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Wappen — 12. Tessmarker Linienregiment
Crest — 12. Tessmarker Linienregiment

1. KERNDATEN

Militarum Regimentum12. Tessmarker Linienregiment
Offizielle Bezeichnung12. Tessmarker Linienregiment
RufnameDie Vierte, oder, wenn das ganze Regiment gemeint ist, die Furtschicht
Herkunft des NamensErworben am 16.03.962.M41 am Furtgraben N7, als die 4. Kompanie nach dem Fall ihres Hauptmanns binnen fünf Minuten neu führte, während drei weitere Schichten vor und nach ihr folgten
HeimatweltTessmark
RegimentstypLinieninfanterie
Gründungca. 781.M41
Tithe-StufeRegulärer Zehnt, bei Großlandungen auf Notaushebung umgestellt
Sollstärke1.800
Ist-Stärke598 (Stand 19.01.963)
Schlachtruf„Reihenfolge hält, nicht der Einzelne.“
Munitorum-KennungTM-12-LIN/A-44

Eine zweistellige Ordnungszahl bei vierzehn Verbänden im Korps bedeutet hier kein ehrwürdiges Alter, sondern schlichte Reihung: Tessmark stellt mehrere Regimenter parallel, und das Zwölfte ist eines von ihnen, benannt nach der Stelle in der Aushebungsliste des Jahres, nicht nach einer Tradition, die Jahrhunderte zurückreicht. Das Regiment zählte zuletzt 598 Mann (19.01.963), und die Kompanie, die der Geschichte als Erzählstimme dient, ist von 147 auf 37 Mann gesunken, ohne dass das Munitorum sie je für erloschen erklärt hat. Wer heute in der Vierten steht, hat selten einen der Gefallenen gekannt, deren Nummer er trägt, Gutjahr etwa kennt Hasselmann nur als leeres Bett. Das Regiment ersetzt seine Toten mit Zahlen aus der Etappe, nicht mit Geschichten, und die Reihenfolge in Malecks Büchlein ist der einzige Ort, an dem ein Name länger steht als ein Mann.

Regiments-Merksatz

Sag nicht den Namen. Halt die Reihenfolge. Trag die Säcke, wenn du musst. Steh, bis einer führt.

Die Säulen

Reihenfolge statt Namen. Die Vierte zählt Köpfe, nicht Gesichter. Maleck führt ihr Büchlein in Wachstuch, weil eine Liste hält, was ein Gedächtnis verliert, und weil eine Kompanie, die weiß, wer an welcher Stelle steht, auch weiß, wer fehlt. Das Regiment glaubt, dass Reihenfolge Trauer erspart, die man sich nicht leisten kann.

Das Schweigegebot. Wer den Namen des Gegners ausspricht, trägt die nächste Schicht Sandsäcke, allein. Das Regiment nennt dies Disziplin, in Wahrheit ist es Aberglaube aus dem Dorf, auf den Krieg übertragen: Ein Name ist eine Tür, und was eine Tür hat, kommt herein. Kein Offizier widerspricht dem, weil es funktioniert.

Die Stellung hält, der Posten wechselt. Keiner ist unersetzlich, auch der Hauptmann nicht. Als Dietl um 04:24 Uhr am 16.03.962 die Führung übernahm, weil Brokop und der Kommissar binnen drei Minuten fielen, war das kein Ausnahmefall, sondern Vorschrift, und das Regiment ist stolz darauf, dass dies ohne Pause gelang.

Man gehorcht, auch wenn man es nicht glaubt. Als die Standgerichtsziffer Fennmann und sieben Karsvaller Rückläufer vor die Pfähle brachte, stellte die Vierte das Peloton, obwohl niemand in der Kompanie an deren Schuld glaubte. Das Regiment sagt sich, dass Gehorsam Leben rettet. Es sagt sich nicht, wessen Leben es diesmal gekostet hat.

2. AUSHEBUNG UND TITHE

Das 12. Tessmarker wurde im regulären Zehnt aufgestellt, aus den Dörfern rund um Tessmark-Stadt, nach einem Verfahren, das die Munizipien nach Hofgröße staffelt: Wer mehr als eine bestimmte Fläche bestellt, stellt einen Sohn oder eine Tochter, ungeachtet dessen, ob der Hof die Arbeitskraft entbehren kann. Für Halbreth wurde zusätzlich eine Notaushebung angeordnet, weil der Feldzug kurzfristig anlief und der reguläre Zehnt nicht ausreichte, was die Ausbildungszeit auf wenige Wochen verkürzte und eine Reihe von Männern und Frauen an die Front brachte, die ihre Waffe zuletzt gegen Wölfe benutzt hatten. Ein Planetengouverneur, der zu wenige, zu schlecht ausgerüstete oder genetisch unzureichend geprüfte Rekruten liefert, begeht nach der Lex Imperialis ein Kapitalverbrechen, und Tessmarks Gouverneur schickt deshalb aus Selbsterhalt, nicht aus Pflichtgefühl, seine kräftigsten Jahrgänge. Das Regiment weiß das und redet nicht darüber.

Was die Heimatwelt verlor

Elf Dörfer um Tessmark-Stadt stellten mit dem Zwölften zugleich ihre besten Furtgänger, Bauern, die wussten, wo ein Graben im Frühjahr hält und wo nicht. Diese Kenntnis starb am 16.03.962 zu großen Teilen in der Furtstellung mit. Die Dörfer behalfen sich seither mit Alten, die das Wissen nur vom Hörensagen kannten, und zwei Höfe bei Hollenberg, darunter der der Gutjahrs, bestellen seit jenem Jahr nur noch die Hälfte ihrer Furtwiesen, weil niemand mehr sicher sagen kann, wo der Boden trägt.

3. HEIMATWELT

Tessmark ist eine Ackerwelt mit kurzen, nassen Sommern und Dörfern, die selten mehr als vierhundert Seelen zählen, verbunden durch Kiesstraßen, die nach jedem Herbstregen neu geschoben werden. Die Höfe liegen an Furten und Dämmen, weil das Land vom Wasser lebt und mit ihm streitet, und jeder Hof kennt das Jahr, in dem der Deich brach. Die Gesellschaft ist durch Reihenfolge geordnet, nicht durch Rang: Wer zuerst sät, wer zuletzt erntet, wer nach wem am Brunnen steht, das merkt man sich, weil ein Dorf ohne diese Ordnung im Frühjahr untergeht. Diese Disziplin macht die Tessmarker zu brauchbaren Linieninfanteristen: Sie ertragen Wasser, Kälte und monotone Wachen, weil ihr Leben zu Hause schon aus Wachen am Deich bestand, und sie führen Listen, bevor sie reden.

Der Nachteil, den sie mitbringen

Tessmarker Soldaten meiden das Benennen von Unglück, weil ihr Dorfglaube einen Namen für eine Tür hält. Was auf dem Hof gegen Wolf und Hagel half, wird im Graben zur gefährlichen Lücke: Meldungen, die den Gegner präzise benennen müssten, werden in vage Umschreibungen gekleidet, und Befehle verlieren an Schärfe. Am 16.03.962 lautete die Meldung der Furtstellung um 04:12 „Gefiederte auf der Brustwehr“ und enthielt keine Zielbezeichnung, die das Regimentskommando sofort hätte verorten können. Das Regiment hat daraus keine Lehre gezogen, weil die Alternative, den Namen zu sagen, als schlimmer gilt als eine verlorene Minute.

4. REGIMENTSKULTUR

Der Drill der Tessmarker ist landwirtschaftlich in seinem Rhythmus: früh, wiederholend, ohne Pathos. Vor dem Dienst wird gezählt, nach dem Dienst wird gezählt, und zwischen beidem liegt die Arbeit. Ihr Marschlied beschreibt keinen Sieg, sondern eine Ernte, die eingebracht werden muss, bevor der Regen kommt, und wer es singt, ersetzt die Namen der Felder stillschweigend durch Abschnittsbezeichnungen wie N5 oder N7. Die Offiziere haben längst aufgegeben, das Schweigegebot zum Gegnernamen zu unterbinden, weil es die Disziplin eher stärkt als schwächt. In den Baracken riecht es nach nassem Sacktuch und abgekochtem Flusswasser, und die Alkoholration wird selten getrunken, sondern gegen Socken, Tabak oder einen Platz näher am Ofen getauscht. Wo Zeit bleibt, begräbt man die Toten mit Namen und einer Zeile aus dem Beichtbuch des Feldpredigers; wo keine Zeit bleibt, schreibt Maleck die Zahl ins Wachstuchbüchlein, und das gilt im Regiment als Beerdigung genug.

Das Kommissariat

Die Vierte hat sich mit ihren Kommissaren arrangiert, nicht aus Zuneigung, sondern aus Rechnung: Weidemann war genau und schnell im Urteil, Pahlke ist langsam und schreibt lieber auf, als zu entscheiden. Beide wurden geduldet, keiner geliebt. Die Kompanie fürchtet das Standgericht mehr als den Gegner, weil der Gegner wenigstens eine Furt braucht, um heranzukommen.

Dienstgrade

Munitorum-RangLokale BezeichnungAnrede
GeneralDeichhauptmannDeichhauptmann
OberstFurtherrFurtherr
MajorGrabenvogtVogt
HauptmannKompanievogtVogt
Unteroffizier/FeldwebelReihenführerReihenführer
SoldatFurtgängerFurtgänger

5. GLIEDERUNG UND EINZELREGIMENTER

Aufbau

Nach Soll gliedert sich das 12. Tessmarker in zwölf Kompanien zu rund 150 Mann, geführt von je einem Hauptmann mit Kompaniefeldwebel, über drei bis vier Züge zu etwa vierzig Mann unter einem Leutnant oder, bei Ausfall, einem Feldwebel oder Unteroffizier. Jeder Zug gliedert sich in vier Trupps zu zehn. Die 4. Kompanie zeigt den Verschleiß dieses Musters: Von 147 Mann im Januar 962 sind 37 geblieben, der 1. Zug wird seit Juni 962 von der Unteroffizierin Dagmar Ilgner geführt, nicht von einem Leutnant, und der 2. Zug hat zuletzt keinen Führer mehr, sondern wird von einem einfachen Gefreiten gehalten. Der ursprünglich eigenständige 3. Zug der 3. Kompanie, seit der Landung ohne eigenes Quartier, ist in der Praxis in die Vierte eingegliedert; nach der Nacht vom 15. auf den 16.03.962 standen von ihren 17 Mann noch fünf.

Die einzelnen Regimenter

12. Tessmarker Linienregiment (dieses Regiment, Linieninfanterie): Oberst Gerhard Mühlstein, 55, breit, geht seine Abschnitte zu Fuß ab. Stand am 19.01.963 noch mit 598 Mann im Feld.

38. Tessmarker Schützenregiment (Schützenregiment, Ablösungsgruppe B): löste das Zwölfte erstmals am 02.02.962 am Furtgraben ab und begann am 12.10.962 erneut, Stück 1 zu übernehmen (Ablösung nicht vollzogen); sein Kommandeur ist dem Zwölften nur über Meldewege bekannt, nicht persönlich.

23. Karsvaller Linienregiment (Linieninfanterie, Ablösungsgruppe C): hielt in der ersten Fassung der Ablösungsordnung vor dem Zwölften die Abschnitte N5 bis N8 und wurde von ihm abgelöst; seine 2. Kompanie stand am 16.03.962 im Nordstück des Furtgrabens. Am 08.03.963 übernahm eine Kompanie des 23. Karsvaller die Eisenbrücke.

6. KOMMANDOSTAB

Oberst Gerhard Mühlstein, 55, breit, mit einem Gesicht wie ein Pflugblatt, geht jeden Abschnitt seines Regiments zu Fuß ab, auch wenn ihm das Fahrzeug zustünde. Er trägt keinen Gehstock, obwohl er ihn bräuchte, weil ein Stock nach seiner Ansicht Schwäche zeigt. Als das Korps ihm die neue Ablösungsordnung vorlegte, prüfte er sie, bevor er sein Regiment hineinführte, und sagte am Furtgraben den Satz, der im Regiment zum geflügelten Wort wurde: „Mir ist noch kein Korps untergekommen, das mir das vorher schriftlich gegeben hat.“ Seine Umsicht hat das Regiment wiederholt vor Übereile bewahrt.

Kommissar Eyke Pahlke, 46, langsam im Gehen wie im Reden, Nachfolger des am 16.03.962 gefallenen Ansgar Weidemann. Er führt ein eigenes Notizbuch, in das er, entgegen der Sprachregelung der Truppe, das Wort „Gefiederte“ schreibt, weil er findet, ein Kommissar dürfe benennen, was ein Soldat nicht benennen darf. Auf die Frage eines jungen Offiziers, warum er sich nicht an die Namensregel der Vierten halte, antwortete er: „Ich führe keine Säcke. Ich führe ein Protokoll.“

Hauptfeldwebelin Anneke Maleck, 41, Bauerntochter aus Tessmark, Witwe, 23 Dienstjahre. Sie trägt kein Abzeichen, das sie von ihren Soldaten unterscheidet, nur das Wachstuchbüchlein in der Brusttasche, in dem sie die Reihenfolge der Kompanie führt, nicht deren Namen. Die linke Hand schließt bei Nässe schlecht, deshalb unterschreibt sie rechts. Als Hauptmann Dietl am 04.01.963 fiel, erklärte Mühlstein, es gebe keinen Offizier mehr, der die Vierte führen könne, und übergab ihr das Kommando mit dem Satz: „Die Hauptfeldwebel führt die Vierte, bis ein Offizier da ist. Es ist keiner da.“

Angehängtes Personal

DienstZahl
Regimentskommissar1
Ogryn-Züge (abgestellt aus der 3. Karsvaller Ogryn-Kohorte)1
Feldprediger der Ekklesiarchie1
Dienstpersonal der Ekklesiarchiekeines genannt
Psyker der Scholastica Psykanakeine (die Astropathen stehen im astropathischen Chor des Korps)

Die angehängten Dienste unterstehen keiner Kompanie, und die Reibung zeigt sich besonders beim Feldprediger: Thies Jankowitz ließ Malecks Reihenfolgebüchlein als Beichte gelten, was der Regimentskommissar nie billigte, aber auch nie unterband.

Die Regimentsstandarte

Die Standarte des 12. Tessmarker ist ein Tuch aus grobem Leinen über einer Lanzenstange aus Deichpfahlholz, mit der Furt des Marrach in groben Stichen dargestellt und darunter den Namen der Stellungen N5 bis N8 in kleiner Schrift. Sie trägt keine Schlachtehren im klassischen Sinn, nur Stichzahlen für jedes Fenster, das das Regiment an der Linie stand. Beim Rückzug über die Alte Brücke am 06.01.963 wurde sie fast zurückgelassen, weil der Träger im Gedränge stürzte; ein Gefreiter der Vierten trug sie die letzten zweihundert Meter unter dem Mantel.

7. FELDZÜGE

FeldzugZeit (Theater)Gegner, Dauer
Die Furtstellung am Marrach962.M41, HalbrethSternenreich der T'au, neun Monate
Das Gerberviertel von Kerrmund962.M41 bis 963.M41, KerrmundSternenreich der T'au, drei Monate
Die Brücken von Kerrmund963.M41, KerrmundSternenreich der T'au, zwei Monate

Die Furtstellung am Marrach (962.M41, Halbreth, neun Monate): Das Regiment bezog ab dem 12.01.962 die Linie am Marrach neben dem 52. Karsvaller Schützenregiment und dem 17. Rhauviker Linienregiment, die beide dasselbe Fenstersystem der Ablösung durchliefen. Der schwerste Einbruch am 16.03.962 kostete allein im Abschnitt N7 1.082 Mann aus zwei Regimentern binnen etwas mehr als einer Stunde, davon 412 in der Furtstellung. Das Ergebnis war keine Entscheidung, sondern ein Ausbluten über Monate, das Fenster für Fenster weiterging, bis das Regiment im Oktober 962 die nördliche Linie räumen musste. Verluste: von anfänglich 1.800 Mann standen im Oktober 962 noch rund 1.140.

Das Gerberviertel von Kerrmund (962.M41 bis 963.M41, Kerrmund, drei Monate): Die 4. Kompanie hielt die Gerberstraße vom Deichfuß bis zur Lohgasse, bis Frontbefehl Nr. 74 (25.11.962) dem Zwölften befahl, das Gerberviertel am 28.11. niederzulegen. Die 4. Kompanie setzte das Viertel am 28.11.962 selbst in Brand, um es dem Gegner nicht zu überlassen. Das 46. Thorvalder, dessen Arbeitskommando am 08.04.962 in der Waffenruhe 61 Tote vom Furtkies geborgen hatte, zählte am 06.01.963 nur noch 81 Mann. Verluste des Regiments: 212 von 1.140.

Die Brücken von Kerrmund (963.M41, Kerrmund, zwei Monate): Nach Befehl des Stabes wurde die 4. Kompanie dem 52. Karsvaller Schützenregiment zur Bewachung der Alten Brücke und später der Eisenbrücke zugeteilt, eine Unterstellung unter einen fremden Verband, die das Zwölfte nie gesucht hatte. Als das 52. Karsvaller am 07.03.963 vollständig in den Ausfall ging und niemand zurückkehrte, blieb die Vierte mit der Last der Brücke allein zurück und schuldet diesem Regiment, das es nie wiedersehen wird, seither einen Verlust, den es nicht hat begleichen können. Verluste der Vierten in diesem Feldzug: von 64 auf 37 Mann.

8. DER MAKEL

Der Makel des 12. Tessmarker trägt kein Datum des Ursprungs, sondern viele: Das Regiment wurde in mehr als einem Jahr so oft beinahe ausgelöscht, dass es sich inzwischen weigert, auf Dauer anzunehmen, dass eine Stellung hält oder ein Kamerad bleibt. Der auslösende Anlass ist die Nacht vom 15. auf den 16.03.962, die das Korps amtlich als Wechselunfall bei Nebel auslegte und nicht als Lücke in der Doppelbesetzung. Im Alltag zeigt sich der Makel darin, dass die Vierte kein Gepäck mehr führt, das nicht sofort getragen werden kann, und keine Freundschaft mehr pflegt, die über ein Fenster hinausreicht. In der Schlacht zeigt er sich darin, dass ein Zugführerausfall binnen Minuten kompensiert wird, routiniert, fast kalt, weil das Regiment gelernt hat, nie auf einen bestimmten Mann angewiesen zu sein. Das Regiment sagt sich, dies sei Stärke. Andere Regimenter sagen, wenn die Vierte nicht in Hörweite ist, dass sie Leute verheizten wie Sandsäcke und sich hinterher wunderten, warum niemand ihnen vertraue.

Ein Fehler des Munitorum

Nach der Räumung des Gerberviertels blieb das Zwölfte in den Versorgungslisten des Munitorum für sechs Wochen unter der alten Stellungsbezeichnung N5 bis N8 geführt, obwolh es diese Abschnitte längst verlassen hatte. Die Folge: Ersatzmunition und Winterbekleidung liefen weiterhin an den verlassenen Furtgraben, während die Kompanien in der Stadt mit Sommerflickzeug an der Alten Brücke froren. Der Fehler wurde erst korrigiert, als ein Sachbearbeiter der Korpsintendantur die Liefermeldung gegen die tatsächliche Stellungsmeldung abglich. In den sechs Wochen erfroren drei Mann der Vierten die Füße so schwer, dass sie dienstunfähig wurden, einer davon verlor zwei Zehen.

9. DESIGN-BIBEL

Farbidentität

Die Uniform ist ein gedecktes Moorgrün, gewonnen aus einem Tessmarker Flechtenfarbstoff, der ursprünglich für Deicharbeiterkleidung gedacht war und sich im Feld rasch mit Schlamm und Rost vermischt, bis kaum noch Grün zu erkennen ist. Abweichend von der Vorschrift tragen viele Soldaten über dem Mantel ein Stück Sacktuch um den Hals, aus den Landungstagen übernommen. Auf fünfzig Meter erkennt man die Vierte an diesem Sacktuchstreifen und an den stets nassen, dunkel gefleckten Stiefelschäften.

Uniform

Citadel-FarbeTypZweck
Death Guard GreenBaseGrundton des Mantels
Agrax EarthshadeShadeSchlamm- und Nässeeffekt
Ogryn CamoLayerAuflichten der Falten
Stormvermin FurEdgeLichtkanten an Kragen und Schulter

Akzent

Citadel-FarbeTypZweck
Mournfang BrownBaseSacktuch und Riemenwerk
Nuln OilShadeVertiefung des Leders
Baneblade BrownLayerabgenutzte Stellen
Ushabti BoneEdgeausgebleichte Nahtkanten

Metall

Citadel-FarbeTypZweck
LeadbelcherBaseLasergewehr und Schnallen
Nuln OilShadeVerrußung
IronbreakerLayerKantenlicht am Lauf
Runefang SteelEdgeletzter Glanzpunkt

Regimentsfarben

ElementHexNächste Citadel-Farbe
Mantel#4B5A3CDeath Guard Green
Sacktuchstreifen#6B5438Mournfang Brown
Abzeichen#8A7A4EZandri Dust
Standarte#D8CBB0Ushabti Bone
Metall#6E6E6ELeadbelcher

Abzeichen

Das Regimentsabzeichen, ein stilisierter Furtpfahl über zwei schrägen Wellenlinien, wird am linken Oberarm getragen. Dienstgrade werden durch aufgenähte Zahlstriche am rechten Ärmel kenntlich gemacht, einer je Fenster an der Linie. Fahrzeuge führt das Regiment nicht selbst, es wird stets von zugeteilten Panzerverbänden unterstützt.

Waffen und Ausrüstung

Der Soldat trägt das Standard-Lasergewehr mit vier Ladungseinheiten und Flakrüstung über wattierter Feldkleidung. Spezialtrupps führen Flammenwerfer, Melter und Raketenwerfer. Stets verschmutzt oder improvisiert: die Sandsackschaufel, oft mit einem zweiten, geklauten Griff versehen; die Atemmaske, deren Filter regelmäßig mit nassem Flusswasser verstopft; und die Stiefel, deren Sohlen mit Sacktuchstreifen notdürftig geflickt sind.

Weitere Ansichten

Von hinten zeigt der Mantel die charakteristische Doppelnaht über dem Rückenriemen, dort, wo die Feldflasche hängt. Eine Nahaufnahme des Helms zeigt die eingeschlagene Fensterzahl, mit der jede Kompanie ihre Einsatzfenster zählt. Die Standarte, verblichen und mit sichtbaren Stichzahlen, steht am besten im Halbdunkel eines Grabenunterstands.

10. EINE SZENE

Der Sachbearbeiter zweiter Klasse hieß Dennert, und er hatte die Liste des 12. Tessmarker seit dem zweiten Fenster bearbeitet, ohne je einen der Namen darauf gesehen zu haben, die über die Zahl hinausgingen.

Die Meldung kam am Abend des 05.04.962, des letzten Tages von Fenster 4, herein, zusammen mit neunzehn anderen aus dem Korpsbereich, und er legte sie zuoberst, weil sie die höchste Zahl trug. Fenster 4, Ausfälle gesamt 1.140. Er rechnete die Zahl gegen das Soll der Gruppe A, wie er es immer tat, und die Abweichung war so groß, dass er sie zweimal gegenrechnete, bevor er sie in die Spalte eintrug.

Unter der Summe stand die Aufschlüsselung nach Verbänden, in der dritten Kammer von Hand nachgetragen, weil der Fernschreiber die Einzelwerte nicht in einem Durchgang gab. 4. Kompanie, 12. Tessmarker: 58 Ausfälle. Er hatte diese Kompanie schon im ersten Fenster geführt, mit einundvierzig Ausfällen im ganzen Korps, alle ohne Feindeinwirkung. Jetzt stand eine Zahl da, die mehr als ein Drittel ihrer Sollstärke auf einen Streich nahm, und er wusste, ohne nachzusehen, dass diese Zahl mit dem nächsten Zug in eine neue Spalte wandern würde, die Ersatzspalte, und von dort in die Kompanie zurück, als seien es dieselben Männer.

Er dachte kurz an die Kollegin der dritten Kammer, die gefragt hatte, ob eine Abweichung auf der richtigen Seite eine Abweichung sei. Er fand, eine Zahl, die man ersetzt, sei auch eine Abweichung, nur eine, die niemand als solche führte.

Neben der Aufschlüsselung stand eine handschriftliche Anmerkung des Meldeoffiziers, kurz, ohne Ausschmückung: Kompanieführer gefallen 04:19. Nachfolge durch Leutnant, Übernahme 04:24. Meldung Stellung bezogen 04:30. Elf Minuten zwischen dem Fall eines Hauptmanns und der Meldung, pünktlich auf die Minute, die die Ordnung vorsah. Dennert sah die Zeile zweimal an. Beim ersten Mal dachte er, das sei ein gutes Zeichen, ein Regiment, das selbst im Zusammenbruch seine Meldefristen hielt. Beim zweiten Mal dachte er etwas anderes, das er nicht aufschrieb, weil es keine Spalte dafür gab: dass eine Ordnung, die eine Lücke von elf Minuten zwischen dem Tod des Hauptmanns und der Meldung als Erfolg verbuchte, vielleicht gar nicht für Männer gemacht war, sondern nur für die Zahl von Männern.

Er legte den Bogen zu den anderen, holte das Blatt für Fenster 5 hervor und schrieb oben das Datum. Unter Ersatzbedarf Gruppe A trug er die Summe aus allen Regimentern ein, 1.083, und darunter, kleiner, für die vierte Kompanie des Zwölften: 55.

Er sah die Zahl eine Weile an, bevor er sie in die Mappe legte. Fünfundfünfzig Mann, die am nächsten Tag eine Nummer tragen würden, die vorher ein anderer getragen hatte, und keiner von ihnen würde je erfahren, welcher. Das war nicht seine Sache. Seine Sache war, dass die Summe stimmte, und die Summe stimmte.

Draußen auf dem Güterhof lief der erste Zug mit dem Ersatz der Nacht ein, und er hörte ihn, ohne hinzusehen, weil er wusste, wie viele Waggons er zählen würde, wenn er aufstünde: sieben, für 1.083 Mann, verteilt nach einem Schlüssel, den er selbst mitgerechnet hatte.

HINWEIS: Dieses Regiments-Dossier wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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