Magos L8g7k
Kerndaten
| Art der Figur | Magos |
|---|---|
| Rang | Magos – hochrangiger Tech-Priester, Sammelbegriff über viele Spezialisierungen |
| Spezialisierung / Kaste | Technoarchäologe – Bergung von STC-Ausdrucken und Archeotech |
| Schmiedewelt / Shield Host | Ryza – Plasma- und Laserwaffen; Legio Crucius; Segmentum widersprüchlich (Solar bzw. Ultima) |
| Ära | Erinnerung an das Dunkle Zeitalter der Technologie – als Bezug, nicht als Schauplatz |
| Ansehen | Übergangen – zweimal für ein Amt vorgeschlagen, zweimal nicht ernannt |
Weitere Kerndaten
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Spezialisierung | Techno-Archäologe: Bergung von Fragmenten des Standard Template Construct und von Archäotech |
| Schmiedewelt der Herkunft | Ryza |
| Ära | 742.M41 geweiht; Gegenwart 998.M41; das Dunkle Zeitalter der Technologie gilt ihm als Maßstab, nicht als Schauplatz |
| Grad der Augmentierung | Fortgeschritten: Gliedmaßen und Sinne ersetzt |
| Chassis oder Erscheinung | Ein Kranz aus elf Mechanogreifern über den Schultern, getragen von einem Rückenjoch |
| Ansehen in der Priesterschaft | Übergangen: 864.M41 und 951.M41 zum Erzmagos vorgeschlagen, beide Male nicht ernannt |
| Loyalität | Adeptus Mechanicus, Schmiedewelt Ryza; Glaubensrichtung der Technotheologen |
| Kennung | RYZ-TA-0742/L8g7k |
Herkunft & Leib
Herkunft und Aufstieg
Er stammt aus der Proletor-Kaste von Ryza und wuchs in den Wohnstollen unter den Plasmaschmieden des Segmentum Solar auf. Ein Logis der Musterungsbehörde las mit neun Jahren seine Rechenproben und bemerkte, dass der Junge Fehler fand, die nicht seine eigenen waren. Daraufhin wurde er ins Acolytum geholt.
Seine erste Disziplin war die Abschrift. Zwölf Jahre lang kopierte er beschädigte Datenkerne Zeichen für Zeichen, ohne zu verstehen, was sie enthielten. Sein erster Fehler bestand darin, eine Lücke zu füllen. Ein Fragment brach mitten in einer Gleichung ab, und er setzte die fehlende Zeile ein, weil sie offensichtlich war. Sein Lehrmeister ließ ihm dafür zwei Finger der rechten Hand abnehmen, damit er sich erinnere. Er erinnert sich bis heute und betrachtet den Verlust als ersten Schritt in die richtige Richtung.
742.M41 empfing er das Machina Opus. Das Siegel des halb knöchernen, halb mechanischen Schädels vor dem schwarz-weißen Zahnrad wurde ihm in die Brustplatte geprägt, und damit war er geweiht. Rot trägt er wie jeder Priester Ryzas. Den goldenen Saum nahm er nach der ersten Nominierung 864.M41 an, als Zeichen eines Amtes, das er dann nicht erhielt. Ein Logis des Konklaves beantragt seither alle zehn Jahre, ihm den Saum zu untersagen, und scheitert jedes Mal an der Frage, wer dafür zuständig ist.
Der Leib
Die Ersetzungen erfolgten in einer festen Reihenfolge, und L8g7k könnte jede einzelne datieren.
- Die Hände (751.M41). Er tauschte sie zuerst, weil seine zitterten. An ihre Stelle traten Greifer aus Plaststahl mit Druckregelung auf ein Hundertstel Gramm, gebaut für Datenkristalle, die beim Anfassen zerfallen.
- Die Augen (780.M41). Drei Linsen sitzen auf der rechten Gesichtshälfte: eine für Weitsicht, eine für Spektralanalyse, eine für das Lesen von Mikrogravuren. Links blieb ein organisches Auge zurück. Er benutzt es kaum noch.
- Lunge und Herz (812.M41). Beide wurden ersetzt, nachdem er sich in einer Gruft durch Staub alter Kühlmittel vergiftet hatte. Seither atmet er gefiltert und hörbar.
- Die Beine (840.M41). Sie stehen auf vier Gelenken und sind für Schutthalden ausgelegt. Auf glattem Boden setzt er sie zögerlich.
- Der Mechanogreiferkranz (870–905.M41). Er wuchs über 35 Jahre auf elf Glieder an. Zwei tragen Auspex-Köpfe, drei Feingreifer, zwei Schneidwerkzeuge, einer eine Weihrauchdüse, einer einen Datenstachel. Die beiden längsten sind Servoarme, die schwere Lasten heben.
Organisch geblieben sind das linke Auge, Teile des Kiefers, das Großhirn in einer Nährlösung, die Leber und ein Rest der Wirbelsäule. Den Ritus des Klaren Denkens hat er nicht durchlaufen. Auf eigenen Antrag wurde ihm 812.M41 jedoch der Furchtkern entfernt, gleichzeitig mit der Lunge. Seitdem empfindet er keine Angst mehr. Zorn, Neugier und einen schmalen, scharfen Stolz empfindet er weiterhin, und zwar ungedämpft, weil nichts mehr da ist, was sie ausgleicht.
Was er nicht mehr kann: Er kann nichts Lebendiges sanft berühren. Seine Greifer sind auf Archäotech kalibriert, und Fleisch gibt anders nach. 919.M41 brach er einem Adepten das Handgelenk, als er ihn am Arm zurückhielt. Er führte den Vorfall als Kalibrierungsfehler im Protokoll. Dass ihm etwas fehlt, hat er nicht bemerkt, denn er berührt keine Menschen mehr. Ihm scheint, das sei immer so gewesen.
Antrieb & Taten
Was sie antreibt
Er sucht ein Fragment, das in den Archiven Ryzas als Kaskadenschrift geführt wird. Gemeint ist ein Teil eines Standard Template Construct für eine selbstregelnde Plasmaspule, die ohne Kühlritus und ohne Elektro-Priester über Jahre stabil brennen soll. Erkennen würde man es an Folgendem: ein sechseckiger Datenkristall, rauchviolett, etwa so groß wie eine Kinderfaust. In seine Oberfläche ist ein Gitter aus 49 Knoten graviert, und an einer Kante steht eine Seriennummer in einer Zahlschrift, die das Imperium nicht mehr verwendet.
Das Gerücht stammt aus dem Jahr 864.M41. Ein Vox-Spruch der Höllenschmiede Skarrath-Infernus, einer Welt des Dark Mechanicum, prahlte damit, die Kaskadenschrift zu besitzen. Er folgt dem Gerücht seit 134 Jahren. Am Tag, an dem er davon hörte, wurde er zum ersten Mal für das Amt des Erzmagos vorgeschlagen. Er bat darum, die Nominierung zurückzustellen, und sie kam nie zurück.
Die Kosten tragen andere. Drei Bergungskohorten Ryzas gingen bei Vorstößen gegen Skarrath-Infernus verloren, zusammen 214 Skitarii. Er erinnert sich an jede Zahl und an keinen Namen. Zwanzig Jahre zuvor hätte er nie eine Datenleitung des Dark Mechanicum angezapft. Heute liest er jede abgefangene Übertragung der Höllenschmiede selbst, Zeile für Zeile, gegen den ausdrücklichen Rat der Magi Juris.
Auf die Frage, was ihn vom Gegenteil überzeugen würde, hat er eine Antwort, und sie ist genau. Sollte der Kristall gefunden werden und das Knotengitter sich als Abschrift des Spulenmusters erweisen, das Ryza bereits besitzt, dann sei die Kaskadenschrift eine Lüge gewesen, und er werde das Siegel der Bergung zurückgeben. Er hat diesen Satz notariell hinterlegt. Dass er ihn je einlösen muss, hält er für unmöglich, und genau das macht den Satz für ihn so leicht.
Einmal stand er in der Werkstatt Belisarius Cawls und lieferte Bruchstücke ab. Dort fragte ihn Alpha Primus, Cawls biotechnisches Geschöpf, warum er etwas suche, das man auch bauen könne. L8g7k gab keine Antwort. Er hat die Frage seitdem 41 Mal in sein Protokoll geschrieben.
Taten
Die Gruft von Hesker Vald (811.M41)
Auf der toten Welt Hesker Vald öffnete er eine Gruft, die seit dem Zeitalter der Zwietracht versiegelt gewesen war. Die Bergung lief unter dem Kommando von Enginseer Ferravant. Ryza hatte ihm den Kampfverband unterstellt, und L8g7k reiste darin als ranghöherer Gast ohne Befehlsgewalt. Skitarii Alpha Ranger-41-Theta führte die Skitarii Vanguard der Kohorte Gamma-53 in die Stollen voraus. Die radiumverseuchte Ausrüstung seiner Leute schirmte sie gegen die Wächterautomaten ab. Doch der Kühlmittelstaub in der Kammer tötete vier von ihnen. Fast hätte er auch den Magos getötet, und an diesem Tag verlor L8g7k seine Lunge.
Er bezeichnet die Bergung als Erfolg. Er brachte einen Datenkern zurück, dessen Inhalt nach sechs Jahren Auslesung ein bereits bekanntes Lüftungsmuster ergab. In seinem Protokoll steht „Bestätigung der Archivtreue“. Ranger-41-Theta trug die vier Kennmarken bis zu seiner nächsten Augmentierung.
Der Vorstoß gegen Skarrath-Infernus (902.M41)
Diese Tat machte ihn berüchtigt. Ferravant führte den Verband gegen einen vorgeschobenen Datenposten der Höllenschmiede. Die vier Kataphron Breacher der Einheit Ferrum Tacens brachen die Torwälle auf. Skitarii Alpha Dragoon-08-Zeta hielt mit den Skitarii Rangern der Kohorte Gamma-131 drei Stunden lang den Rückweg offen, während die Hereteks des Dark Mechanicum mit verdorbenen Maschinen nachdrängten. L8g7k zapfte unterdessen den Kognitor des Postens an. Er erbeutete kein Fragment, wohl aber das halbe Spulenmuster einer Plasmawaffe. Die fehlenden Zeilen ergänzte er selbst.
Ryzas Plasmaschmieden fertigen dieses Muster heute in Serie, und es gilt als sein Verdienst. Was ihn der Sieg gekostet hat, verschweigt er. Kohorte Gamma-131 verlor 23 Skitarii. Einer von Ferrum Tacens kam mit einem Geist zurück, der nicht mehr der eigene war, und musste vernichtet werden. Und er selbst hat seither eine Akte.
Die Schweigekammern von Orrus Teg (979.M41)
Auf Orrus Teg meldete ein Hinweis aus abgefangenen Übertragungen einen sechseckigen Kristall. Ferravant hielt das für eine Falle und sagte es ihm offen ins Gesicht, über den offenen Kanal der Kohorte. L8g7k ließ sich davon nicht beirren. Dragoon-08-Zeta führte die Ranger der Kohorte Gamma-131 in die Kammern. Die Kataphron Breacher von Ferrum Tacens folgten, um die Schotts aufzubrechen.
Der Kristall war echt, aber es war ein anderer: ein Lagerverzeichnis aus dem Dunklen Zeitalter der Technologie. Auf ihm stand der Name eines Gewölbes, und dieses Gewölbe könnte die Kaskadenschrift enthalten. Die Bergung kostete neun Skitarii und Ferravants rechten Arm. Ferravant verlangte daraufhin seine Versetzung. L8g7k verweigerte die Unterschrift und zitierte die Dienstordnung. Er nennt Orrus Teg „den Schlüssel“. Ferravant nennt es nicht.
Gefolge und Werkstatt
Ihm folgen 31 Servitoren. Sie tragen Gerät, Archivkisten und Leuchten, sprechen nie und werden ersetzt, wenn sie ausfallen. Über ihm schweben 19 Schädeldrohnen, mehr als ein Magos seines Ranges führen sollte. Sie zeichnen alles auf, auch Gespräche, die ihn nichts angehen. Ein Datasmith der Legio Cybernetica begleitet ihn mit zwei Kastelan-Robotern. Den Datasmith nennt er nur „Drei“, nach der Doktrintafel, die dieser am häufigsten lädt.
Die älteste Drohne heißt Quaestor. Sie gehörte seinem Lehrmeister und trägt noch dessen Stimme.
„Er hat eine Lücke gefüllt. Notiere: zwei Finger.“ — Quaestor, ungefragt und bei jedem Ausfall der Hauptleitung
Seine Werkstatt liegt in einem stillgelegten Kühlhaus am Rand der Plasmaschmieden von Ryza. Auf den Werkbänken liegen Datenkerne in Ölbädern, Gravurlupen und die Knotentafeln abgefangener Übertragungen. Unter einem Tuch steht ein Spulengehäuse, das er nach eigenen Ableitungen zusammengesetzt hat und nie gezündet hat. In der Halle riecht es nach heißem Weihrauch, nach Ozon und süßlich nach der Nährlösung, die aus einer undichten Leitung seines eigenen Rückenjochs tropft.
Der Bruch
Der Bruch
Tech-Häresie
L8g7k weicht ab und wird geduldet, weil seine Verdienste schwerer wiegen. Er ist darin ein Fall nach dem Muster Belisarius Cawls, nur ohne Cawls Rückhalt. Mit den Ruinösen Mächten hat er nichts zu tun. Er hasst das Dark Mechanicum mit der Genauigkeit eines Buchhalters, und jeder Heretek von Skarrath-Infernus ist für ihn eine Schuld, die eingetrieben werden muss.
Sein Verbrechen ist ein anderes. 902.M41 vervollständigte er ein Spulenmuster, indem er die fehlenden Zeilen ableitete, statt sie zu bergen. Damit erneuerte er, wo der Ritus Wiederherstellung verlangt, und er tat es mit Daten aus einer Quelle des Dark Mechanicum. Ein Magos Juris des Konklaves von Ryza führt darüber eine Akte mit drei Einträgen: die Ableitung, die Herkunft der Daten und das ungezündete Spulengehäuse unter dem Tuch in seiner Werkstatt. Das Collegiate Extremis hat eine Abschrift erhalten und bisher nicht geantwortet.
Beide Nominierungen zum Erzmagos scheiterten an dieser Akte, obwohl niemand sie öffentlich nannte. Die Strafe ist festgelegt. Sollte die Duldung enden, würden ihm sämtliche Implantate entfernt, und der verbliebene Rest Fleisch würde zur Buße zum Servitor umgebaut. Er kennt den Wortlaut auswendig. Ohne Furchtkern liest er ihn wie einen Wartungsplan.
Zu den Kerndaten
Die Ziffern seines Namens verzeichnen Umbauten: Die 8 steht für den achten Neubau seines Schädelgehäuses, die 7 für die sieben Bergungsriten, die Ryza ihm als vollendet angerechnet hat. Die Buchstaben sind das, was von dem Namen übrig blieb, den er als Kind trug, gekürzt auf das, was ein Kognitor indexieren kann.
L8g7k ist ein Magos von 267 Lebensjahren. Er steht gebeugt, weil das Joch auf seinem Rücken schwerer ist als der Mensch darunter. Wer vor ihm steht, sieht zuerst die Mechanogreifer, die sich unablässig bewegen, tasten, abwägen und wieder zurückziehen. Erst danach fällt der Blick auf die Kapuze aus rotem Tuch mit goldenem Saum und auf das, was sie halb verdeckt: links ein Gesicht aus Knochen und vergilbter Haut, rechts eine Platte aus geschwärztem Messing mit drei Linsen. Er spricht selten mit dem Mund, meist über ein Vox-Gitter an der Kehle und am liebsten in Binärsprache. Wenn er Niedergotisch spricht, dann langsam, wie jemand, der übersetzt.
Er wartet. Das ist seine eigentliche Tätigkeit. Er wartet auf ein Gerücht, das er seit 134 Jahren verfolgt, und alles, was er sonst tut, ist Vorbereitung auf den Augenblick, in dem es sich bestätigt.
„Ich nehme nichts, das nicht schon war.“ — Magos L8g7k, eingeprägt in die Innenseite jedes seiner Werkzeuggehäuse