46. Thorvalder Linienregiment

„Zähl, was bleibt. Halt, was du hältst. Geh, wenn gezählt ist. Sag keinen Namen.“

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Geschichte: Die letzte Schicht

Kerndaten

RegimentstypLinieninfanterie – Lasergewehr, vier Ladepacks, Flakrüstung; das Rückgrat
Munitorum-KennungTV-46-LI/Halbreth
HeimatweltThorvalde
Sollstärke1.800
Ist-Stärke81
LoyalitätsstatusLoyal
HerkunftEigene Erfindung

Die Säulen

Zählen statt hoffen

Das Regiment glaubt, dass eine Zahl mehr wert ist als ein Versprechen. Wer zählt, weiß, was er hat, und kann keine Lüge mehr darüber erzählen. Diese Haltung kommt von den Flugplätzen Thorvaldes, wo jedes Rad und jede Schraube erfasst wird, bevor sie fliegt, und sie hat sich im Krieg zu etwas verhärtet, das über das Zählen von Material hinausgeht: Man zählt auch die Männer, laut, täglich, auch wenn die Zahl von gestern schon tot war.

Zurückhaltung ist keine Schwäche

Wer wartet, bis der Feind sich zeigt, lebt länger als wer vorprescht. Diese Lehre kommt nicht aus einem Handbuch, sondern aus jedem Gefecht, das das Regiment seit der Landung geführt hat: Der Gegner tritt selten an, wo man ihn erwartet, und wer zu früh schießt, verrät nur seine eigene Stellung.

Die eigenen Toten gehören niemandem sonst

Das Regiment hat einmal die Brustwehr verlassen, um 61 Gefallene zu bergen, die seit dreiundzwanzig Tagen auf dem Kies lagen, obwohl das Korps keine Erlaubnis gab. Diese Säule ist unbequem, denn sie bedeutet: Ein Befehl, der die eigenen Toten liegen lässt, ist ein Befehl, den man brechen darf, und das Regiment hat dafür einen Mann bezahlen lassen, der nur das Richtige tat.

Wer gezählt hat, hält keinen zurück

Das Regiment zwingt niemanden zum Sterben, wenn die Zahl bereits sagt, dass die Stellung verloren ist. Der Hauptmann, der am 12.10.962 den Kamm hinaufging, hielt keinen seiner Männer, als sie nach hinten gingen. Das ist, was das Regiment unter Führung versteht: nicht Zwang, sondern Zeugenschaft.

Weitere Kerndaten

AngabeWert
RufnameDie Löcher
Herkunft des NamensErworben am 29.09.962 am Ostufer des Marrach, wo das Regiment in den Stein gehackte Einzellöcher hielt, eines je Mann, während der Warhound-Titan ‚Kaltes Gewissen‘ die Bank deckte
RegimentstypLinieninfanterie
Gründungca. 820.M41
Schlachtruf„Thorvalde zählt mit!“

Aushebung, Heimatwelt & Kultur

Aushebung und Tithe

Thorvalde liefert seinen Zehnt im Regelturnus, nicht als Noteinberufung, aber der Zehnt fällt in Kriegszeiten schwerer aus, weil die Industrieplanungen der Welt auf Facharbeiter angewiesen sind und das Munitorum trotzdem die volle Kopfzahl verlangt. Die Rekrutierung läuft über die Werkskompanien: Wer in einem Flugplatzbetrieb, einer Gießerei oder einer Munitionsfabrik eine bestimmte Dienstjahreszahl erreicht hat, wird gemustert, und die Musterung bevorzugt jene, die lesen, rechnen und ein Werkzeug führen können, weil das Regiment aus ihnen seine Unteroffiziere und Spezialisten zieht. Wer gemustert wird, verlässt eine geregelte Arbeit für eine Welt, die ihn nie zurückerwartet. Für den Planetengouverneur ist jede Abweichung von der geforderten Stärke, Ausbildung oder Ausrüstung ein Kapitalverbrechen; er schickt daher keine Bauernsöhne, sondern seine besten Facharbeiter, nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Angst vor dem eigenen Tribunal.

Was die Heimatwelt verlor

Die Flugplätze Thorvaldes verloren mit dem 46. eine ganze Jahrgangsstufe von Triebwerksmechanikern, die auf einem einzigen Werksgelände in Thorvalde-Nord ausgebildet worden waren. Die dortige Lehrwerkstatt zählte vor der Aushebung vierzig Lehrlinge jährlich; seither sind es elf, weil die, die das Wissen weitergaben, auf Halbreth starben. Ein Ritual der Werkskapelle, das vierzig Stimmen für den Gesang beim Anlassen eines neuen Triebwerks verlangte, wird heute mit elf gesungen, kürzer und ohne die tiefe Lage, die den vierzig gehörte.

Die Heimatwelt

Thorvalde ist eine Industriewelt mit ausgedehnten Flugplatzanlagen, Gießereien und Werksstädten, deren Himmel ständig von Start- und Landelärm durchzogen ist. Das Klima ist gemäßigt bis rau, mit langen, nebligen Wintern, in denen die Produktionshallen beheizt werden müssen, während die Flugfelder draußen vereisen. Die Gesellschaft ist in Werkskompanien organisiert, strikt nach Schichtplänen gegliedert, und der einzelne Mensch zählt dort vor allem als Teil eines Ablaufs: eine Schicht, eine Stückzahl, eine Prüfnummer. Diese Lebensweise macht die Thorvalder zu zuverlässigen Soldaten in geregelten Abläufen, zu Männern und Frauen, die eine Ablösungsordnung mit derselben Ernsthaftigkeit lesen wie einen Fertigungsplan, und die lieber eine Zahl prüfen als einem Gefühl vertrauen.

Der Nachteil, den sie mitbringen

Was Thorvalde seinen Soldaten mitgibt, ist ein Vertrauen in die Ordnung, das zur Gefahr wird, sobald die Ordnung bricht. Das Regiment hält an Fahrplänen, Meldezeiten und Zählungen fest, auch wenn die Lage längst keine Zahlen mehr zulässt, und es braucht länger als andere Verbände, einen Vorgang als Zusammenbruch statt als Abweichung zu erkennen. Am 12.10.962 ging ein großer Teil der Kompanie über den Kamm nach hinten, während die Zahlen auf dem Papier noch Ordnung versprachen, denn der Hauptmann zählte weiter, auch als nichts mehr zu zählen war, außer wer noch ging.

Regimentskultur

Die Ausbildung des 46. betont Genauigkeit vor Schnelligkeit: Grabenbau nach Maß, Sandsackschichtung nach Vorschrift, Meldungen auf die Minute. Wer eine Schicht Sandsäcke falsch legt, trägt die nächste allein, und diese Strafe wird nicht aus Grausamkeit verhängt, sondern weil eine schiefe Brustwehr Leben kostet. Der Arbeitsgesang, den die Grabenbaukommandos summen, zählt Säcke und Schritte statt Strophen zu haben, eine monotone Zahlenreihe, die Müdigkeit überbrückt. Ein Aberglaube, den die Offiziere längst aufgegeben haben zu unterdrücken: Man nennt den Gegner nicht beim Namen, denn ein Name ist eine Tür, und was eine Tür hat, kommt herein. Die Unterstände riechen nach nassem Sand, Lasergewehröl und abgekochtem Flusswasser, das nach dem Fluss selbst schmeckt. Der Sold wird meist eingesteckt statt ausgegeben, weil es im Feld nichts zu kaufen gibt, und die Liquorration wird oft gesammelt und erst am Ruhetag geteilt getrunken, in kleinen Runden, still. Tote werden, wenn Zeit bleibt, in Zeltbahnen gewickelt und auf den Deich getragen; wenn keine Zeit bleibt, werden sie gezählt und ihr Name in ein Büchlein geschrieben, das ein Feldwebel führt, weil wenigstens die Zahl bleiben soll.

Das Kommissariat

Das Regiment hat seine Kommissare nicht gern, aber es hat sich mit ihnen arrangiert: Man gehorcht ihnen im Wortlaut und hält sich im Übrigen an die eigene Zählung. Als ein Leutnant des Regiments wegen der Bergung der eigenen Toten erschossen wurde, sprach niemand im Regiment öffentlich dagegen, und sein Name wurde, wie die Dienstvorschrift es vorsah, in der Gefallenenliste des Regiments geführt.

Dienstgrade & Gliederung

Dienstgrade

Dienstgrad Werksleiter

Beschreibung

Munitorum-Rang: General · Anredeform: Werksleiter

Dienstgrad Schichtführer

Beschreibung

Munitorum-Rang: Oberst · Anredeform: Schichtführer

Dienstgrad Hallenmeister

Beschreibung

Munitorum-Rang: Major · Anredeform: Meister

Dienstgrad Vorarbeiter

Beschreibung

Munitorum-Rang: Hauptmann · Anredeform: Vorarbeiter

Dienstgrad Zugmeister

Beschreibung

Munitorum-Rang: Leutnant · Anredeform: Meister

Dienstgrad Schichtälterer

Beschreibung

Munitorum-Rang: Unteroffizier · Anredeform: Älterer

Aufbau

Nach der Sollstärke gliederte sich das 46. Thorvalder in zwölf Kompanien zu je 150 Mann, mit einem Oberst an der Spitze und einem Hauptmann samt Kommandotrupp über drei bis vier Züge je Kompanie, jeder Zug unter einem Leutnant mit drei bis fünf Trupps zu zehn Mann sowie angegliederten Spezial- und Schwerwaffentrupps. Nach den Ausfällen am Marrach und der Abweichung vom 06.10.962 bestand das Regiment nur noch aus zwei Kompanien mit 288 Mann, von denen am 12.10.962 eine Kompanie mit rund 140 Mann den Südabschnitt von N9 übernahm. Seit dem 10.01.963 besteht das 46. als eigener Verband nicht mehr; sein Rest von 81 Mann ist im 17. Rhauviker Linienregiment aufgegangen.

Teilregimenter

Name 12. Tessmarker Linienregiment

Rolle / Anmerkungen

Linieninfanterie, Heimatwelt Tessmark. Geführt wurde die 4. Kompanie von Henrik Dietl (am 25.04.962 noch Leutnant, seit dem 27.04. Hauptmann), schmal, mit einem Gesicht, das stets jünger wirkte als sein Dienstgrad. Die Kompanie stellte 1962 das Erschießungspeloton für Leutnant Fennmann und sieben Karsvaller Rückläufer und steht weiterhin im Verband des 44. Armeekorps.

Name 38. Tessmarker Schützenregiment

Rolle / Anmerkungen

Schützenregiment, Heimatwelt Tessmark. Übernahm im ersten Wechsel die Abschnitte N5 bis N8 und löste damit Gruppe A ab; sein namentlich unbekannter Oberst führte es nach der Aufgabe der Linie am 12.10.962 mit dem Korps nach Kerrmund; am 06.01.963 zählte es dort 341 Mann.

Name 17. Rhauviker Linienregiment

Rolle / Anmerkungen

Linieninfanterie, Heimatwelt Rhauvik. Hielt zuletzt N10 bis N12 und nahm am 10.01.963 den Rest des 46. Thorvalder auf; am 19.01.963 führte es 461 Mann „mit dem Rest des 46. Thorvalder“ an der Kerr. Die aufgenommenen Thorvalder brachten keine eigene Fahne mehr mit, nur ihre Zählweise und den Namen ihrer Toten.

Kommandostab

Kommandostab

Name Der Oberst

Beschreibung

Der Kommandeur des Regiments bleibt in den überlieferten Berichten ungenannt, doch seine Handschrift zeigt sich in jeder Entscheidung, die das 46. am Marrach traf: Er griff spät an, wenn überhaupt, und er sparte seine Leute, wo es der Befehl erlaubte. Es war seine Ordnung, die das Arbeitskommando unter Fennmann erst am 20.03.962, vier Tage nach dem Verlust des Nordstücks, an den Furtgraben schickte, und es war sein Schweigen, das Fennmanns Festnahme folgte, ohne dass er sich öffentlich für oder gegen den Leutnant stellte. Tatsächlich begegnet in den Berichten nur der namenlose Hauptmann, auf der Kuppe, am Verladeplatz N9 und im Südstück von N9; sein Verbleib nach dem 12.10.962 bleibt offen. „Es sind zu viele, um sie zu zählen, und ich zähle sie trotzdem.“ — Der Hauptmann ohne Mütze

Name Kommissarin Tilda Lamprecht

Beschreibung

Hager, mit einem Gesicht, das stets auf etwas Schiefes achtete, trägt sie einen Stift bei sich, den ihr Lord-Kommissar Norbert Brodersen nach der Schola geschenkt hat und den sie nur für Unterschriften benutzt, die etwas bedeuten. Sie nahm Fennmann auf dem Deich fest, nachdem er die 61 Toten geborgen hatte, mit ungeladener Pistole und im Strom gewaschenen Händen. „Es sind unsere.“ — Leutnant Gero Fennmann, auf ihre Frage, warum er die Toten geborgen habe

Name Leutnant Gero Fennmann

Beschreibung

Neununddreißig Jahre alt, grau, älter als Leutnants sonst sind, führte er das Arbeitskommando N7, vierzig Mann, die seit dem 20.03.962 die verlorene Brustwehr am Furtgraben neu aufsetzten. Am 08.04.962 stieg er mit seinem unbewaffneten Kommando über die Brustwehr und trug 61 Gefallene bis 15:00 Uhr auf den Deich, während von drüben eine Stimme eine Waffenruhe anbot. Er wurde am 25.04.962 im Hof der Ziegelei erschossen; am 02.09.962 nannte die Stimme von drüben seinen Namen im Äther. „Es sind unsere.“ — Leutnant Gero Fennmann

Angehängtes Personal

EinheitStärke
Kommissare (unter einer Senior-Kommissarin)4
Feldprediger3
Sanitätspersonal der Ekklesiarchie12
Ordensdiener/Hilfskräfte18

Die Reibung zeigt sich am deutlichsten zwischen den Feldpredigern des Regiments und der Kompanieführung: Sie zählen, wie lange sie bei den Männern sitzen, nicht wie viele beichten, und entziehen sich damit jeder Berichtspflicht, die ein Hauptmann von ihnen verlangen könnte.

Die Regimentsstandarte

Die Standarte des 46. ist ein schmales, vom Flugplatzwetter ausgeblichenes Tuch mit dem aufgenähten Zeichen zweier gekreuzter Schraubenschlüssel über einer Flugbahn, dazu ein handgesticktes Band mit der Ehrenbezeichnung ‚Die Löcher‘. Sie trägt keine älteren Schlachtehren, da das Regiment vor Halbreth keine nennenswerte Kampfgeschichte vorweisen konnte. Einmal, am 12.10.962, wäre sie beinahe mit dem geräumten Südstück von N9 verlorengegangen; ein Träger brachte sie über den Kamm, bevor die Teufelsrochen auf der leeren Deichstraße landeten.

Der Makel

Der Makel

Der Makel des 46. ist eine Narbe, die sich nicht schließt: Am 29.09.962 verlor das Regiment binnen sechs Stunden 1.512 von 1.800 Mann, und am 12.10.962 weitere 207 von den verbliebenen 288. Kein Ersatz kam nach dem 01.11.962 mehr, und damit blieb jede dieser Zahlen endgültig. Ein Bericht der Intendantur, gezeichnet vom namenlosen Sachbearbeiter der Korpsschreibstube, hielt am 04.10.962 fest, dass 1.436 Mann als Ersatz angefordert wurden, 95 vom Hundert der 1.512 Ausfälle, doch kein einziger traf noch ein. Im Alltag zeigt sich der Makel darin, dass die verbliebenen Männer des 46. jede Zahl misstrauisch doppelt prüfen, bevor sie sie weitergeben, selbst eine Essensausgabe oder eine Postverteilung. In der Schlacht zeigt er sich darin, dass das Regiment auf dem Verladeplatz N9 noch am 10.10.962 in Reihen saß und gezählt wurde, als wäre eine Zahl, die man hundertmal nachprüft, eine Art, die Toten zurückzuholen. Das Regiment selbst sagt, es habe gehalten, solange es haltbar war, und sei dann zu Fuß zum Wasser gegangen, wie es ihm aufgetragen war. Andere Regimenter sagen, wenn das 46. nicht dabei ist, es sei das Regiment, das man zählen muss, weil es selbst nicht mehr aufhören kann zu zählen.

Ein Fehler des Munitorum

Als am 04.10.962 die Intendantur 1.436 Mann Ersatz für das Regiment beim Sektor anforderte, 95 vom Hundert der gemeldeten 1.512 Ausfälle, war die Zuteilung formal korrekt und inhaltlich wertlos: Der Sektor hatte zu diesem Zeitpunkt bereits beschlossen, nach Fenster 14 keinen Ersatz mehr zu schicken, eine Entscheidung, die in der Anforderung selbst nicht vermerkt war. Das 46. blieb bei 288 Mann in zwei Kompanien stehen und übernahm auf dieser Grundlage am 12.10. und 13.10.962, je 16:00 Uhr, mit seinen beiden Kompanien die beiden Südstücke von N9. Von den angeforderten 1.436 Mann war bis zum 12.10.962 keiner eingetroffen; an diesem Tag fielen beim 46. Thorvalder 207 von 288.

Fahrzeuglivree

So fahren die Fahrzeuge des Regiments: Grundton, Tarnung für das Einsatzgebiet, Turmband und Kennung, errechnet aus den Regimentsfarben.

46. Thorvalder Linienregiment312
Kampfpanzer 312 der 3. Kompanie
46. Thorvalder Linienregiment
Transporter
46. Thorvalder Linienregiment
Läufer
46. Thorvalder Linienregiment
Superschwerer
EinsatzgebietMakropole und Stadt · Splittertarnung
Grundton #697068 · Dawnstone (Uniformjacke)
Tarnung #899092 · Ironbreaker (Abzeichen (Schraubenschlüssel))
#3E4346 · Mechanicus Standard Grey (Vorbild des Einsatzgebiets)
Turmband #6D774D · Death Guard Green (Ärmel und Beinlinge)
Kennung #E6E0CF · Wraithbone (Standardfarbe)
Rezept RumpfDawnstone (Grundfarbe) · Nuln Oil (Tusche) · Administratum Grey (Schicht) · Deepkin Flesh (Kante)

Kompaniebänder am Turm

  1. 1.
  2. 2.
  3. 3.
  4. 4.
  5. 5.
  6. 6.
  7. 7.
  8. 8.
  9. 9.

Errechnet aus den Regimentsfarben; die Silhouetten sind eigene Skizzen, kein Nachbau eines Modells von Games Workshop.

Zu den Kerndaten

Die Zahl Sechsundvierzig steht in der Mitte der Thorvalder Aushebungsreihe: nicht die junge, hastig gezogene Ziffer eines Kriegsjahres, aber auch keine jahrhundertealte Stammnummer. Sie bezeichnet ein Regiment, das Thorvalde im normalen Umlauf seines Zehnts stellt, wenn die Industriewelt turnusmäßig an der Reihe ist, und das im Unterschied zu den alten Ordnungsnummern der Thorvalder Linie (den Zehnern und Zwanzigern) keine besondere Tradition mitbringt, sondern nur die Flugplätze und Werke, aus denen es kommt.

Das 46. Thorvalder ist in seiner Geschichte nicht neu aufgestellt worden. Es kennt keine Wiedergründung, weil es dafür nie vollständig genug ausgelöscht wurde, um aus den Listen gestrichen zu werden, und nie genug Ersatz bekam, um wieder vollständig zu sein. Es ist dasselbe Regiment, das auf Halbreth landete, mit derselben Nummer und derselben Fahne, nur dass von den 1.800 Mann der Landung inzwischen 81 übrig sind und dass diese 81 nicht mehr für sich selbst stehen, sondern im 17. Rhauviker Linienregiment aufgegangen sind. Wer heute den Namen des 46. trägt, trägt ihn stellvertretend für Männer, die er nie gesehen hat, weil fast keiner von ihnen, der am Marrach stand, noch lebt, der auch die Landung erlebt hat.

Feldzüge

Linienwechsel am Marrach (02.02.962, 21 Tage). Das 46. übernahm als Teil der Ablösungsgruppe B die Abschnitte N9 bis N12 von Gruppe A, mit dem 38. Tessmarker Schützenregiment als Nachbar im Süden und dem 29. Wendricher Linienregiment südlich des 38. auf N1 bis N4. Der Wechsel verlief nach Ordnung, mit dem Vollzug um 06:04, vier Minuten vor dem Soll, und ohne Großangriff in diesem Fenster. Das Arbeitskommando unter Fennmann kam erst nach dem Verlust des Nordstücks in der Nacht zum 16.03. an den Furtgraben, seit dem 20.03.962. Ausfälle des Korps im Fenster 2: 66 von rund 19.500. Das 29. Wendricher und das 38. Tessmarker blieben nach dem Fenster im selben Korpsverband, doch die Nähe löste sich mit jedem weiteren Wechsel auf, da die Gruppen turnusmäßig durchrotierten.

Bergung an der Furt (08.04.962, ein Tag). Während einer von der gegnerischen Seite angebotenen Waffenruhe barg das Arbeitskommando unter Fennmann 61 Gefallene des 12. Tessmarker und des 23. Karsvaller, die seit 23 Tagen auf dem Kies lagen. Das Korps hatte die Bergung nicht genehmigt. Der Vorgang endete mit Fennmanns Festnahme und, am 25.04.962, seiner Erschießung zusammen mit sieben Karsvaller Rückläufern durch das Peloton der 4. Kompanie des 12. Tessmarker unter Leutnant Dietl. Das Regiment trägt dem 12. Tessmarker seither eine stille Schuld, weil dessen Kompanie den Vollzug ausführte, obwohl die Toten, die geborgen wurden, teils aus den eigenen Reihen des 12. Tessmarker stammten.

Durchbruch am Strom (29.09.962-12.10.962, 14 Tage). Das Regiment ging am 25.09.962 über die Furt und hielt die Kuppe auf dem Ostufer ohne Feindkontakt, bis am 29.09.962 ein Großangriff mit Teufelsrochen und Hammerhai-Kampfpanzern einsetzte. Der Warhound-Titan ‚Kaltes Gewissen‘ der Legio Cinerea deckte den Rückzug über die Bank. Von 1.800 Mann blieben nach den Ausfällen von 1.512 am 29.09.962 noch 288 übrig; nach dem Durchbruch am 12.10.962 fielen weitere 207, sodass am 06.01.963 nur noch 81 Mann standen. Da der Sektor nach dem 01.11.962 keinen Ersatz mehr schickte, blieben diese Verluste endgültig. Am 10.01.963 ging das Regiment im 17. Rhauviker Linienregiment auf; die beiden Verbände einigten sich nie auf eine gemeinsame Zählweise, denn das 17. führte seine Männer nach Kompanien, das 46. nach Köpfen, und dieser Streit bestand fort, solange noch jemand ihn führen konnte.

Eine Szene

Der Vordruck lag schon seit zwei Tagen auf ihrem Pult, und die Sachbearbeiterin dritter Klasse an Pult sechzehn hatte ihn dreimal zur Seite gelegt, weil die Zahl darauf nicht zu der Zahl passte, die im Vorblatt stand.

Anforderung Ersatz, 46. Thorvalder Linienregiment. 1.436 Mann. 95 vom Hundert von 1.512. Die Rechnung stimmte. Sie hatte sie dreimal nachgerechnet, wie man es ihr beigebracht hatte, von unten nach oben, weil man eine Spalte von unten nach oben anders liest. 1.512 mal fünfundneunzig durch hundert war 1.436,4, und man rundete ab, weil man bei Mann keine Nachkommastelle schickt. Die Rechnung war richtig. Es war etwas anderes, das nicht stimmte.

Sie hatte in der Verteilung des Sektors gelesen, zwei Blätter weiter hinten in derselben Mappe, dass die Quote für Fenster 14 die letzte sei. Danach schickte der Sektor keinen Ersatz mehr. Das stand nicht auf dem Anforderungsvordruck. Es stand auf einem anderen Blatt, das eine andere Hand geschrieben hatte, mit einem anderen Datum, und die beiden Blätter waren nie in derselben Mappe gewesen, bis sie selbst sie hineingelegt hatte, weil die Ablage es so verlangte.

Sie hielt den Stift über dem Feld, in dem sie die Bearbeitung bestätigen sollte. Geprüft und weitergeleitet.

Wenn sie es bestätigte, ging die Anforderung weiter zum Oberintendanten, der sie befeuchten und stempeln würde, wie er alles befeuchtete und stempelte, und am Ende würde ein Regiment, das 1.512 Mann verloren hatte, 1.436 erwarten, die nicht kamen, weil ein Blatt zwei Seiten weiter hinten lag.

Sie dachte daran, ein Memorandum zu schreiben. Sie dachte an die Form, die ein solches Memorandum haben müsste, an wen es ginge, wie lange es brauchte, durch wie viele Pulte es müsste, bevor es das 46. Thorvalder erreichte, falls es es je erreichte, und sie dachte an die Zahl der Tage, die ein Memorandum im Mittel brauchte, verglichen mit der Zahl der Tage, die ein Regiment an der Linie stand, bevor es wieder gezählt wurde.

Sie wusste beide Zahlen. Sie waren nicht dieselbe Größenordnung.

Sie schrieb geprüft und weitergeleitet, und darunter ihr Kürzel, und legte den Vordruck in den Ausgangskorb, der um achtzehn Uhr geleert wurde. Dann nahm sie das andere Blatt, das von der letzten Quote, und legte es zurück in die Mappe, aus der sie es genommen hatte, zwei Fächer weiter, wo es nach der Ablageordnung auch hingehörte und wo niemand, der die erste Mappe las, es finden würde, ohne danach zu suchen.

Sie wusch sich die Hände nicht, weil ihre Hände nicht schmutzig waren. Sie saß noch eine Weile, mit dem Stift quer über dem nächsten Blatt, und hörte dem Fernschreiber in der Reihe hinter ihr zu, der Öl auf ein Tuch tropfte, alle vierzig Sekunden ein Tropfen, bis das Tuch voll war.

Aus diesem Regiment

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