen war.

Er stand auf und ging zum Fach der dritten Kammer, wo die Kollegin die Fahrpläne verwaltete.

„Die Artillerie“, sagte er. „Vom neunundzwanzigsten.“

Sie sah nicht auf. „Ich habe die Zahl gesehen. Sie steht auch in meiner Spalte.“

„Die Anforderung an den Sektor vom vierten Oktober setzt für sie sechshundertachtundsechzig Mann an.“

„Ja.“

„Das ist weniger, als sie verloren haben.“

Sie hielt inne, den Stift über dem Papier, und sah ihn zum ersten Mal an. „Es sind fünfundneunzig vom Hundert.“

„Und der Sektor schickt nach Lage.“

Sie sagte nichts darauf. Es gab nichts zu sagen, was eine Spalte geändert hätte.

Er ging zurück an sein Pult und schrieb die Zahl in die Tabelle, die er für das Fenster führte, und in die Bemerkungsspalte setzte er: Artillerie, Rückführung Furt, 29 Rohre, 703 Mann, keine Reserve vorgesehen. Er sah die Zeile an, lange, und dachte an das Stärkeblatt, das irgendwann im neuen Jahr fällig werden würde, in dem diese Zahl nicht mehr als Ausfall stehen würde, sondern als Ist-Stärke, weil niemand mehr vorhatte, sie aufzufüllen.

Er nahm den Stempel nicht in die Hand. Das war nicht seine Aufgabe. Er legte das Blatt in die Mappe, die Mappe ins Fach, und auf dem Heimweg in die Südstadt dachte er an die Zahl Sieben, die irgendwo zwischen diesem Tag und dem sechsten Januar stehen würde, fest, unveränderlich, geprüft viermal, wie er es gelernt hatte, und trotzdem falsch in jeder Weise, die eine Spalte nicht fassen konnte.

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