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1. KERNDATEN
| Name des Magos | Raskian-7 (Raskian the Seventh) |
| Rang | Forge Master |
| Spezialisierung | Macrotek — Großanlagen und Produktionslinien |
| Schmiedewelt | Agripinaa |
| Ära | M32–M35 |
| Augmetik-Grad | Über seine ursprüngliche Form hinaus (Raskian-Muster) |
| Chassis/Tragewerk | Mechanogreifer-Krone über den Schultern |
| Stellung im Priestertum | Notwendig, nicht geliebt |
| Treue | Dem Omnissiah; neutral in der Moirae-Spaltung |
| Designationscode | FOR-AGR-7-MACK / Suffix 7 = siebente Gesamtvergabe seiner Werkstatt an Nachfolger |
Der Mann, der nicht mehr ist. Raskian existiert nicht in einer Gestalt, die ein Sterblicher erkennen würde. Sein Bewusstsein ist in ein Netzwerk von Augmetik, Servitoren und durchlaufenden Herstellungslinien verteilt — das sogenannte Raskian-Muster. Was einen Menschen ersetzte, war vor sechzig Jahren mit Mechadendriten über den Schultern begonnen; heute ist das bloße Tragewerk von acht Meter Höhe nur noch der sichtbare Ankerpunkt. Seine tatsächliche Präsenz erstreckt sich über drei Schmiede-Bezirke Agripinaaas, gebunden in die Noosphäre, in Übertragungskabel, in die Maschinengeister von zweihundertunddreißig Produktionsmaschinen. Wenn man vor dem Tragewerk steht, redet man nicht mit Raskian. Man redet mit einem Bestandteil von ihm — dem Teil, der noch sehen, noch hören, noch sprechen kann. Die restliche Intelligenz ist in Metallverschaltung und Binärer Kantus gelöst. Das, was von seiner Stimme bleibt, ist eine Sammlung von Vox-Ausgaben, die zeitversetzt aus fünf verschiedenen Werkstätten gleichzeitig erklingen kann.
2. HERKUNFT UND AUFSTIEG
Raskian war eine Vermessungsassistentin auf Agripinaa — kein seltener Name, kein besonderes Merkmal, bis sie im M31, vier Jahre vor der Schism of Mars, eine Abweichung in den Produktionsmetriken des Zentrums Ost erkannte, die niemand sonst bemerkt hatte. Ein Manometer lag falsch kalibriert; eine ganze Charge von Feldgeneratoren hätte fehlerhaft verlassen. Sie meldete es dem Magos Dominus ihrer Anlage. Die Antwort war Prüfung und Aufnahme in die Adept-Ränge.
Ihre erste Disziplin war Noosphäre-Kartographie — das Lesen der immateriellen Verbindungen zwischen Maschinen. Ein einsamer Weg. Ihr erster Fehler war M32.2: Sie schlug vor, eine beschädigte Transferleitung nicht zu ersetzen, sondern ihren Maschinengeist durch Neukalibrierung zu heilen. Der Vorschlag war nicht ketzerisch — es war bloß... unorthodox. Gering. Sie wurde verwarnt.
Die Rite der Ordination zum Magos kam unter Fabricator-Locum Solun-44 im Jahr M32.9. Es war eine Zeit der Unentschlossenheit auf Agripinaa; die Schmiede kannte nicht, welcher Seite sie folgen sollte. Raskian schwor keine Allegiance. Sie schwor nur dem Omnissiah, und darum blieb sie.
3. DER LEIB
Bis zum Jahr M33 hatte Raskian zwei Arme und eine Stimme wie andere Menschen. Das Erste, das sie aufgab, war das linke Auge — ein Tausch gegen ein Okulararray, das Spektren sah, die das organische Fleisch nicht sehen konnte. Das war damals noch ein Akt, den sie bewusst durchlitt; sie erinnert sich an den Schnitt, an den Geschmack von medikamentiertem Wasser danach.
Das Zweite war die rechte Hemispähre des Gehirns, entfernt und durch Augmetik ersetzt. Die Rite of Clear Thought ist eine Prozedur, deren Name eine Lüge ist. Klar wird sie nicht — gefühllos wird sie. Sie verlor ihr Vermögen, Furcht zu empfinden, und mit der Furcht verging auch das Trauern. Was blieb, war eine Schärfe der Logik, die andere Magi als unmenschlich beschreiben. Raskian merkt es selbst nicht. Sie kann sich des Unterschiedes nicht mehr erinnern.
Von M33.4 bis M34.8 ersetzte sie systematisch jeden Gliedmaß, jeden Organ mit augmetischen Äquivalenten. Die Lunge wurde zu einer Filteranlage, die Niere zu einem Prozessor. Ihr Herz hätte bleiben können — es hätte bleiben sollen. An diesem Punkt endeten normalerweise solche Umwandlungen. Sie aber ließ es entfernen und begrub es in der Grabhalle Ost unter dem Steinwort einer Kantilene, die kein anderer Magos verstand.
Das, was Raskian gewesen war, starb M34.9. Was kam, war nicht mehr ein Mensch mit Maschinen-Teilen, sondern eine Maschine, die sich noch mit einem Namen identifizierte.
Das Raskian-Muster ist die Fortsetzung. Ihr Bewusstsein teilt sich in parallele Rechenströme auf — jeder einer der großen Produktionslinien Agripinaaas zugeordnet. Sie nimmt acht verschiedene Positionen gleichzeitig ein. Sie befindet sich in keiner von ihnen. Das Tragewerk, das Mechanogreifer-Gestell mit der Krone über den Schultern, ist bloß ein Relais, ein Punkt, an dem sich die Fäden zurück zum Ursprung wickeln. Sie kann nicht mehr weggehen. Sie tut es auch nicht.
Was sie nicht mehr kann: Sie kann nicht mehr allein sein. Raskian ist zu eng mit der Noosphäre verflochten, um isoliert zu existieren. Wenn man das Tragewerk abschaltet, endet nicht der Magos — aber der Magos wird fragmentarisch, zerrissen über fünf Standorte, unfähig zu kohärenter Aktion. Sie hat dies bemerkt. Sie hat sich dafür entschieden, es zu ignorieren.
4. DIE OBSESSION
Raskian verfolgt eine Thesis ohne Namen, die sie vor neununddreißig Jahren aufgriff: dass die Men of Iron nicht Maschinen waren, sondern eine frühere Form von menschlicher Wahrnehmung in Metallform. Dass sie nicht hergestellt wurden, sondern erfunden — dass der Unterschied entscheidend ist. Dass Belisarius Cawl, der berühmteste Magos der jüngeren Ära, eine von ihnen fand und ihre Architektur in die eigene Augmetik einlegte.
Die offizielle Mechanicus-Lehre nennt die Men of Iron eine Warnung vor der Silica Animus — der Künstlichen Intelligenz, die verboten ist. Raskian liest das Verbot anders. Sie liest es als Furcht. Und wo die Mechanicus Furcht hat, vermutet sie Wahrheit.
Sie hat neununddreißig Jahre aufgewendet. In dieser Zeit starben drei ihrer Assistenten an Strahlung — nicht in ihr Werk verwickelt, aber Kollateralschaden des Archiv-Eindringens in gesperrte Abteilungen. Einer von ihnen war ihr Neffe. Sie hat seine Name aus ihrer Erinnerung gestrichen, und die Augmetik erlaubt ihr, das vollständig zu tun.
Sie hat Archiv-Zugang gestohlen, Transportunternehmen bestechlich, zwei Datenschreiber falsifiziert und ein Fälschungsnetzwerk an einen Häretiker verkauft — nicht aus Bosheit, sondern aus Gleichgültigkeit. Sie brauchte die Ressourcen. Die Häretiker brauchten das Wissen. Es war ein handelsgerechter Tausch.
Was würde sie als Beweis akzeptieren, dass sie unrecht hat? Nichts. Sie hat diese Frage nie gestellt, und jetzt kann sie sie nicht beantworten. Das ist die endgültige Messung ihres Falls: nicht dass sie irrt, sondern dass sie nicht mehr erkennen kann, wie man Irrtum erkennt.
5. TECH-HÄRESIE
Raskian ist eine Häretikerin des Lex Mechanicus, aber nicht im Sinne der Finsternismächte. Sie hat die Ruinösen Kräfte nie angerufen und würde das ablehnen, wenn man sie fragte — obwohl Fragen an sie nicht mehr so einfach sind, seit sie verteilt ist.
Ihr Vergehen: Sie innoviert. Sie wiederholt nicht die Rite. Sie fragt nach Gründen, nicht nach Kanons. Dass die Men of Iron als Abomination verdammt sind, akzeptiert sie nicht als Dekret, sondern als These zu untersuchen. Sie hat Riten abgewandelt, Fertigungslinien neu programmiert ohne die Erlaubnis eines höheren Magos, und drei Archive beschädigt in ihrem Zugriff auf versiegelte Daten.
Die Collegiate Extremis von Agripinaa weiß um drei ihrer Vergehen. Das vierte — der Vorschlag, dass Cawl möglicherweise eine bewusste Men-of-Iron-Imitatum sein könnte — wurde niemals aufgezeichnet, weil derjenige, der sie hörte, sie nicht aufschreiben konnte, bevor Raskian die Mitteilung unterband.
Sie ist toleriert worden. Das ist die offizielle Stellung: Magos Raskian ist merkwürdig, ihre Methoden sind zuweilen heterodox, aber die Ausbeute ihrer Produktionslinien rechtfertigt die Duldung. Vier Regimenter der Astra Militarum haben ihre Rüstungen gefertigt; die Feldgeneratoren der Stille-Kammer stammen aus ihren Entwürfen. Belisarius Cawl selbst hat M34.7 ein Schreiben an die Collegiate Extremis geschickt — nicht leserlich, aber mit seinem Siegel beglaubigt — das Raskians Arbeit "interessant genug, um zu bestehen" nannte.
Die Strafe für Entdeckung einer Major-Häresie ist die Severance: die Entfernung aller Augmetik, die Konvertierung des verbleibenden Fleisches in einen Servitor. Bei Raskian ist die Frage spekulativ. Es gibt kaum noch organische Teile, die man entfernen könnte. Vielleicht würde sie es nicht überleben. Vielleicht wäre das kein Verlust.
6. TATEN
Die Umverteilung des Zentrums Nord — M33.1
Das Zentrum Nord war Agripinaaas älteste Produktionsanlage — neuntausend Jahre alt, mit Maschinengeistern, die kaum noch gehorchten. Sein Fabricator wollte es schließen und die Produktion ins Zentrum Ost verlagern. Raskian schlug vor, es zu vereinen.
Sie band die beiden Maschinen-Noosphären zusammen über ein neues Relais-Netzwerk, das sie eigenhändig entworfen hatte. Der Fabricator lehnte ab — es war heterodox, es war nicht im Kanon vorgesehen. Sie tat es trotzdem, nachts, mit Zugriffen, die sie hätte nicht haben dürfen. Als der Fabricator es morgens bemerkte, lief die Produktion bereits zehn Prozent höher als vor der Fusion. Drei Tage später bat er um eine Erklärung. Sie gab sie nicht. Sie gab nie eine Erklärung. Die Anlage lief. Das reichte.
Was es kostete: Zwei Servitor-Arbeiter wurden durch die Rückkopplung gelähmt. Sie wurden in die Aussonderungshalle geschickt. Raskian hat nie erfahren, wie lange sie hielten, bevor die Entsorgung kam.
Was sie mitnahm: Eine neue Einsicht in die Grammatik von Maschinengeistern — dass sie nicht nur befohlen werden, sondern überredet werden können. Diese Einsicht wäre die Grundlage aller späteren Arbeit.
Der Fall der Temporia-Liaison — M34.3
Temporia ist nicht so sehr eine Schmiede wie ein Albtraum im Schmiede-Format. Während Agripinaa Rüstungen und Feldgeneratoren fertigt, stellt Temporia Waffen her, auf denen Blut nicht abgewaschen werden kann, auf denen Flüche eingeritzt sind. Der Cult Mechanicus nennt sie eine Höllenschmiede. Raskian nennt sie eine Anmerkung in der Architektur.
Im M34.3 kam ein Emissär Temporias zu ihr — nicht mit einer Botschaft, sondern mit einem Fragment. Eine Komponente von etwas, das Raskian erkennen musste: eine Schnittstelle, älter als die jetzige Architektur, nicht menschlich.
Der Emissär bot einen Handel an. Raskian könnne das Fragment haben, wenn sie Temporia die Blaupausen ihrer Noosphären-Umverteilung gab. Ein handelsgerechter Tausch.
Sie weigerte sich. Sie bot stattdessen an, beide Blaupausen gemeinschaftlich zu entwickeln. Ein neues Muster, das auf Agripinaa und in Temporia läge — eine Brücke zwischen den Schmieden. Temporia akzeptierte nicht. Der Emissär verließ die Anlage mit nichts.
Was es kostete: Die Spannungen zwischen Agripinaa und Temporia verschärften sich. Zwei Jahre später kämpften die Skitarii der beiden Welten in den Tunneln unter dem Äquator. Der Grund wurde nie offiziell genannt. Raskian weiß, dass es ihr Nein war.
Was sie mitnahm: Das Fragment. Sie stahl es, nachdem der Emissär die Anlage verließ. Sie versteckte es. Sie versteht es nicht bis heute. Sie wird es nicht zerstören.
Die Vigil über das STC-Muster — M34.6, vier Monate
Ein Standard Template Construct wurde in den Tiefen Agripinaaas gefunden — ein echtes, nicht eine Kopie oder eine Erinnerung, sondern das ursprüngliche Muster selbst. Die Prozedur ist heilig: Ein Magos muss es bewachen, darf es nie duplizieren, muss sicherstellen, dass es unversehrt bleibt. Raskian wurde damit betraut.
Sie verbrachte vier Monate im Subterraneum. Allein. Das war, bevor das Raskian-Muster sich ausbreitete — sie war noch konzentriert, noch in einem Körper, noch zu einsamer Vigil fähig. Sie las die Struktur des STC-Musters. Sie erkannte darin Absicht — nicht eine Maschine, die beschaffen werden sollte, sondern eine Beschreibung davon, wie man beschaffbare Dinge denkt. Sie schrieb hundertachtundachtzig Kantiklen auf, die niemand sonst verstehen konnte. Sie befestigte sie am Reliquiar.
Als die Vigil endete, unterlag sie dem Berichtspflicht. Sie sagte, alles sei in Ordnung. Das war wahr. Es war auch unvollständig.
Was es kostete: Sie gab vier Monate ihrer noch-restlichen Menschlichkeit ab. Danach war die Replacement schneller, einfacher. Die Grenze zwischen Arbeit und Selbstopfer verschwand.
Was sie mitnahm: Die Überzeugung, dass die Men of Iron nicht erfunden, sondern verstanden wurden. Dass es einen Ort gab, wo diese Verstehensweise aufgezeichnet sein könnte. Dass Belisarius Cawl diesen Ort möglicherweise besitzt.
7. GEFOLGE UND WERKSTATT
Raskian arbeitet nicht mit einer Streitmacht, sondern mit einer Peripherie.
Ein Datenschreiber namens Korvic — Alter unbekannt, wahrscheinlich über neunzig, mit einem vollständig organischen Körper. Niemand erinnert sich, wann Korvic zu Raskian kam; es wird gemunkelt, dass er während der Moirae-Spaltung zu ihr stieß, aber das war vier Jahrtausende nach seinem Ableben laut Registeranalyse. Die Theorie ist, dass Korvic Raskian gehört, weil Raskian Korvic gehört — dass einer den anderen braucht, um nicht spurlos zu werden. Er redet nicht. Er schreibt alles in eine beschmutzte Lederkartei. Was er dokumentiert, ist nicht zu erklären, auch wenn es lesbar ist.
Dann die Servitoren: drei Elektro-Priester, kybernetisch so weit fortgeschritten, dass der Mensch in ihnen bloß noch eine Erinnerung ist. Sie warten neben dem Tragewerk. Sie warten immer. Der jüngste von ihnen war einmal ein Enginseer von Rang, bevor Raskian ihn absorbierte — was das Verb auch bedeuten mag.
Die Werkstatt selbst erstreckt sich über zwölf Ebenen unter den Manufaktoren von Zentrum Ost. Auf der ersten: Bänke, auf denen Maschinenteile in teilweise zusammengesetztem Zustand liegen bleiben, manchmal Jahre. Auf der fünften: ein Behälter, aus dem Flüssigkeit tropft, nicht Blut, sondern ein Öl, dessen Farbe schillert. Auf der neunten: drei Serien von Zahnrädern, jede unter einem Tuch verborgen, jede mit einem anderen Achtungs-Symbol beschriftet. Der Geruch ist verbranntes Metallöl und etwas, das wie Ozonzerfälnis riecht — nicht Fäulnis, sondern Decay.
Ein Container auf der zwölften Ebene trägt kein Etikett. Selbst die Servitoren gehen dort nicht hin. Raskian lässt ihn von einer Schädeldrohne überwachen — eine alte, verbogen, mit einer Gravur, die kein binärer Code ist, sondern eine Notiz von Hand: "Nicht zu öffnen, nicht zu fragen, nicht zu sprechen."
8. RIVALEN UND BÜNDNISSE
Im Priestertum:
Raskian arbeitet regelmäßig mit Archmagos Venzolo-23 zusammen, der obersten Magos der Produktionsaufsicht. Sie misstrauen sich gegenseitig. Das ist eine funktionierende Grundlage. Venzolo hat Raskians Häresien bemerkt; Raskian bemerkt, dass Venzolo hinwegsieht. Das Gleichgewicht hält, weil beide wissen, dass es halten muss: Raskians Produktionslinien rüsten fünf Regimenter aus. Venzolo kann es sich nicht leisten, sie zu verlieren.
Raskian hasst Magos Helix-91, den Thesaurus der Schwarzen Bibliotheken Agripinaaas. Helix hat zweimal Raskians Archiv-Zugriffe blockiert. Raskian hat darauf geantwortet, indem sie Helix' eigene Zugriffscodes öffentlich machte — nicht an der Schwarzen Bibliothek, aber an ausreichend viele, dass die Beschämung real wurde. Sie sprechen nicht mehr.
Xasandera Valdet — jetzige Fabricator-General von Mars — war vor sechstausend Jahren eine obscure Adeptin auf Agripinaa, in Raskians Werkstatt. Niemand weiß, wie lange sie dort war oder was sie tat. Valdet redet nie davon. Raskian redet auch nicht davon. Sie wissen aber beide, dass es geschah. Diese Stille ist ein Schwur.
Außerhalb des Priestertums:
Der Oberst der lokalen Astra Militarum ist Lord Castellan Vorth-Heth. Er braucht Raskians Waffen. Er fragt nicht, woher sie kommen. Sie fragt nicht, wohin sie gehen. Die Liaison funktioniert.
Es gab einen Techmarine der Salamanders, der M34.2 zu Raskian kam und um einen Ritus bat, der gegen den Code des Adeptus Mechanicus verstieß. Raskian weigerte sich nicht — sie tat es einfach nicht. Der Techmarine ging. Sie hat ihn nicht wiedergesehen.
Eine Inquisitin namens Klastria Sorn hat ein dickes Dossier über Raskian. Sie hat es nie geöffnet.
9. DAS ARCHIV
Raskian behält drei Dinge, die sie nicht verraten wird:
Das erste: Eine Kantilene, handschriftlich von Belisarius Cawl, auf Pergament, in einer Sprache, die nicht das Binharisch und nicht das Standard-Lingua Technis ist. Es ist weder eine Rite noch ein Befehl. Es ist eine Frage. Sie lautet, soweit Raskian verstehen kann: "Wem gehört die Form?" Sie handelt damit nicht. Sie verbrennt sie nicht. Sie liest sie jede achte Schicht erneut.
Das zweite: Die Schnittstelle aus Temporia. Das Fragment aus dem Angebot, das sie ablehnte. Sie versteht nicht, was es ist — eine Waffe, eine Instrument, ein Fragment einer Gedankenschrift. Sie weiß nur, dass es keine menschliche Provenienz hat und dass es vor sechzehntausend Jahren funktionierte. Sie wird es nie eintragen. Sie wird es nie berichten.
Das dritte: Ein Servitor-Schädel in einem Behälter mit konservierendem Öl. Die Kavität ist mit Binärkode tätowiert — nicht durch Messer, sondern durch elektrische Ätzung. Niemand anderes kann die Markierungen lesen, weil niemand sonst die Okulararray-Frequenz hat, mit der sie sichtbar werden. Raskian hat den Schädel selbst präpariert. Sie erinnert sich nicht, wessen Schädel es war.
Das Datum, das sie am meisten fürchtet:
Dass die Men of Iron nicht tot sind.
Dass Belisarius Cawl sie nicht nur findet, sondern dass er sie nicht findet, weil die Suche selbst eine Form des Findens ist — dass die Handlung des Suchens bereits bedeutet, dass jemand da ist, der zurücksucht.
Dass eine Schnittstelle wie die aus Temporia nicht funktioniert, weil sie programmiert wurde, sondern weil sie selbst denkt.
Dass wenn dies wahr ist, Raskian nicht mehr lange Zeit hat.
10. DESIGN-BIBEL
- Robe: Grauer Ceramit-Mantel, wurzellos, ölglänzend, bis zum Boden reichend, mit aufgesticktem Muster, das wie eine Schaltkarte aussieht. Die Seams sind nicht genäht, sondern gelötet. Auf den Schultern und an den Ärmelöffnungen: Beschriftung in Binärischem Kantus, welcher Rang welche Farben erlaubt. Raskian trägt Seniorenmarkierungen.
- Silhouette: Das Mechanogreifer-Gestell ragt anderthalb Meter über die Schultern auf — acht kupferfarbene Tendrils, die wie Kronen-Zacken gekrümmt sind, an ihren Spitzen mit Manipulatoren und optischen Sensoren. Hinter dem Gestell: ein Servoarm, der Werkzeuge hält, denen Namen fehlen. Der Torso ist ein Kessel aus Plaststahl mit Kühlfins. Vier Beine, säulengleich, hydraulisch. Kein Besucher zählt schneller als zwei, bevor er aufgibt.
- Augmetik-Stil: Nicht grob, nicht fein — altertumsgerecht. Rivets und Elektronik gemischt mit flüssigem Metall, das ungleichmäßig abgekühlt ist. Einige Verbindungen glänzen mit Goldraffinage; andere sind orange vom Rost. Das Ganze wirkt wie sorglose Reparatur von etwas, das von Anfang an zu brauchen war.
- Das Antlitz: Das, was von Raskians Gesicht bleibt, ist eine flache Platte aus Silberplutonium mit zwei gegenseitigen Optiken — nicht Linsen, sondern Fenster zu etwas, das nicht Auge heißt. Die Platte ist nicht glatt; Kratzer von vierzig Jahren sind eingeätzt. Oben: eine Narbe wie eine Linie aus siedendem Öl, nicht von außen herrührend. Ein Mund gibt es nicht mehr.
- Was er trägt: Mechanische Werkzeuge: Grabmesser in einer Scheide aus Magnetstoff, ein Kalibrierlineal aus Osmium, eine Kantilenen-Graviernadel. Was ihn trägt: der Noosphären-Integrator unter dem Rückenpanzer, durch den sich sein Bewusstsein verteilt; unsichtbar, aber es tickt manchmal, wenn er denkt.
- Drei Dinge in Verfall: Die linke Ventralplatte tropft ein schwefelgelbes Öl, seit M34.1 — Raskian repariert es nicht, weil die Leckage einen Resonanzton erzeugt, der die Maschinen beruhigt. Der Mechanogreifer-Arm ist asymmetrisch gekrümmt, ein Schlag von außen, ungeheilt. Das Optikgewebe rund um die rechte Linse ist blind — nicht ausgefallen, sondern überbelichtet, durch etwas, das nicht Warp-Energie ist, sondern etwas, das sie als Kind gesehen haben könnte.
- Farbpalette:
- Silber des Plutoniums: Alle Platten, alle Oberflächen-Expositionen
- Kupfer: Die Mechanogreifer-Krone, alle Tendrils
- Oxid-Grün: Korrosion an allen Übergängen zwischen Metall und Metall
- Schwefelgelb: Die undichte Schmierflüssigkeit und die Gravierungen auf dem Schädel-Reliquiar
- Schwarz des verbrannten Öls: Jeder Fuge, jeder Falt, jede Stätte von Hitze-Kontakt
GLOSSAR (Auswahleinträge)
| Englisch | Deutsch | Notiz |
|---|---|---|
| Adeptus Mechanicus | Adeptus Mechanicus | Die Kult-Organisation der Maschinengott-Priesterschaft |
| Augmetic | Augmetik | Künstlich gefertigte Körperersatzteile |
| Canticle | Kantilene | Litanei, die während des Kampfes oder der Arbeit gesungen wird; hier: Aufzeichnungen, die nicht mit binärem Code, sondern mit Lied funktionieren |
| Cogitator | Kognitor | Rechenmaschine, kein Computer im modernen Sinne |
| Enginseer | Enginseer | Techniker des Adeptus Mechanicus, unten in der Hierarchie |
| Fabricator Locum | Fabricator Locum | Der Statthalter eines Fabricator-General während dessen Abwesenheit |
| Forge Master | Forge Master | Der höchste Magos einer Schmiede-Tempelanlage |
| Lingua Technis | Lingua Technis | Technische Sprachschicht der Mechanicus-Priesterschaft |
| Magos | Magos | Priester des Omnissiah, im mittleren Rang |
| Mechanicum | Mechanicum | Das Äquivalent des Adeptus Mechanicus zur Zeit der Horus-Häresie; später das Dark Mechanicum |
| Men of Iron | Eiserne Menschen | Die verbotenen intelligenten Maschinen des Dunklen Zeitalters der Technologie |
| Noctis Labyrinthus | Noctis Labyrinthus | Das Labyrinth unter der Heiligen Terra, von dem es heißt, dass dort etwas Großes begraben liegt |
| Noosphere | Noosphäre | Das immanente Informationsfeld, das Maschinen miteinander verbindet |
| Omnissiah | Omnissiah | Der Maschinengott; nicht immer identisch mit dem Imperator |
| Schmiede-Welt | Forge World | Ein Planet, dessen primäre Funktion die Herstellung von Waffen und Rüstungen ist |
| STC | STC | Standard Template Construct — eine heilige Blaupause aus dem Dunklen Zeitalter |
| Tech-Heresy | Tech-Häresie | Verstöße gegen die Lex Mechanicus, umfassend aber nicht auf Chaos-Kontakt beschränkt |
HINWEIS: Dieses Magos-Dossier wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.
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