
17. Rhauviker Linienregiment
„Kein Wasser, eine Wand. Wir halten das Hochufer, bis der Ersatz da ist. Niemand sagt den Namen. Wir gehen nicht, bevor man es befiehlt.“
Geschichte: Die letzte Schicht
Kerndaten
| Regimentstyp | Linieninfanterie – Lasergewehr, vier Ladepacks, Flakrüstung; das Rückgrat |
|---|---|
| Munitorum-Kennung | RHV/17-LI/44.AK |
| Heimatwelt | Rhauvik (Inselwelt, Hafenwelt) |
| Sollstärke | 1.800 |
| Ist-Stärke | 461 |
| Loyalitätsstatus | Loyal |
| Herkunft | Eigene Erfindung |
Die Säulen
Die Wand
Rhauvik kennt keine offene See ohne Deich dahinter. Ein Deich, der bricht, nimmt ein Dorf mit sich, nicht einen Mann. Das Regiment überträgt diesen Glauben wörtlich auf den Graben: eine Stellung ist eine Wand, kein Mann darf sie allein verlassen, und wer geht, lässt alle hinter sich ersaufen.
Die Ablösung kommt
Jede Wache auf See hat ein Ende, jede Flut geht zurück. Das Regiment glaubt an die Ziffer, an den Fahrplan, an das Wort bis der Ersatz da ist, selbst wenn niemand sagt, wann das ist. Dieser Glaube hat sie über das Fenster hinaus im Graben gehalten, ohne dass einer meuterte.
Schweigen schützt
Was benannt wird, kommt. Das Regiment hat diesen Aberglauben von der Landung übernommen und zur Doktrin erhoben: Niemand spricht den Namen des Feindes aus, nicht im Dienst, nicht im Schlaf. Das ist unbequem, denn es verhindert, dass Männer über das reden, was sie fürchten, und es hat schon Meldungen verlangsamt, in denen ein Name die kürzeste Beschreibung gewesen wäre.
Der Posten fällt nicht leer
Eine Hafenwache, die ihren Platz verlässt, ehe die nächste kommt, lässt das Boot absaufen. Deshalb bleibt eine Kompanie des 17. auch dann im Graben, wenn ihr niemand sagen kann, wie lange noch, und das Regiment nennt das Pflicht, nicht Vernachlässigung.
Weitere Kerndaten
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Rufname | Die Hochuferer |
| Herkunft des Namens | Erkämpft, nicht ererbt: Das Regiment hält in der ersten Fassung der Ablösungsordnung die Abschnitte N9 bis N12, bis hinauf zum Hochufer, der nördlichsten Steilkante der Linie am Marrach, und ist nach ihr benannt worden. |
| Regimentstyp | Linieninfanterie |
| Gründung | ca. 940.M41 |
| Tithe-Stufe | Extremis (Notaushebung infolge nahenden Krieges) |
| Schlachtruf | „Kein Wasser. Eine Wand.“ |
Aushebung, Heimatwelt & Kultur
Aushebung und Tithe
Das 17. Rhauviker Linienregiment entstand nicht aus dem ordentlichen Zehnt, sondern aus einer Notaushebung, als sich abzeichnete, dass das 44. Armeekorps für Halbreth zusammengestellt werden musste und Rhauvik mehr Männer zu liefern hatte, als seine ruhige Rekrutierungsordnung in der verfügbaren Zeit hergab. Man zog die Mannschaften aus den Hafenstädten und von den Inseln, Fischer, Deicharbeiter, Werftleute, Leute, die ein Boot kennen und keinen Graben. Die Ausbildung war kurz, die Ausrüstung vollständig, aber ungeübt getragen. Der Planetengouverneur von Rhauvik wusste, dass eine Fehlquote in der Sollstärke, ein Mangel an Uniformen oder eine zweifelhafte genetische Reinheit der Rekruten ihn den Kopf kosten konnte, und schickte deshalb keine Ausschussware, sondern echte Hafenleute, kräftig und diszipliniert im Umgang mit Wasser, aber fremd im Umgang mit einem Gewehr.
Was die Heimatwelt verlor
Rhauvik verlor mit dem 17. eine ganze Jahrgangsstufe der Deichwärter, jener Männer und Frauen, die die Schleusen bedienen und die Flut lesen, bevor sie kommt. In drei Inselgemeinden musste die Aufgabe nach der Aushebung auf halb ausgebildete Jugendliche übergehen, und ein Ritual, das zur Monatswende vierzig Teilnehmer brauchte, das gemeinsame Abdichten der Winterdeiche, findet seither nur noch mit elf statt und lässt zwei Abschnitte jeden Winter offen.
Die Heimatwelt
Rhauvik ist eine Inselwelt mit Dutzenden Archipelen, verbunden durch Fährlinien und Deichstraßen, deren Wirtschaft auf Fischfang, Werftbau und Salzgewinnung ruht. Die Menschen leben in Küstenstädten hinter Deichen, in ständiger Rechnung mit der Flut, und jede Gemeinde unterhält eine Deichwache, die Tag und Nacht die Pegel liest. Das Klima ist feucht, windig, von Stürmen geprägt, die Häuser niedrig und schwer gebaut. Diese Disziplin, ein Posten, der niemals unbesetzt bleiben darf, weil sonst das Meer kommt, macht die Rhauviker zu geduldigen, wachsamen Soldaten, die einen Graben wie einen Deich behandeln: etwas, das man hält, nicht etwas, das man verlässt.
Der Nachteil, den sie mitbringen
Rhauviker Soldaten denken in Wasser, wo keines ist. Auf Halbreth, wo die Linie am Marrach verläuft und ein Fluss die Front von einem offenen Ufer trennt, übertrug das Regiment seine Deichlogik unbesehen auf eine Furt, die keine Deichlogik verträgt: Es hielt die Bereitschaftskompanie am 29.09.962 starr hinter dem Deich, wie es eine Sturmflutwache gehalten hätte, statt sie zu verlegen, als der Rückweg über die Furt begann. Die Kompanie verlor in sechs Stunden, von 13:00 bis 19:00 Uhr, 138 Mann an einer Stelle, die für eine Flut gebaut war und nicht für das, was kam.
Regimentskultur
Der Drill des 17. ist der eines Hafenbetriebs: feste Wachablösungen, geregeltes Pumpen und Ausschöpfen, Appelle nach Glockenschlägen statt nach Uhrzeit, wo immer die Offiziere es durchgehen lassen. Die Männer singen beim Sandsackschleppen ein Lied über das Abdichten der Winterdeiche, bei dem jede Strophe eine weitere Schicht Säcke zählt, bis die Zahl so hoch wird, dass niemand mehr singt und nur noch trägt. Die Offiziere haben aufgegeben, den Aberglauben um den Namen des Feindes zu unterdrücken; er ist Vorschrift geworden, keine Unart mehr. Die Grabenabschnitte riechen nach nassem Sand, Öl und abgekochtem Flusswasser, das nach dem Fluss schmeckt, aus dem es kommt. Den Schnapsanteil tauschen viele gegen Tabak oder heben ihn für die, die seekrank sind, wenn der Boden unter ihnen zu stark schwankt, obwohl sie längst an Land stehen. Gefallene werden, wenn Zeit bleibt, mit dem Gesicht zur Wasserseite gebettet, wie man es auf Rhauvik mit Ertrunkenen hält; wenn keine Zeit bleibt, zählt man nur den Namen in das Verzeichnis und gräbt später nach.
Das Kommissariat
Das Regiment hat sich mit seinen Kommissaren arrangiert, ohne sie zu lieben. Es weiß, dass ein Standgericht am Appellplatz jederzeit stattfinden kann, und hat seit der Hinrichtung des Gefreiten Wittkopf vom 23. Karsvaller Linienregiment am 11.03.962 gelernt, die eigenen Nachtwachen so zu staffeln, dass keiner vier Nächte in Folge stehen muss. Das ist keine Auflehnung, nur vorsorgliche Rechnung.
Dienstgrade & Gliederung
Dienstgrade
Dienstgrad Flutherr
Beschreibung
Munitorum-Rang: General · Anredeform: „Flutherr“
Dienstgrad Deichgraf
Beschreibung
Munitorum-Rang: Oberst · Anredeform: „Graf“
Dienstgrad Schleusenmeister
Beschreibung
Munitorum-Rang: Major · Anredeform: „Meister“
Dienstgrad Wachführer
Beschreibung
Munitorum-Rang: Hauptmann · Anredeform: „Führer“
Dienstgrad Stegmeister
Beschreibung
Munitorum-Rang: Leutnant · Anredeform: „Steg“
Dienstgrad Wart
Beschreibung
Munitorum-Rang: Unteroffizier · Anredeform: „Wart“
Aufbau
Nach Soll gliedert sich das 17. Rhauviker Linienregiment in zwölf Kompanien zu rund 150 Mann, jede unter einem Hauptmann mit Kommandotrupp über drei bis vier Züge, jeder Zug mit einem Leutnant und Kommandotrupp über drei bis vier Trupps zu zehn sowie angehängten Spezialwaffentrupps. Nach den Verlusten von Fenster 14, 1.164 Mann von 16:00 bis 22:00 Uhr am 12.10.962, besteht das Regiment faktisch nur noch aus Resten mehrerer Kompanien, zusammengelegt zu vier schwachen Kompanien, zusätzlich verstärkt durch den eingegliederten Rest des 46. Thorvalder Linienregiments, der seit dem 10.01.963 keine eigene Linie mehr führt.
Teilregimenter
Name 12. Tessmarker Linienregiment
Rolle / Anmerkungen
(Tessmark, Linieninfanterie): Oberst Gerhard Mühlstein, ein breiter Mann mit einem Gesicht wie ein Pflugblatt, führt es unverändert seit der Landung. Der Furtgraben ist seit dem 12.10.962 aufgegeben; am 19.01.963 zählte das Regiment noch 598 Mann.
Name 46. Thorvalder Linienregiment
Rolle / Anmerkungen
(Thorvalde, Linieninfanterie): Löste das 17. im Hochufer ab, verlor am 12.10.962 selbst 207 von 288 Mann und wurde am 10.01.963 restlos in das 17. Rhauviker eingegliedert. Die Überlebenden brachten ihre Fahnenbänder und ihren Toten-Appell mit, den das 17. seither neben dem eigenen führt.
Name 64. Rhauviker Schützenregiment
Rolle / Anmerkungen
(Rhauvik, Schützenregiment): Stellt die Posten an den Stegen der Rampe (Stegführer: Feldwebel Tomke Haddick), von derselben Heimatwelt, aber eigenständig geführt; steht nicht unter dem Kommando des 17. und gilt als Nachbarregiment, nicht als Schwesterverband.
Kommandostab
Kommandostab
Name Der Regimentskommandeur
Beschreibung
Der Kommandeur bleibt in den Aufzeichnungen des Korps ungenannt, eine Lücke, die das Regiment selbst nie schließt, weil in seiner Kultur der Posten zählt, nicht der Name darauf. Er ist phlegmatisch bis zur Unbeweglichkeit: Als die Abweichung vom 06.10.962 dem Regiment nur zusagte, es bleibe in N10 bis N12 „bis der Ersatz da ist“, ohne Frist, protestierte er nicht, sondern ließ die Kompanien so stehen, wie sie standen, und wartete. Diese Unbeweglichkeit hielt die Linie zusammen, als andere Kommandeure das Korps mit Anfragen überschüttet hätten, aber sie kostete auch Zeit, die das Regiment am 12.10.962 nicht mehr hatte. Er trägt keine Auszeichnung, die ihn von seinen Hauptleuten unterscheidet, und wird von den Männern nur „der Deichgraf“ genannt, gleich welchen Namen die Akte führt.
„Wir gehen, wenn man es sagt. Vorher nicht.“ — der Deichgraf, zugeschrieben
Name Der Regimentskommissar
Beschreibung
Sein Name bleibt im Roman ungenannt; hager, mit einer Narbe am Kinn von einer Schiffsschraube seiner Jugend auf Rhauvik selbst, zugeteilt dem 17. nach der Landung. Er trägt ein Lot aus Blei an einer Schnur um den Hals, ein Werkzeug der Deichwachen seiner Heimat, das er benutzt, um im Graben den Wasserstand der Sohle zu prüfen, nicht aus Aberglauben, wie er sagt, sondern weil es funktioniert. Als die Männer der Kompanie im Südstück N9 fragten, wie lange sie noch stehen müssten, sagte ihr Hauptmann am 10.10.962 der Kommissarin Tilda Lamprecht, er antworte ihnen: „bis der Ersatz da ist“.
Zitat
„Ich lüge den Männern keine Zahl vor, die ich nicht habe.“
Name Der Funker des Südstücks
Beschreibung
Ein Gefreiter mit Verband um die linke Hand, dessen Namen die Akten nicht führen, sitzt seit dem 29.09.962 an der Welle und hört sie jeden Abend ab; seit dem 08.10.962, 02:00, ist sie leer: kein Wasser, eine Wand. Er gilt im Regiment als der Mann, der die Welle am längsten abgehört hat, ohne den Verstand zu verlieren, und jüngere Soldaten fragen ihn, was die Stille bedeutet.
Zitat
„Ich melde, was ich höre. Was es heißt, meldet keiner.“
Angehängtes Personal
| Einheit | Stärke |
|---|---|
| Regimentskommissar | 1 |
| Sanitätstrupp | 22 |
| Feldprediger | 1 |
| Intendanturpersonal | 14 |
Die Kommissare stehen außerhalb der Befehlskette und bestimmen, wann eine Lage als Fahnenflucht gilt, eine Reibung, die nach dem Appell vom 11.03.962 im 23. Karsvaller offen diskutiert wurde, als ein Leutnant das Peloton gegen einen Gefreiten seines eigenen Regiments führen musste.
Die Regimentsstandarte
Die Standarte des 17. ist ein graues Tuch mit dem Bild eines Deichs über Wellen, dessen unterer Rand mit dem Namen Hochufer bestickt wurde, weil das Regiment dort das Ende der Linie hält. Sie trägt kein weiteres Ehrenband, weil dem Regiment bisher keine formelle Ehrung zuerkannt wurde. Beim Rückzug vom 12.10.962, als N9 Süd leer wurde, trug ein Soldat sie unter dem Mantel nach Norden, weil kein Fahrzeug mehr frei war, und erreichte das Regiment erst am folgenden Morgen.
Der Makel
Der Makel
Das 17. Rhauviker ist das Regiment, das nie genug Mann hat, aber nie dorthin gestellt wird, wo weniger verlangt wird. Als die Abweichung Ziffer 40 vom 06.10.962 festlegte, dass das 46. Thorvalder nur die beiden Südstücke von N9 übernimmt und das 17. in N10 bis N12 bleibt, „bis der Ersatz da ist“, wurde diese Formel von Lord-Kommissar Norbert Brodersen und Oberintendant Wessel Aldermann gegengezeichnet, ohne dass eine Frist genannt wurde. Für das Regiment bedeutete das: Es blieb in drei Abschnitten, N10 bis N12, ohne Ablösung, während das 46. mit zwei Kompanien nur die beiden Südstücke von N9 übernahm. An einem gewöhnlichen Tag zeigt sich das darin, dass die Grabenwache im 17. immer kürzer rotiert als in den Nachbarregimentern, weil weniger Männer da sind, die abwechseln können. In der Schlacht zeigt es sich darin, dass das Regiment am 12.10.962 keine Reserve hatte, als der Rauch über N10 aufstieg. Das Regiment sagt sich, dass es eben das Hochufer ist, das zählt, und dass ein Rhauviker nicht fragt, warum der Deich länger ist als die Wache. Andere Regimenter sagen hinter vorgehaltener Hand, das 17. sei nie vollständig gewesen, seit es die Fähren verlassen hat, und man solle es nicht neben sich wissen wollen, wenn ein Durchbruch kommt.
Ein Fehler des Munitorum
Die Nachschublisten des Korps führten das 46. Thorvalder Linienregiment nach dem 12.10.962 noch Wochen als eigenständigen Verband mit 81 Mann, obwohl es längst keine eigene Stellung mehr hielt. Die Intendantur stellte entsprechend für 81 Mann Rationen und Munition separat bereit, während das 17., das diese Männer faktisch mitversorgte, seine eigene Zuteilung nicht erhöht bekam. Erst mit der formellen Eingliederung am 10.01.963 wurde die Liste bereinigt. In der Zwischenzeit fehlten dem 17. über drei Monate hinweg Rationen für etwa 80 Mann, eine Lücke, die durch Kürzung der ohnehin knappen Bestände des Regiments geschlossen wurde, nicht durch Nachlieferung.
Fahrzeuglivree
So fahren die Fahrzeuge des Regiments: Grundton, Tarnung für das Einsatzgebiet, Turmband und Kennung, errechnet aus den Regimentsfarben.
| Einsatzgebiet | Gemischtes Gelände · Fleckentarnung |
|---|---|
| Grundton | #697068 · Dawnstone (Mantel, Grundton) |
| Tarnung | #52524A · Mechanicus Standard Grey (Standartentuch)#3B3A33 · Dryad Bark (Vorbild des Einsatzgebiets) |
| Turmband | #02134E · Kantor Blue (Deichwachen-Streifen) |
| Kennung | #E6E0CF · Wraithbone (Standardfarbe) |
| Rezept Rumpf | Dawnstone (Grundfarbe) · Nuln Oil (Tusche) · Administratum Grey (Schicht) · Deepkin Flesh (Kante) |
Kompaniebänder am Turm
- 1.
- 2.
- 3.
- 4.
- 5.
- 6.
- 7.
- 8.
- 9.
Errechnet aus den Regimentsfarben; die Silhouetten sind eigene Skizzen, kein Nachbau eines Modells von Games Workshop.
Zu den Kerndaten
Die Ordnungszahl Siebzehn gehört zu keiner alten Linie. Rhauvik stellt in schneller Folge Regimenter, und die Siebzehn ist nur die siebzehnte Nummer, die das Munitorum von dieser Welt vergeben hat, nicht siebzehn Jahrhunderte Tradition. Das Regiment wurde zu einer einzigen Verlegung aufgestellt, in den letzten Wochen vor der Verschiffung des 44. Armeekorps, und hat seither keine anderen Atempausen gehabt als die der Ablösungsordnung.
Wiederaufgestellt wurde es, in dem Sinn, den andere Regimenter dafür kennen, nie. Es wurde zermahlen: von 1.800 Mann auf 388, dann mit dem Rest des 46. Thorvalder Linienregiments auf 461 aufgefüllt. Die heutigen Soldaten tragen die Fahnenbänder zweier Heimatwelten, von denen eine ihnen fremd ist, und sie haben die Männer, deren Platz sie einnehmen, nie gekannt. Was von ihnen bleibt, ist eine Zahl in einer Verlustmeldung und ein Stück Tuch an der Standarte.
Feldzüge
| Feldzug | Zeit (Theater, Gegner, Dauer) | Verluste |
|---|---|---|
| Die Linie am Marrach | 12.01.962 bis 12.10.962, Marrach-Ufer, Sternenreich der T'au, rund neun Monate | Ausfälle an den Stellen: 185 (N10/N11) plus 132 (N12 Hochufer) bei der zweiten Wechselstunde |
| Der Vorstoß über die Furt | 25.09.962 bis 29.09.962, Furt bei N7, Sternenreich der T'au, fünf Tage | 138 von rund 150 (Bereitschaftskompanie N7) |
| Rauch über N10 | 12.10.962, Abschnitte N9 bis N12, Sternenreich der T'au, sechs Stunden | 1.371 für 17. Rhauviker und 46. Thorvalder zusammen, davon 207 von 288 beim 46. Thorvalder und rechnerisch 1.164 beim 17. Rhauviker |
Die Linie am Marrach band das 17. von Fenster 1 an die Abschnitte N9 bis N12, mit dem 12. Tessmarker im Süden und offenem Ende im Norden. In Fenster 7, ab dem 18.05.962, hielt der Gegner einen Uferstreifen unter dem Hochufer mit einem Bunker und Feuerkriegern, Teufelsrochen bei Dunkelheit. Gegenstöße am 19. und 24.05.962 scheiterten am Deichfuß an 160 grauen Tellerminen. Erst am 02.06.962 räumten zwanzig Ogryn der 3. Karsvaller Ogryn-Kohorte mit Kommissarin Tilda Lamprecht an der Spitze den Brückenkopf, ohne Gegner anzutreffen; Ogryn Hok fiel auf den Minen. Diese Ogryn-Kohorte, mit der das 17. nie wieder zusammen eingesetzt wurde, bleibt im Regiment als Schuld im Gedächtnis, die eigenen Gegenstöße waren es, die die Minen nicht räumten.
Beim Vorstoß über die Furt stellte das 17. nach Frontbefehl Nr. 61 die Bereitschaftskompanie N7 hinter dem Deich; sie verlor am 29.09.962 in sechs Stunden 138 Mann, weil sie dort ausharrte, wie eine Deichwache ausharrt, statt dem zu weichen, was kam.
Am 12.10.962 meldete das 17. um 16:08 Uhr Rauch über N10. Zwölf Minuten später zog die Kompanie im Südstück N9 ab, und N9 Süd blieb leer. Bis 22:00 Uhr verlor das 17. zusammen mit dem 46. Thorvalder 1.371 Mann. Dies ist der Moment, in dem die Verschmelzung der beiden Regimenter begann: Am 06.01.963 standen noch 388 Mann des 17. und 81 Reste des 46. in getrennten Zeilen, am 19.01.963 waren beide zu 461 vereint. Die Reste des 46. gelten im 17. als gleichrangig, nicht als Fremde, weil sie bei Rauch über N10 dasselbe Feuer sahen.
Eine Szene
Thomsen stellte die Kanne ab, wie er es jeden Tag tat, und sah, dass Lamprecht die Akte nicht anfasste.
Es war das Blatt mit der Meldung von N9 Süd, 16:20 Uhr, leer, und daneben die Zahl, die noch niemand in eine Spalte geschrieben hatte, weil die Spalte noch offen war. Er hatte den Tee gebracht, wie immer ohne Zucker, und er hatte gesehen, wie sie den Finger auf die Zeile legte und ihn nicht wegnahm.
Er war beim Kommissariat, seit er aus der Schola kam, und er hatte gelernt, dass man eine Akte nicht fragt, was sie bedeutet, man liest sie. Aber diese hier war von dem Regiment, das er seit der Landung mit Papier versorgte, Formulare für Ersatz, Formulare für Verpflegung, und er kannte die Nummer auf dem Kopfbogen, bevor er den Text las. Siebzehn. Rhauvik.
„Das stand schon im Oktober da“, sagte Thomsen, weil er es auswendig kannte, er hatte die Abweichung selbst abgeschrieben, Ziffer vierzig, gegengezeichnet von Brodersen und Aldermann.
„Es steht immer noch da.“ Sie klappte die Akte nicht zu. „Niemand hat gesagt, wie lange.“
Er stand in der Tür und wartete, ob sie noch etwas wollte, Tee nachgießen, ein Formular holen, aber sie saß nur da, mit der Hand auf dem Papier, und er dachte an das, was man ihm auf dem Flur erzählt hatte, dass der Hauptmann einer Kompanie im Südstück den Männern jeden Tag dieselbe Antwort gab, wenn sie fragten, und dass der Funker dieser Kompanie jeden Abend eine Welle abhörte, die nichts mehr sagte, kein Wasser, eine Wand, und sie trotzdem jeden Abend abhörte.
„Soll ich Kaffee bringen?“, fragte er, weil er nichts Besseres wusste.
„Nein.“ Sie sah auf. „Wissen Sie, was eine Doppelbesetzung ist, Thomsen?“
„Vierzig Minuten“, sagte er. „Ziffer neun der Fassung II.“
„Das 17. steht seit dem einundzwanzigsten September an dieser Linie. Heute ist der zwölfte Oktober.“ Sie rechnete nicht laut, aber er sah, dass sie es tat, an der Art, wie ihre Lippen sich bewegten, ohne Ton. „Das ist kein Fenster mehr. Das ist etwas anderes.“
Er wusste keine Antwort darauf, die eine Akte verlangt hätte, und er gab keine. Er nahm das leere Tablett, ging zur Tür und blieb noch einen Moment stehen, weil sie die Akte endlich aufschlug und zu schreiben begann, nicht das Urteil, das sie sonst schrieb, sondern nur einen Vermerk am Rand, den er von der Tür aus nicht lesen konnte.
Auf dem Flur, mit dem Tablett in der Hand, dachte er, dass er von nun an wissen würde, was es bedeutete, wenn auf einem Kopfbogen die Siebzehn stand. Es bedeutete nicht, dass jemand kam. Es bedeutete, dass noch niemand gesagt hatte, wann.