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Wappen — 35. Wendricher Schützenregiment
Wappen — 35. Wendricher Schützenregiment

1. KERNDATEN

Militarum Regimentum44. Armeekorps auf Halbreth
Offizielle Bezeichnung35. Wendricher Schützenregiment
RufnameDie Rohrgänger
Herkunft des NamensVerdient am 20.07.962 an der Regimentsnaht N8/N9, wo ein Meldegänger des Regiments blieb, während ringsum kompanieweise abgelöst wurde: der Spitzname kam von den Karsvallern, die über die Männer sagten, sie gingen „durchs Rohr“, ohne herauszukommen
HeimatweltWendrich
RegimentstypLinieninfanterie (Schützenregiment)
Gründungca. 884.M41
Tithe-StufeRegelzehnt, mittlere Stufe
Sollstärke1.500
Ist-Stärke377
Schlachtruf„Die Naht hält!“
Munitorum-KennungWEND/35-SR/44-AK-HBR

Die Ordnungszahl 35 steht für eine Welt, die regelmäßig Verbände abgibt, nicht für ein ehrwürdiges Traditionsregiment: Wendrich hat seit der Gründung mehrere Dutzend Nummern vergeben, und 35 liegt mitten in dieser Reihe, weder früh noch spät. Das Regiment wurde nach der Landung auf Halbreth nicht ausgelöscht, aber es kam am 08.03.963 mit 377 von 1.500 Mann aus dem Fenster zurück, ohne jede Auffüllung, weil der Sektor seit dem 01.11.962 keinen Ersatz mehr schickt. Die Überlebenden tragen keine ererbten Ehren eines untergegangenen Vorgängerverbands, sie tragen nur sich selbst, verdünnt auf ein Viertel. Was von den 1.123 Fehlenden bleibt, ist keine Liste von Taten, sondern eine Zahl, die bei jedem Appell vorgelesen wird und sich nicht ändert.

Regiments-Merksatz

„Halten, nicht fragen. Zählen, nicht hoffen. Die Naht bleibt unsere. Wer fehlt, bleibt eingetragen.“

Die Säulen

Die Stunde zählt mehr als der Mann. Die Ablösungsordnung kennt Minuten, keine Namen. Ein Soldat, der pünktlich fällt, stört den Fahrplan weniger als einer, der verspätet überlebt. Das Regiment hat diese Haltung von der Ordnung selbst übernommen: Wer zur Stunde steht, hat seinen Teil erfüllt, ob er atmet oder nicht.

Die Naht ist heilig, der Mann daneben nicht. N8/N9 muss halten, komme, wer wolle. Ob der Nachbar vom 23. Karsvaller oder vom 46. Thorvalder kommt, ist dem Wendricher gleich, solange die Linie durchgeht. Kameradschaft über die Regimentsnaht hinweg gilt als Luxus, den sich ein Verband ohne Ersatz nicht leisten kann.

Wer fehlt, wird nicht ersetzt, aber gezählt. Das Regiment hat sich daran gewöhnt, dass auf einen Ausfall keine neue Zahl folgt, sondern nur ein kleinerer Nenner. Diese Zahl wird nicht beschönigt: Sie steht im Frontbefehl, und jeder kennt sie, lange bevor sie verlesen wird.

Ordnung ist bequemer als Gerechtigkeit. Dies ist der unbequeme Glaubenssatz: Das Regiment gehorcht jeder gegengezeichneten Weisung, auch wenn sie Menschen in einer Doppelbesetzung von hundert Minuten zu dritt auf zwei Metern Grabenfront presst. Eine Ordnung, die vierzigfach geprüft wurde, hinterfragt hier keiner mehr, selbst wenn sie Leben kostet, die eine andere Rechnung gespart hätte.

2. AUSHEBUNG UND TITHE

Das 35. Wendricher Schützenregiment wurde im Rahmen des regulären Zehnts aufgestellt, nicht als Noteinberufung: Wendrich liefert in ruhigem Takt Verbände an das Munitorum, und das 35. reiht sich in diese Folge ein, ohne besonderen Anlass. Die Rekrutierung läuft über die Handwerkszünfte der Mittellandstädte, die jedes Jahrzehnt eine festgelegte Zahl williger und unwilliger Gesellen an die Musterungskommission abtreten; wer unter den Zehnt fällt, verliert seine Lehrstelle unwiderruflich, ob er zurückkehrt oder nicht. Für den Planetengouverneur ist jede Abweichung von Sollstärke, Ausbildungsstand, Uniformierung oder genetischer Reinheit ein Kapitalverbrechen, weshalb er aus reinem Selbsterhalt eher zu gute als zu billige Rekruten abgibt. Das Regiment ist deshalb solide ausgebildet, aber aus Männern und Frauen zusammengesetzt, die nie vorhatten, Soldaten zu werden, und das dem Dienst auf Schritt und Tritt anmerken lassen.

Was die Heimatwelt verlor

Die Zunft der Flussschleusenbauer von Wendrich hat mit dem 35. praktisch ihren gesamten jüngeren Jahrgang verloren: vierzig Gesellen, die das Schleusenhandwerk nie zu Meistern weiterlernten. Das Ritual der „Flutübergabe“, bei dem ein scheidender Schleusenmeister sein Amt vor versammelter Zunft an elf Zeugen weitergibt, braucht genau diese Zahl; seit der Aushebung finden sich auf Wendrich noch sieben. Die Übergaben finden trotzdem statt, nur unvollständig, und die Alten sagen, das Wasser merke den Unterschied.

3. HEIMATWELT

Wendrich ist eine Zivilisierte Welt im Mittelland eines gemäßigten, von Flüssen durchzogenen Kontinents, deren Wirtschaft auf Handwerk beruht: Schleusenbau, Gerberei, Seilerei, Schmiedezünfte, die in jahrhundertealten Werkstätten entlang der Flussläufe arbeiten. Die Jahreszeiten sind mild, der Boden lehmig, und das Leben folgt dem Rhythmus der Flüsse, die im Frühjahr Hochwasser führen und im Herbst beinahe trockenfallen. Die Menschen Wendrichs sind an genaue, wiederholte Handgriffe gewöhnt, an das Lesen von Pegelständen und an Arbeit, die keinen Aufschub duldet, wenn das Wasser steigt. Diese Disziplin macht sie zu brauchbaren Soldaten für eine Ordnung, die in Minuten und Zentimetern rechnet: Ein Wendricher Schütze versteht instinktiv, warum eine Brustwehr genau vierzehn Sandsäcke je Meter braucht, und warum eine Stunde Verspätung beim Wechsel etwas bedeutet.

Der Nachteil, den sie mitbringen

Wendricher misstrauen Anweisungen, die ihnen willkürlich erscheinen, und bestehen darauf, eine Regel erst zu verstehen, bevor sie ihr folgen. Auf der Werft ist das harmlos: Ein Geselle, der nicht einsieht, warum die Schleuse so und nicht anders gebaut wird, fragt nach und wird belehrt. Im Graben ist dieselbe Haltung gefährlich. In der Nacht der Ablösung durch das 17. Rhauviker (18.05.962) verzögerte ein Zugführer der 7. Kompanie die Übergabe um sieben Minuten, weil er die Meldeformel der Ordnung für unlogisch hielt und sie laut in Frage stellte, während das 17. Rhauviker bereits einrückte. Die sieben Minuten lagen noch innerhalb der Doppelbesetzungsspanne, doch im Regiment wird der Vorfall seither als Beispiel dafür erzählt, dass Wendricher Soldaten „die Ordnung prüfen, wo sie gehorchen sollten“.

4. REGIMENTSKULTUR

Der Drill des 35. ist streng in der Ausführung, locker im Ton: Unteroffiziere erklären Befehle, statt sie zu bellen, weil Wendricher sich erklärten Befehlen eher fügen. Beim Marsch singen die Kompanien das „Schleusenlied“, ein altes Arbeitslied der Flusszünfte, das vom geduldigen Warten auf den richtigen Wasserstand erzählt, ehe man das Tor öffnet, umgedichtet auf das Warten im Graben, ehe die Ablösung kommt. Ein Aberglaube, den die Offiziere längst aufgegeben haben zu unterdrücken: Niemand zählt laut die eigenen Leute vor einem Wechsel, weil eine laut genannte Zahl angeblich kleiner wird, ehe die Stunde um ist. Die Kompanieunterkünfte riechen nach feuchtem Leinen und abgekochtem Flusswasser, auf den Transportdecks nach Öl und kaltem Metall. Der Schnapsanteil der Verpflegung wird selten getrunken, sondern gegen Tabak, trockene Socken oder einen Platz nahe dem Ofen getauscht. Wenn Zeit bleibt, begraben sie ihre Toten mit dem Gesicht zum Wasser, wie es die Flusszünfte verlangen; wenn keine Zeit bleibt, zählt der nächste Dienstgrad nur den Namen in das Büchlein und lässt den Leichnam liegen, bis eine ruhigere Stunde kommt.

Das Kommissariat

Das Regiment hat sich mit seinen Kommissaren arrangiert, ohne sie zu lieben. Man kennt die Ziffer siebenundsiebzig und hält sich genau an sie, weil Genauigkeit die einzige Verteidigung gegen sie ist. Keiner im 35. hat je versucht, einen Kommissar verschwinden zu lassen, aber keiner widerspricht ihm auch freiwillig: Man rechnet lieber selbst nach, ob eine Schicht zu lang war, bevor ein Kommissar es tut.

Dienstgrade

Munitorum-RangLokale BezeichnungAnredeform
GeneralFlussherr„Flussherr“
OberstWehrmeister„Meister“
OberstleutnantSchleusenführer„Führer“
HauptmannZunftführer„Zunftführer“
LeutnantGesellenführer„Führer“
UnteroffizierAltgeselle„Altgeselle“

5. GLIEDERUNG UND EINZELREGIMENTER

Aufbau

Das 35. Wendricher Schützenregiment gliedert sich nach Soll in zehn Kompanien zu je 150 Mann, mit einem Hauptmann und Kommandotrupp über vier Züge; jeder Zug besteht aus einem Leutnant mit Kommandotrupp über vier Trupps zu zehn, verstärkt durch einen Spezialwaffentrupp und zwei schwere Waffentrupps. Nach der Landung auf Halbreth und der Fensterfolge bis zum 08.03.963 ist von dieser Gliederung nur ein Viertel übrig: 377 Mann entsprechen noch nicht einmal drei vollständig besetzten Kompanien, die übrigen bestehen nur noch aus Kadern, die zusammengelegt wurden, um wenigstens einige Kompanien auf dem Papier zu erhalten.

Die einzelnen Regimenter

64. Rhauviker Schützenregiment (Rhauvik, Schützenregiment). Kommandeur im Roman ungenannt. Steht wie das 35. mit 438 von 1.500 Mann unaufgefüllt in Gruppe C und löst gemeinsam mit ihm am 08.03.963 Gruppe A an der Kerr ab.

23. Karsvaller Linienregiment (Karsvall, Linienregiment). Kommandeur im Roman ungenannt. Stieg am 08.03.963 mit 516 von 1.800 Mann aus dem Zug, nach Köpfen der stärkste Verband der Gruppe C, und stellt am 08.03.963 eine Kompanie zur Übernahme der Eisenbrücke vom 52. Karsvaller.

12. Tessmarker Linienregiment (Tessmark, Linienregiment). Kommandeur Oberst Gerhard Mühlstein. Löste als Teil von Gruppe A in Fenster 10 kompanieweise das 23. Karsvaller an N5 bis N8 ab; seine 4. Kompanie nahm am 20.07.962, 04:00 das Stück an der Naht N8/N9 ein, an dem ein Wendricher Meldegänger stand.

6. KOMMANDOSTAB

Oberst (ungenannt), Wehrmeister des 35. Wendricher Schützenregiments. Ein breiter Mann mit grauem Vollbart, der auf jedem Marsch dieselbe abgewetzte Flusskarte unter dem Mantel trägt, obwohl das Regiment seit der Landung keinen Fluss Wendrichs mehr gesehen hat. Seine Trägheit ist berüchtigt: Er verzögerte einmal eine angeordnete Verlegung um eine volle Stunde, weil er die Marschordnung der Kompanien dreimal nachrechnen ließ, ehe er sie bestätigte, und wurde dafür vom Korpsstab gerügt, obwohl die Verlegung am Ende ohne einen einzigen falsch positionierten Zug verlief. Er bewegt sich selten schneller als im Schritt, auch unter Beschuss, und seine Leute sagen, man könne die Uhr nach ihm stellen, nur nicht beschleunigen. „Ich unterschreibe, wenn die Zahl stimmt. Vorher nicht.“ — Oberst des 35. Wendricher Schützenregiments

Kommissar (ungenannt), Kommissariat des Korps. Dem Regiment nicht zugehörig, an den Nahtstellen als Wechselaufsicht gesehen. Beim 35. gilt das Kommissariat als gerecht im Rahmen der Ordnung, aber niemand erwartet von ihm mehr, als die Ordnung selbst hergibt. „Die Ordnung ist gegengezeichnet.“ — Kommissar des Korps

Oberstleutnant (ungenannt), Schleusenführer und Stellvertreter des Obersten. Hager, mit einer Narbe quer über die linke Hand von einer Schleusenwinde, die ihm in der Jugend fast die Finger kostete. Er führt in der Praxis die Hälfte des Regiments, weil der Oberst jede Entscheidung erst dreifach rechnet, und die Kompanien wissen, dass eine dringende Anweisung vom Oberstleutnant kommt, nicht vom Wehrmeister. Als am 29.06.962 die Ablösung des 46. Thorvalder in der Wechselstunde 282 Ausfälle an N10/N11 und N12 ohne Zuordnung meldete, war es der Oberstleutnant, der die Kompanien ohne Rücksprache sofort nachrücken ließ, während der Oberst noch die Meldung gegenprüfte. „Der Meister rechnet. Ich gehe inzwischen.“ — Oberstleutnant des 35. Wendricher Schützenregiments

Angehängtes Personal

EinheitAnzahlUnterstellung
Kommissare2Kommissariat des Korps
Feldprediger1Ekklesiarchie
Sanitäter14Regimentsstab
Ordensdiener der Ekklesiarchie6Ekklesiarchie

Die Reibung zeigt sich am deutlichsten bei den Sanitätern: Sie unterstehen dem Regimentsstab in der Theorie, doch die Zuteilung von Verbandsmaterial läuft über das Munitorum, und die vierzehn Sanitäter des 35. warten regelmäßig Tage auf Nachschub, den eine Kompanie mit eigenem Sold längst gekauft hätte.

Die Regimentsstandarte

Die Standarte des 35. ist ein schlichtes blaues Tuch mit einer aufgenähten Schleuse aus hellem Garn, dem Zeichen der Wendricher Flusszünfte, dazu ein handgroßer Streifen Metall, geprägt mit der Zahl N9, der Südgrenze des ersten gehaltenen Abschnitts. Sie trägt keine Schlachtenehren im üblichen Sinn, nur die eingestickten Daten der drei Fenster am Marrach. Einmal, beim überstürzten Rückzug einer Kompanie während der Doppelbesetzung im Fenster 9, blieb die Standarte für knapp zwanzig Minuten unbewacht im geräumten Grabenstück liegen, ehe ein Unteroffizier sie zurückholte, ohne dass der Vorfall je in einer offiziellen Meldung auftauchte.

7. FELDZÜGE

Fenster 3, 23.02.962 bis 15.03.962, Linie am Marrach, Sternenreich der T'au, 21 Tage. Das 35. bezieht erstmals N9 bis N12 als Teil der Gruppe C, neben dem 64. Rhauviker und dem 23. Karsvaller. Die Stellung ist frisch gebaut, die Bohlen schwimmen an mehreren Stellen, und der Gegner zeigt sich kaum, lässt aber wiederholt Stimmen über das Wasser sprechen. Das Fenster verläuft ohne Großangriff, die Ausfälle liegen im Rahmen der Munitorum-Erfahrungswerte. Das Regiment übergibt pünktlich an Gruppe A. Keine Verbündeten über die Gruppe hinaus; die Nachbarschaft zum 23. Karsvaller bleibt bestehen, da beide derselben Gruppe angehören.

Fenster 6, 27.04.962 bis 17.05.962, Linie am Marrach, Sternenreich der T'au, 21 Tage. Zweiter Umlauf an derselben Stellung. Am 18.05.962 löst das 17. Rhauviker Linienregiment (Gruppe A) das 35. ab; in der Wechselstunde fallen an den nördlichen Abschnitten 524 Mann, ohne Zuordnung auf einzelne Verbände. Das 35. selbst erleidet in diesem Fenster moderate, nicht offiziell gesondert ausgewiesene Verluste; der schwere Brückenkopf des Gegners bei N10/N11 entsteht erst nach der Übergabe und betrifft das nachfolgende 17. Rhauviker, nicht mehr das 35. Die Kameradschaft mit dem 17. Rhauviker bleibt flüchtig: Beide Regimenter sehen sich in der Doppelbesetzung hundert Minuten lang, dann trennt die Ordnung sie endgültig, Gruppe A bleibt an der Linie, Gruppe C geht in Ruhe.

Fenster 9 bis Fenster 10, 29.06.962 bis 08.03.963, Linie am Marrach und Rückführung, Sternenreich der T'au, acht Monate und neun Tage. Das 35. löst am 29.06.962 das 46. Thorvalder Linienregiment ab, die Wechselstunde meldet 282 Ausfälle an N10/N11 und N12. Ab Fenster 10 (20.07.962) läuft die Ablösung kompanieweise; das 17. Rhauviker Linienregiment übernimmt die Stücke der Nordgruppe N9 bis N12 schrittweise. Das 35. wechselt erst am zehnten Tag und zieht später mit Gruppe C nach Süden zur Auffüllung ab (16.01.963), kehrt jedoch am 08.03.963 mit unverändert 377 Mann zurück, da der Ersatz seit dem 01.11.962 ausgesetzt ist. Hier erfolgt keine Zusammenlegung mit einem fremden Regiment; die Sollstärke bleibt formal bestehen, auf dem Papier, nicht im Graben. Von diesem Fenster an gilt das Regiment als dauerhaft unteraufgefüllt. Das 35. geht anschließend gemeinsam mit dem 64. Rhauviker mit ihren Führern nach Westen den Kai entlang, um Gruppe A an der Kerr abzulösen.

8. DER MAKEL

Das 35. Wendricher Schützenregiment ist seit der Landung chronisch unterbesetzt und wird dennoch bei jedem Fenster eingesetzt, als stünde die volle Sollstärke noch. Der Ursprung liegt nicht in einem einzelnen Gefecht, sondern in der Ersatzordnung selbst: Ziffer zwölf lässt den Ersatz der Ablösung folgen, fünfundneunzig vom Hundert der Ausfälle des Vorfensters bis einschließlich Fenster 14, danach nichts mehr, und das Regiment traf die erste größere Fensterfolge nach diesem Stichtag. Die Korpsintendantur vermerkte die Lage nüchtern als „Bestand unter Soll, keine Zuführung vorgesehen“, ohne dass daraus eine Korrektur folgte. Im Alltag zeigt sich der Makel darin, dass Kompanien zusammengelegt werden, ohne dass die Nummern sich ändern: Wer in der 7. Kompanie dient, dient womöglich neben Männern der ehemaligen 9. In der Schlacht bedeutet es, dass eine gemeldete Kompaniestärke selten der tatsächlichen entspricht, was Nachbarregimenter beim Planen der Nahtverteidigung berücksichtigen müssen. Das Regiment selbst sagt, es halte „mit weniger, aber länger“, während andere Verbände hinter vorgehaltener Hand von den „Wendricher Gespenstern“ sprechen, Kompanien, die auf dem Meldeblatt voll, im Graben aber halb leer stehen.

Ein Fehler des Munitorum

Als das 35. am 08.03.963 aus dem Zug stieg, nannte die Tabelle der Korpsintendantur weiter die Sollzahl 1.500 und in der Spalte „löst ab“ die Gruppe A; dass 377 Mann diese Spalte füllen sollten, stand in keinem Vordruck. Das Regiment wurde ohne Auffüllung eingesetzt, und die Abweichung wurde nirgends vermerkt, weil der Ersatz seit dem 01.11.962 nicht mehr vorgesehen war.

9. DESIGN-BIBEL

Farbidentität

Die Grundfarbe der Uniform ist ein verblasstes Flussblau, das aus dem auf Wendrich reichlich vorhandenen Waidfarbstoff der Gerberzünfte gewonnen wird; eine Munitorum-Fehllieferung ersetzte 962 die vorgesehenen Beinlinge durch ein helleres Grau, das seither beibehalten wurde. Im Feld wird der Mantelsaum regelwidrig mit Flussschlamm getränkt, um ihn dunkler und reißfester zu machen. Auf fünfzig Meter erkennt man das Regiment an der hellgrauen Schleuse auf dunkelblauem Grund an jeder Schulter.

Farbrezepte

Uniform

Citadel-FarbeTypZweck
Kantor BlueBaseGrundton Mantel und Rock
Drakenhof NightshadeShadeVertiefung der Falten
Fenrisian GreyLayerBeinlinge, Munitorum-Ersatzlieferung
DawnstoneEdgeLichtkanten an Säumen

Akzent

Citadel-FarbeTypZweck
Ushabti BoneBaseSchleusenabzeichen
Agrax EarthshadeShadeSchlammtönung am Saum
Flash Gitz YellowLayerRangstreifen Altgeselle
White ScarEdgeKante des Schleusenabzeichens

Metall

Citadel-FarbeTypZweck
LeadbelcherBaseGewehrlauf, Koppelschnallen
Nuln OilShadeVerschmutzung Metallteile
IronbreakerLayerAbgenutzte Kanten
Runefang SteelEdgeHelmrand

Regimentsfarben

ElementHexNächste Citadel-Farbe
Mantel#2F4A5CKantor Blue
Beinlinge#8D9193Fenrisian Grey
Schleusenabzeichen#D8CBA3Ushabti Bone
Metallteile#5C5C5CLeadbelcher
Standartentuch#27384AKantor Blue

Abzeichen

Das Schleusenabzeichen, ein stilisiertes Schleusentor aus zwei waagerechten Balken über einem senkrechten Pfosten, sitzt auf beiden Schultern. Rangstreifen laufen am linken Unterarm, gelb auf blauem Grund, ein Streifen je Dienstgradstufe. Vehikel führt das Regiment nicht; es ist reine Linieninfanterie.

Waffen und Ausrüstung

Standardbewaffnung ist das Lasergewehr mit vier Ladekassetten, dazu Flakrüstung über gepolsterter Uniform. Spezialwaffentrupps führen Flammenwerfer. Immer verschmutzt oder improvisiert: der Mantelsaum voller Flussschlamm, die Trageriemen mit Draht geflickt, die Feldflaschen mit Stoffresten gegen das Klappern umwickelt.

Weitere Ansichten

Von hinten zeigt der Mantel einen aufgenähten Flicken mit der Kompanienummer. Eine Nahaufnahme des Helms zeigt die eingeschlagene Zahl des Abschnitts, den der Träger zuletzt hielt. Die Standarte zeigt das Schleusensymbol und den Metallstreifen mit der Zahl N9 in der Mitte.

10. EINE SZENE

Der Karsvaller stand schon zwei Stunden am Nordende des Stücks, als der Wendricher Meldegänger zum dritten Mal an ihm vorbeikam, denselben Weg, dieselbe Länge, vierzig Schritte bis zur Biegung und zurück.

„Du gehst, als wär das deine Schleuse“, sagte der Karsvaller.

Der Wendricher antwortete nicht gleich. Er sah auf den Boden, wo der Weg schon ausgetreten war, eine schmale Rinne im festgetretenen Lehm, die niemand angelegt hatte und die trotzdem da war, weil immer derselbe Mann sie ging.

„Vierzig Schritte“, sagte er dann. „Vierzig hin, vierzig zurück. Seit vier Tagen.“

„Ihr wechselt erst am zehnten.“

„Ich weiß.“

Der Karsvaller sah ihn an, wie man jemanden ansieht, der etwas Falsches richtig macht. Er selbst wurde heute abgelöst, mit seiner Kompanie, am ersten Tag der kompanieweisen Ablösung, Tag für Tag ein Stück, aber er hatte sich darunter nichts vorgestellt, bis er diesen einen Mann sah, der blieb, während um ihn herum alles andere sich veränderte.

„Was meldest du überhaupt noch“, fragte der Karsvaller. „Wenn nichts passiert.“

„Dass nichts passiert ist.“ Der Wendricher zuckte mit den Schultern, eine Bewegung, die unter dem nassen Mantel kaum zu sehen war. „Das ist auch eine Meldung.“

Er ging weiter, vierzig Schritte, bis zur Biegung, wo die Brustwehr einen Knick machte und man von dort aus beide Richtungen der Naht sehen konnte, Richtung Süden zum 23. Karsvaller, Richtung Norden zum Hochufer, wo das 35. seit drei Wochen hielt, was zu halten war. Der Karsvaller sah ihm nach und bemerkte erst jetzt, dass der Mann ein Büchlein bei sich trug, in Wachstuch gebunden, das er an der Biegung jedes Mal kurz aus der Tasche zog, hineinsah, ohne zu schreiben, und wieder wegsteckte.

„Was steht da drin?“, rief er ihm nach.

Der Wendricher drehte sich nicht um. „Die Reihenfolge“, sagte er, schon im Weitergehen, und seine Stimme kam über die vierzig Schritte dünner zurück, als sie gewesen war, als er sie aussprach.

Der Karsvaller stand noch eine Weile an seinem Posten und sah dem Mann zu, wie er die Strecke ein viertes, ein fünftes Mal ging, hin und zurück, immer in derselben Zeit, und er verstand, ohne dass es ihm einer erklärte, dass dieser eine Meldegänger das war, was von einem ganzen Regiment übrig blieb, wenn man es lange genug zählte: eine Figur, die blieb, weil die Ordnung es so vorsah, und eine Rinne im Lehm, die bezeugte, dass hier jemand gegangen war, viel öfter, als ein Mensch eigentlich gehen sollte.

„Der Wendricher bleibt“, sagte er später zu seinem Nachbarn, ohne dass der gefragt hätte. „Die wechseln erst am zehnten Tag.“

Er sagte es wie eine Tatsache, aber es klang, als sage er es auch für sich selbst, damit er es nicht vergaß.

HINWEIS: Dieses Regiments-Dossier wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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