Erzmagos Castus-Vermilion
Core Data
| Kind of figure | Magos |
|---|---|
| Rank | Archmagos (a magos who has mastered his field) |
| Speciality / caste | Magos Cartographicus (star charts and warp routes) |
| Forge world / Shield Host | Metalica – vollständig industrialisiert, Massenproduktion; Legio Metalica; durch den „Nemesis Wurm" dauerhaft beschädigt |
| Era | M41 (up to the Fall of Cadia) |
| Standing | Forgotten (his world no longer answers) |
Origin & Body
Origin and rise
Castus wurde in den Kollektivarbeiterschichten von Metalica geboren, dort wo die Massenfertigungsvats die Körper auswerfen und Kindermeister neue Augäpfel ins Binharic-Kalkül eintragen. Er hatte Gabe. Mit sechzehn Jahren — damals noch mit beiden organischen Augen und dem Nervengewebe eines jungen Mannes — wurde er für die Kartographische Zunft ausgewählt. Der Magos Lucent selbst verdammte ihn dafür, dass er die Sternkarten nicht einfach abschrieb, sondern versuchte, die Warpströme mit völlig neuem Messverfahren zu deuten. Das war nicht Häresie, noch nicht; nur Eigenständigkeit, wo Gehorsam verlangt war.
Seine erste große Arbeit war die Vermessung der stillen Randgebiete — eine Expedition in drei Warpsprüngen zum Erkundungsgebiet östlich von Metalica. Er sollte die Navigationsdaten kartieren für eine mögliche Ausweitung unserer Handelswege. Er kam zurück mit verstümmelten Ergebnissen, mit schrecklichen Augen, und mit der Erkenntnis, dass ein Feind dort lauerte, der nicht in die bestehenden Navigationstheorien passte: Orkschiffe, deren Technologie funktioniert, ohne dass jemand versteht, warum. Metalica versetzte ihn in archivale Strafe. Dreißig Jahre später durchlief er die Vows of Integration — auf die Knie gefallen vor dem Altar des Omnissiah, sein Versprechen erneuert, seine Sünde der Eigenmächtigkeit vergeben. Aber Metalica hatte längst andere Kartographen gefunden.
The body
Was Castus war, ist in den Kriegsjahren nach M41.100 stückweise geschreddert und ersetzt worden. Der Sternenzug, dem er sich anschloss — ein verzweifelter Versuch Metalicas, jene orkischen Schiffe noch einmal zu verfolgen — wurde in eine Kesselfalle gelockt. Seine organischen Beine wurden unterhalb der Knie aufgebrochen. Sein linker Arm wurde in einem Raumschifftraktor zerrissen. Seine Lunge wurde von Gifttoxinen der Ork-Waffen durchlöchert. Sein Hirnstamm erlitt mehrere lokale Schäden, die seine Fähigkeit zu Furcht und Reue allmählich verhärteten.
Die erste Rekonstruktion war eilig: Blechbeine, ein Servoarm, eine neue Lunge aus Kunstgewebe und Kunstblut. Die zweite war methodisch: Das rechte Gehirn wurde durch die Augmentik der Rite of Clear Thought ersetzt — die emotionale Hälfte ausgeschnitten und durch ein kalkulierendes Gerüst aus Binharic-Prozessoren ersetzt. Das war vor hundertachtunddwanzig Jahren. Die dritte Rekonstruktion, vor dreißig Jahren, war Castus-03R selbst: ein völlig neues Chassis mit sechs stabilen Beinen aus scharnierartig verschlungenen Plaststahlknochen, ein Rückengerüst für vier eigenständig bewegliche Mechanogreifer, und die Augen — da waren keine übrig, die es wert waren zu retten. Optiken stattdessen, sechs an der Zahl, alle an verschiedenen Wellenlängen empfindlich, alle mit unterschiedlichen Vergrößerungsebenen.
Was ist noch von dem Mann übrig? Nur die Kehle, ein Drittel des Schädels, einzelne Knochenfragmente im unteren Rückenmark, drei Finger an der rechten organischen Hand. Das weiß Castus. Er hat es sich zeigen lassen. Was er nicht weiß — was er nicht mehr wissen kann — ist, was es bedeutet, darüber zu trauern. Die Clear-Thought-Augmetik hat die Fähigkeit entfernt, organische Verluste als Verlust zu spüren. Was bleibt, ist ein mathematisches Wissen des Getauschten und eine Gewissheit, dass alles, was fort ist, würdig war fortzugehen. Das sagt er wenigstens. Manchmal pfeift er es vor sich hin, aus seinen Kühlmittelrohren — ein hohes, schmerzhaftes Geräusch ohne erkennbares Muster.
Purpose & Deeds
What drives them
Castus verfolgt einen Rivalen, und dieser Rivale hat ein Archiv, das nicht sein darf.
Der Rivale heißt Erzmagos Qvo-891, und er sitzt noch immer auf Metalica. Vor sechsunddreißig Jahren — nachdem Castus seine dritte Rekonstruktion überstand und die Verwaltung Metalicas still und kalt beschloss, dass ein Erzmagos, der sich in fremde Raumzonen verlaufen hatte, vielleicht nicht mehr nach Hause gehörte — wurde Qvo-891 zur neuen Kartographischen Leitung ernannt. Nicht weil er besser war. Weil er da war.
Castus vermutet — nein, weiß — dass Qvo-891 die Daten aus der Vermessung der stillen Randgebiete gestohlen hat, jene verstümmelten Expedition, die Castus vor hundertachtzig Jahren durchführte. Qvo-891 hat sie nicht zerstört. Er hat sie genommen und katalogisiert und in seine eigenen Archive verbracht, und irgendwo in diesem Archiv — Castus ist sicher davon — liegt ein Beweis, dass die orkischen Schiffe nicht zufällig funktionieren. Dass es ein Prinzip gibt, das anders ist als das unsere. Dass die Theorie der Universalen Maschinesprache falsch ist.
Das ist ketzerisches Gedankengut. Castus obsidiert darüber seit neunzehn Jahren.
Er hat Boten nach Metalica geschickt. Keine Antwort. Er hat die Registraria durchsucht, alle erreichbaren Archive der Schwesterforges durchsehen lassen — die Daten sind nicht öffentlich. Eine einzelne Skitarii-Patrouille hätte er längst gehabt; eine ganze Kohorte könnte er sich nicht leisten. Seine Reputation auf Metalica ist Altpapier. Seine Ressourcen sind, was einzelne wenige Schmieden ihm noch gewähren — kleine Außenposten, ungenutztes Werkstattrecht, abgelaufene Materialbudgets von vor hundert Jahren, die technisch nie anuliert wurden.
Was würde Beweis sein? Ein Brief von Qvo-891, der die Übernahme zugibt. Eine Datenkopie, selbst fehlerhaft. Die bloße Mitteilung, dass Metalica weiß, dass die Archive existieren. Was würde Castus aufgeben, um sicherzustellen, dass niemand jemals erfährt, dass er sich geirrt hat? Alles. Und deshalb weiß er, dass er nicht geirrt hat — denn aufzugeben hätte bedeutet, am Leben bleiben zu können, und das könnte er nie.
Deeds
Die Kampagne der stillen Randgebiete (M41.100–M41.103)
Castus sollte drei neue Warpstrecken kartieren für eine denkbare Handelserweiterung. Stattdessen verlor er seine Beine und einen Arm und den Glauben, dass die Imperium-Welt die einzige technologische Wahrheit besaß. Seine Daten waren bruchstückhaft: orkische Schiffsstrukturen, die keine der bestehenden Nomenklaturen erfüllten, eine Warpstrom-Verformung, die nicht in die Kalkulation passte. Er beschrieb die Expedition später als einen Triumph der Datenerfassung unter feindlichen Bedingungen. Was war wirklich? Ein Zusammenbruch. Ein Rückzug unter Feuer. Ein Beweis, dass etwas außerhalb des bekannten Schemas existierte — und eine Schande, die Metalica systematisch ignorierte. Der Preis zahlte Castus mit Fleisch. Die Wahrheit zahlte die Zunft, indem sie Castus ausstieß.
Die Rekonstruktion nach M41.230 — das Chassis Castus-03R
Nach hundertachtundzwanzig Jahren in fragmentarischer Existenz — verschiedene Augmetiken, provisorische Beine, Mechanogreifer ohne echte Symmetrie — beschloss Castus, sich selbst neu zu konstruieren. Nicht als Akt der Demut, sondern der Rache. Er brauchte ein Chassis, das schneller war, präziser, fähig zur Fernreise ohne Abhängigkeit von Schmiede-Infrastruktur. Die Rekonstruktion gelang. Sie kostet ihn die Hälfte seines verbliebenen organischen Gehirns — die Clear-Thought-Augmetik wurde notwendig, um die Kontrolle des Sechsbein-Ganges zu koordinieren. Was verlor er? Die Fähigkeit, seine Obsession als Obsession zu empfinden. Was gewann er? Kalkulierende Klarheit, und der Antrieb, der unter dem Namen Rationalität wandelt. Metalica sandte keine Glückwünsche. Metalica sandte überhaupt nichts.
Der Diebstahl aus Qvo-Archiven via Mittelsmann (M41.286–M41.287)
Castus konnte nicht selbst nach Metalica zurück. Statt dessen schickte er einen Agenten — einen freien Enginseer, scheinbar unpolitisch, tatsächlich seit achtzehn Jahren auf Castus' Gehaltsliste. Dieser Mann sollte in die unteren Speicher eindringen, wo die alten Kartographiedaten lagern. Alles, was er hätte bringen sollen, waren Kopien — selbst fehlerhafte Daten wären ausreichend gewesen. Was er tat, war Sabotage. Statt Diebstahl durchführte er ein kontrolliertes Brand-Ereignis. Der Mann wird seitdem vermisst; die Archive wurden nicht beschädigt. Castus hat dies als ein »Erfolg bei der Sicherung kritischer Daten« berichtet — dem Enginseer wurde »Rekonversionspflicht« auferlegt, eine Euphemismus für hinrichtungsähnliche Umsetzung zum Servitor. Castus beschreibt diese Aktion als notwendig. Was war wirklich? Ein Fehler, der zu teuer wurde. Ein Beweis, dass Castus' Ressourcen endlich sind. Ein Hinweis darauf, dass die Obsession nicht länger nur intellektuell ist — sie ist gefährlich geworden, und das Gefährliche muss, wie immer, auf andere abgewälzt werden.
The Break
The break
Castus steht an der Grenze zwischen Orthodoxie und Verdacht, und der Verdacht wird schwächer statt stärker, weil Metalica ihn vergessen hat.
Seine aktuelle Einstufung in der Lex Mechanicus ist Orthodox, jedoch notiert. Das bedeutet: seine frühe Arbeit mit eigenständigen Vermessmethoden ist bekannt und katalogisiert, aber nicht als Häresie gebrandmarkt — denn die Zukunft bewies ihre mathematische Reinheit, auch wenn sie die Ritus verletzte. Ein Magos Juris hätte, vor hundertfünfzig Jahren, seinen Antrag auf archivale Strafe mit einer warnen de Anmerkung versehen: Deviation in praxis, no innovation in theory. Permitted under Archmagos Lucent, Q-series override. Das war Großzügigkeit. Das war auch Vergessenheit — eine tote Anmerkung, weil Lucent selbst drei Jahrhunderte zuvor erlosch.
Das Geheimnis ist düsterer: Castus hat innoviert. Nicht in den offiziellen Archiven. In seinen Werkstätten, in vier verschiedenen Außenstationen, weit weg von Metalica, hat er versucht, die orkische Technologie nachzuvollziehen. Nicht zu verstehen — Verständnis ist jenseits des möglich. Aber zu reproduzieren, die Muster zu erkennen, vielleicht die stumme Logik dahinter zu ahnen. Das ist Häresie der tiefsten Art: nicht Verderbtheit durch die Ruinösen Mächte, sondern reine Wissenschaft ohne Ritual. Experiment statt Ritus. Er hat drei Mechanogreifer-Prototypen entworfen, die, anstatt der Lingua Technis zu gehorchen, auf einer zweiten Befehlsebene reagieren, die niemandem in der Ecclesia Mechanica zugleich vertraut ist und zugleich entsetzlich vertraut — weil sie einfach funktioniert.
Wenn die Collegiate Extremis davon erfahren würde, wenn ein Magos Juris diese Werkstätten inspizierte: Castus würde gelöscht. Nicht hingerichtet — das ist zu schnell. Statt dessen: jede Augmetik wäre zu explantieren. Was bliebe würde in einen Servitor umgewandelt, eine stille, schmerzlose Maschine ohne Gedanke, ohne Echos des alten Wissens. Aber Metalica schweigt, und deshalb — Castus vermutet dies ganz leise, wo niemand es hören kann — vermutet niemand etwas.