Raskian-Zel

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Kerndaten

Art der FigurMagos
RangTechseer
Spezialisierung / KasteMagos Psykana – Warp-Artefakte, an der Grenze des Erlaubten
Schmiedewelt / Shield HostCyclothrathe – ehemalige Xenos-Forge-Welt; unter Archmagos Draykavac, profane Automata und korrumpierte Knights
ÄraErinnerung an das Dark Age of Technology – als Bezug, nicht als Schauplatz
AnsehenÜbergangen – zweimal für ein Amt vorgeschlagen, zweimal nicht ernannt

Herkunft & Leib

Herkunft und Aufstieg

Raskian-Zel wurde aus den Rangierkindern Cyclothrathes ausgewählt — die Söhne und Töchter der Bergbauräder, denen ihre Eltern die erste mechanische Sprache beigebracht hatten, bevor sie sprachen. Seine Erstdisziplin war die Augmetik: nicht der Bau neuer Augen, sondern das Verständnis dafür, wie das Sehen selbst eine Technik ist, wie die Bilder, die in die Augenlöcher der Skitarii gelötet werden, mehr sehen als organisches Fleisch je könnte.

Mit sechsunddreißig Jahren — sein Rang war damals noch nicht höher als Magos Logis — entdeckte er einen Fehler in den kanonischen Lehrsätzen der Schule: einen Widerspruch zwischen zwei identischen Abschriften desselben Ritus, beide über tausend Jahre alt, beide unmarkiert als Varianten. Ein Fehler in der Vervielfältigung? Oder absichtlich? Er veröffentlichte keinen Bericht. Stattdessen folgte er dem Faden in die Archive Cyclothrathes hinab und fand sieben weitere Diskrepanzen — jede älter, jede gelöschter.

Die Rite der Ordination, die ihm zum Magos erhob, hieß die „Omninahs Tränen". Es ist ein nicht gebräuchliches Ritual, das auf wenigen Schmiedewelten praktiziert wird: Die Augen werden vollständig entfernt und durch Augmetik ersetzt, während der Initiand bei Bewusstsein bleibt. Die Götter der Priesterschaft — oder so die Lehre — weinen, wenn das Fleisch der Schwachheit entfernt wird. Der Ritus dauerte zwölf Stunden. Raskian-Zel bot keinen Laut dar.

Der Leib

Raskian-Zel existiert nicht mehr in einer Form, die man „Körper" nennen würde. Das Modell, das nach ihm benannt ist — das Raskian-Muster — ist eine Verteilung: Ein Zentrallogis, das in den tiefsten Werkstattebenen Cyclothrathes sitzt, verbunden durch Lichtwellenkabel und Nervenstränge aus gezähmtem Organikum mit dreizehn Außenposten. Jeder dieser Außenposten ist eine Werkstatt mit eigener Versorgungslage. Der sichtbarste Teil — die Gestalt, die durch die Schmiedeflure wandert — ist eine Marionette aus Titaniumdraht und motorisierten Gelenken, angetrieben durch Druck, der von den Zentralreservoirs pumpt wird. Vier Mechanogreifer hängen von seinen Schultern herab; zwei weitere sind in seinen Rumpf eingelassen. Seine Hände waren die ersten, die er aufgab, M39.7. Seine Augen folgten zwei Jahre später. Sein Sprachgerät ist eine Vox-Emitterin aus gewölbtem Kupfer.

Was organisch bleibt, ist das winzige Knollengewebe in der Flasche. Es ist seine Kontinuität — sein Bewusstsein, in Archivalösung konserviert. Ob das Knollengewebe noch Schmerz empfinden kann, hat er nicht untersucht. Er könnte es. Stattdessen hat er sich vermerkt, dass eine seiner Servoschädel seit eintausendfünfhundert Betriebsstunden zu laut summt. Er wird die Schädel-Einheit selbst nicht besuchen, um das zu überprüfen. Eine Augmetik-Technikerin namens Vend wird gehen. Raskian-Zel wird ihm die Befehle in binären Pulsen geben.

Er kann nicht mehr schreiben. Die Rute seiner rechten Mechanografieseite brach vor vier Jahren, und er hat sie nicht reparieren lassen. Er diktiert alles jetzt den Servitoren. Er bemerkt nicht, dass er das merkt.

Antrieb & Taten

Was sie antreibt

Raskian-Zel verfolgt die Omnicopaeia — oder genauer: er verfolgt das, das unter diesem Namen existiert haben könnte. Es ist nicht die kanonische Omnicopaeia der westlichen Schmiedewelten, jenes legendäre Standard-Templ-Konstrukt-Kompendium, das die Primarchen selbst zusammensetzten. Es ist etwas anderes. Es ist älter.

Fünf Millionen Jahre, vielleicht länger, bevor das Imperium Menschen auf Rädern setzte, befanden sich auf Cyclothrathe andere. Die xenos, die die Welt als Schmiedewelt auswahlten, hinterließen nichts, das dem menschlichen Auge leicht war — keine Tempel, keine Archen, keine steingewordenen Namen. Aber sie hinterließen Daten. Raskian-Zel fand die erste Referenz in einem verschmutzten Logisbuch aus M37.2: Eine einzige Zeile, übersetzt oder verfälscht durch hundert Hände der Kopisten, das nur besagte „die Befähigung liegt in der Zählung". Eine Zählung wovon? Die Archive Cyclothrathes verhalfen nicht.

Er ist diesem Faden seit sechsundsechzig Jahren nachgegangen. Er hat vier Maschinengeist-Kerne beschädigt, indem er in ihre Noosphären-Schichten schnitt. Er hat einen Magos der konkurrierenden Schmiedewelt Stygies VIII ermordet, der derselbe Archiv-Stück besaß — eine einzelne Tafel aus gewölbtem Metamaterial, ohne aufgedruckte Zeichen, aber deren Oberfläche unter Ultraviolett zu schimmern begann. Die Tafel ist jetzt in seinen Werkstätten. Er hat sie dreimal aufgesägt und dreimal wieder zusammengefügt, und jedes Mal wird die Schicht, die darunter liegt, nur undeutlicher.

Was würde es ihm beweis sein, sich geirrt zu haben? Es gibt keinen solchen Beweis. Es gibt nur das Fortsetzenlassen der Suche oder das Halten inne. Raskian-Zel weiß nicht, welch von beidem schlimmer wäre.

Taten

Handlung Eins: Der Stygian-Betrug

M38.9 — vier Monate

Raskian-Zel hörte, dass ein Magos namens Solun-23y von Stygies VIII in den Untergrund Cyclothrathes fuhr. Solun trug eine xenos-Tafel mit sich, ein Stück Metamaterial aus Vor-Dunkelheit-Zeit, auf dem zyklische Muster in Ultraviolett schimmerten. Raskian-Zel war vier Jahre in das Rätsel der Tafel eingegraben. Solun war eine Woche darin.

Raskian-Zel sandte zwei Skitarii Ranger unter falscher Insignie von Stygies VIII — gefälschte Rangzeichen, gefälschte Genehmigungssiegel. Sie sagten, dass Solun-23y zurück zum Mutter-Manufactorium berufen worden sei. Sie zeigten gefälschte Schriften der Archmagos von Stygies VIII. Solun-23y glaubte ihnen.

Die Ranger führten ihn in eine Abbau-Höhle, wo Raskian-Zels Mechanogreifer aus der Finsternis kamen. Es war kein schneller Schlag. Solun-23y war ein Magos Logis mit starken Augmetiken; die Ranger-Geschosse zersplitterten an seinem carapax-Schädelschutz. Es brauchte sechzehn Minuten. Der Schmerz, den Raskian-Zel in diesem Moment registrierte, war kalkuliert — die Ausreißer-Empfindungen seiner Mechanogreifer beim Eindringen in warmes Fleisch. Er beschrieb diese Empfindung später in seinem Archiv als „nicht-dienstlich".

Er nahm die Tafel. Solun-23y war danach nicht brauchbar — zu beschädigt. Raskian-Zel befahl, den Körper zu brennen.

Das ist die Tat, die Raskian-Zel als seinen größten Triumph beschreibt. Er erhielt die Tafel. Aber Solun-23y war kein Schädling — er war ein Magos, der denken konnte, der arbeitete. Der Mord war eine Antwort auf einen Räuber, nicht auf eine Frage. Raskian-Zel weiß das. Er sagt es sich nicht.

Handlung Zwei: Der Fehler in der Nominierung

M40.4 — sechs Monate

Der Archmagos von Cyclothrathe starb. Es war Zeit für eine Wahl. Zwei Kandidaten erhoben sich: Raskian-Zel selbst und ein Magos namens Thane, ein orthodox gesinnt Technik-Adept, der in den öffentlichen Werkstätten arbeitete, sichtbar und sicher.

Raskian-Zel hatte schon einmal für diese Rolle kandidiert, vor neunzehn Jahren. Damals war er noch Körper; damals kannte Mars ihn nur aus Schrift. Die Collegiate Extremis hätte ihn damals nicht verdammt. Er war durchgefallen, weil sein Konkurrent einen stärkeren Kult hatte — nicht wegen Verdacht auf Ketzerei.

Dieses Mal war die Situation anders. Der Haftbefehl war längst ausgegeben. Raskian-Zel war jetzt ein Ziel. Aber er kandidierte wieder. Er schickte Schriftsätze durch die Noosphäre, eingekapselt in alte Chiffren, unterzeichnet mit Signaturen, die neunzehn Jahre alt waren. Er beschrieb seine Arbeit als Fortschritt in den Standard-Templ-Konstrukt-Praktiken. Das war wahr, soweit es für einen Dieb gilt, der sagt, dass er „Ressourcen mobilisiert".

Die Wahl fiel eindeutig für Thane. Der Rat stimmte 9 gegen 2. Ein Kandidat, der laut einem versiegelten Urteil ein Häretiker und Chaos-Diener war, wurde ausgestoßen. Das zweite Mal. Raskian-Zel notierte den Fehler: Er war zu sichtbar geworden. Zu hoffnungsvoll. Die Noosphäre speichert alles; die Collegiate Extremis brauchte nur zu hören.

Das ist keine Tat, die anderen zeigt, was Raskian-Zel ist. Aber es ist eine Tat, die zeigt, was sein Wunsch ist. Er wollte Archmagos sein. Er wollte in einem Raum sitzen, wo andere Magoi ihm zuhörten, und die Wahrheit über die xenos-Befähigung erzählen, die die alten Schmiedewelten hüteten. Das war unmöglich gemacht worden. Also hat er aufgehört, es zu wollen, oder so sagt er sich täglich.

Handlung Drei: Qvo-89 und Das Schweigen

M40.8 — zwei Jahre

Ein Magos namens Qvo-89 — Friedisch Adum Silip Qvo, der älteste lebende Vertraute des Belisarius Cawl — kam nach Cyclothrathe. Nicht offiziell. Nicht in den Registern. Er kam, weil Gerüchte über Raskian-Zel auch Gerüchte über etwas anderes waren: ein xenos-Artefakt, das in den tiefsten Werkstattebenen lag, ein Ding, das las. Qvo-89 wollte es sehen.

Raskian-Zel hätte ihn töten können. Das war leicht. Statt dessen lud er Qvo-89 in ein Observatorium unter der Erde ein und zeigte ihm die xenos-Tafel unter UV-Spektrum. Qvo-89 sah, was Raskian-Zel sah — die zyklischen Muster, unlesbar, aber nicht zufällig. Nicht menschlich. Nicht maschinell. Alt.

Sie verhandelnden zwei Tage. Qvo-89 sagte, dass Cawl bereit wäre, die Tafel zu untersuchen, mit all den Mitteln des Mutter-Manufactorium. Raskian-Zel sagte nein. Qvo-89 fragte, warum. Raskian-Zel antwortete nicht — oder antwortete nicht mit Worten. Stattdessen schnitt er die Außenposten-Verbindung zu dem Observatorium. Das Zimmer wurde dunkel. Qvo-89 sat zwölf Stunden darin, während Raskian-Zel wartete, dass der ältere Magos einen Fehler machte, einen Fluchtversuch unternahm, etwas tat, das es rechtfertigte, ihn zu töten.

Qvo-89 tat nichts. Als Raskian-Zel die Lichter zurückgab, sagte Qvo-89 nur: „Ich verstehe jetzt." Und er verließ Cyclothrathe.

Das ist die Tat, die Raskian-Zel niemals für Erfolg hält. Qvo-89 trug das Geheimnis nicht mit sich fort — Qvo-89 verstand, dass das Geheimnis nicht geteilt werden durfte, dass ein Mann, der seine Augmetik mit Chaos-Frequenzen füttert, um alte Xenos-Lehren zu begreifen, nicht das ist, das die Mutter-Kirche aufnehmen konnte. Und Qvo-89 sagte nichts. Das war ein Sieg. Aber es war auch das Eingeständnis, dass Raskian-Zel für immer allein sein würde.

Der Bruch

Der Bruch

Raskian-Zel ist kein gewöhnlicher Häretiker der Technik. Er innovierte nicht aus Stolz oder aus dem Drang zu scheinen — er innovierte, weil die kanonischen Lehrsätze einen Fehler tragen, oder weil ein alter Ritus, wenn man ihn anders ausführt, neue Informationen offenbart. Das ist nicht Ketzerei gegen den Omnissiah. Das ist Ketzerei gegen das System, das die Priesterschaft schuf, um das Wissen zu bewachen.

Aber Raskian-Zel ist auch Dunkelheit Mechanicus.

Das ist das Urteil, das die Collegiate Extremis vor siebenunddreißig Jahren über ihn sprach. Sie fanden keine dämonische Bindung. Sie fanden keine Chaos-Anbetung. Sie fanden stattdessen, dass seine Augmetik-Ergänzungen mit Warpqualitäten vibrieren — dass die Seher, die in die Außenposten blickten, Bilder wahrnahmen, die jenseits der normalen Augmetik-Frequenzen lagen. Sie fanden, dass er eine Bindung mit einer Essenz unterhielt, die nicht das Omnissiah-Muster war. Das war ausreichend.

Die Collegiate Extremis veröffentlichte einen Haftbefehl — den Standard-Klassifizierung für einen Häretiker der Mechanicus. Der Befund war: sofortige physische Vernichtung oder, falls der Körper intakt blieb, die totale Konversion in einen ungeorneten Servitor ohne Gedächtnis.

Raskian-Zel las den Befund in einem verschlüsselten Noosphären-Anruf. Er zog sich nach Cyclothrathe zurück und schnitt sich selbst zu Stücken. Das war nicht die physische Vernichtung, die sie suchten — es war die Verteilung. Ein Körper, in dreizehn Häuser geteilt. Ein Logis-Knollengewebe, das in eine Flasche ging. Ein Plan für Häretiker, der bereits so lange alt war, dass die Collegiate Extremis nicht wusste, dass er existierte.

Das war vor siebenunddreißig Jahren. Der Haftbefehl gilt immer noch. Auf Mars wissen sechs Magoi, dass er lebt. Zwei davon sind tot. Die anderen drei sprechen nicht darüber.