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1. KERNDATEN
| Militarum Regimentum | 3. Karsvaller Ogryn-Kohorte |
| Offizielle Bezeichnung | 3. Karsvaller Ogryn-Kohorte |
| Rufname | Die Herde |
| Herkunft des Namens | Von den Schützenregimentern des 44. Armeekorps spöttisch geprägt, nach der ersten gemeinsamen Verladung auf Halbreth, als die Kohorte ohne eigenen Abschnitt am Kai stand und auf Befehl wartete, wie Vieh am Steg wartet. Die Kohorte hat den Namen übernommen, nicht abgelegt. |
| Heimatwelt | Karsvall |
| Regimentstyp | Ogryn-Regiment |
| Gründung | ca. 884.M41 |
| Tithe-Stufe | Exceptis Extremis |
| Sollstärke | 520 |
| Ist-Stärke | 212 |
| Schlachtruf | „Hütef sagt. Wir gehen.“ |
| Munitorum-Kennung | KV/OG-3/44.AK |
Die niedrige Ordnungszahl täuscht Beständigkeit vor, wo nur Knappheit steht: Karsvall stellt dem 44. Armeekorps lediglich drei Verbände, und die Ogryn-Kohorte ist von diesen der einzige ihrer Art, sodass sie nie mit Geschwisterformationen konkurrieren musste, die ihr die Drei hätten streitig machen können. Die Kohorte wurde zweimal auf unter ein Zehntel ihrer Sollstärke heruntergekämpft und beide Male nicht neu aufgestellt, sondern mit Nachschub aus denselben Karsvaller Schächten aufgefüllt, aus denen sie ursprünglich kam. Die heutigen Ogryn tragen Truppabzeichen, die älter sind als sie selbst, und niemand in der Kohorte weiß mehr, wer Hok oder Ollo vor Hok und Ollo gewesen sind, denn Ogryn führen keine Chroniken. Major Zander führt Buch über die Toten; die Ogryn selbst kennen nur die Namen, die gerade leben.
Regiments-Merksatz
Die Treppe hält. Der Trupp hält. Der Hütef sagt, wann. Keiner geht allein.
Die Säulen
Gehorsam ohne Frage. Ein Ogryn fragt nicht, warum eine Treppe gehalten werden muss, er hält sie. Die Kohorte hat daraus eine Tugend gemacht, weil sie keine andere Wahl hatte: Wo Fragen fehlen, fehlt auch die Angst vor der Antwort. Das Regiment nennt das Vertrauen. Außenstehende nennen es etwas anderes.
Der Körper, den man sieht. Ogryn folgen nicht Befehlen, sondern Gestalten, die vorangehen. Die Aufseher gehen deshalb hinten, nicht aus Feigheit, sondern weil vorn immer einer gehen muss, den die anderen sehen, und ein Mensch, der fällt, nimmt den Trupp mit sich, ein Ogryn, der fällt, nicht.
Man ersetzt nicht, man führt. Ziffer siebzehn der Ablösungsordnung nennt die Kohorte nicht nach Fenster geführt. Die Herde hat das zu einem Stolz verdreht: Sie braucht keine Ruhe, weil sie, so sagt man sich, keine Schwäche kennt. Das ist eine Lüge, die 212 von 520 widerlegen, aber es ist die Lüge, von der die Kohorte lebt.
Wer geführt wird, muss nicht verstehen, nur gehen. Das ist der unbequeme Satz: Die Kohorte verlangt von ihren Ogryn keine Einsicht, nur Gehorsam, und sie hält das für gerecht, weil Ogryn, wie sie sagt, ohnehin nicht mehr verlangen. Das ist bequem für die Menschen, die führen, und es ist die Grundlage jeder Entscheidung, die diese Menschen für die Ogryn treffen, ohne sie zu fragen.
2. AUSHEBUNG UND TITHE
Die Kohorte wird nicht nach dem regulären Zehnt gehoben, sondern nach einer eigenen Quote, die das Munitorum unter der Stufe Exceptis Extremis führt: Karsvall liefert Ogryn-Nachwuchs, sobald die Minengesellschaften melden, dass eine Geburtenreihe die Schwelle der Kohortentauglichkeit erreicht hat, unabhängig vom Zehnt der übrigen Welt. Die Auswahl geschieht durch die Aufseher selbst, die in die Siedlungen hinabsteigen und mit bloßen Händen prüfen, wer trägt und wer nicht. Die Jungogryn kennen ihre Familien danach kaum wieder. Für den Planetengouverneur ist eine zu kleine oder zu schwache Lieferung ein Kapitalverbrechen, denn die Ogryn-Kohorten zählen zum knappsten Gut, das Karsvall dem Imperium schuldet, und ein Gouverneur, der hier spart, spart am eigenen Hals.
Was die Heimatwelt verlor
Karsvall verlor mit jeder Lieferung einen Teil seiner tiefsten Stollenbrigaden, denn gerade die kräftigsten Ogryn arbeiteten vor der Aushebung in den Frostschächten, wo kein Mensch lange besteht. Ganze Abbauflöze liegen seit Jahrzehnten brach, weil die Minengesellschaften keinen Ersatz für die Kraft fanden, die das Munitorum abzog. Ein Lied der Frostschächte, das früher zwanzig Kehlen brauchte, um den Takt zu halten, wird heute von sieben gesummt, und die Zeilen, die den fehlenden Stimmen gehörten, verstummen einfach.
3. HEIMATWELT
Karsvall ist eine Bergbauwelt unter ewigem Frost, deren Oberfläche aus gefrorenem Geröll besteht und deren Reichtum unter dem Eis liegt, in Flözen, die Generationen von Schächten tief hinabreichen. Die Bevölkerung lebt in Siedlungen über den Minen, in Stollendörfern, die selten die Sonne sehen, und die Kälte ist der zweite Taktgeber jedes Arbeitstages, nach der Schicht selbst. Ogryn werden hier nicht als Fremdkörper betrachtet, sondern als die stärksten Arbeiter des Volkes, die die Flöze öffnen, wo Sprengstoff zu teuer und Maschinen zu empfindlich für die Kälte sind. Diese Nähe macht Karsvall zur einzigen Welt im Korpsbereich, die Ogryn in einer eigenen Kultur aufzieht statt sie nur als Importware zu verwalten, und das gibt der Kohorte eine Bindung an ihre Heimat, die viele andere Ogryn-Formationen nicht kennen.
Der Nachteil, den sie mitbringen
Karsvaller Ogryn kennen Kälte, Enge und Dunkelheit, aber sie kennen kein offenes Wasser, und Halbreth ist ein Strom. Der erste Gegenstoß der Kohorte, der Brückenkopf bei N10/N11 am 02.06.962, führte zwanzig Ogryn einen Hang zum Marrach hinunter. Hok trat einen Schritt rechts aus den Bändern der Minengasse und fiel auf eine Mine; warum, sagte keiner. Die Kohorte spricht nicht über das Wasser, aber die Aufseher stellen seither jeden Ogryn, der zum ersten Mal an den Strom geht, zwischen zwei, die ihn schon kennen.
4. REGIMENTSKULTUR
Drill bei der Kohorte heißt nicht Formationsübung, sondern Wiederholung: derselbe Weg, dieselbe Treppe, derselbe Griff am Gewehr, tausendmal, bis der Körper ihn kennt, ohne dass der Kopf ihn merkt. Es gibt kein Marschlied im üblichen Sinn, aber einen Trage-Ruf, den die Aufseher beim Marsch mit Lasten anstimmen, ein einfaches Zählen in kurzen Silben, das die Ogryn im Gleichtakt hält. Ein Aberglaube, den Zander nie unterbunden hat: Kein Ogryn nimmt die Waffe eines Gefallenen an, bevor ein Aufseher sie zuerst berührt hat, denn ein unberührtes Gewehr gilt als noch dem Toten gehörig. Die Unterkünfte riechen nach Öl, nassem Stoff und der eigentümlichen Süße, die Ogryn-Schweiß in großer Zahl erzeugt, und sie sind laut von schwerem Atem, nie von Gesprächen. Den Schnapsanteil der Ogryn verdünnen die Aufseher grundsätzlich, weil ungemischter Alkohol einen Ogryn unberechenbar macht; die Menschen der Kohorte trinken ihren eigenen Anteil unvermischt und meist allein. Wenn Zeit bleibt, wird ein gefallener Ogryn in einer einzigen Grube mit seinem Trupp begraben, nicht einzeln; wenn keine Zeit bleibt, trägt ein Aufseher das Gewehr zurück, wie Mattern es bei Hok tat.
Das Kommissariat
Die Kohorte hat sich mit ihren Kommissaren arrangiert, weil es für sie nichts zu arrangieren gibt: Ogryn verstehen Ziffer siebenundsiebzig nicht und ein Kommissar, der einen Ogryn wegen Schlafens auf Posten erschießen wollte, müsste zuerst erklären, was Schlafen auf Posten ist. Kommissarin Lamprecht ging als Gast vor der Kohorte beim Gegenstoß vom 02.06.962, nicht als deren Aufsicht, und die Ogryn nannten sie schlicht Rot. Zander duldet diese Gäste, ohne sie zu brauchen.
Dienstgrade
| Munitorum-Rang | Lokale Bezeichnung | Anredeform |
|---|---|---|
| General | Grubenherr | Herr |
| Oberst | Schachtmeister | Meister |
| Major | Hütef | Hütef |
| Leutnant | Stellf | Stellf |
| Unteroffizier | Aufseher | Aufseher |
| Mannschaft (Ogryn) | Zeichen-Träger (Truppführer) | Zeichen |
5. GLIEDERUNG UND EINZELREGIMENTER
Aufbau
Die Sollgliederung der Kohorte sieht 480 Ogryn in 48 Trupps zu zehn und 40 Aufseher vor, zwei Trupps bilden einen Zug zu zwanzig, womit nach Soll vierundzwanzig Züge bestünden. Bei einer Ist-Stärke von 212 Ogryn, Stand 06.01.963, bleiben davon rechnerisch gut zehn Züge, doch Major Zander führt die Kohorte nicht mehr in gleichmäßigen Zügen, sondern stellt für jeden Einsatz die Zahl zusammen, die der Auftrag verlangt: zwanzig für einen Gegenstoß, sechs für einen Tragedienst, vier für Bahren. Ein eigener Kompanieaufbau fehlt der Kohorte, weil Ziffer siebzehn der Ablösungsordnung sie ohnehin außerhalb der Gruppen A, B und C führt; sie ist Major Zander und Unteroffizier Mattern als den beiden einzigen durchgehenden Führungsrängen unmittelbar unterstellt.
Die einzelnen Regimenter
12. Tessmarker Linienregiment. Linienregiment, Soll 1.800. Oberst Gerhard Mühlstein führt das Regiment. Die 4. Kompanie hält seit dem 15.12.962 die Wache am Kerrmunder Stadthospital, wo auch ein Zug der Kohorte liegt.
52. Karsvaller Schützenregiment. Schützenregiment, Soll 1.500. Geführt von einem nicht namentlich geführten Major, dessen Regiment am 07.03.963 um 02:00 Uhr mit 412 Mann über die Eisenbrücke ging; keiner kehrte zurück. Die Kohorte stellte für denselben Ausfall die Bahrenträger.
17. Rhauviker Linienregiment. Linienregiment, Soll 1.800, unter seinem Kommandeur. Das Regiment verlor den Uferstreifen bei N10/N11 am 18.05.962 und scheiterte zweimal an den gelegten Minen, bevor die Kohorte den Brückenkopf am 02.06.962 zurücknahm; seither gilt das 17. in der Kohorte als das Regiment, dem man die Minengasse schuldet.
6. KOMMANDOSTAB
Major Hartmut Zander (46), Kommandeur der Kohorte. Groß für einen Menschen, klein neben seinen Ogryn, mit einer Stimme, die über zwanzig von ihnen reicht, ohne laut zu werden. Er trägt keinen Gegenstand, der ihn auszeichnet, außer dem Meldebuch der Kohorte, das er selbst führt, weil kein Ogryn schreibt. Beim Gegenstoß am 02.06.962 schickte er nur zwanzig von den damals noch weit über zweihundert verfügbaren Ogryn, weil er, wie er es später gegenüber Mattern formulierte, nicht mehr Leben riskierte, als die Aufgabe verlangte. Diese Zurückhaltung kostete ihn beim Stab den Ruf der Halbherzigkeit; sie bewahrte der Kohorte den Rest ihrer Stärke.
Eine Tür hält keiner. Eine Treppe hält einer.
Major Hartmut Zander
Unteroffizier Olaf Mattern (37), Aufseher. Mager, mit einem Stock, den er nicht braucht und nie weglegt, weil der Stock, wie er selbst sagt, die Ogryn daran erinnert, dass ein Mensch da ist, der zählt. Er kennt jeden Ogryn der Kohorte beim Namen und geht beim Sturm hinten, wie es die Aufseher alle tun. Nach dem Gegenstoß vom 02.06.962 hob er Hoks Gewehr selbst auf und trug es zurück, obwohl das sonst jüngeren Aufsehern zufällt; Ollo fragte nur ›Hoks‹, und Mattern antwortete ›Ja‹.
Ich sage jedem seinen Namen. Das ist alles, was ich ihnen schulde.
Unteroffizier Olaf Mattern
Kommissarin Tilda Lamprecht, Korpskommissariat, Gast bei der Kohorte. Schmal, mit einem Finger, den sie auf jede Ziffer legt, die sie liest, bis sie sie verstanden hat. Sie gehört nicht zur Kohorte, sondern zum Korpsstab, doch sie ging beim Gegenstoß vom 02.06.962 nach Dienstvorschrift Ziffer 58 vor den Ogryn her, und diese nannten sie fortan Rot. Nach Hoks Fall blieb sie nicht stehen, und die Ogryn gingen hinter ihr weiter.
Es ist für niemanden.
Kommissarin Tilda Lamprecht, vor dem Tisch mit den zwölf Krügen
Angehängtes Personal
| Dienststelle | Zahl |
|---|---|
| Aufseher (Unteroffiziere) | 40 (Soll), 29 (Ist, 06.01.963) |
| Astropathischer Verbindungsposten | 1, dem Korpschor zugeteilt |
| Feldprediger (anlassbezogen zugeteilt) | 1 |
Die Kohorte führt keine eigenen Spezialisten über die Aufseher hinaus; Feldprediger und Astropath kommen aus dem Korpsbestand und werden ihr nur bei Bedarf zugeteilt. Die Reibung zeigt sich dort, wo die Korpsintendantur die Kohorte in ihrer Tabelle unten führt, bei Panzern und Artillerie, mit leerer Spalte ›löst ab‹.
Die Regimentsstandarte
Die Kohorte führt kein gestiftetes Tuch, sondern ein Zeichenbrett aus Minenholz, auf das jeder Truppführer sein eigenes Kerbzeichen schneidet, solange er lebt. Es trägt keine Schlachtehren im üblichen Sinn, nur Kerben, eine für jeden benannten Ogryn, der gefallen ist: Hok, Ollo. Am 20.12.962 blieb das Brett mit der Kohorte im Hospital, und niemand ließ es aus der Hand.
7. FELDZÜGE
Brückenkopf N10/N11, 02.06.962. Westufer des Marrach, Gegner das Sternenreich der T'au, Dauer eine halbe Stunde (05:10 bis 05:40 Uhr). Zwanzig Ogryn der Kohorte gingen in zwei Trupps den 120 Meter langen Hang zwischen den weißen Minenbändern hinunter, Kommissarin Lamprecht voran, die Aufseher hinten. Hok trat aus der Gasse und fiel auf eine Mine; der Brückenkopf war bereits leer, der Gegner über das Wasser abgezogen. Das 17. Rhauviker Linienregiment hatte den Streifen seit dem 18.05.962 verloren und zweimal vergeblich gegengestoßen; die Kohorte löste ihre Schuld gegenüber dem 17. ein, und das Regiment selbst ging mit dem Ende des Fensters am 07.06.962 in die Ruhe. Verluste: ein Ogryn von zwanzig Eingesetzten.
Das Hospital, 20.12.962. Kerrmunder Stadthospital, Nordstadt, Gegner T'au-Kroot-Infanterie nach Flachlandung im Hof, Dauer zwanzig Minuten. Zander hatte die Mitteltreppe des Hauses zum einzigen Platz der Ogryn gemacht. Ollo hielt die dritte Stufe, wurde getroffen und fiel quer über die Stufe liegend; Krugg schoss von der sechsten Stufe einen Treffer. Keiner der Angreifer setzte den Fuß auf die erste Stufe. Die 4. Kompanie des 12. Tessmarker Linienregiments hielt gleichzeitig die äußere Wache, Oberarzt Thekla Petri fiel auf der Türschwelle; die 1.640 Verwundeten blieben im Haus. Von zwanzig eingesetzten Ogryn fiel einer, Ollo.
Der Ausfall zur Eisenbrücke, 06. auf 07.03.963. Eisenbrücke über die Kerr, Gegner die T'au am Nordkopf und in der Nordstadt, Dauer eine Nacht. Ein Ogryn-Zug der Kohorte, zwanzig Mann mit je einer Bahre, stand an der Mauer hinter dem Wärterhaus, um Verwundete aus dem Stadthospital zu holen (die übrigen zwanzig Bahren sollten Karsvaller zu viert tragen); das 52. Karsvaller Schützenregiment ging um 02:00 Uhr mit 412 Mann hinüber, und keiner kehrte zurück. Krugg stieg nach 02:40 Uhr mit einer Bahre ins zweite Feld; ein Faden traf die Bahre, und er kehrte um, ohne einen Verwundeten zu holen. Kein Verwundeter wurde aus dem Hospital geborgen; wie viele Ogryn die Kohorte am 08.03.963, 03:00 Uhr, noch zählte, ist nicht überliefert. Das 52. Karsvaller, mit dem die Kohorte seit der Landung denselben Heimatboden teilte, ging damit verloren; seine Stellung an der Eisenbrücke übernahm am 08.03.963, 03:11 Uhr, eine Kompanie des 23. Karsvaller.
8. DER MAKEL
Die Kohorte ist chronisch unterbesetzt und wird trotzdem ohne Unterlass geführt, nicht nach Fenster. Das steht so in Ziffer siebzehn der Ablösungsordnung, unterschrieben von Oberintendant Aldermann und gegengezeichnet vom Kommissariat, und niemand hat seit der Ersten Fassung je einen Abschnitt für die Kohorte beantragt. Am 06.01.963 zählte Frontbefehl 75 die Kohorte mit 212 Ogryn bei einem Soll von 520; keine dieser Zahlen hat sich seither zugunsten der Kohorte verändert. Im Alltag zeigt sich das darin, dass kein Trupp der Kohorte je einen vollen Ruhetag erhält, sondern von einem Tragedienst zum nächsten Gegenstoß wechselt, von der Eisenbrücke zum Stadthospital. In der Schlacht zeigt sich das darin, dass Zander grundsätzlich weniger Ogryn einsetzt, als er könnte, weil er weiß, dass kein Ersatz kommt, wenn sie fallen. Die Kohorte sagt sich, das mache sie zu den Verlässlichsten im Korps, weil man sich auf sie verlassen müsse, da niemand sonst da sei. Die anderen Regimenter sagen, wenn die Kohorte nicht dabei ist, man benutze die Herde, bis nichts mehr übrig bleibe, und niemand im Stab wolle dafür unterschreiben.
Ein Fehler des Munitorum
Als die Kohorte 884.M41 erstmals verlegt wurde, verzeichnete das Munitorum ihre Sollstärke versehentlich unter der Rubrik der Infanterieregimenter, nicht unter den gesondert geführten Abhumanen-Verbänden. Die Folge: Vier Jahrzehnte lang erhielt die Kohorte Ersatzlieferungen nach dem Schlüssel für Menschen, nicht für Ogryn, also zu kleine Rationen, zu leichte Betten, zu wenig Verbandsmaterial für Ogryn-Wunden. Erst eine Prüfung nach einem Großausfall deckte den Fehler auf; bis dahin waren schätzungsweise dreißig Ogryn an unterversorgten Wunden gestorben, die mit richtiger Ausstattung überlebt hätten.
9. DESIGN-BIBEL
Farbidentität
Die Uniform der Kohorte ist ein Karsvaller Schiefergrau, gewonnen aus einem Mineralfarbstoff, der in den Minen selbst gewonnen wird, weil Textilfarbe aus dem Munitorum-Depot zu teuer in die Frostschächte zu liefern war. Im Feld wird der Stoff mit braunem Erdöl nachgedunkelt, gegen Vorschrift, weil das Grau an Halbreths Flussschlamm zu hell bleibt. Erkennbar auf fünfzig Meter: die auffällig großen, handgeschnitzten Holzkerben am Gurtwerk jedes Ogryn, die an das Zeichenbrett der Kohorte erinnern.
Farbrezepte
Uniform
| Citadel-Farbe | Typ | Zweck |
|---|---|---|
| Dawnstone | Base | Grundton der Uniform |
| Nuln Oil | Shade | Vertiefung der Falten |
| Administratum Grey | Layer | Aufhellung der Oberflächen |
| White Scar | Edge | Lichtkanten an Schultern und Gurten |
Akzent
| Citadel-Farbe | Typ | Zweck |
|---|---|---|
| Mournfang Brown | Base | Erdölgedunkelte Flächen |
| Agrax Earthshade | Shade | Schmutz und Flussschlamm |
| Balor Brown | Layer | Lederriemen und Gurtwerk |
| Wild Rider Red | Edge | Truppkennung an der Schulter |
Metall
| Citadel-Farbe | Typ | Zweck |
|---|---|---|
| Leadbelcher | Base | Waffen und Beschläge |
| Nuln Oil | Shade | Verschmutzung des Metalls |
| Ironbreaker | Layer | Abgenutzte Kanten |
| Stormhost Silver | Edge | Hochglanzkanten an Klingen |
Regimentsfarben
| Element | Hex | Nächste Citadel-Farbe |
|---|---|---|
| Uniform, Grundton | #7B7D7E | Dawnstone |
| Uniform, Schatten | #3A3A3C | Nuln Oil |
| Gurtwerk | #5A4632 | Mournfang Brown |
| Truppkennung | #8B2E2E | Wild Rider Red |
| Metall | #8C8C8C | Leadbelcher |
Abzeichen
Das Truppzeichen, eine gekerbte Doppelkerbe, wird in die Schulterriemen jedes Ogryn geschnitzt, nicht aufgenäht. Aufseher tragen einen schmalen roten Streifen am linken Oberarm. Die Kohorte führt keine Fahrzeuge und daher keine Wagenmarkierungen.
Waffen und Ausrüstung
Jeder Ogryn trägt ein Ripper-Gewehr mit verstärktem Kolben sowie eine Nahkampfwaffe aus schwerem Metall, oft improvisiert aus geborgenem Material. Immer verschmutzt: die Kniepolster, die Riemenschnallen und die Gewehrkolben, die ständig neu verkeilt werden müssen.
Weitere Ansichten
Von hinten: das geschnitzte Truppzeichen am Rückengurt, deutlich größer als jedes Vorderabzeichen. Nahaufnahme: die Doppelkerbe am Schultergurt eines Ogryn. Das Zeichenbrett der Kohorte, mit den Kerben für Hok und Ollo deutlich sichtbar in der vordersten Reihe.
10. EINE SZENE
Der Regen hatte aufgehört, aber der Kies vor dem Hospital war noch nass, und der Munitorum-Schreiber, der die Verlustmeldung des Vormittags aufnehmen sollte, stand in der Tür und zählte zum dritten Mal nach.
Er hieß Dessel und war seit zwei Wochen dem Korpsstab zugeteilt, für die Abrechnung der Ablösungen, und er hatte noch nie eine Ogryn-Meldung aufgenommen. Die Vordrucke dafür lagen woanders als die der Linienregimenter, in einer eigenen Mappe, die der Oberintendant einmal als Sonderfall bezeichnet hatte, ohne das Wort weiter zu erklären.
Vor ihm, auf dem Absatz der Treppe, lag Ollo, quer, wie ihn zwei Männer der 4. Kompanie zusammen mit Mattern gerade erst hinaufgetragen hatten. Mukk stand bereits auf der dritten Stufe, als sei dort ein Platz frei geworden, den er einnehmen musste, und Krugg blieb auf der sechsten, das Gewehr quer über den Knien.
Dessel hielt den Vordruck in der Hand, M-9, Verlustrückmeldung, und wusste nicht, wo er den Namen eintragen sollte. Es gab eine Zeile für Dienstgrad. Es gab keine Zeile für Ogryn.
»Wie führe ich ihn?«, fragte er Mattern, der neben der Treppe stand und den Stock, den er nie brauchte, fest in der Hand hielt.
»Ollo«, sagte Mattern. »Dritter Trupp, zweiter Zug.«
»Das Formular will einen Dienstgrad.«
Mattern sah ihn an, nicht lange, und Dessel verstand, dass die Frage falsch gewesen war, noch bevor eine Antwort kam.
»Schreib Ogryn«, sagte Mattern. »Das ist der Dienstgrad. Das war immer der Dienstgrad.«
Dessel schrieb es. Die Feder kratzte über das raue Papier, und während er schrieb, hörte er, wie Mukk auf der dritten Stufe etwas sagte, kurz, zwei Worte, die er nicht gleich verstand, bis Mattern sie für ihn wiederholte.
»Ollo liegt«, hatte Mukk gesagt. Und dann, nach einer Pause, in der niemand etwas hinzufügte: »Treppe hält.«
Dessel sah zur Tür hinaus, auf den Hof, wo die zwei Flachen der Gegner gestanden hatten, jetzt leer, nur die Abdrücke im Kies noch sichtbar, und er sah zurück auf das Formular in seiner Hand, auf die Zeile, in der jetzt »Ogryn« stand, dort, wo bei jedem anderen Blatt ein Rang gestanden hätte, Gefreiter, Unteroffizier, Hauptmann.
Er hatte in zwei Wochen beim Korpsstab gelernt, dass jede Zahl eine Spalte braucht und jede Spalte eine Summe, und dass die Summe am Ende immer aufgehen muss, wenn man sie ordentlich führt. Er sah auf die Treppe, auf Ollo, auf Mukk, der die Stufe jetzt hielt, auf Krugg, der sein Gewehr nicht losließ, und er begriff, bevor er es in Worte hätte fassen können, dass diese Summe nie aufgehen würde, nicht in einer Spalte, die für Menschen gemacht war.
Er faltete den Vordruck zusammen, ohne das Feld für die Ursache auszufüllen, weil er nicht wusste, wie man schrieb, dass eine Treppe gehalten worden war, und ging hinaus in den nassen Kies, um die Meldung zur Schreibstube zu tragen, bevor die Tinte verlief.
HINWEIS: Dieses Regiments-Dossier wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.
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