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Wappen — 29. Wendricher Linienregiment
Wappen — 29. Wendricher Linienregiment

1. KERNDATEN

Militarum Regimentum44. Armeekorps
Offizielle Bezeichnung29. Wendricher Linienregiment
RufnameDie Furtleute
Herkunft des NamensErworben an der Furt N7 am Marrach, nicht ererbt: Vor dem 13.06.962 nannte niemand das Regiment so.
HeimatweltWendrich
RegimentstypLinieninfanterie
Gründungca. 781.M41
Tithe-StufeRegelzehnt, mittlere Stufe
Sollstärke1.800
Ist-Stärke395
Schlachtruf„Wendrich hält, was die Hand hält.“
Munitorum-KennungWR-29/LIR-KOR44

Die niedrige Ordnungszahl täuscht nicht: Sie steht nicht für ein ehrwürdiges Traditionsregiment, sondern dafür, dass Wendrich unter den Mittellandwelten des Zehnten nur mäßig gefordert wird und seine Regimenter selten neu zählt. Das 29. wurde nicht aufgelöst und wiederaufgestellt, sondern ist seit seiner Gründung ununterbrochen im Dienst, was es unter den Verbänden des 44. Armeekorps zur Ausnahme macht. Die Soldaten, die heute die 395 Mann stellen, haben die Gründungsgeschichte ihres Regiments nie gehört, nur den Namen, der seit dem 13.06.962 an ihm klebt. Sie tragen eine Last, die ihnen niemand erklärt hat: Jeder Neuzugang weiß, dass die Siebte etwas getan hat, von dem niemand den Namen sagt.

Regiments-Merksatz

Wir warten ab, wir halten durch, wir fragen nicht, wir bleiben, bis einer von uns nicht mehr bleibt.

Die Säulen

Geduld. Das 29. greift nicht an, ehe es muss. Der Oberst rechnet, bevor er befiehlt, und das Regiment hat gelernt, dass ein Befehl, der spät kommt, seltener ein falscher ist. Wer ungeduldig wird, stirbt zuerst; das sagt man sich im Graben, nicht im Lehrbuch.

Handwerk. Wendrich bildet Handwerker aus, keine Krieger. Das Regiment behandelt den Schützengraben wie eine Werkbank: Jede Bohle liegt dort, wo sie liegen soll, jeder Sandsack ist gezählt. Ordnung ist die einzige Waffe, die man vorher üben kann.

Schweigen über die Furt. Was in der Nacht vom 13. auf den 14.06.962 geschah, wird nicht erzählt. Es wird auch nicht geleugnet. Das Regiment hat sich eine Haltung angewöhnt, die unbequem ist: Man ehrt die Toten der Standgerichte und schweigt gleichzeitig über die, die drüben blieben. Beides zugleich ist kein Widerspruch, den man auflösen will.

Gehorsam, auch wenn er wehtut. Das 29. hat, von der Siebten in jener Nacht abgesehen, nie einen Befehl verweigert, auch nicht im Fall der 22 eigenen Leute, die das Kommissariat vor die Gewehre stellte. Das Regiment nennt das Disziplin. Manche nennen es etwas anderes, aber nicht in Hörweite eines Kommissars.

2. AUSHEBUNG UND TITHE

Wendrich hebt das 29. im Rahmen des regulären Zehnts aus, nicht als Noteinberufung: Die Welt liefert seit Jahrhunderten planmäßig, und das Munitorum rechnet mit ihr wie mit einer verlässlichen Maschine. Die Aushebung folgt der Zunftliste, nicht dem Los. Wer in einer der Handwerkerzünfte Wendrichs als tauglich gemeldet wird, Schmiede, Zimmerleute, Böttcher, Seiler, zieht fort, ohne dass die Zunft widersprechen darf, und das Regiment erhält damit Leute, die mit Werkzeug umgehen können, bevor sie je ein Lasergewehr sahen. Für den Planetengouverneur ist jede unvollständige Liste ein Kapitalverbrechen: zu wenige Köpfe, falsche Maße bei den Uniformen, eine durchgefallene Reinheitsprüfung, und das Amt kostet ihn den Kopf, nicht nur den Posten. Also schickt er die Besten, nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil ein fehlerhaftes Kontingent seine eigene Haut kostet.

Was die Heimatwelt verlor

Die Böttcherzunft von Hollenwerth braucht vierzig Mann, um im Herbst die großen Fassringe für die Mosterei zu schlagen, eine Arbeit, die niemand allein lernt, weil sie in Paaren geübt wird. Nach dem Fenster, das die Zunftliste 962 zweimal leerte, blieben elf übrig. Die Ringe werden seither kleiner gebaut, aus dünnerem Holz, und halten zwei Pressungen weniger als früher. Die alten Mostbauern nennen das den dünnen Jahrgang und meinen damit nicht den Wein.

3. HEIMATWELT

Wendrich ist eine Mittellandwelt mit gemäßigtem Klima, Flusstälern und einer Gesellschaft, die sich über Zünfte und nicht über Adel ordnet. Die Landschaft besteht aus Ackerland, Werkstattstädten entlang schiffbarer Flüsse und Wäldern, die seit Generationen auf Umlauf bewirtschaftet werden. Die Menschen Wendrichs lernen von Kindheit an ein Handwerk, Zimmerei, Schmiede, Seilerei, Böttcherei, und mit dem Handwerk eine bestimmte Haltung zur Zeit: Man rechnet, bevor man beginnt, und man hält sich an die Reihenfolge, die man gelernt hat. Diese Disziplin macht Wendricher zu brauchbaren Soldaten für die Linieninfanterie: Sie graben sauber, sie bohlen richtig, sie zählen ihre Ausrüstung, und sie ertragen Wiederholung besser als die meisten. Ihr Fehler ist nicht Ungehorsam, sondern das Gegenteil: eine Neigung, einer Ordnung zu folgen, auch wenn sie längst aufgehört hat, Sinn zu ergeben.

Der Nachteil, den sie mitbringen

Wendricher misstrauen mündlichen Befehlen, die nicht schriftlich bestätigt sind, eine Gewohnheit aus der Zunftordnung, in der ein Meister seine Anweisung ins Zunftbuch einträgt, ehe ein Lehrling sie ausführt. Im Feld kostet das Zeit, die man nicht hat. Beim ersten Wechsel am 02.02.962 verlangte ein Zugführer der 3. Kompanie, bevor er den mündlichen Befehl des Hauptmanns ausführte, eine schriftliche Bestätigung; der Zug hielt seine Stellung zwölf Minuten länger als nötig, bis das Papier da war. Seither gibt es im Regiment die stille Regel, mündliche Befehle im Gefecht ohne Nachfrage auszuführen, aber die alte Reaktion, das kurze Zögern, der Griff nach dem Meldeblock, sitzt tiefer als die Regel.

4. REGIMENTSKULTUR

Drill bei den Furtleuten bedeutet Wiederholung bis zur Fehlerfreiheit, nicht Härte um ihrer selbst willen. Beim Marschieren singen sie ein Zunftlied der Böttcher, in dem es um das Spannen der Fassreifen geht, Zeile für Zeile, bis der letzte Reif sitzt, und die Kompanien ersetzen seit 962 unauffällig das Wort Fass durch Deich. Die Offiziere haben aufgegeben, den Soldaten das Zählen der eigenen Schritte beim Grabenlauf auszutreiben, ein Aberglaube, der angeblich verhindert, dass man ohne Grund den Abschnitt wechseln muss. In den Unterständen riecht es nach nasser Wolle, Lampenöl und dem abgekochten Flusswasser, das nie den Geschmack des Flusses verliert; dazu das gleichmäßige Klopfen der Sandsäcke, die irgendwo immer gelegt werden. Den Schnapsanteil der Ration tauschen viele gegen Tabak oder sparen ihn für den Tag, an dem ein Kamerad fällt. Wo Zeit bleibt, begraben sie ihre Toten mit einer Lesung aus dem Zunftbuch der jeweiligen Heimatstadt; wo keine Zeit bleibt, markieren sie nur die Marke im Büchlein des zuständigen Feldwebels und tragen die Leiche mit, so weit es geht.

Das Kommissariat

Das 29. hat sich mit seinem Kommissariat arrangiert, ohne es zu mögen. Man hält sich an die Form, meldet pünktlich, widerspricht nicht, und die Kommissare des Korps behandeln das Regiment als zuverlässig, solange es keine Fragen stellt. Nach dem Vorfall an der Furt hat sich dieses Arrangement verhärtet: Man fürchtet das Kommissariat jetzt mehr, als man es benutzt, und spricht umso leiser.

Dienstgrade

Munitorum-RangLokale BezeichnungAnredeform
GeneralZunftmeisterZunftmeister
OberstAltmeisterAltmeister
OberstleutnantWerkführerWerkführer
HauptmannMeisterMeister
LeutnantGeselleGeselle
UnteroffizierVorarbeiterVorarbeiter

5. GLIEDERUNG UND EINZELREGIMENTER

Aufbau

Nach Soll gliedert sich das 29. Wendricher Linienregiment in zwölf Kompanien zu je rund 150 Mann, insgesamt 1.800, unter einem Oberst mit Regimentsstab. Jede Kompanie führt ein Hauptmann mit Kompaniefeldwebel über drei bis vier Züge zu je 40 bis 50 Mann, die ihrerseits in Trupps zu zehn geteilt sind. Mit der Ist-Stärke von 395 hält diese Gliederung nicht mehr: Von den zwölf Kompanien bestehen noch neun in erkennbarer Form, die 7. Kompanie ist seit dem 13.06.962 auf 18 Mann zusammengeschrumpft, zwei weitere wurden auf Rumpfstärke von je unter 60 Mann zusammengelegt. Der Regimentsstab führt die Lücken in der Soll-Ist-Rechnung, ändert aber die Zählung der Kompanien nicht, solange das Munitorum keine Neugliederung anordnet.

Die einzelnen Regimenter

12. Tessmarker Linienregiment (Linieninfanterie, Tessmark). Gruppe A. Seine 4. Kompanie (144 Mann) bildete am 13./14.06.962 die Sperre an der Furt N7, am Ufer nördlich der Nordrampe.

64. Rhauviker Schützenregiment (Schützenregiment, Rhauvik). Der Kommandeur bleibt im Roman ungenannt. Löst das 29. in Fassung I der Ablösungsordnung in den Abschnitten N1 bis N4 ab.

38. Tessmarker Schützenregiment (Schützenregiment, Tessmark). Gruppe B wie das 29.; hält in Fassung I die Abschnitte N5 bis N8 mit dem Furtgraben und ist damit der nördliche Nachbar des 29. in der Linie.

6. KOMMANDOSTAB

Der Regimentskommandeur. Der Kommandeur bleibt im Roman ungenannt. Er trägt keinen Zierdegen, sondern ein abgewetztes Winkelmaß aus seiner Zeit als Zimmermeister am Gürtel, das er beim Kartenlesen als Lineal benutzt, und rechnet, bevor er befiehlt. Die vier Offiziere der 7. Kompanie holte am 13.06.962, 14:00, der Stab des Korps zur Befragung.

Die Regimentskommissarin. Ihr Name bleibt im Roman ungenannt; sie ist Ende vierzig, hager, mit einem Blick, der auf jeder schiefen Naht hängen bleibt. Sie trägt eine Dienstvorschrift mit durchgewetzten Einbandecken. Nach dem Vorfall an der Furt führte die Intendantur des Korps die 131 als „vermisst, Vorgang des Kommissariats“ außerhalb der offenen Ausfallliste des Regiments. „Eine Zahl, die man nicht erklären kann, gehört nicht in eine Liste, die jeder liest.“

Der Stellvertreter. Der Stellvertreter des Obersten bleibt im Roman ungenannt; er ist Mitte vierzig, mit einer verheilten Hand, die seit einem Granatsplitter auf Wendrich bei Kälte schmerzt und die er deshalb ständig reibt. Er führt faktisch die Tagesgeschäfte des Regiments, während der Oberst die Abschnitte abgeht, und gilt als derjenige, der Befehle in Zahlen übersetzt, bevor sie an die Kompanien gehen. „Der Altmeister entscheidet. Ich rechne nur nach, damit die Entscheidung hält.“

Angehängtes Personal

EinheitStärke
Regimentskommissarin1
Sanitätskorps22
Feldprediger1
Angehörige des Kommissariats und der Intendantur im Regimentsstab9

Das angehängte Personal untersteht nicht dem Oberst, sondern eigenen Ketten jenseits des Regiments, was sich am deutlichsten am Standgericht der 22 Rückkehrer zeigte, das Kommissarin Lamprecht vom Korpsstab am 17.06.962 nach Ziffer 12 Absatz 2 allein bildete.

Die Regimentsstandarte

Die Standarte des 29. ist ein Tuch aus grobem Wendricher Leinen, auf das die Böttcherzunft von Hollenwerth einst ein Fassband als Symbol stickte, seither Regimentsabzeichen. Daran genäht sind kleine Metallringe, je einer für jedes Fenster an der Front. Sie trägt keine Schlachtehren im klassischen Sinn, nur die Ringe und, seit 962, einen schwarzen Faden am unteren Saum, den niemand offiziell angeordnet hat und niemand entfernt. Beinahe verloren ging sie einmal, als der Standartenträger verwundet zu Boden ging; ein Vorarbeiter der 5. Kompanie trug sie, eingewickelt unter der Jacke, bis zur nächsten Meldestelle zurück.

7. FELDZÜGE

FeldzugZeit (Theater)Ergebnis
Die Linie am MarrachSeit 02.02.962, Halbreth, gegen das Sternenreich der T'auZermürbungslage, keine Entscheidung
Die Naht N4/N5Ab 12.10.962, HalbrethStück bezogen, Linie am Abend aufgegeben
Der ausgesetzte WechselAb 18.01.963, HalbrethAndauernde Erschöpfungslage

Die Linie am Marrach (ab 02.02.962, Halbreth, gegen das Sternenreich der T'au, mehrere Monate): Das 29. bezog am 02.02.962 die Abschnitte N1 bis N4 am Nordrand von Kerrmund, Nachbar im Norden das 38. Tessmarker Schützenregiment, im Süden die Stadt. Die Zeit verging in Grabenarbeit, Doppelbesetzung bei jedem Wechsel und der Stimme von drüben, die über Lautsprecher sprach, ohne dass das Korps antwortete. Das Fenster 8 brachte keinen Sieg, sondern den Verlust der 7. Kompanie: 131 Mann gingen über die Furt, 22 Rückkehrer wurden erschossen, 109 blieben drüben. Von 150 Mann der Kompanie blieben 18 auf dem Platz. Das 38. Tessmarker, das nach dem Vorfall die Linie weiterführte, verlangte seither in jedem gemeinsamen Quartier getrennte Latrinen von der Furt entfernt, eine stille Distanz, die nie offiziell wurde, aber nie aufhörte.

Die Naht N4/N5 (ab 12.10.962, Halbreth, gegen das Sternenreich der T'au, mehrere Wochen): Eine Kompanie des 29. löste am 12.10.962 um 16:00 die Karsvaller des 52. Schützenregiments an der Regimentsnaht ab, unter Wechselaufsicht von Kommissarin Lamprecht. Ihr Hauptmann meldete um 16:40 „Stück bezogen“, die einzige Meldung „bezogen“ dieses Tages; um 22:00 gab der Stab die Linie nördlich von N4 auf, und das Korps setzte sich nach Kerrmund ab.

Der ausgesetzte Wechsel (ab 18.01.963, Halbreth, gegen das Sternenreich der T'au, andauernd): Mit der Gegenordnung vom 18.01.963 wurde die reguläre Ablösung ausgesetzt; Gruppe B, zu der das 29. gehört, blieb ohne Ruhelager an der Kerr, während Gruppe C nach Süden verlegte. Die Stärke fiel von 402 Mann am 06.01.963 auf 395 am 19.01.963, ein Verlust von sieben Mann binnen zwei Wochen ohne Großangriff, allein durch Erschöpfung, Krankheit und vereinzelten Beschuss. Ein Ergebnis gibt es nicht, nur die Fortsetzung der Lage.

8. DER MAKEL

In der Nacht vom 13. auf den 14.06.962 verließ die 7. Kompanie des 29. ohne Gewehre, in Reihe, die Hände offen, die eigene Stellung und ging über die Furt N7, nachdem die Stimme von drüben drei Nächte hintereinander nach ihr gerufen hatte. Die Sperre des 12. Tessmarker schoss nicht, bis auf einen Schuss am Ufer; 131 Mann gingen, 18 blieben. Als 22 von ihnen drei Tage später zurückkehrten, mit einem Brief von Feldwebel Lothar Trapp, ließ Kommissarin Lamprecht sie nach einem Tag Befragung durch das von ihr allein gebildete Standgericht erschießen. Das Regiment hat diesen Vorgang nie bestritten, aber es spricht ihn auch nicht aus: Die Intendantur führte die Betroffenen mit Bleistift außerhalb der regulären Listen, und so blieb der Vorfall formal unsichtbar, während er für jeden im Regiment sichtbar bleibt. Im Alltag zeigt sich der Makel darin, dass niemand im 29. freiwillig in der Nähe eines Lautsprechers Wache steht; im Gefecht darin, dass Nachbarregimenter dem 29. gelegentlich eigenmächtig Wachposten hinter die eigene Linie stellen, als Rückversicherung, nicht als Vorwurf, aber jeder versteht, was gemeint ist. Das Regiment selbst sagt, die 131 seien einem Zauber erlegen, keiner Überzeugung, und hält an dieser Erklärung fest, weil die Alternative unerträglich wäre. Andere Verbände des Korps, außer Hörweite, nennen das 29. schlicht das Regiment von der Furt und meinen damit nicht die Geografie.

Ein Fehler des Munitorum

Im Winter 962 lieferte das Munitorum dem 29. eine Charge Stiefel, die für eine Wüstenwelt im selben Sektor bestimmt war, dünnsohlig, ohne Innenfutter, während die eigentliche Lieferung kälteisolierter Stiefel an jene Wüstenwelt ging, wo sie ungenutzt verrotteten. Die Vertauschung wurde erst nach sechs Wochen bemerkt, als bereits 19 Mann der 3. und 5. Kompanie wegen Erfrierungen ausfielen, sieben davon dauerhaft dienstunfähig. Die Korrektur traf erst mit dem übernächsten Nachschubzug ein.

9. DESIGN-BIBEL

Farbidentität

Die Uniform des 29. ist in einem gedeckten Graubraun gehalten, das aus dem Wendricher Walkerton stammt, einer Lohgerberfärbung der Heimatwelt, die vom Munitorum als regionale Standardfarbe akzeptiert wurde. Im Feld haben die Soldaten die Kniepartien vieler Hosen mit aufgenähten Sacktuchflicken verstärkt, gegen die Vorschrift, aber gegen die Nässe am Marrach unumgänglich. Auf fünfzig Meter erkennt man das Regiment am schmalen, dunkelgrünen Band um den linken Oberarm, das die Fassreif-Zunft als Erkennungszeichen trägt.

Farbrezepte

Uniform

Citadel-FarbeTypZweck
DawnstoneBaseGrundton der Uniformjacke
Agrax EarthshadeShadeVertiefung von Nähten und Falten
Baneblade BrownLayerAufhellung der Oberflächen
Ushabti BoneEdgeLichtkanten an Kragen und Ärmeln

Akzent

Citadel-FarbeTypZweck
Caliban GreenBaseArmband der Fassreif-Zunft
Biel-Tan GreenLayerAufhellung des Armbands
Stegadon Scale GreenShadeVertiefung im Faltenwurf
Moot GreenEdgeFeine Kante des Abzeichens

Metall

Citadel-FarbeTypZweck
LeadbelcherBaseGewehrbeschläge und Gürtelschnalle
Nuln OilShadeVerschmutzung und Abnutzung
IronbreakerLayerAufhellung der Kanten
Stormhost SilverEdgeHochglanzlicht auf Lauf und Schnalle

Regimentsfarben

ElementHexNächste Citadel-Farbe
Uniformjacke#6E6760Dawnstone
Uniformhose#8B7B63Baneblade Brown
Armband#3C5A3CCaliban Green
Metallbeschläge#8A8E91Leadbelcher
Schwarzer Trauerfaden#1A1A1AAbaddon Black

Abzeichen

Das Regimentsabzeichen, ein stilisierter Fassreif aus drei konzentrischen Ringen, sitzt auf der linken Schulter über dem grünen Armband. Dienstgrade werden durch aufgenähte Winkelstreifen am rechten Unterarm angezeigt, ein Streifen je Rangstufe über Vorarbeiter. Fahrzeuge besitzt das Regiment nicht; auf Ausrüstungskisten trägt die Munitorum-Kennung WR-29/LIR-KOR44 in schwarzer Schablonenschrift.

Waffen und Ausrüstung

Der einfache Soldat führt das Standard-Lasergewehr mit vier Ladungseinheiten und Flakrüstung über gepolsterter Felduniform. Spezialtrupps führen Flammenwerfer, Melter und Raketenwerfer an den Nahtstellen. Immer verschmutzt sind die Stiefelsohlen vom Flussschlamm, immer notdürftig geflickt sind Kniepolster aus Sacktuch, und immer improvisiert ist der Filter der Atemmaske, den viele Soldaten mit Stoffresten zusätzlich abdichten.

Weitere Ansichten

Von hinten zeigt sich der breite Tragegurt des Spatens quer über dem Rücken, ein Erbe der Grabenarbeit am Marrach. Eine Nahaufnahme des Helms zeigt die eingeschlagene Zahl der Kompanie über dem Visier, oft nachträglich mit Messer nachgezogen. Die Regimentsstandarte zeigt das Fassband-Symbol auf grobem Leinen mit den Metallringen und dem schwarzen Faden am Saum.

10. EINE SZENE

Der Feldwebel vom Sanitätskorps hatte die Liste schon zweimal gelesen, als er sie ein drittes Mal las.

Er war seit drei Wochen beim 29. und hatte gelernt, dass man hier nicht fragte, warum eine Zahl so war, wie sie war. Man schrieb sie auf, man prüfte sie, man gab sie weiter. Aber diese Liste war anders als die anderen. Sie trug keine Kopfzeile mit dem Wort Ausfälle, sondern eine mit Bleistift geschriebene Zeile: außerhalb der Linien, Vorgang des Kommissariats. Hunderteinunddreißig Namen, dann ein Strich, dann zweiundzwanzig weitere, enger geschrieben, als sei dem Schreiber am Ende das Papier knapp geworden.

Er hatte Wenzlaff gekannt. Nicht gut, nur vom Verbandsplatz her, wo der Gefreite einmal eine Woche mit einer entzündeten Fußwunde gelegen hatte und die ganze Zeit über seinen Bruder in Hollenwerth gesprochen hatte, der eine Mosterei führte und keine Ahnung hatte, dass sein Bruder an einem Fluss lag, der nach nichts roch, was man kannte. Jetzt stand Wenzlaffs Name in Bleistift neben dieser Liste, ohne dass irgendwo ein Totenschein dazu existierte, denn ein Totenschein hätte bedeutet, dass jemand ihn als gefallen führte, und das tat niemand.

Der Feldwebel fragte den Oberfeldscher, der die Liste gebracht hatte, ob er wisse, warum man das so mache.

Der Oberfeldscher sah ihn an, lange genug, dass die Frage selbst zu einem Fehler wurde. ›Weil es sonst eine Zahl gäbe, die man erklären müsste‹, sagte er schließlich. ›Und eine Zahl, die man nicht erklären kann, gehört nicht in eine Liste, die jeder liest.‹

Das war fast wörtlich, was die Regimentskommissarin einmal gesagt haben sollte, aber der Feldwebel wusste nicht, ob der Oberfeldscher sie zitierte oder ob der Satz längst allen gehörte, so wie ein Werkzeug, das durch viele Hände gegangen ist und niemandem mehr allein gehört.

Er legte die Liste zurück in die Mappe. Draußen, vor dem Zelt, hörte er die Siebte nicht mehr, denn von der Siebten standen nur noch achtzehn Mann, eine Kompaniebezeichnung, die auf keinem aktuellen Plan mehr auftauchte, nur in den alten Soll-Listen, die niemand korrigierte, weil eine Korrektur bedeutet hätte, dass jemand hinschreiben musste, was geschehen war.

Er dachte an die Mosterei in Hollenwerth und daran, dass dort wahrscheinlich gerade jemand einen Brief schrieb, der nie eine Antwort bekommen würde, weil es für diese Art von Verschwinden kein Formular gab, das eine Antwort vorsah.

Dann nahm er den nächsten Bogen vom Stapel, denn der Dienst ging weiter, ob die Liste nun Sinn ergab oder nicht, und das, begriff er in diesem Moment zum ersten Mal wirklich, war das ganze Regiment: Man tat, was als Nächstes zu tun war, weil das Tun selbst das Einzige war, das man noch verlässlich kannte.

HINWEIS: Dieses Regiments-Dossier wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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